Archiv für den Monat: August 2017

[mohrkochen] Zitronen-Brombeermuffins

Wenn man täglich mit dem Hundetier durchs Umland stromert, entdeckt man mitunter spannende Orte und Pfade, von deren Existenz man in der Prä-Hund-Ära nicht den Hauch einer Ahnung hatte. Das ein paar Schritte feldein neben meinem üblichen Spazierweg ganze Heerscharen üppig behangener Brombeersträucher auf ihre Entdecker warten, habe ich nur durch ein kurzes „Och, gehen wir doch heute mal daher“ erfahren.

Seitdem pflücke ich jeden Morgen fleißig Beerenobst fürs Frühstück, während Heidi Herrlich die örtliche Kaninchenpopulation kartographiert. Ein leckeres und spannendes Win/Win also.

Das Rezept für diese leckeren Brombeermuffins ist im Grunde das gleiche wie für die Sauer-macht-lustig-Backwerke, allerdings habe ich diesmal das Sojamehl weggelassen (unnötiges Gedöns) und Dinkelmehl genommen. Und den Teig im Terrormix fabriziert. Der Rest bleibt beim alten.

Zutaten
270 g Dinkelmehl Typ 630
100 g Rohrohrzucker
10 g Weinsteinbackpulver

250 ml Pflanzenmilch nach Wahl (in diesem Fall habe ich Hafermilch verbacken)
75ml Alba-Öl (oder anderes geschmacksneutrales Öl)
1 Fläschchen Zitronenaroma
eine gute, große Handvoll Brombeeren (ca. 100 g)

– ergibt 12 Muffins –

So geht’s im Terrormix
Die trockenen Zutaten in den Mixtopf geben und kurz auf Stufe 4 durchrühren. Dann Öl und Milch zugeben, 10 Sekunden auf Stufe 4 vermixen, Deckel öffnen und mit dem Spatel ggf. Mehl von den Wänden zum Messer schieben und nochmal 10 Sekunden auf Stufe 4 mixen.

So geht’s im Handbetrieb
Die trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und gründlichen mischen. Die Pflanzenmilch mit dem Öl und dem Zitronenaroma verrühren, zu der Mehl-Zuckermischung geben und mit dem Handmixer gut verrühren.

Und so geht’s weiter
Den Backofen auf 180°C vorheizen (kann man natürlich auch direkt zu Beginn machen, aber ich brauche immer so lange fürs Teig-Einfüllen und Beeren-Drapieren, dass der Ofen immer schon heiß ist, bevor die Muffins backfertig sind.)

Den Teig auf 12 Muffinformen verteilen und die Beeren drauf- und reinsetzen. Selbstverständlich kann man sich diesen Arbeitschritt sparen und die Beeren gleich mit dem Teig verrühren, aber hier bin ich ein bisschen „monkig“…jeder Muffin soll am Ende die gleiche Anzahl Brombeeren enthalten. Wäre ja noch schöner, so ein Chaos.

Wenn alles zur Zufriedenheit arrangiert wurde, dürfen die Backwerke in spe in den Ofen wandern und dort ca. 25 Minuten bleiben (Stäbchenprobe, ahoi!)

Wenn sie dort wieder rauskommen, sofort aus der Backformen nehmen (die Papierförmchen bleiben natürlich dran) und auf einem Rost auskühlen lassen.

Wer mag, kann später noch Puderzucker mit ein wenig Fruchtsaft zu einem rosaroten Zuckerguß verrühren und die Muffins damit einpinseln. Mir schmecken diese fluffigen kleinen Törtchen aber auch mit schnödem Puderzucker allerbestens.

Die Muffins schmecken übrigens auch mit Himbeeren ganz köstlich. Allerdings müssen Heidi und ich wohl noch eine Weile durchs Umfeld stromern, Himbeerhecken habe ich nämlich bisher noch keine gefunden. Dafür aber Apfelbäume. Mohr to come. Da könnt ihr sicher sein.


Du willst mehr „Mohr“? Das gibt’s in meinem kostenlosen Newsletter – HIER registrieren!
Du willst NOCH mehr Mohr? Kein Problem, Frau Mohr ist käuflich. Rent-A-Mohr. Mehr Infos? HIER

[mohrlaufen] Und täglich grüßt das „Nochmalvonvorne“-Tier

Photo by Smart on Unsplash


Courage does not always roar.
Sometimes courage is the quiet voice at the end of the day saying „I will try again tomorrow“

                                                                                (Mary Anne Radmacher)

Mein glorreicher Plan, wieder regelmäßig die Laufschuhe zu schnüren und damit mein zermürbendes Kopfkarussell in Schach zu halten und die Laune zu heben, war/ist im Grunde ein verdammt guter.
Blöde nur, dass ich ihn nicht eingehalten habe.

