Archiv für den Monat: September 2015

Frau Mohr und Herr eTrex – „The Beginning“

Der Akku meiner betagten Forerunnerin ist mittlerweile so schwach auf der Brust, dass das Gerät meistens schon nach 2-3 Stunden hysterisch „Batterie schwach!“ kreischt – was eine 15 km-Wanderung in unbekanntem Terrain immer zu einem ziemlich unentspannten Wettlauf mit der Zeit macht. Alles, was an Streckenlänge darüber hinausgeht, wird schon fast unmöglich – 20 km in 3 Stunden runterzurocken schaffe ich je nach Höhenmeterdichte noch nicht mal in Laufschuhen. Geschweige denn auf Schusters Rappen.

Bei meiner Wanderung mit Mungo und Balou habe ich seinerzeit schon neugierig das orange kleine Kästchen beäugt, dass meinem Wandergefährten so verlässlich den rechten Weg gewiesen hat. So richtig mit Karte und Ortsangaben und Wegen und allem Zipp und Zapp – nicht bloß mit ’ner schnöden „schwarzen Linie auf grauem Grund“ wie der rote Klumpen an meinem eigenen Handgelenk. Nachdem die Forerunnerin sich nun offensichtlich auf einen Lebensabend in der Elektroschrotthalde vorzubereiten scheint und ich ohnehin schon länger für ausgiebige Wanderungen ein leistungsfähigeres GPS-Teilchen haben wollte, zog dann vor einer guten Woche ein sportlicher, jungdynamischer „eTrex 20“ bei mir ein.

eTrexBlöderweise gehöre ich zur der Sorte Mensch, die zwar alles können und wissen,  aber nix lernen wollen und die sich wünschen, dass endlich mal jemand die Theorie des Nürnberger Trichters in die Praxis umsetzt. Ich würde sofort das erste Exemplar dieser mechanischen Lernhilfe kaufen. Unbesehen. Gebrauchsanweisungen und komplizierte Abfolgen im Handling sind mir demnach ein Graus, und so guckte ich mir Herrn eTrex nach dem Auspacken zuerst mal ein wenig ratlos an, beäugte die Knöpfchen und das beiliegende „Quick-Start-Manual“ und legte ihn nach dieser Amtshandlung vorsichtig wieder zurück in den Karton. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Bloß nix überstürzen.

Am Folgetag gelang es mir dann ziemlich problemlos, das Batteriefach zu finden, zu öffnen und die zwei erforderlichen Batterien einzulegen. Derart beflügelt von meinem Ersterfolg drückte ich dann gleich euphorisch auf das „On“-Knöpfchen rechts oben und das Display begrüßte mich mit einem fröhlichen Leuchten. Ha – Liebe auf den ersten Blick ist ein Scheiß dagegen. Die Sache läuft.

Als Erstes fragt mich Herr eTrex, in welcher Sprache ich zukünftig mit ihm kommunizieren möchte und ich ordne mit 2x Knöpfchendrücken die „Amtsprache Deutsch“ an. Die vielen kleinen Felder auf dem Display machen deutlich, dass ich hier wohl ein Gerät mit mächtig vielen Funktionen erworben habe. „Karte“, „Routenplaner“ und „Flächenberechnung“ finde ich für meine Zwecke durchaus sinnvoll, aber Funktionen wie „Jagen und Angeln“ oder gar „Mann über Bord“ lassen mich irritiert die Augenbraue hochziehen. Aber damit kann ich mich ja immer noch befassen, wenn ich mal in See stechen sollte – vorerst will ich ja nur Wandern und sonst nix.

etrex1Ich beschliesse als Erstes einen Testmarsch auf  einer bekannten Strecke, und zwar dem Waldbreitbacher Wiedtraum – die Gegend im Wiedtal kenne ich mittlerweile so gut, dass ich mir notfalls auch zutrauen würde,  komplett ohne technische Hilfsmittel aus dem Wald rausfinden zu können. Das Übertragen des GPS-Tracks aufs Gerät funktioniert so easy-peasy, dass ich mir ein Begeisterungsquietschen nicht verkneifen kann – einfach den eTrex an den PC anschließen (ohne dass ich irgendeinen Treiber oder Software installieren muss) und den Track via Copy & Paste ins Laufwerk „GPX“ schieben und fertig ist die Laube. Im Feld „Trackmanager“ finde ich den Wiedtraum auch sofort wieder, und könnte nach Klick auf „Karte anzeigen“ wohl auch direkt losmarschieren, wenn ich mit „Go!“ bestätigen würde.

