Archiv für den Monat: August 2015

Ginas fruchtige Nuss-Ecken

Nach den leckeren Zucchinipuffern durfte ich wieder ein Rezept von Regina Jobelius einsacken – diesmal gibt es fruchtige Nuss-Ecken, die ganz bestimmt auch im Hochsommer schmecken 😉

Rezept und Foto: Regina Jobelius


 

NusseckenNussecken – wer liebt sie nicht ? Knackige Nüsse, ein nicht zu süsser Teig ..lecker!
Hier mein Rezept für ein grosses Blech des Gebäcks – natürlich könnt ihr es auch halbieren – aber warum?

Mürbeteig:
250 vegane Butter oder Margarine
120 g Rohrohrzucker
1 Prise Salz
5 EL Pflanzendrink
450 g Dinkelmehl Type 630 (wer es herzhafter mag, mischt ein Drittel Dinkelmehl Type 1050 unter)

Schicht über dem Mürbeteig:
ca. 220 g Marmelade (da ich gerade selbst gerade Brombeer- und Himbeermarmelade gemacht hatte, nahm ich diese. Sie sollte jedoch nicht zu süss sein)

Nussbelag:
100 g vegane Butter oder Margarine
200 g Rohrohrzucker
2 EL heller Ahornsirup
Schale einer abgeriebenen Orange, wenn vorhanden
1 – 2 EL frischer Orangensaft
200 ml Pflanzensahne (zum Beispiel Hafersahne)
500 – 600 g Haselnüsse
200 g gehobelte Mandeln Zimt nach Belieben (ich nahm knapp einen halben TL) Mark einer ausgekratzten Vanilleschote

vegane Kuvertüre zum Verzieren

Zubereitung:
Die Butter mit dem Zucker und Salz in einer Rührschüssel schaumig schlagen. Pflanzendrink und löffelweise Mehl zugeben. Mit dem Knethaken zu einem Teig kneten. 30 Minuten kalt stellen.

Anschließend den Teig auf die Größe eines Backbleches rechteckig ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit der Gabel mehrfach einstechen und bei 180° Ober-/Unterhitze auf mittlerer Schiene ca. 10 -15 Minuten vorbacken. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Dann die Marmelade auf den Mürbteigboden streichen.

Die Haselnüsse ohne Fett in der Pfanne kurz anrösten und abkühlen lassen. 1 Drittel der Nüsse vermahlen, 1 Drittel grob hacken, 1 Drittel halbieren – noch gröber hacken.

Butter, Zucker, Sirup, Orangenabrieb, Saft und Sahne gemeinsam aufkochen. Die Nüsse und Gewürze einrühren. Topf beiseite nehmen, stehen lassen bis die Masse andickt.

Die Nussmasse auf den Mürbeteig geben und glatt streichen, leicht andrücken.

Bei 180 °C Ober-/Unterhitze ca.20 Minuten backen. Der Rand und die Nussschicht sollten golden länzen. Im Ofen bei geöffneter Tür abkühlen lassen und die Leckereien mit einem scharfen Messer in beliebig grosse Stücke schneiden. Mit Kuvertüre verzieren.

 

„Quick & easy“ – Superduper Linsenpuffer

LinsenpufferSo grundsätzlich halte ich mich ja eigentlich gerne für aufgeschlossen und experimentierfreudig – aber als ich das Rezept  *) für jene im Nachfolgenden näher vorgestellen Linsentacos gesehen habe, war mein erster Gedanke: „Datt gibt nix! Nie im Leben!“

Denn die Tacos enthalten nichts weiter als rohe rote Linsen, Wasser und ein paar Gewürze und…also echt – datt kann doch nix geben! Andererseits wäre es schon super, wenn es denn eben doch funktionieren würde – denn derart simple Rezepte aus minimalsten Zutaten finde ich immer richtig bombe.

Und – tadaaaa! – das Rezept hat nicht nur geklappt, sondern war richtig, richtig gut und die Pfannküchlein sind nun schon zweimal auf unserem Mittagstisch gelandet – und ganz sicher nicht zum letzten Mal.
Je nachdem womit man den „Teig“ würzt, passt eigentlich alles dazu, was man mag – wir hatten beim Erstversuch Avocado, Bohnen, Tomaten und einen Schlag Joghurt und beim zweiten Mal Ruccola, Tomaten und Räuchertofu. War beides tipp-topp.
Die Linsenpuffer schmecken sogar kalt ganz brauchbar (frisch ist aber besser!) und sind schon (mit Avocado befüllt) mit ins Büro gereist.