Obwohl sich durch das Sporteln an der frischen Luft tatsächlich sowas wie ein Hauch von Zuversicht in meine Hirnstube eingeschlichen hat, machten mir nach nur 4 Laufeinheiten dramatische, unüberwindbare Katastrophen wie „kein Kaffee mehr im Haus!“, blödes Wetter, doofe Haare oder ein volles Katzenklo die Fortführung meiner Lauftherapie ab!-so!-lut! unmöglich. „Ich kann heute beim besten Willen nicht laufen, ich muss schließlich noch Katzen füttern, Olivenöl kaufen und den Briefkasten leeren. Und zwei E-Mails schreiben. Von der Buntwäsche mal ganz zu schweigen. Und dann muss ich ja auch noch heulen, Trübsal blasen und im Elend versinken. Wann soll ich denn bei so einem vollen Programm bitteschön noch für eine GANZE halbe Stunde an die frische Luft gehen können? 30 ganze lange Minuten lang?
Ausgeschlossen.“

Und so plätscherten die lauflosen Wochen nur so dahin, und antiproportional zu jedem einzelnen Nichtläufchen (und dem zusätzlichen Schleifenlassen meiner anderen Maßnahmen – also wenn schon antriebslos, dann richtig!) schraubte sich auch die Stimmung täglich immer noch ein winziges Schrittchen tiefer in den Keller.

Eine der zahlreichen, mehr oder weniger bahnbrechenden Erkenntnisse im zähen Ringelpiez mit der Psychokirmes lautet also: „Wenn man etwas tut, wird’s nicht immer schlagartig besser. Aber – wenn man GAR NIX tut, wird es auf jeden Fall SCHLIMMER.“

Und da sich so langsam nun doch die Furcht davor breitmacht, so tief in den Launesumpf abzurutschen, dass am Ende überhaupt kein Emporkommen mehr möglich ist (oder nur unter Zuhilfenahme der mir schon mehrfach aufgedrängten und immer wieder abgelehnten Psychopharmaka – „Nein, meine Pharmasuppe ess‘ ich nicht!“), wird ab sofort wieder gelaufen.

Vielleicht kann die Zeit ja tatsächlich Wunden heilen (behauptet man ja zumindest), aber ziemlich sicher heilt die Zeit keine kaputten Hirnstuben. Zumindest meine nicht. Da muss man der Zeit wohl doch das ein oder andere Hilfsmittel an die Hand geben. Und dranbleiben, auch wenn es nicht sofort Wirkung zeigt. Horrido! Ist ja nicht so, dass ich im „Anfangen“ keine Routine hätte.
Hoch das Bein.

Eine nette Blogleserin schrieb mir in einer zauberhaften Mail „Ja. Es kostet Kraft, aber es scheint auch den Depris die Kraft zu nehmen.“ Bitte sehr. Ich bin dabei. Und so stehen nun am Nachmittag trotz „Wetter“ und „Buntwäsche“ und „doofer Haare“ nun endlich wieder 30 verschwitzte, verschnaufte Minuten auf der Uhr, ich fühle mich zumindest nicht schlechter als vorher und am Ende des Tages resümiere ich:
„Hab‘ heute nur zweimal geheult, bin nur einmal ganz kurz verzweifelt und wollte mich den ganzen Tag über kein einziges Mal umbringen.“
Läuft.


Du willst mehr „Mohr“? Das gibt’s in meinem kostenlosen Newsletter – HIER registrieren!
Du willst NOCH mehr Mohr? Kein Problem, Frau Mohr ist käuflich. Rent-A-Mohr. Mehr Infos? HIER

Möhrchensuppe gegen hündischen Magenmist – Nicht verzagen, Herrn Moro fragen!

3 Tage war die Heidi krank, nun kotzt sie nimmer, Gottseidank!


Wenn ein Tag damit beginnt, dass sich das Hundetier ächzend aus dem Bettchen erhebt, in den Flur stakst und dort unter einem krächzenden „Puärks“ die Dielenritzen des Holzbodens mit seinem Mageninhalt verfüllt, dann ist die morgendliche Mohrlaune eher verhalten. Wenn das Hundetier dieses Verhalten für die Dauer des kommendes Tages fortsetzt, auch der hintere Output eher Kompottkonsistenz hat und das Tier zusätzlich auch seinen Napf nur mit gerümpfter Nase anguckt statt ihn wie üblich leerzuschlabbern, setzt das recht schnell den Sorgenmutti-Modus in meiner Hirnstube in Gang.
Zu Hülf, das Kind ist krank!