Rock’n Roll, Herr Trexter – und ab ins Wiedtal!

Auf dem Parkplatz angekommen, drücke ich auch erwartungsfroh „Go!“ und folge selbst auch ebenfalls diesem Marschbefehl. Munter wandere ich der Morgensonne entgegen. Aber – wo ist denn nun der Track? Der eTrex zeigt ganz folgsam alle Straßen um mich herum an, und auch einige gestrichelte Linien, aber so richtig kapiere ich nicht, wohin ich jetzt gehen sollte, wenn ich den Weg nicht kennen würde. Aber naja…ich kenne ihn ja, also stapfe ich einfach mal bergan über den Kreuzweg Richtung Marienhaus. Vielleicht liegt der Track ja irgendwo im Wald und wird unterwegs vom eTrexter aufgesammelt.

Aber auch hoch drüben auf der Höh‘ zeigt sich keine deutliche „Bitte hier entlang!“-Linie auf dem Display und ich ziehe einen Schmollmund. Meinen hirneigenen Einwand, dass ich vielleicht doch vorher einen kurzen Blick in die Bedienungsanleitung hätte werfen sollen, wische ich mit einem empörten Brummeln vom Tisch. Bedienungsanleitungen sind für Feiglinge und Kontrollfreaks. Aber – das kann doch alles hier so nicht richtig sein? Oder bin ich blöd zu döselig, um den Track zu erkennen? Ich kneife die Augen zusammen und vergrößere das Display, um irgendwo zwischen den Linien eine Richtungsanweisung zu erkennen. Nüschte.
Blöder eTrex!
Der kommt weg!
Der kann nix!
Doofding, das.

Dennoch ist der Tag zu schön, um mir von arbeitsunwilliger Technik die Wanderlust verhageln zu lassen. Dann marschiere ich halt als Prinzessin Vogelfrei durch den Forst und mache wir – widdewiddewitt! – die Streckenwelt wie sie mir gefällt. Ich brauch‘ kein GPS-Gerät, ich nicht. Pah.

Nachdem ich ein paar Stunden später meinen Parkplatz wieder erreiche, dämmert mir plötzlich eine leise Erkenntnis. Ähem. Das…kann doch nicht…also, das wäre ja..aber SICHER! Um meine Vermutung zu bestätigen, laufe ich flott mal einen Kilometer in die andere Richtung, an der Wied entlang und bäm! – da schlängelt sich eine hellblaue Linie ganz unschuldig über mein Display, zwinkert mir zu und kichert „Ist was? Ich war doch die ganze Zeit hier!“

Ich muss laut lachen und leiste dem zu Unrecht der Arbeitsunwilligkeit beschuldigten Herrn Trexter Abbitte. In meiner schusseligen Gedankenlosigkeit hatte ich mir zwar den Track für den „Waldbreitbacher Wiedtraum“ aufs Gerät geladen, bin aber zerstreuterweise zum Startpunkt des „Wiedtal Ultra“ gefahren und sogleich folgsam in die Richtung der Ultrarecken marschiert. Aber die Strecke des W.U.T.  geht nun mal in eine komplett andere Richtung und der Lauf startet auch woanders als der Waldbreitbacher Wiedtraum.

Eine Trottelfunktion ist wohl trotz aller Features im GPS-Gerät nicht eingebaut. Das sollten die Garmin-Entwickler vielleicht mal überdenken.
„Hirn über Bord“.
Es gäbe Bedarf.


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montagsmohr – Von den Coué’schen Wunderformeln

„Aber auf die Gefahr hin, verrückt zu erscheinen, behaupte ich: zahlreiche Menschen sind nur deshalb seelisch oder körperlich krank, weil sie sich vorstellen, körperlich oder seelisch krank zu sein.“
(Émile Coué)


Letzte Woche habe ich ja schon ausgiebig über meine Selbst-Experimente mit Affirmationen geschrieben, und auch heute bleibe ich noch beim Thema „Kraft der Gedanken“ oder „Du bist, was du denkst.“