Das Rezept findet sich in Melis Blog – aber wer gerade nicht so blogreiselustig ist, dem kann natürlich gleich hier vor Ort geholfen werden:

Zutaten
150g rote Linsen (getrocknet)
220ml Wasser (ggf. etwas mehr)
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer (weitere Gewürze nach Gusto – ich hatte beim ersten Mal Chili und beim zweiten Mal Curry drinne und beides war lecker)
ggf. ein Spritzer Zitronensaft

Öl zum Braten (ich nehme Kokosöl, dann wird’s schön knusprig)

Zubereitung mit Pürierstab
Linsen waschen und für mindestens 1 Stunde in warmen Wasser einweichen (so stehts bei Meli geschrieben, bei mir waren’s aber bei beiden Malen knapp 3-4 Stunden)

Die eingeweichten Linsen mit der Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer und den favorisierten Gewürzen pürieren, bis eine breiige, weitestgehend homogene, quietsch-orange Masse entstanden ist.  Weitere 10 Minuten stehen lassen (diesen Punkt hatte  ich übrigens im Meli-Original-Rezept überlesen und die Puffer direkt in die Pfanne geworfen, hat auch so geklappt).

Zubereitung im Terrormix:
Linsen waschen, in den Mixtopf geben und in warmem Wasser einweichen – Dauer: siehe oben (den Linsen isses ja wurscht, ob sie im Mixtopf oder in einer schnöden Schüssel vor sich hin weichen.)
Gewürze und Knoblauch zugeben und 20 Sekunden auf Stufe 7 vermixen. Dann ggf. nochmal mit dem Spatel die Linsenmasse zusammenschieben und 5-6 Sekunden auf Stufe 10 noch feiner mixen (wenn man denn möchte.) Den Teig 10 Minuten stehen lassen.

Und weiter geht’s!
Etwas Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, die Linsenmasse mit einem Löffel in die Pfanne geben und dünn verstreichen. Bei mittlerer Hitze 1-3 Minuten backen bis die Puffer gebräunt sind, dann vorsichtig wenden und fertig backen. Die o.g. Menge ergibt 4 Linsenpuffer.

Variationen:
Ich habe die Puffer auch schon mit weißen Bohnen und Kichererbsen ausprobiert, und beides schmeckt super. Allerdings braucht man in diesem Fall eine längere Einweichzeit – wenn man die Hülsenfrüchte morgens vor der Arbeit mit Wasser übergießt, kann man die kleinen Kerlchen abends pünktlich zum Feierabend verpuffern (wenn man ca. 12 Stunden aus dem Haus ist, so wie ich – wenn man ’nen Halbtagsjob hat, sollte man „pünktlich zum Feierabend“ einfach durch „pünktlich zum Abendessen“ ersetzen, dann passt es zeitlich wieder.

Bei den Linsen wird das Einweichwasser mitvermixt, bei Bohnen und Kichererbsen sollte man das Einweichwasser aber besser wegschütten und frisches Nass zum Teigmixen nehmen. Kann man aber halten, wie man möchte.

*) Der Blog „Melis bunte Studentenküche“  lohnt sich nur nicht wegen der köstlichen Linsentacos. Auch alles andere liest sich lecker.


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Huiiibibberschwitz! – Eine Freifahrt auf der Klima-Achterbahn

Auch wenn der handelsübliche Meckerfritze vermutlich wie immer eher anderer Meinung ist, finde ich persönlich, dass die derzeit vorherrschende Jahreszeit den Titel „Supersommer 2015“ mehr als verdient hat. Zugegebenermassen kreuche ich zwar eher wie ein Dörrfisch auf dem Trockenen herum, wenn die Temperaturen an der 40-Grad-Marke kratzen – aber zumindest hier bei uns im Rheinland haben die Hitzephasen nie so lange angedauert, dass es wirklich an die körperliche und geistige Substanz geht.

