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[mohrwandern] D1 im Wiedtal – 7,5 km fürs Herz!

Obwohl der heutige Wochentag das Wort „Dienst“ im Namen trägt, ist bei mir heute „Freitag“. Das alleine ist ja schon durchaus erfreulich genug – noch erfreulicher ist da nur der Umstand, dass der freie Tag mit goldenem Herbstwetterchen firmamenterseits und Wanderlust meinerseits zusammenfällt.
Traurigerweise hat die (eigentlich als Abschluß angedachte) kardiologische Untersuchung in Hofheim ergeben, dass sich der Zustand von Heidi Herrlichs tapferem kleinen Herzchen wieder verschlechtert hat und sie nun wohl doch langfristig auf Herzmedikamente angewiesen ist. Lange Wanderungen sind daher erstmal tabu bis zum nächsten Ultraschalltermin. Aber „solange sie Spaß hat und mitmachen möchte“, darf ich laut Ärztin schon mit dem Hundetier marschieren, „nur nicht übertreiben“.

(Lieber wäre mir da zwar schon eine klare erlaubte Zeitvorgabe in Zahlen, oder gar sowas wie ein Teststreifen, über den ich das Hundetier pinkeln lassen könnte und der mir klar durch Verfärbung in „Grün“ oder „Rot“ sagen kann, was jetzt zuviel an Anstrengung ist und was geht – aber wie alles ist auch dieser Fall hier kein Wunschkonzert und ich versuche halt, so gut es geht auf Heidi aufzupassen.)

Meine Füße und Netzhäute haben heute total Bock auf Wandern im Wiedtal, aber die kürzeste Strecke, die ich auf die Schnelle in dieser Region auftreiben kann, misst dann doch immerhin 7,5 km. Der Rundweg trägt den unscheinbaren Titel „D1“ und ist mit ca. 2 Stunden Wanderzeit veranschlagt. Ich überlege kurz – 1,5 Stunden ist Heidi erst letzten Samstag mit Hundefreundin Lotta durchs Feld getobt, war bis zur letzten Sekunde rasefreudig und hat hinterher keinen Augenblick den Anschein erweckt, sich überanstrengt zu haben. Also sollten 2 Stunden vermutlich auch kein allzu großes Problem darstellen, wenn wir es langsam angehen lassen und unterwegs ein paar Päuschen einlegen. Und ohnehin steht ab morgen bis Samstag wieder „Dienst“ im Kalender, was für Heidi bedeutet, dass sie sich die nächstenTage ganz gründlich unter meinem Schreibtisch ausruhen kann. Also Rucksack gepackt und wiedtalwärts – D1 ahoi!

„Parke und Wandere“ befiehlt ein großes Schild auf dem Startparkplatz, und obrigkeitshörig wie ich nun mal bin, halte ich mich brav an diese Anweisung. In genau dieser Reihenfolge.

Das erste Stückchen von D1 führt durch das Örtchen Datzeroth an der Wied entlang und schraubt sich alsbald mit moderater Steigung wolfenackerwärts nach oben. Mein Wandersfrauenherz quietscht. Das Wiedtal ist aber nun wirklich und so RICHTIG dolle schön und überhaupt eine der welt-…ach, was sage ich…UNIVERSUMSbesten Wanderregionen ü!-ber!-haupt!. Meine Hundefreundin scheint meine Begeisterung zu teilen und trippelt flotten Fußes mit steil aufgerichtetem Struppschwanz vorweg, abwechselnd mit der Knopfnase im Herbstlaub oder neugierig hin- und herwuselnd. Wir sind in unserem Element.

Wer auch immer diesen Rundkurs zusammengestrickt hat, hat sich reichlich im bunten Topf der Wanderfreuden bedient – es gibt gefällige Forstautobahnen mit Herbstlaub, es gibt kleinere knackige Passagen mit Wurzeln, Moos und rutschigen Steinen, es gibt Aussicht, es gibt Laubwald und es gibt weite Wiesen.
Und vor allem gibt es Stille.
Und all‘ das kostet keinen Cent.
D1 – ich mag dich.

Als wir den Ort Wolfenacker erreichen, ordne ich eine kurze Verschnaufpause an und nötige das Hundetier auf einem sonnigen Wegstück ins „Platz“.
Ich ernte einen empörten Blick.
„Was soll der Scheiß?!“
„Du musst dich ausruhen. Denk‘ an dein Herz!“
„Pffft – denk‘ doch an dein eigenes Herz!“ scheint das Hundetier zu denken, springt auf und scharrt mit den Pfötchen. „geht’s jetzt mal weiter hier?!“
„Solange sie Spaß hat und mitmachen möchte“ höre ich vor meinem inneren Ohr. Naja. Spaß und Puste scheint reichlich vorhanden. Dann also weiter im D1-Text.