In irgendeinem Buch habe ich im Rahmen der Affirmations-Recherche über Èmile Coué gelesen, einem französischen Apotheker und dem „godfather of affirmation“, sozusagen. Er stellte fest, dass seine Kunden viel schneller gesund wurden, wenn er ihnen die Arznei mit einem motivierenden Sätzchen überreichte, etwa „Damit wird es ihnen schnell besser gehen“ oder „Dieses Medikament wird sie sicher schnell gesund machen“. Coué erkannte dadurch ziemlich flott, dass es wichtig war, in den Patienten die Zuversicht auf ihre Heilung zu festigen. Damit hatte er das Grundprinzip der Autosuggestion erkannt – und das bedeutet im Grunde nichts Anderes, als dass es möglich ist, sich selbst mental „zu programmieren“, um die Dinge zu erreichen, die man sich wünscht.

(Wer Lust und Zeit hat, ein bisschen tiefer in die Materie einzutauchen, kann sich mal durch diese Seite schmökern – „Grundlagen der Autosuggestion„)

Als Affirmations-Allrounder nach dem Motto „Geht immer, passt immer“ empfahl Monsieur Coué, sich den einfachen Satz „Es geht mir mit jedem Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser!“ lebenslang täglich morgens nach dem Aufwachen und abends vor dem Einschlummern verbal einzubläuen – und da ich finde, dass gegen Wohlbefinden nun aber wirklich nix einzuwenden ist, habe ich mir dieses tägliche Gemurmel tatsächlich angewöhnt. Ich muss gestehen, ich bin dabei mal mehr, mal weniger konsequent, manchmal vergesse ich besagte Coué’sche Gemurmel sogar über Wochen komplett. Mein Kopf ist ja eh immer schon so voll mit allem möglichen Blödsinn, da fällt so ein Sätzchen schon mal gerne hinten runter, wenn vorne neues Input reinflattert.
Aber was mir immer wieder aufs Neue auffällt, wenn ich mir das Sätzchen wieder ins Gedächtnis rufe und beginne, es abends runterzuspulen: Sämtliche Sorgen, Nöte und blöde Gedanken haben ja die lästige Angewohnheit, sich vor allem abends vor dem Einschlafen gnadenlos über einen herzumachen. Wenn die ganzen äußeren Einflüsse wie Radio, Internet, Handy oder auch Ablenkungen durch Sport, Lesen, Gespräche etc. sich ihren Schlafanzug angezogen und zur Ruhe gelegt haben, ist der Kopf quasi ungeschützt. Und das heißt dann oft „Feuer frei!“ für quälende Gedanken. Wenn man sich aber aufs Herunterleiern ebenjenes Sätzchens konzentriert, erschwert man damit den Sorgenteufelchen, ihr perfides Spiel mit der Hirnstube zu treiben weil gerade die Coué’sche Wunderformel darin herumschwirrt und den Platz wegnimmt. Und man trimmt sich im gleichen Atemzug auch noch auf eine positive Grundstimmung. Somit wirkt die Coué’sche Formel sozusagen doppelt und ist – wie ich finde – auf jeden Fall ’nen Versuch wert. Und nicht gleich entmutigen lassen, wenn es nicht auf Anhieb klappt, weil der Kopf gerade zu voll und schwer ist – Affirmationen sind tatsächlich Übungssache. Laufen hat ja bei den meisten auch nicht gleich beim ersten Versuch geklappt.

Und wer das jetzt schon schräg findet, der sollte am besten schnell wegklicken, denn jetzt wird es noch ein wenig…ähm..“interessanter“.  Ich zitiere mal ganz frech aus Wikipedia:

„Bei akuten Schmerzen oder Beschwerden, gleich ob körperlicher oder seelischer Natur, gab Coué den Rat, die Hand auf die betroffene Stelle oder die Stirne zu legen und möglichst schnell zu wiederholen: „Es geht vorbei. Es geht vorbei. Es geht vorbei …“, bis die Symptome abklängen. Die Selbstbehandlung sei bei Bedarf zu wiederholen, bei regelmäßiger Anwendung werde sich der Erfolg immer schneller einstellen und die Symptome immer seltener erscheinen, bis sie schließlich ganz verschwunden seien.“

Das klingt jetzt schon ein bisschen nach Eso-Hokuspokus, oder? Fand‘ ich beim ersten Lesen auch, aber andererseits kann sowas ja nun mal auch nicht schaden. Das einzige, was passieren kann, ist dass einen die Mitmenschen für bekloppt halten, wenn sie einen beim Verletzungen-Bequatschen erwischen. Da muss man dann halt einfach aufpassen, dass man ungestört ist.

