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Ein Award! Ein AWARD! 11 Fragen übers Bloggen, meinen Hund und mich.

„Och nö? Ein Blog-Award? Lass‘ mich doch mit dem Mist in Ruhe!“ Das entgegne ich eigentlich immer, wenn mich jemand für irgendwas nominieren möchte. Meistens entgegne ich sogar unhöflicherweise gar nix, sondern tue einfach so, als hätte ich von der Nominierung gar nix mitbekommen. „Wie jetzt? Ich? Nö, nicht gesehen. Ja, nun ist es auch zu spät. Schulligung.“

Aber wenn Heidi Schmitt den Mohrblog nominiert, muss ich einfach ’ne Ausnahme machen. Den ich schätze diese Dame so sehr, dass ich auf ein „Spring!“ ihrerseits nur fragen würde „Wie hoch?“
Also springe ich jetzt.
Danke dafür, Frau Schmitt.


1 – Was ist für Dich das Schönste am Bloggen?

Das ich tun kann, was ich möchte. Und wann und wie oft ich möchte. Ganz einfach.
Wäre ich beispielsweise Berufsfotografin, müsste ich mich natürlich nach den Kundenwünschen richten…wäre ich Profitexter, müsste ich das „liefern“, wofür ich bezahlt werde. So kann ich aber fotografieren, was immer ich will, schreiben worüber ich möchte und wie ich es möchte, oder Rezepte posten, die ich persönlich lecker und zeigenswert finde.
Ich verdiene mit meinem Blog keinen Cent, habe keine Werbung geschaltet, gehe keine Kooperationen ein und mache keine Produkttests – das gibt mir ganz viel Freiraum und macht Spaß. So werde ich zwar vermutlich niemals berühmt oder messbar „erfolgreich“, von „reich“ mal ganz zu schweigen – aber ich habe keinen Druck, keine Vorgaben und kann nach reiner Lust und Laune schreibschalten und knipswalten.

Wo hat man das sonst schon im Leben?

2 – Seit wann bloggst Du?

Diese Frage hat mich jetzt tatsächlich ein klitzekleines bisschen ins Schwitzen gebracht. Ich habe vor Urzeiten meinen allerersten Laufanfänger-Blog mit kleinen Geschichtchen aus meinem Dasein als Jogging-Greenhorn gestartet, und wollte nun erstmal mal nachschauen, ob es den überhaupt noch gibt, und wann der erste Eintrag war. Blöderweise ist mir weder das Blog-Passwort, das ich irgendwann mal draufgedängelt habe, wieder eingefallen noch meine Zugangsdaten. Die hinterlegte E-Mail-Adresse, an die ich mein Passwort hätte schicken lassen können, gab es schon längst nicht mehr. Aber das hat jetzt meinen Ehrgeiz gekitzelt und ich habe gefühlte zwölfzigtausend verschiedene, evtl. ggf. mögliche Passwörter eingegeben, bis ich die endlich Frage Nr. 2 beantworten konnte.

Ich blogge seit dem 17.07.2004.
Leckofatz.
Tempus fugit wie Hulle.

Und wer den alten Plunder mal anschauen mag – hier geht’s zum alten, verstaubten, unaufgeräumten Erstblog von Frau Mohr:
„Greenhornrunning – und sie bewegt sich DOCH!“
Passwort: runrun

Danach hatte ich ziemlich viele verschiedene Blogs, einen Blog mit veganen Rezepten, einen Fotoblog, einen Blog mit Katzengeschichten – irgendwie habe ich immer dann, wenn mich gerade was begeistert, einen Blog gestartet. Seit September 2014 gibt es nun diesen Mohrblog, der alle meine Passionen ein bisschen vereinen soll.

3 – Hat sich Dein Blick auf das Internet verändert, seit Du selbst dort mit einer Seite präsent bist?

Ähm. Hm. Also. Nö.

4 – Welche anderen Hundeblogs liest Du besonders gern?

Ernsthaft, objektiv und ganz ohne Schleimerei unter Freunden – DEINEN!
Ausnahmslos alle Artikel haben mir bis jetzt entweder etwas beigebracht, mich unterhalten, mitfühlen lassen oder zum Lachen/Weinen gebracht. Für mich gibt’s keinen herzlicheren und informativeren Hundeblog als deinen.
Isso.

