[mohrwandern] Traumpfädchen „Sayner Aussichten“ – Einstieg mit Anstieg!

Es gab eine Zeit, zu der hätte ich die frisch markierten „Traumpfädchen“ maximal milde belächelt oder einen arroganten Spruch Marke „Für solche lächerlichen Kurzstrecken zieh‘ ich mir noch nicht mal die Schuhe an“ abgedrückt. Aber die Dinge (und Kondition) ändern sich nun mal. Und so schien mir dieser überraschend sonnige freie Freitag genau richtig, um spontan den „neuen“ Rundkurs „Sayner Aussichten“ mit knapp 6,1 km unter Fuß und Pfote zu nehmen. Das rekonvaleszente Hundetier ist inzwischen beinahe vollständig genesen und dürstet nach neuen Abenteuern, und auch meinem schlappen Korpus kann eine kleine Wanderung nicht schaden.

Der Startparkplatz ist fix gefunden, und so stapfen Mohr-Mensch und Heidi-Tier bald frohgemut durch den idyllischen Schloßpark, der sich genüsslich in der Morgensonne räkelt. Angesichts der plüschig-babyblauen Pfädchen-Markierung kann ich  mir zwar ein spöttisches Grinsen nicht verkneifen („Willst du mal ein richtiger Wanderweg werden, wenn du groß bist?“), aber zum Einen leiten uns die pastelligen Symbole verlaufsicher durch die Botanik und zum Anderen zeigt sich alsbald durch bescheunigten Atem meinerseits gleich beim allerersten winzigen Baby-Anstieg, dass ich mir Wandersfrauen-Hochmut derzeit wohl wirklich nicht leisten kann. Heidi hingegen tänzelt mit steil aufgerichtetem Struppschwanz vorweg, schnüffelt hier und da und schaut sich nicht selten ungeduldig nach dem hinterherschlurfenden Frauchendings um.
„Wo bleibste?“
„Ich komm‘ ja schon!“
Hochmut, my ass. Nämlich.

Das bübchenblaue Pfädchen passiert gleich zu Anfang den Sayner Kletterpark, der zu dieser Uhrzeit noch nicht geöffnet ist und dem Weg durch seine bunten Konstruktionen in den Baumwipfeln eine lustige Märchenwald-Aura verleiht. Ich muss sagen – „datt hätt jätt!“
Weiter geht’s über beschauliche, herbstlaubübersäte Forstautobahnen, die zwar Lunge und Oberschenkeln keine allzugroßen Strapazen abfordern, aber ganz schön angenehm zu marschieren sind und auch der Netzhaut schmeicheln. Ein feiner Weg ist das.

Später wird Schusters Rappen dann doch noch Grip und Trittsicherheit abverlangt, und während ich mich vom Hundetier leicht schlitternd über nasse Steine und feuchtes Laub den hübschen Serpentinen-Trail Richung Brexbachtal zerren lasse, bin ich doch heilfroh, dass ich der Arroganz zum Trotz „für diese pupsige Mini-Strecke“ dennoch die Wanderschuhe angezogen habe, denn ein bisschen Stabilität und gutes Profil kann hier kein Fehler sein.
Im Tal angekommen nutzt Heidi eine kurze Verschnaufpause und meinen „Aaaaah-schöööön!“-Blick ins Umland für eine ausgiebige Wälzung in Gänsekacke und grinst mich danach stolz und fröhlich mit strähnigem Stinkepelz an. Top. Hier ist wirklich für alle Sinne gesorgt. Soll mal einer sagen, auf so pupsigen Ministrecken bekommt man nix geboten.

Nach knapp 1,5 km und noch ein wenig „Nuff und Nunner“ erreichen wir ziemlich glücklich und zufrieden (und – im Falle des Hundetiers – zum Steinerweichen stinkend) den Startparkplatz und ich leiste in Gedanken Abbitte für jeden spöttischen Gedanken zu den babyblauen Traumpfädchen. Für hier und heute war dieser Rundkurs genau richtig, allerbestens markiert, abwechslungsreich und – zumindest an diesem Freitagmorgen – ganz wunderbar einsam.
Und heute verspüre ich ich tatsächlich ein minimales Muskelmiezen-Ziepen im Oberschenkelbereich, während Heidi bereits gestern abend schon wieder abenteuerwillig um mich herumgetänzelt ist und „Mehr, MEHR!“ eingefordert hat.
Tja. Die Dinge ändern sich halt.


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