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[mohrviecher] Kräuter-Köterkekse

Ich weiß,  ich weiß – „Köter“ ist ein unfeines Wort und man sollte seinen pelzigen Freund eigentlich nicht derartig betiteln – aber ich ich konnte der Aliterationsverlockung einfach nicht widerstehen. Man darf die kleinen Backwerke aber auch „Kräuter-Hundekekse“ nennen, wenn einem damit wohler ist. Dem Hundemagen ist’s wurscht.

Theoretisch könnte man sich diese kleinen Häppchen auch mit seinem Köter Hund teilen, denn alles was für den Hund drin ist, ist auch für Menschenmägen tauglich. Allerdings finde ich persönlich die Dinger so ganz ohne Zucker doch ein wenig fade und insgesamt auch recht trocken und stopfe mir nur im allerhöchsten Hungernotfall bei Wanderungen ein solches Teilchen zwischen die Kiemen.

Meine Heidi fand die Kekse beim ersten Beschnuppern auch ein wenig befremdlich und hat erstmal mit langen Zähnen skeptisch daran herumgekaut, mittlerweile liebt sie ihre Köterkekse aber sehr und bekommt jeden Abend einen als Betthupferl. Und auch mal zwischendurch, einfach dafür, dass sie so entzückend ist. Und dann noch einen dafür, dass sie endlich wieder fast gesund ist.

Kurkuma wirkt entzündungshemmend und ist gut für den Magen – bei Mensch wie auch beim Hund. Ich habe bei dieser Edition einen Eßlöffel „Enerchi Immun“ von Naftie untergemischt, aber man kann auch ganz „normale“ Küchenkräuter wie Thymian, Oregano verbacken.

Zutaten:
80 g Möhre
½ Banane, vollreif
100 g Dinkelvollkornmehl
50 g Haferflocken, fein (Dinkelflocken oder eine Mischung tun’s natürlich genauso gut)
30 g Kokosöl
1 TL Kurkuma
1 EL Kräuter nach Wahl

Den Backofen auf 180°C vorheizen.

So geht’s im Terrormix:
Die Möhre in den Mixtopf werfen und 5 Sekunden auf Stufe 6 zerschreddern. Die übrigen Zutaten zugeben und 10 Sekunden auf Stufe 5 zu einem Teig vermixen.

So geht’s im Handbetrieb:
Den Kürbis ganz fein reiben, die Banane mit einer Gabel zerdrücken und mit den übrigen Zutaten vermischen. Man könnte wohl auch mit ’nem Pürierstab arbeiten, denke ich.

Und so geht’s weiter:
Kleine Bällchen formen (geht am besten mit nassen Händen), aufs Backblech setzen, mit einer Gabel flachdrücken und ca. 25 Minuten backen. Danach am besten im ausgeschalteten Backofen trocknen und abkühlen lassen.

Am besten lagert man die Kekse trocken und ein wenig „luftig“, damit sich kein Schimmel bildet. Theoretisch sollen sie wohl 3 Wochen haltbar sein – aber meistens hat Heidi Herrlich schon vorher alles ratzeputz aufgeknuspert.

Ich habe statt der Möhre auch schon mal Hokkaido-Kürbis und Zucchini verbacken. Beides fand ebenfalls reißenden Absatz in den Reißzähnen.


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[mohrgedanken] Von Plänen, Chaos, Fieber und Hoffnung

Wie töricht ist es, Pläne für das ganze Leben zu machen,
da wir doch nicht einmal Herren des morgigen Tages sind.

                                                                                       (Lucius Annaeus Seneca)


Wie der (hoffentlich trotz allem noch immer) treue Leser des Mohrblogs weiß, habe ich gerade nicht unbedingt die allerbeste Zeit meines Lebens. Vorsichtig ausgedrückt. Seit April hat mich meine Psychokirmes inklusive aller dazugehörigen Sorgen und Nöte fest im Klammergriff und mit jedem Schrittchen nach vorne geht’s leider auch oft wieder 2 Schritte zurück. Nützt nix. Ist so. Muss man nehmen, wie es ist.