5 – Was würdest Du Deinem Hund/Deinen Hunden kaufen, wenn Dir jemand 100,- dafür schenkt?

Ein schöne, kuschelige „Indoor-Hundehütte“, in die sie sich zurückziehen kann, wenn ihr danach ist. Gerade nach langen Spaziergängen oder irgendwelchen ausgelassenen Tobestunden mit anderen Hunden hat sie öfter mal das Bedürfnis, sich auf Tauchstation zu verkrümeln und irgendwohin zu verschwinden, wo sie niemand nervt. Vielleicht um sich die ganzen Gerüche, Mäuselöcher und Eindrücke nochmal gründlich durch den Kopf gehen zu lassen.
Die Hütte steht auch ganz oben auf der „To-Kauf-Liste“, ich habe bisher nur noch nix so richtig Dolles gefunden. Unsere Butze sieht eh schon aus wie ein Kleintier-Kaufhaus mit Kratzbaum für die Miezen, Bettchen für Hund und Katz‘, Kratzmatten und Spielzeug überall. Da sollte Heidis Kuschelbude zumindest ansatzweise „unauffällig“ und ein bisschen hübsch aussehen.

6 – Was war das Unsinnigste, was Du aus lauter Liebe für Deinen Hund/Deine Hunde angeschafft hast?

Ich würde weniger „Liebe“ als „unüberlegte Dusseligkeit“ für den Kauf eines hochprofessionellen Canicross-Bauchgurtes verantwortlich machen, mit dem eigentlich ein schwerer, athletischer Hund nebst Halter beim Hundesport durchs Gelände donnern sollte.
Für mein zartes Heidi-Püppi, das gerade mal 16 kg wiegt und so gut wie nie auch nur ansatzweise an der Leine zieht oder vorausprescht, reicht ein leichter Gürtel und eine pupsnormale Leine für gemeinsame Joggingeinheiten.
Aber nun – über den Canicross-Gürtel hat sich dann eine Facebook-Freundin mit ihrem großen Rüden gefreut und so waren am Ende alle zufrieden.

7 – Woran würdest Du Deinen Hund/Deine Hunde mit verbundenen Augen erkennen?

An ihrem wuscheligen langen Nackenfell und am Geruch.  So gut wie meine Heidi Herrlich riecht kein Hund auf der ganzen Welt. Dazu mehr in Frage 11 😉

8 – Was war der entscheidende Grund, warum Du damals gerade dieses Tier/diese Tiere ausgewählt hast?

Ich glaube, der eigentliche Auslöser war das Drama um ihre Ausreise aus einem rumänischen Shelter. Ich war zu dem Zeitpunkt Gassigänger im Tierheim Andernach, und Heidi (damals noch Babsi) sollte Mitte August 2016 aus einem Auffanglager in Ploiesti nach Andernach reisen dürften. Ihr Galerietext bei Prodogromania hat mich so angerührt – „Sie hat in ihrem Leben noch nie in Ruhe und entspannt geschlafen, sie hatte noch nie eine Familie…“ – ich hatte mir ganz feste vorgenommen, für sie das allerbeste Zuhause der ganzen Welt zu suchen, wenn sie endlich da ist. Einen Tag vor der Abreise kam dann die Nachricht, dass sie im Shelter vermisst wird und ich war vollkommen fassungslos angesichts dieser verdammten Ungerechtigkeit…EINEN Tag vor der Ausreise, und dann sowas!
Irgendwie ging mir die traurige Hundedame seitdem nicht mehr aus dem Kopf, und als sie dann wie durch ein Wunder Ende Oktober wiedergefunden, endlich nach Andernach reisen durfte und als kleines schwarzes, unfassbar stinkendes Bündelchen Unsicherheit mit riesigen Augen in Deutschland ankam, war eigentlich schon alles klar. Also – EIGENTLICH war alles klar. Mein Kopf hat dann noch 2 Monate gebraucht, um sich ans „Abenteuer eigener Hund“ zu wagen. Aber seit dem 01.01. ist Heidi nun bei mir. Und ich bemühe mich, dass Versprechen mit dem „allerbesten Zuhause der Welt“ nach besten Kräften einzuhalten.

9 – Wie sieht Quality Time mit Deinem Hund/Deinen Hunden aus?