Ich habe mich zu der Zeit, als ich zum ersten Mal über Autosugggestion, Affirmationen, Couè etc. pp. gelesen habe, mit einem ziemlich lästigen Ausschlag am linken Auge rumgeschlagen. Mit Cortisonsalbe konnte ich den juckenden Flecken zwar immer flott den Garaus machen, aber ohne Salbe kam der Ausschlag immer postwendend zurück. Eine allergische Reaktion auf Seifen, Cremes oder ähnliches konnte ich ausschließen, da ich in dieser Hinsicht nichts verändert hatte, bevor der Ausschlag kam.
Und dann stand da eben in meinem Buch was von „Es geht vorbei!“-Gemurmel. Schräges Zeugs. Schlimmer konnte es aber ja nun nicht werden, also legte ich fortan regelmässig die Finger aufs Auge und brummelte „Es ist vorbei, es ist vorbei!“ vor mich hin. Die Gegenwartsform schien mir als ungeduldiger Quengelgeist ratsamer zu sein. Und ob es nun an meinen heilsamen Fingerspitzen lag oder Zufall war oder was auch immer – nach ein paar Tagen war der Ausschlag weg und ist nie wieder gekommen.
In die Flucht gequatscht, sozusagen.

IMG_0661Und nachdem ich mich nun schon seit Frühjahr diesen Jahres mit einer lästigen Knie-Malaise herumschlage, die einfach nicht verschwinden wollte, fiel mir irgendwann vor einigenTagen der gute alte Coué wieder ein mit seiner Gesundungsformel. Und als ich schließlich mein morsches Knie eine Weile fleißig betatscht und bemurmelt und ihm eindringlich eingebläut habe, dass „es“ nun vorbei ist, bin ich am vergangenen Wochenende zum ersten Mal seit langem 8 km schmerzfrei gelaufen. Darauf ein dreifach donnerndes „Hipp, hipp, Couéee!“
Natürlich bin ich mir total im Klaren, dass so ein Abklingen von Beschwerden mindestens zwölfzig verschiedene Gründe haben kann – und bei mir spielt wohl auch der Umstand, dass ich seit einer Weile so konsequent wie eben möglich wieder mit Krafttraining, Dehnungsgedöns und Black-Roll-Gekugele angefangen habe, eine nicht ganz unerhebliche Rolle.
Aber ich bin sicher – der gute Herr Coué hat zumindest einen kleinen Teil dazu beigetragen.

Und wenn nicht, dann hat er zumindest nicht geschadet.


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Von schnellem Mango-Hirsefrühstücken und merkwürdigen Verhaltensweisen meckernder Mitmenschen

…und einen Preis für die vermutlich längste Überschrift seit Bestehens des Mohrblogs…


Dass ein schnödes Küchengerät tatsächlich den Groll und Unmut einiger Mitmenschen auf sich ziehen kann, hätte ich ja nie vermutet oder erwartet – bis zu dem Moment, in dem ich mir einen Thermomix zugelegt habe. Dieser (zugegebenermaßen fast schon unmoralisch überteuerte) Küchenhelfer ist ein megapraktischer Allrounder und kann allerbestens Mehl mahlen, Rohkost raspeln, Zutaten wiegen, Zwiebeln andünsten, ganze Mahlzeiten kochen, Smoothies und Nussmuse mixen, Teig kneten, Gemüse dämpfen, Dampfnudeln und Marmelade machen und noch so einiges mehr. Und eigentlich ist damit dann auch schon alles gesagt. Das Teil kann man gut finden (ich!), sich kaufen (ich!), sich dran erfreuen (ich!) – oder halt eben nicht.

Irritierenderweise verziehen sich aber die Münder einiger Mitmenschen sofort zu schnippisch-schmalen Schlitzen, sobald das (offensichtlich böse) „T“-Wort zufällig im Gespräch fällt – und wenn ich für jedes Mal, wo mir ein empörter Thermomix-Gegner ungefragt ein „Das Scheißding ist nur was für Faule, die nicht kochen können. ICH brauch‘ sowas nicht!“ oder „Das ist nur was für Angeber!“ entgegengespuckt hat, einen Euro bekommen hätte, hätte ich wohl mittlerweile genug Geld, um gleich noch eine zweite Apparatur aus dem Hause Vorwerk zu kaufen.

