Archiv für den Monat: Januar 2016

Power to the people! – Akkutausch beim Forerunner 305

garminaSo gerne ich die Geräte von Garmin auch nutze und mag, so genervt bin ich inzwischen von der leider recht kurzen Lebensdauer dieser elektronischen Outdoor-Begleiter. Vermutlich kennt mittlerweile jeder Forerunnerbesitzer das (ganz und gar nicht unerklärliche) Phänomen, dass die Garminskys oft ganz kurz nach Ablauf der Garantiezeit wie von Zauberhand die Flügel strecken und der Akku schlappmacht. Tauschen kann man die Biester nicht, da sie fest im Gehäuse verbastelt und wie in einem Tresor verriegelt und verrammelt sind.

Wenn man seinen kleinen GPS-Freund dann beim Kundendienst einschickt, kommt meist post- bzw. mailwendend die Antwort: „Reparatur/Akkutausch nicht mehr wirtschaftlich, Gerät zu alt, blablabla..bieten Ihnen aber gerne aus Kulanz das Nachfolgegerät zum Sonderpreis an“. Dieser megamässige Supersonderpreis liegt meist um die 80 Taler und ist natürlich wirklich ein Bomben-Schnäppchen – trotzdem ist es nervig, weil man durch diese Verkettung auf ewig an der Garmin-Nadel  hängen bleibt. Denn für 80 Schlappen bekommt man ja nun leider kein Neugerät einer anderen Marke- und so beisse ich (und zahlreiche Lauf- und Wanderkumpels) seit Jahren immer wieder in den Garmin-Apfel. Zumeist zähneknirschend.

Tja, nun war es dann bei mir mal wieder soweit – seit dem Spätsommer ging meiner 305er-Forerunnerin nach maximal 4 Stunden der Akkusaft aus (was so manch‘ beschauliche Wanderung auf unbekanntem Terrain mehrfach zu einem Speed-Hiking-Event gemacht hat) und seit ein paar Wochen reichte eine volle Akkuladung gerade mal für 15-20 Minuten. Da es mich mittlerweile maximal anfuckt, dass ein ansonsten absolut intaktes Gerät nur wegen eines schwächelnden Akkus als Elektroschrott enden soll, habe ich unter wütendem Absingen von „Das muss doch auch anders gehen!“-Tiraden das Netz durchkämmt und bin auf der Seite Akku-wechsel.de gelandet. Diese Firma mit Sitz in Good-Old-Berlin bietet den Austausch von fest verbauten Akkus in ihrer hauseigenen Werkstatt an.

Jawollska! Das will ich!

Das Prozedere ist einfach – den gewünschten Akku auswählen, mit der Option „Mit Akku-Wechsel in unserer Werkstatt“ (für insgesamt € 39,95) kaufen, bezahlen und das Gerät mit Angabe der Auftragsnummer auf die Reise in die Hauptstadt schicken.

Zugegebenermaßen war mir ein wenig bänglich zumute, mein kleines Garminchen so ganz alleine in die große weite Welt zu jagen, aber wenn das Gerät eh schon untauglich ist, hat man ja im Grunde nix zu verlieren. Und horrido! – nur 3 Tage später hatte ich Forerunnerin wieder in den Händen, unversehrt an Körper und Seele und mit funkelnagelneuem Akku.

Da ich ja momentan nicht so richtig ultramässig unterwegs bin, wurde die Akkuleistung zuerst einer Trockenübung in Form von „Einschalten und auf dem Schreibtisch-Liegenlassen“ unterzogen – und nach über 12 Stunden hatte die Forerunnerin immer noch Saft und Kraft und hüstelte erst eine ganze Weile später „Batterie schwach.“
Fazit: Die Sache läuft.
„Nachfolgegerät-zum-Sonderpreis“ – am Arsch!

Weiterer charmanter Pluspunkt – das Gerät kam in exakt der gleichen Verpackung wieder bei mir an, in der es auf die Reise gegangen ist – inkl. Stopfpapier. Mehrweg befürworte ich ja sehr. Da lacht der Ökomohr.

Danke nach Berlin. Aber echt jetzt mal.

Wer noch mehr Zeit und Geld sparen will und über ein wenig handwerkliches Geschick und Mut verfügt, kann sich auch selbst an den Akkutausch machen. Der Herr Pulsmesser hat’s vorgemacht – HIER geht’s zur Anleitung!

(Foto: http://www.readermemo.com/2011/07/garmin-forerunner-305.html)


Mehr Mohr“ gibt’s übrigens in meinem Newsletter – dem MOHRBRIEF!
Kost‘ nix und kann jederzeit mit einem Mausklick abbestellt werden.

[mohrkochen] Veganöse Bolognese

In einer Facebook-Thermomix-Gruppe, in die die ab und an meine Neugiernase stecke, erfreut sich ein Bolognesen-Rezept allergrößter Beliebtheit. Das mag zum einen daran liegen, dass Herr Goller als Kreatör der Soße ein ziemlich smarter Typ ist (Auge und Herz essen ja mit, bekanntermaßen) – aber auch daran, dass der Sugo zweifelsohne ein ganz besonders leckerer ist.