Meine Heidi ist ja zum Glück eine absolute „Mrs. Mühelos“ und scheint auch ohne großes Bespassungs- und Actionprogramm glücklich und zufrieden. Am allermeisten genieße ich unsere ruhigen Waldspaziergänge, bevorzugt am Morgen…einfach durch die Sonnenstrahlen trippeln, Heidi beim Schnüffeln hier und da zugucken, gemächlich herumlatschen – manchmal sitzen wir auch einfach irgendwo herum und glotzen in die Gegend.  Ich glaube, Heidi liebt dieses zwanglose Herumschlurfen ohne Zeitdruck und „Ja, suuuuuch‘ das Stöckchen, ja fein, wo IST denn das Stöckchen“-Geschisse genauso wie ich.

10 – Putzt Du Deinem Hund/Deinen Hunden die Zähne?

Nein, bisher nicht. Trotz ihres jahrelangen Straßenhundedaseins unter vermutlich eher zahnunfreundlichen Bedingungen hat Heidi perfekte, blütenweiße Zähnchen – was nicht nur MICH überrascht, aber ich nehme das natürlich gerne so hin. Ich weiß, ich sollte schon etwas dafür tun, dass die Zähne so tiptop bleiben – aber bisher gibt’s nur mal (weiche) Knochen oder Rinderkopfhaut zum Knabbern.

11 – Wie würdest Du den Eigengeruch Deines Hundes/Deiner Hunde beschreiben?

Ha, wie toll – ein Müffelthema. Anfänglich hatte ich tatsächlich ein bisschen Bedenken, dass meine Butze in kurzer Zeit nach „nassem Köter“ riechen könnte, so wie ich das aus diversen anderen Hundehaushalten kenne. Und hin und wieder hat Heidi tatsächlich mal ein wenig köterig vor sich hingedünstet, natürlich besonders bei feuchtem Wetter.
Aber entweder ist mein Geruchssinn inzwischen assimiliert, oder ich bin „geruchsblind“ vor lauter Liebe oder aber eine längere Kräuterkur in Kombi mit gutem, frischen Futter haben ihr Übriges in Sachen Hundekörpergeruch getan, wie dem auch sei – denn inzwischen hat Heidi tatsächlich einen ganz zarten feinen „Babyduft“ und ist meilenweit von dem üblichen Möff der meisten Hunde entfernt.
Ich würde natürlich an dieser Stelle nicht ausschließen, dass ich da ein wenig voreingenommen und nicht objektiv bin. Aber Heidi riecht zumindest für meine Nase richtig gut, fast schon ein wenig vanillig und einfach zum Auffressen.


So, Ende, aus, Applaus.
Aber damit ist es ja bei so einem Award nicht getan, man muss ja auch sozusagen das Stöckchen weiterreichen, weil man sonst 7 Jahre Pech bekommt sonst das eigentlich sehr hübsche Ziel, auf andere Blogs aufmerksam zu machen und sich zu vernetzen, gar nicht erreicht werden kann.

Also geht’s dann auch weiter.

Hier sind die Golden „Liebster Award“-Regeln:

  1. Bei der Person, die dich nominiert hat, bedanken und in deinem Artikel den Blog verlinken.
  2. Die 11 Fragen beantworten, die gestellt werden.
  3. 5 -11 Blogger für den Award nominieren.
  4. 11 neue Fragen für die Nominierten zusammenstellen.
  5. Die Regeln in den Artikel schreiben.
  6. Denjenigen, der dich nominiert hat, über deinen Blog-Artikel informieren.

Ich tue mich allerdings sehr schwer mit der Nominierung. Daher lege ich die Fragen einfach mal hier so hin, mit einem Schleifchen drum – vielleicht hat ja jemand Lust drauf, sie zu beantworten und holt sie sich einfach hier ab. Es wäre mir ein Plaisier. Und wenn nicht – dann ist das wohl Karma und meine Strafe fürs jahrelange Award-Ignorieren.