Im Netz bin ich sogar auf einen Blog-Artikel gestoßen, der mit den ach!-so-nervigen Thermomix-Besitzern abrechnet und ich war höchst amüsiert, dass man tatsächlich soviel Zeit damit verbringen kann, eine so vergleichsweise unwichtige Sache wie ein Küchengerät (und seine Käufer) scheiße zu finden – KLICK!

Ich hingegen finde, man könnte doch auch einfach mal zu einer Sache überhaupt keine Meinung haben, wenn sie einen nicht interessiert. Wenn mir jemand beispielsweise vom Aufstiegspiel des 1. FC Hintertupfingen erzählt oder mir unbedingt seinen neuen Golf GTI Megaturboweißderteufel vorführen möchte, dann juckt mich das schlicht und ergreifend nicht – und sowas kann man tatsächlich höflich kommunizieren. Ich bekomme aber nie das dringende Bedürfnis, stattdessen meine Stimme in hysterische Tonlagen anzuheben und „Fussballgucken ist nur was für faule Säcke, die selbst keinen Sport machen! ICH brauch‘ sowas nicht!“ oder „Golf GTI ist nur was für Angeber!“ zu keifen.

Zum Glück zwingt einen doch auch niemand mit vorgehaltenem Messer, sein Sparbuch zu plündern und es der Fa. Vorwerk in den Rachen zu werfen. Muss man nicht machen. Aber so’n bisschen befremdlich ist diese teilweise fast schon inbrünstige Feindseligkeit schon, die sich oft so überraschend entlädt. Lockerbleiben. Ist doch bloss ’ne Küchenmaschine.

Lustig fand ich auch den höchst schnippischen Kommentar einer unangemessen empörten Dame – „Also ICH ess‘ lieber ein gutes Brot mit einem guten Käse, statt mir von so einem doofen Blender alles pürieren zu lassen.“ Überraschung – ich auch. Manchmal ist ’ne gute Stulle einfach die beste Wahl für ein schnelles Abendbrot. Aber das Gute ist, selbst wenn man einen Thermomix in der Küche stehen hat, funktionieren weiterhin trotzdem noch alle Messer und sonstige Küchengeräte einwandfrei, „das Gerät“ sendet keine Störstrahlen, die Messer stumpf und Töpfe löcherig machen. Man kann sich also auch weiterhin ’ne Klappstulle schmieren und/oder Töpfe und Pfannen benutzen, wenn man Lust und Zeit hat. Abgefahren, oder?

Mein derzeitiges Lieblingsfrühstück mit Hirse und Mango könnte selbstverständlich genauso gut in einem Topf auf dem Herd zubereitet werden – aber ich find’s schon ein klitzekleines bisschen praktischer, nicht neben dem Pott rührenderweise Wache zu schieben, damit die Hirse nicht anbrennt und nicht hinterher mit ’nem Pürierstab in dem Brei herumhantieren zu müssen. Aber vermutlich bin ich halt einfach nur zu faul zum Kochen.

MangohirsepuddingMango-Hirsefrühstück

100 gr. Hirse
350 gr. Pflanzenmilch
20 gr. Agavendicksaft
150 gr. TK-Mango
(Portion für 2 Personen)

Die Hirse in den Mixtopf des „Thermowichsers“ geben (kreativ sind’se ja, die Meckerköppe) und mit kochendem Wasser übergießen – das löst die Bitterstoffe, die auf der Schale der Hirsekörnchen sitzen. Wasser abgießen (am besten durch ein feines Sieb, damit keine Hirsekörner mit in den Abfluß flüchten können), die Milch und den Agavendicksaft zugeben und 15 Minuten bei 100 Grad auf Stufe 1 vor sich hinblubbern lassen. Danach die tiefgefrorenen Mangostücke zugeben und auf Stufe 10 ca. 5-10 Sekunden (je nachdem wie „smooth“ man es gerne mag) durchmixen, in 2 Schüsseln aufteilen und ratzfatz wegfrühstücken.

Lecker finden und sich dabei nicht über unnötige Dinge aufregen.
Licht und Liebe, ihr Säcke.


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