Ich hab‘ mich nun schon mehrfach an einer veganösen Variante der Gollernese versucht und mein Magen ist mit dem Ergebnis mächtig zufrieden, daher – ab die Post! Ab heute wird zurückgegollert..ähm…gebollert. Ach, egal.

Hier ist erstmal der Link zum Original-Rezept „Bolognese Goller-Art“ zum Einstieg in die Materie. Und nun alle einsteigen, das Raumschiff zum Planeten Vegan legt ab.

Noch ein klitzekleines Wort zum Veggie-Hack – mittlerweile gibt’s ja veganöses Hack auf Tofu- oder Seitanbasis in fast jedem Supermarkt in unterschiedlichster Qualität. Mein Geschmacksfavorit ist das Veggie-Hack von „Vegetarisch lecker“, das gibt’s bei Feinkost Aldi. Wenn ich irgendwie rankomme, ziehe ich aber aus Herzensgründen Produkte von Tofu Nagel, Veggie Life, Viana oder anderen veganen Kleinunternehmen vor – und vermeide die neuen Wiesenhof- oder Mühlenwalder-Mühle-Produkte konsequent. Nachdem die Tierquäler und Menschenschinder von Wiesenhof nun also entdeckt haben, dass man auch mit fleischfreien Produkten mächtig Kohle scheffeln kann, werden die engagierten Pioniere wie z.B. die Jungs und Mädels aus Tofutown oder eben Tofu Nagel durch Kampfpreise aus den Sortimenten der Supermärkte verdrängt – und da sollte der Verbraucher gegensteuern, so gut er kann. Es liegt ja bekanntermaßen sehr viel Macht in unseren Einkaufswagen, die könnten wir alle ruhig konsequenter nutzen. Find‘ ich.

Zutaten:
1 große Gemüsezwiebel oder 2 rote Zwiebeln
500 g Veggie-Hack (am besten fertig gewürzt und brutzelfertig) *)
1 Knoblauchzehe
2 Möhren
Olivenöl zum Anbraten

75 ml brauner Balsamico
175 ml roter Traubensaft
(wer mag, kann natürlich stattdessen 250 ml Rotwein nehmen. Ich mag aber nicht.)
500 g passierte Tomaten
100 ml Wasser
80-100 g Tomatenmark
1 großzügiger EL Pflaumenmus (oder irgendeine andere säuerliche Marmelade/Gelee)

2 TL Gemüsebrühe
1 EL Würzhefeflocken
½ TL Zimt
1 TL Salz
Petersilie, Thymian, Oregano – frisch oder getrocknet

*) da die meisten „Häcke“ in 200-Gramm-Einheiten verpackt sind, kann man auch nur 400 g nehmen, dann wird die Soße halt…soßiger. Oder 600 g, dann wird’s…ähm..ihr wisst schon..)

Zubereitung:
In diesem speziellen Fall ziehe ich die Zubereitung in meinem großen Wok dem Terrormix vor, weil ich Zwiebel und Hack gerne brutzelbraun angebraten mag. Wer da nicht soviel Wert drauf legt und/oder es gerne praktischer haben möchte, kann sich einfach an die Anleitung im verlinkten Rezept halten.

Möhren schalen und kleinhäckseln, Zwiebel würfeln, Knoblauch pressen und zusammen mit dem Hack in mit etwas Olivenöl scharf anbraten. Mit Balsamico und Traubensaft ablöschen, kurz köcheln lassen, dann die restlichen Zutaten zugeben, fleißig rühren und ca. 15-20 Minuten blubbern lassen. Fertig ist die Bollo-Laube.GolloBollo

Variationen:
In Scheiben oder Stücke geschnitte frische Champignons mit anbraten – leckerschmecker!
Oder – auch wenn das schon zu „Iiiiih, pervers!“-Ausrufen geführt hat – eine große Portion gehacktes Sauerkraut unterrühren und mitköcheln. Da kann der Bauer ruhig auch mal was fressen, was er nicht kennt.

Die Bollo „Eigentlich nach Goller-Art, aber dann doch irgendwie ganz anders“ schmeckt zu Pasta und Kartoffeln oder auch auf Pizza oder Füllung für Blätterteigtaschen. Gerade in den Blätterteigdingern ist es nun aber wirklich lecker, wenn sich die Bolognese-Soße auf ein Sauerkrautbettchen kuscheln darf. Ich bin Rheinländer. Wir dürfen das.

Der Herzmann futtert die Bollo übrigens kalt auf Brot. Alles ist möglich.


Mehr Mohr“ gibt’s übrigens in meinem Newsletter – dem MOHRBRIEF!
Kost‘ nix und kann jederzeit mit einem Mausklick abbestellt werden.