Inzwischen habe ich meinen (bombensicheren, gutbezahlten) Vollzeitjob gekündigt, um im September einen Teilzeitjob „hier ums Eck“ anzutreten, der zwar auch gut bezahlt ist, aber eben natürlich in Summe aufgrund der Hälfte der Arbeitsstunden eben auch nur die Hälfte der so dringend benötigten Kohle einbringt. Den freien August wollte ich nutzen, um mit Vollgas an Körper und Geist zu gesunden und einige freiberufliche Projekte anzuleiern und anzutreiben, die die Kluft zwischen Lohn und „Kohle, die nötig ist“ zu schließen. Spitzenplan. Hätte auch großartig klappen können….wenn nicht…ja, wenn nicht am 04.08. mein Hundetierchen Heidi Herrlich plötzlich ein wenig schlapp daherkam, nicht richtig fressen wollte und 2 Tage später so müd, matt und wackelig war, dass ich mit ihr in die nahegelegene Tierklinik brauste.

Dort stellte man Fieber und leichte Dehydration fest, legte sie erstmal an den Tropf und verabreichte ihr Fiebersenker. Bis dato noch kein Grund für große Aufregung, man vermutete einen leichten Infekt und nachdem Heidi nach der Infusion wieder fröhlich dahertrippelte, machte ich mir auch keine allzu großen Sorgen. Am nächsten Tag fieberte das Hundetier allerdings erneut schwer und blickte mit trübem Blick in den Futternapf, statt ihn wie gewohnt enthusiatisch auszuschlabbern. Also – Tierklinik. Fiebersenker. Großes Blutbild. Organprofil. Leichte Ratlosigkeit. Von diesem Tag an verging keiner ohne schwere Fieberschübe, ohne Besuche in der Klinik, ohne dass mein Hundetier nicht mit jedem Tag ein wenig schlapper wurde. Das einzige, was fehlte, war eine brauchbare Diagnose – großes Tappen im Dunklen war angesagt und brauchte mich vor Angst und Sorge um Schlaf und Verstand. Zusätzlich dazu rasselten mir die Talerchen und die freien Tage wie Sand durch die Finger, und nach und nach bröckelte alles über mir zusammen. Erholung an Körper und Geist? Freiberufliche Projektplanung? Am Arsch. Mit vor Angst schmerzendem Herzen kreiste ich um mein Hundetier und versuchte verzweifelt, irgendwie Hilfe zu finden. Inzwischen hatte Heidi den größten Krisenstab, den je ein Hund gehabt haben mag, sämtliche Freunde, Bekannte und auch Ärzte und Experten wirbelten unäblässig im Hintergrund, um eine Lösung zu finden. Auch wenn ich nachts oft vor Verzweiflung und Hilflosigkeit zitternd neben meinem fiebernden Hundetier saß und mich unfassbar alleine gefühlt habe mit der schweren Aufgabe, ihr irgendwie das Leben zu retten, waren immer Freunde im Hintergrund und haben uns getragen.

Schlußendlich konnten die Experten in der Tierklinik Hofheim nun endlich, endlich eine Endokarditis entdecken – ob diese Entzündung am Herzen schon von Anfang an der Grund für die schlimmen Fieberschübe war oder ob sich eine wie-auch-immer-geartetete Infektion im Laufe der letzten Wochen am Ende aufs Herz gelegt hat, kann man vermutlich nicht sagen, aber endlich, endlich scheint eine Behandlung gefunden zu sein, die auch endlich, endlich anschlägt und Erfolge zeigt. Seit letzten Montag ist Heidi nun stationär in Hofheim aufgenommen und wird dort behandelt, seitdem ist sie fieberfrei und die täglichen kurzen telefonischen „Lageberichte“ der behandelnden Ärztin lassen ganz viel Platz für Hoffnung. „Sie macht sich weiter sehr gut, frisst und trinkt inzwischen sehr gut und ist insgesamt munter, aber auch unglaublich brav.“

Und jetzt habe ich auch wieder Zeit, die Trümmer meiner Pläne, meiner Gesundheit und meines Girokontos zusammenzufegen und zu schauen, was zu retten ist. Die letzten Wochen haben mal wieder deutlich gezeigt, dass oft alles anders kommt als gedacht, und dass man die Dinge nehmen muss, wie sie sind. Nützt ja nix. Ist so.

