Archiv für den Monat: Oktober 2017

[mohrwandern] Traumpfädchen „Sayner Aussichten“ – Einstieg mit Anstieg!

Es gab eine Zeit, zu der hätte ich die frisch markierten „Traumpfädchen“ maximal milde belächelt oder einen arroganten Spruch Marke „Für solche lächerlichen Kurzstrecken zieh‘ ich mir noch nicht mal die Schuhe an“ abgedrückt. Aber die Dinge (und Kondition) ändern sich nun mal. Und so schien mir dieser überraschend sonnige freie Freitag genau richtig, um spontan den „neuen“ Rundkurs „Sayner Aussichten“ mit knapp 6,1 km unter Fuß und Pfote zu nehmen. Das rekonvaleszente Hundetier ist inzwischen beinahe vollständig genesen und dürstet nach neuen Abenteuern, und auch meinem schlappen Korpus kann eine kleine Wanderung nicht schaden.

Der Startparkplatz ist fix gefunden, und so stapfen Mohr-Mensch und Heidi-Tier bald frohgemut durch den idyllischen Schloßpark, der sich genüsslich in der Morgensonne räkelt. Angesichts der plüschig-babyblauen Pfädchen-Markierung kann ich  mir zwar ein spöttisches Grinsen nicht verkneifen („Willst du mal ein richtiger Wanderweg werden, wenn du groß bist?“), aber zum Einen leiten uns die pastelligen Symbole verlaufsicher durch die Botanik und zum Anderen zeigt sich alsbald durch bescheunigten Atem meinerseits gleich beim allerersten winzigen Baby-Anstieg, dass ich mir Wandersfrauen-Hochmut derzeit wohl wirklich nicht leisten kann. Heidi hingegen tänzelt mit steil aufgerichtetem Struppschwanz vorweg, schnüffelt hier und da und schaut sich nicht selten ungeduldig nach dem hinterherschlurfenden Frauchendings um.
„Wo bleibste?“
„Ich komm‘ ja schon!“
Hochmut, my ass. Nämlich.

Das bübchenblaue Pfädchen passiert gleich zu Anfang den Sayner Kletterpark, der zu dieser Uhrzeit noch nicht geöffnet ist und dem Weg durch seine bunten Konstruktionen in den Baumwipfeln eine lustige Märchenwald-Aura verleiht. Ich muss sagen – „datt hätt jätt!“
Weiter geht’s über beschauliche, herbstlaubübersäte Forstautobahnen, die zwar Lunge und Oberschenkeln keine allzugroßen Strapazen abfordern, aber ganz schön angenehm zu marschieren sind und auch der Netzhaut schmeicheln. Ein feiner Weg ist das.

Später wird Schusters Rappen dann doch noch Grip und Trittsicherheit abverlangt, und während ich mich vom Hundetier leicht schlitternd über nasse Steine und feuchtes Laub den hübschen Serpentinen-Trail Richung Brexbachtal zerren lasse, bin ich doch heilfroh, dass ich der Arroganz zum Trotz „für diese pupsige Mini-Strecke“ dennoch die Wanderschuhe angezogen habe, denn ein bisschen Stabilität und gutes Profil kann hier kein Fehler sein.
Im Tal angekommen nutzt Heidi eine kurze Verschnaufpause und meinen „Aaaaah-schöööön!“-Blick ins Umland für eine ausgiebige Wälzung in Gänsekacke und grinst mich danach stolz und fröhlich mit strähnigem Stinkepelz an. Top. Hier ist wirklich für alle Sinne gesorgt. Soll mal einer sagen, auf so pupsigen Ministrecken bekommt man nix geboten.

Nach knapp 1,5 km und noch ein wenig „Nuff und Nunner“ erreichen wir ziemlich glücklich und zufrieden (und – im Falle des Hundetiers – zum Steinerweichen stinkend) den Startparkplatz und ich leiste in Gedanken Abbitte für jeden spöttischen Gedanken zu den babyblauen Traumpfädchen. Für hier und heute war dieser Rundkurs genau richtig, allerbestens markiert, abwechslungsreich und – zumindest an diesem Freitagmorgen – ganz wunderbar einsam.
Und heute verspüre ich ich tatsächlich ein minimales Muskelmiezen-Ziepen im Oberschenkelbereich, während Heidi bereits gestern abend schon wieder abenteuerwillig um mich herumgetänzelt ist und „Mehr, MEHR!“ eingefordert hat.
Tja. Die Dinge ändern sich halt.


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[mohrkochen] Nu-Nou-Creme (Nussnougatcreme ohne Palmöl)

Dieses Rezept ist der mehr oder weniger elegante Versuch, davon abzulenken, dass es wohl doch in diesem Jahr keinen neuen Adventsmohr gibt, auch wenn die schöne Beckerin und ich da eigentlich anders geplant hatten. Aber sowohl der Becker- wie auch der Mohrkalender sind knackevoll mit irgendwelchem Gedöns und keine von uns kommt wirklich zum Backen und Tüfteln. Aber hey – wenn man sich den Bauch mit dieser leckeren Nuss-Nougat-Creme aus dem letztjährigen Adventskalender vollschlägt, kommt man doch gar nicht zum Trauern. Und nächstes Jahr geht’s ja vielleicht doch weiter mit der Be/äckerei.


NU-NOU-CREME

Mittlerweile bekommt man ja schon fast überall leckere Nussnougatcremes ohne tierische Bestandteile zu kaufen, sogar im örtlichen Supermarkt. Leider enhalten diese aber (zumindest meines Kenntnisstandes nach) alle Palmöl und das Zeugs ist so umstritten und ökologisch verwerflich, dass ich immer auf der Suche nach Alternativen bin. Dies ist also eine.