Nachdem wir das Dörfchen verlassen haben, schaukelt sich D1 sanft talwärts und die Kilometer scheinen nur so dahinzufliegen, Schon über 6 km. Obwohl das Hundetier maximalfröhlich immer weiter flitzen möchte, beharre ich auf einigen Pausen zum ausgiebigen In-Die-Landschaft-Glotzen…diesmal weniger aus Sorge um Heidis Herz, sondern einfach weil es wunderbar ist und ich nicht will, dass die Wanderung so bald schon endet. „Ach, Augenblick, verweile doch, du bist so schön…“

Das allerletzte Stück D1 schlängelt sich in Datzeroth an ein paar Kuhwiesen vorbei und auch Heidi scheint ein bisschen traurig, als wir den Parkplatz erreichen und der Ausritt auf Schusters Rappen schon vorbei ist.

„Parke und Wandere“ lese ich und grinse.
Ganz bald wieder. Derartigen Anordnungen muss man einfach Folge leisten.


Den „Track zur Streck“ habe ich mir HIER runtergeladen und konnte ihm absolut verlaufsicher folgen. Die Wegmarkierung auf der Strecke ist zwar recht gut, aber nur auf die schwarzen Schildchen mit gelbem „D1“ würde ich mich persönlich als bekennender Orientierungschussel nicht unbedingt verlassen.
Der Weg selbst ist wunderbar vielseitig, mitunter nicht ganz anspruchslos, aber mit festem Schuhwerk problemlos wanderbar und 100% hundetauglich.
Wir haben ca. 1:45 Std. gebraucht und jede Sekunde genossen 😉

[mohrwandern] Traumpfädchen „Sayner Aussichten“ – Einstieg mit Anstieg!

Es gab eine Zeit, zu der hätte ich die frisch markierten „Traumpfädchen“ maximal milde belächelt oder einen arroganten Spruch Marke „Für solche lächerlichen Kurzstrecken zieh‘ ich mir noch nicht mal die Schuhe an“ abgedrückt. Aber die Dinge (und Kondition) ändern sich nun mal. Und so schien mir dieser überraschend sonnige freie Freitag genau richtig, um spontan den „neuen“ Rundkurs „Sayner Aussichten“ mit knapp 6,1 km unter Fuß und Pfote zu nehmen. Das rekonvaleszente Hundetier ist inzwischen beinahe vollständig genesen und dürstet nach neuen Abenteuern, und auch meinem schlappen Korpus kann eine kleine Wanderung nicht schaden.

Der Startparkplatz ist fix gefunden, und so stapfen Mohr-Mensch und Heidi-Tier bald frohgemut durch den idyllischen Schloßpark, der sich genüsslich in der Morgensonne räkelt. Angesichts der plüschig-babyblauen Pfädchen-Markierung kann ich  mir zwar ein spöttisches Grinsen nicht verkneifen („Willst du mal ein richtiger Wanderweg werden, wenn du groß bist?“), aber zum Einen leiten uns die pastelligen Symbole verlaufsicher durch die Botanik und zum Anderen zeigt sich alsbald durch bescheunigten Atem meinerseits gleich beim allerersten winzigen Baby-Anstieg, dass ich mir Wandersfrauen-Hochmut derzeit wohl wirklich nicht leisten kann. Heidi hingegen tänzelt mit steil aufgerichtetem Struppschwanz vorweg, schnüffelt hier und da und schaut sich nicht selten ungeduldig nach dem hinterherschlurfenden Frauchendings um.
„Wo bleibste?“
„Ich komm‘ ja schon!“
Hochmut, my ass. Nämlich.

Das bübchenblaue Pfädchen passiert gleich zu Anfang den Sayner Kletterpark, der zu dieser Uhrzeit noch nicht geöffnet ist und dem Weg durch seine bunten Konstruktionen in den Baumwipfeln eine lustige Märchenwald-Aura verleiht. Ich muss sagen – „datt hätt jätt!“
Weiter geht’s über beschauliche, herbstlaubübersäte Forstautobahnen, die zwar Lunge und Oberschenkeln keine allzugroßen Strapazen abfordern, aber ganz schön angenehm zu marschieren sind und auch der Netzhaut schmeicheln. Ein feiner Weg ist das.

Später wird Schusters Rappen dann doch noch Grip und Trittsicherheit abverlangt, und während ich mich vom Hundetier leicht schlitternd über nasse Steine und feuchtes Laub den hübschen Serpentinen-Trail Richung Brexbachtal zerren lasse, bin ich doch heilfroh, dass ich der Arroganz zum Trotz „für diese pupsige Mini-Strecke“ dennoch die Wanderschuhe angezogen habe, denn ein bisschen Stabilität und gutes Profil kann hier kein Fehler sein.
Im Tal angekommen nutzt Heidi eine kurze Verschnaufpause und meinen „Aaaaah-schöööön!“-Blick ins Umland für eine ausgiebige Wälzung in Gänsekacke und grinst mich danach stolz und fröhlich mit strähnigem Stinkepelz an. Top. Hier ist wirklich für alle Sinne gesorgt. Soll mal einer sagen, auf so pupsigen Ministrecken bekommt man nix geboten.