Jedesmal, wenn die Körpertemperatur nach tagelanger Hitzeeinwirkung kurz vor dem Siedepunkt steht, ziehen die Wettergötter ein kühles Regen-Ass dem Ärmel und sorgen für angenehme Nächte mit Tiefschlafphase und allem Zipp und Zapp, und einen frischgrünen Garten…und wenn dann nach ein paar Tagen Herbstwetter die Seele wieder bockig mit dem Fuss aufstampft und anklagend auf das Wort „August“ im Kalender zeigt, folgt im Nullkommanottich das nächste Hoch und kippt strahlenweise Sonne über Mensch und Natur. Kann man sagen, was man will – ick find‘ ditt bombe!  apfelernte Allerdings, ich muss gestehen – diese Temperaturstürze und -anstiege um (gefühlte) 30 Grad innerhalb (gefühlter) 2-3 Stunden verlangen meiner körpereigenen Flexibilität derzeit doch so einiges ab. (Man ist ja keine Zwanzisch mehr. Nämlich.) Zum Beispiel habe ich gestern am frühen Morgen bereits fröstelnderweise das Brennholz vor dem Bollerofen aufgeschichtet, um die Bude bei der abendlichen Heimkehr ohne Umschweife in eine muckelig-warme Wohnstube aufheizen zu können, und den Kater angewiesen, sich pünktlich 19.00 Uhr als kuschelpuschelige Pelzdecke auf meinem Schoß einzufinden. Doch als mich am Feierabend das Firmengemäuer wieder ausspuckt, stehe ich plötzlich mitten im Hochsommer, bin umgeben von Menschen in kurzärmeligen T-Shirts gegenüber und wähne mich – bekleidet mit Langarmshirt und feschem Halstüchlein –  im falschen und vor allem schweißtreibenden Film. Und auch der Kater flüchtet panisch vor meinen 37-Grad-warmen Grapschehändchen und wirft sich im Garten unter den schattigen Holunderbusch.

Da heute „LAUFEN!“ auf der Feierabend-Tagesordnung steht, hatte ich mir die dafür benötigte Gewandung bereits am frühen Morgen in den Weg gelegt. Nun tausche ich aber lieber die 3/4-Buxe, Shirt und Weste gegen maximalkurze Minimalstbestoffung aus- der fliegende Wechsel von schottischen Highlands zu tropischem Regenwald innerhalb weniger Stunden war heute morgen ja noch nicht abzusehen. Da muss man flexibel sein, muss man da. Vor der Haustüre klatscht mir eine Ladung feuchtwarme schwüle Luft ins Gesicht wie ein nasser Lappen. Mein Kreislauf verdreht die trüben Augen und tastet mit zittrigen Fingern nach der Riechsalzflasche.

Ob ich es unter diesen Wetter-Umständen als bekennende Hitze-Pussy überhaupt schaffe, einen Läuferfuß vor den anderen zu setzen, steht wohl in den gleichen Sternen, die mir gerade vor den Augen herumflimmern – aber im Forst ist es ja ganz bestimmt kühl und schattig (die Hoffnung stirbt halt zuletzt) und überhaupt bin ich ja derzeit sowas wie ein laufender Waldorfschüler. Vollkommen ohne Pläne, Vorgaben und Ambitionen kann ich nämlich einfach so herumlaufen, wie mir der Lust-und-Laune-Schnabel gewachsen ist, und da macht auch ’ne dezente Schläpplichkeit im Gebälk nix aus. Und ausserdem – auch wenn ich diesen Umstand immer noch nach dem „Ich-seh-dich-nicht-also-bist-du-auch-nicht-da!“-Prinzip konsequent ignoriere – erlaubt mein Blödes-Arschmakrelen-Mistknie ohnehin nur kurze Strecken. Also ab dafür, alles kann, nix muss.
Juppheidi.

Mühsam schleppe ich mich durch den Sternen-Nebel auf meiner Netzhaut hindurch schwitzend den ersten Hügel hoch. Bedauerlicherweise hält sich der Forst nicht an meine Anweisung, gefälligst kühl zu sein und so fühle ich mich nach wenigen Minuten schon leicht angebraten- und selbst über die Kniescheiben (auf denen heute morgen beim Hallo-Wach-Kaffee noch ein leichtes Wolldeckchen ruhte, weil es mich ach!-so fröstelte) rinnt der Schweiß.

Nach mehr oder minder erfolgreich absolvierter Minimalrunde fühle ich mich wie ein Schokoladenkeks auf Ober- und Unterhitze und muss grinsen, als mein Blick auf das „Übergangsjäckchen“ auf meinem Beifahrersitz fällt, dass ich heute morgen sicherheitshalber eingepackt habe. Das lass‘ ich mal lieber da liegen, das gute Stück – wer weiß, vielleicht ist ja morgen wieder Herbst.
Wird ja nicht langweilig, der Sommer 2015.

spaetsommer