Zusätzlich zu einem um!-ge!-henden Transport in die örtliche Tierklinik zur Magentransplantation und Kunstdarm-Einpflanzung fällt mir wieder ein, dass ich – seinerzeit noch hundelos – bei meiner geschätzten Bloggerkollega Heidi Schmitt mal was von einer wundersamen Möhrensuppe gelesen habe, die fiesen caninen Darmbakterien schonend, aber schnell den Garaus machen soll (wer das auch mal lesen möchte – hier, bitte: „Die Wunderwelt des Möhrchens“)

Da ich das Futter für Heidi selbst koche („Kein Wunder, dass der Hund kotzen muss!“ – „Ruhe in den hinteren Reihen!“), habe ich ohnehin immer einen Beutel Biomöhrchen im Kühlschrank. Und so werden die orangen Stängelchen heute dann halt mal stuuuundenlang gekocht statt wie sonst einfach nur gedämpft und püriert. Denn gerade die lange Kochzeit ist wohl das Geheimnis. Dadurch werden in den Möhrchen sog. „Oligogalakturonsäuren“ freigesetzt, und diese ominösen Dinger verhindern, dass die hundedarmquälenden Bakterien an dessen Darmwand kleben bleiben. Und wer sich nicht an der Darmwand festkrallen kann, der wird beim nächsten Abwasch ins Freie gespült und kann keinen Schaden mehr anrichten. Klingt komisch, ist aber so. Kurz: Alles raus, was keine Miete zahlt.

Mit Mr. Terrormix kann man das Süppchen auch ganz unkompliziert köcheln, weil nix überläuft, anbrennt oder sonstwie Nervkram verursacht. Selbstredend geht’s aber auch im normalen Kochpott.

Zutaten
500 g Bio-Möhren (geschält gewogen)
1100 g Wasser
1/2 Teelöffel Salz

Und los geht’s – Möhrchensuppe ahoi!

Zubereitung
Die Möhren in Stücke schneiden und in den Mixtopf schnipsen, dann mit Wasser aufgießen und auf 80 Minuten/100 Grad/Stufe 2 stellen. Den Messbecher nehme ich ab und stelle das Garkörbchen als Spritzschutz auf den Deckel. Ich bilde mir ein, dass das Wasser so besser verkocht. Kann man machen, muss man aber nicht.

In den meisten Rezepten wird weniger Wasser verwendet, die Möhren am Ende püriert und wieder mit Wasser auf insgesamt 1 Liter aufgegossen. So richtig hat sich mir der Sinn dieses Prozederes aber nicht erschlossen. Wenn ich die Möhren so wie o. a. koche, ergibt das am Ende eine kompottähnliche Pampe, die noch Salz gewürzt wird. Wer mag, kann die Magenmöhrchen ggf. noch kurz auf Stufe 6 oder 7 weiter vermusen oder gleich so verfüttern.

Selbstverständlich funktioniert das Ganze auch im Kochtopf, dann eben die Möhrchen mit dem Wasser 80 Minuten kochen und hinterher mit dem Pürierstab bearbeiten.

Pur serviert rümpfte mein pelziger Suppenkasper allerdings die Nase angesichts dieser drögen Mahlzeit, also habe ich die Möhrchen mit ein wenig Kartoffelstampf, gekochtem Hühnchen und einem TL Hüttenkäse kredenzt – und siehe da, nach 2 Tagen war die Magen- und Darmpest Geschichte.

Seitdem habe ich immer eine Ladung Möhrchensuppe in Eiswürfelformen eingefroren und Heidi bekommt bei jeder Mahlzeit einen dieser Oligogalakturonsäurenquader ins Futter. Sollte sich nochmal ein Bakterium ins Hundegedärm schleichen, bekommt es dadurch hoffentlich gleich den Ausgang gezeigt. Und wenn es nicht hilft, dann schadet es zumindest nicht.
Sind ja schließlich nur Möhrchen.

Ach ja – was nicht unerwähnt bleiben sollte…selbstredend wirken die Magenmöhrchen auch bei kranken Zweibeinern allerbestens und sollten zumindest mal versucht werden, bevor man mit der Pharmakeule zuschlägt.

Und wenn die Katzenviecher nicht so wären, wie sie nun mal sind („Igitt! Den Scheiß kannste selber fressen!“ Man kennt das), könnte die Möhrchensuppe auch bei maladen Katzen zum Einsatz kommen.
Theoretisch.


Du willst mehr „Mohr“? Das gibt’s in meinem kostenlosen Newsletter – HIER registrieren!
Du willst NOCH mehr Mohr? Kein Problem, Frau Mohr ist käuflich. Rent-A-Mohr. Mehr Infos? HIER