Nach knapp 1,5 km und noch ein wenig „Nuff und Nunner“ erreichen wir ziemlich glücklich und zufrieden (und – im Falle des Hundetiers – zum Steinerweichen stinkend) den Startparkplatz und ich leiste in Gedanken Abbitte für jeden spöttischen Gedanken zu den babyblauen Traumpfädchen. Für hier und heute war dieser Rundkurs genau richtig, allerbestens markiert, abwechslungsreich und – zumindest an diesem Freitagmorgen – ganz wunderbar einsam.
Und heute verspüre ich ich tatsächlich ein minimales Muskelmiezen-Ziepen im Oberschenkelbereich, während Heidi bereits gestern abend schon wieder abenteuerwillig um mich herumgetänzelt ist und „Mehr, MEHR!“ eingefordert hat.
Tja. Die Dinge ändern sich halt.


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[mohrkochen] Nu-Nou-Creme (Nussnougatcreme ohne Palmöl)

Dieses Rezept ist der mehr oder weniger elegante Versuch, davon abzulenken, dass es wohl doch in diesem Jahr keinen neuen Adventsmohr gibt, auch wenn die schöne Beckerin und ich da eigentlich anders geplant hatten. Aber sowohl der Becker- wie auch der Mohrkalender sind knackevoll mit irgendwelchem Gedöns und keine von uns kommt wirklich zum Backen und Tüfteln. Aber hey – wenn man sich den Bauch mit dieser leckeren Nuss-Nougat-Creme aus dem letztjährigen Adventskalender vollschlägt, kommt man doch gar nicht zum Trauern. Und nächstes Jahr geht’s ja vielleicht doch weiter mit der Be/äckerei.


NU-NOU-CREME

Mittlerweile bekommt man ja schon fast überall leckere Nussnougatcremes ohne tierische Bestandteile zu kaufen, sogar im örtlichen Supermarkt. Leider enhalten diese aber (zumindest meines Kenntnisstandes nach) alle Palmöl und das Zeugs ist so umstritten und ökologisch verwerflich, dass ich immer auf der Suche nach Alternativen bin. Dies ist also eine.

Die Creme wird recht weich, wenn sie warm wird – sollte also nicht unbedingt direkt auf der Heizung (haha!), sondern eher in Kühlschranknähe aufbewahrt werden.

Zutaten:
120 ml Hafersahne (oder andere Pflanzensahne, wer mag)
50 g Kokosöl
40 ml Öl nach Gusto (ich habe Rapsöl mit Buttergeschmack und Walnussöl getestet, ist beides lecker)
1 Pck Vanillezucker
250 gr. Nuss-Nougat
50 gr. Zartbitterschokolade (70% Kakaoanteil)

So geht’s im Thermomix:
Schokolade 5 Sekunden auf Stufe 7 verhäckseln, dann die anderen Zutaten zugeben und ca. 6 Minuten bei 40 Grad auf Stufe 1,5 zu einer geschmeidigen Creme verrühren. In Gläser abfüllen und feddisch.

So geht’s im Handbetrieb:
Kokosöl, Schokolade und Nuss-Nougat schmelzen (entweder im Wasserbad oder jeweils in einem Schälchen auf/neben dem Boller-Ofen…kann man sicher auch auf die Heizung stellen), bis alles weich und flüssig ist. Hafersahne, Zucker und Öl zusammen ein in Mixgefäss geben und kurz pürieren, Kokosöl und Schokolade zugeben und gründlich durchpürieren…zum Schluss das Nougat zugeben und so lange pürieren, bis alles gut vermischt ist, danach in Gläser abfüllen.

Kleiner Tipp zum Kokosöl:
Wer die Kokosnote in der Creme nicht so mag, kann auch sog. „desodoriertes“ Kokosöl nehmen. Hier wird der intensive Kokosgeschmack durch ein Verfahren mit Wasserdampf entzogen und somit ist das Öl am Ende nahezu geschmacksneutral. Desodoriertes Kokosöl gibt es z.B. von der Fa. Rapunzel im Bioladen oder Reformhaus, oder von Firmen wie Mattison, mituso oder 100ProBio in den Weiten des Internets zu ershoppen. Vermutlich könnte man die NuNou-Creme auch mit dem ollen Palmin-Kokosfett aus dem Supermarkt fabrizieren (das irritierenderweise trotz des Namens KEIN Palmöl enthält, zumindest in der klassischen Variante), aber irgendwie ist mir dieses raffinierte Kokosfett nicht symphatisch, deswegen habe ich die Creme damit noch nicht ausprobiert.


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