Aber natürlich habe ich auch was gelernt:
– Es geht immer irgendwie weiter.
– Man kann fast alles schaffen, wenn man gute Freunde an der Seite hat. Und es zeigt sich in solchen Situationen oft überraschend, wer einem zur Seite steht (und sei es „nur“ durch Daumendrücken oder ein kurzes Hilfsangebot) – und wer sich einfach tot stellt.
– Mein kleines Hundetier ist unfassbar stark und tapfer ist und hängt mit jeder Faser seines Herzens am Leben.
– Das Leben ist manchmal ein verrücktes kleines Arschloch.

Also – weiter geht’s! Und bald wird auch wieder gelacht. Versprochen.


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[mohrkochen] Zitronen-Brombeermuffins

Wenn man täglich mit dem Hundetier durchs Umland stromert, entdeckt man mitunter spannende Orte und Pfade, von deren Existenz man in der Prä-Hund-Ära nicht den Hauch einer Ahnung hatte. Das ein paar Schritte feldein neben meinem üblichen Spazierweg ganze Heerscharen üppig behangener Brombeersträucher auf ihre Entdecker warten, habe ich nur durch ein kurzes „Och, gehen wir doch heute mal daher“ erfahren.

Seitdem pflücke ich jeden Morgen fleißig Beerenobst fürs Frühstück, während Heidi Herrlich die örtliche Kaninchenpopulation kartographiert. Ein leckeres und spannendes Win/Win also.

Das Rezept für diese leckeren Brombeermuffins ist im Grunde das gleiche wie für die Sauer-macht-lustig-Backwerke, allerdings habe ich diesmal das Sojamehl weggelassen (unnötiges Gedöns) und Dinkelmehl genommen. Und den Teig im Terrormix fabriziert. Der Rest bleibt beim alten.

Zutaten
270 g Dinkelmehl Typ 630
100 g Rohrohrzucker
10 g Weinsteinbackpulver

250 ml Pflanzenmilch nach Wahl (in diesem Fall habe ich Hafermilch verbacken)
75ml Alba-Öl (oder anderes geschmacksneutrales Öl)
1 Fläschchen Zitronenaroma
eine gute, große Handvoll Brombeeren (ca. 100 g)

– ergibt 12 Muffins –

So geht’s im Terrormix
Die trockenen Zutaten in den Mixtopf geben und kurz auf Stufe 4 durchrühren. Dann Öl und Milch zugeben, 10 Sekunden auf Stufe 4 vermixen, Deckel öffnen und mit dem Spatel ggf. Mehl von den Wänden zum Messer schieben und nochmal 10 Sekunden auf Stufe 4 mixen.

So geht’s im Handbetrieb
Die trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und gründlichen mischen. Die Pflanzenmilch mit dem Öl und dem Zitronenaroma verrühren, zu der Mehl-Zuckermischung geben und mit dem Handmixer gut verrühren.

Und so geht’s weiter
Den Backofen auf 180°C vorheizen (kann man natürlich auch direkt zu Beginn machen, aber ich brauche immer so lange fürs Teig-Einfüllen und Beeren-Drapieren, dass der Ofen immer schon heiß ist, bevor die Muffins backfertig sind.)

Den Teig auf 12 Muffinformen verteilen und die Beeren drauf- und reinsetzen. Selbstverständlich kann man sich diesen Arbeitschritt sparen und die Beeren gleich mit dem Teig verrühren, aber hier bin ich ein bisschen „monkig“…jeder Muffin soll am Ende die gleiche Anzahl Brombeeren enthalten. Wäre ja noch schöner, so ein Chaos.

Wenn alles zur Zufriedenheit arrangiert wurde, dürfen die Backwerke in spe in den Ofen wandern und dort ca. 25 Minuten bleiben (Stäbchenprobe, ahoi!)

Wenn sie dort wieder rauskommen, sofort aus der Backformen nehmen (die Papierförmchen bleiben natürlich dran) und auf einem Rost auskühlen lassen.

Wer mag, kann später noch Puderzucker mit ein wenig Fruchtsaft zu einem rosaroten Zuckerguß verrühren und die Muffins damit einpinseln. Mir schmecken diese fluffigen kleinen Törtchen aber auch mit schnödem Puderzucker allerbestens.

Die Muffins schmecken übrigens auch mit Himbeeren ganz köstlich. Allerdings müssen Heidi und ich wohl noch eine Weile durchs Umfeld stromern, Himbeerhecken habe ich nämlich bisher noch keine gefunden. Dafür aber Apfelbäume. Mohr to come. Da könnt ihr sicher sein.


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