Die Creme wird recht weich, wenn sie warm wird – sollte also nicht unbedingt direkt auf der Heizung (haha!), sondern eher in Kühlschranknähe aufbewahrt werden.

Zutaten:
120 ml Hafersahne (oder andere Pflanzensahne, wer mag)
50 g Kokosöl
40 ml Öl nach Gusto (ich habe Rapsöl mit Buttergeschmack und Walnussöl getestet, ist beides lecker)
1 Pck Vanillezucker
250 gr. Nuss-Nougat
50 gr. Zartbitterschokolade (70% Kakaoanteil)

So geht’s im Thermomix:
Schokolade 5 Sekunden auf Stufe 7 verhäckseln, dann die anderen Zutaten zugeben und ca. 6 Minuten bei 40 Grad auf Stufe 1,5 zu einer geschmeidigen Creme verrühren. In Gläser abfüllen und feddisch.

So geht’s im Handbetrieb:
Kokosöl, Schokolade und Nuss-Nougat schmelzen (entweder im Wasserbad oder jeweils in einem Schälchen auf/neben dem Boller-Ofen…kann man sicher auch auf die Heizung stellen), bis alles weich und flüssig ist. Hafersahne, Zucker und Öl zusammen ein in Mixgefäss geben und kurz pürieren, Kokosöl und Schokolade zugeben und gründlich durchpürieren…zum Schluss das Nougat zugeben und so lange pürieren, bis alles gut vermischt ist, danach in Gläser abfüllen.

Kleiner Tipp zum Kokosöl:
Wer die Kokosnote in der Creme nicht so mag, kann auch sog. „desodoriertes“ Kokosöl nehmen. Hier wird der intensive Kokosgeschmack durch ein Verfahren mit Wasserdampf entzogen und somit ist das Öl am Ende nahezu geschmacksneutral. Desodoriertes Kokosöl gibt es z.B. von der Fa. Rapunzel im Bioladen oder Reformhaus, oder von Firmen wie Mattison, mituso oder 100ProBio in den Weiten des Internets zu ershoppen. Vermutlich könnte man die NuNou-Creme auch mit dem ollen Palmin-Kokosfett aus dem Supermarkt fabrizieren (das irritierenderweise trotz des Namens KEIN Palmöl enthält, zumindest in der klassischen Variante), aber irgendwie ist mir dieses raffinierte Kokosfett nicht symphatisch, deswegen habe ich die Creme damit noch nicht ausprobiert.


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[mohrkochen] Spaghetti Ah!-lio Oh!-lio – „Vegan ohne Gedöns“

„Nee, also vegan – das wär‘ nix für mich. Das ist mir viel zu teuer und so aufwändig, da braucht man dieses ganze Sojazeug und so.“

Da sich ja inzwischen die Supermarktregale (und auch die Zutatenliste vieler Rezepte in veganen Kochbüchern) vor überteuerten Superfoods, Fleischalternativen und veganen Fertiggerichten nur so biegen, kann man schon verstehen, dass sich diese Meinung immer noch hartnäckig hält. Aber die gute Nachricht: Man braucht im Grunde nichts oder nur wenig von alldem, um lecker pflanzlich futtern zu können. Gemüse, Nüsse, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Obst…alles 100% vegan und total preiswert – hopp, hopp, rinn‘ in de Kopp!

Am allerliebsten sind mir ja die Gerichte, die sozusagen „von Haus aus“ schon ohne Fleisch und Milch auskommen, wo man nix durch irgendwas ersetzen muss und wo es nix weiter braucht als ein paar wenige gute Zutaten und Kräuter. Der absolute Klassiker unter diesen „Easy-Peasy-Vegan“-Gerichten sind Spaghetti alio olio, sofern man klassische italienische Nudeln ohne Ei verwendet. Und sie sind unfuckingfassbar schnell gemacht und superlecker. Und jetzt alle: „Aaah! Ohhh!“

Meine persönlichen Lieblings-Spaghetti für dieses Gericht sind „Academia Barilla“, die sind einfach bombe und werden immer perfekt (und nein, ich werde nicht dafür bezahlt, das zu schreiben.)

Ich habe zwar irgendwie im Hinterkopf, dass es um die Firma Barilla irgendeinen Skandal gab und diese Nudeln demnach wohl nicht so ganz als politisch korrekt gelten, aber da findet man bei Bedarf sicher ’ne Alternative.

Ich nehme immer frischen Knoblauch aus dem Hofladen, da müffelt man am nächsten Tag deutlich weniger aus allen Knofel-Poren, und er schmeckt auch besser.

Zutaten für 2 Personen (also…für zwei ziemlich verfressenen Personen. Otto Normalesser kann daraus sicher 3-4 Portionen zimmern):

250 g Spaghetti
100 ml Olivenöl
5 Knoblauchzehen
4 dünne Scheiben Bio-Zitrone
¾ – 1 TL Meersalz
½ – ¾ TL Chiliflocken
2 TL TK-Petersilie, gehackt (frisch geht natürlich auch!)

Zubereitung
Die Spaghetti nach Packungsanweisung bissfest kochen.
Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden, die Zitronenscheiben vierteln. Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen und Knoblauch und Zitrone andünsten (Knoblauch darf gerne schon leicht anbräunen).  Chiliflocken, Petersilie und Salz zugeben, abgeschüttete Pasta kurz in der Pfanne im Knoblauchölbad schwenken, in eine große Schüssel geben, servieren und ratzekahl aufessen.

In den Resten des Knoblauchöls in der Pfanne könnte man noch ein wenig altbackenes Brot rösten und hat somit gleich ein paar würzige Croutons für die Salatschüssel.

Und jetzt alle: „Vegan ist TO!-TAL einfach und TO!-TAL preiswert!“
Geht doch!


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