Hier sind meine Fragen:

  1. Was war dein überraschendste/lustigstes/bemerkenswerteste Erlebnis, seit du mit dem Bloggen angefangen hast?
  2. Was bedeutet dein Blog für dich?
  3. Glaubst du, dass du auch in 10 Jahren noch bloggen wirst? Über das gleiche Thema?
  4. Wie wichtig ist für dich „Vernetzung“ und der Austausch mit sog. Bloggerkollegen?
  5. Wieviel Zeit verbringst du in der Woche mit deinem Blog?
  6. Welchen Blog liest du am häufigsten und liebsten?
  7. Hatte ein Artikel/Beitrag aus einem anderen Blog eine nennenswerte Auswirkung auf dein Leben? Wenn ja, welcher – und warum?
  8. Wenn du dir (außer Blog-Schreiben) irgendein Talent frei wünschen könntest – was wäre das? Was würdest du gerne können?
  9. Hast du dich schon mal einem Artikel/einer Empfehlung eines Blogs zu einem richtigen Schwachsinns-Fehlkauf verleiten lassen? Wenn ja – welchen?
  10. Wenn sich dein Blogger-Ich vom ersten eigenen Beitrag und dein heutiges Ich treffen würden – wäre das „Anfangs-Ich“ mit dem „Heute-Ich“ zufrieden? Hast du erreicht, was du erreichen wolltest?
  11. Welche Frage wolltest du in einem Interview immer schon mal beantworten? Dann stell‘ sie dir hier einfach selbst – und beantworte sie, natürlich. Wäre ja sonst noch schöner.

[mohrkochen] – Schneller Rhabarberkuchen

Hört ihr Leut‘, und lasst euch sagen, es hat „Rhabarbersaison“ geschlagen!

Bei mir dümpelte allerdings noch eine Packung TK-Rhabarber im ewigen Eis, der ich heute mit diesem fixen Kuchen den Garaus gemacht habe. Der Teig ist ein enger Verwandter der SauermachtlustigMuffins und dem Schokokirsch-Kuchen und mein Lieblings-Allrounder. Gelingt immer, passt zu allem – die schlichte Jeans unter den Kuchenteigen sozusagen.

Zutaten
270 g Dinkelmehl Typ 630
100 g Rohrohrzucker
10 gr. Maisstärke (1 EL)
15 gr. Weinsteinbackpulver
250 ml Pflanzenmilch (bei mir war’s Soja-Hafer)
70 ml Alba-Öl (oder anderes geschmacksneutrales Öl)
ca. 150 g TK-Rhabarber (oder besser: FRISCHEN! Ist klar, ne?)

ggf. Puderzucker und Zitronensaft zum Aufhübschen

Und los geht’s!
Backofen auf 180 Grad vorheizen und eine 26 cm-Springform einfetten.

So geht’s im Terrormix:
Zuerst die trockenen Zutaten einfüllen, ein paar Sekunden auf Stufe 4 vermischen, dann Öl und Milch zugeben und das Ganze im Teigmodus 1,5 Minuten lang verrühren.

So geht’s im Handbetrieb:
Zuerst die trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen, dann Milch und Öl zugeben und mittels Handmixer gut verrühren.

Und weiter!
Den Teig in die Springform füllen und die Rhabarberstücke darauf verteilen. Man könnte sich hier künstlerisch betätigen und schicke Mosaik-Muster legen, oder die sauren Stangenstücke – wie ich – einfach lockerflockig aus dem Handgelenk drüberschmeissen.
Nun wandert der Kuchen für ca. 35 Minuten in den Ofen (Stäbchenprobe ahoi!) – und nach Ende der Backzeit wieder heraus.

Kurz in der Form „ankühlen“ lassen, dann herausnehmen und komplett auskühlen lassen. Wer mag, kann mit Puderzucker und Zitronensaft einen Zuckerguß anrühren und den Kuchen charmant damit besprenkeln. Wer nicht mag..nicht.

Ganz viele weitere pflanzliche Rezepte mit und ohne Terrormix gibt’s HIER! [Klick!]


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„Sei kein Horst!“ – Von der Eigendynamik der guten Tat

„MIR hilft ja auch keiner!“
Diesen oder ähnliche Sätze höre ich leider gar nicht selten, wenn sich ein Gespräch um Spenden jedweder Art oder wie-auch-immer-geartete Hilfe und ehrenamtliche Tätigkeiten dreht.

„Ich geb‘ NIX, mir gibt ja auch keiner was!“
Oft ist es ein ganz gewisser Schlag Mensch, der dieses Gejammer absondert – nennen wir ihn einfach mal exemplarisch „Horst“ und zeichnen mal ein leicht überspitztes Bild von ihm zur Verdeutlichung:

Horst hat ’nen ganz normalen Job, wird mäßig gut bezahlt, kann finanziell keine großen Luftsprünge machen, kommt aber im Grunde gut zurecht und kann sich fast alles leisten, was er so braucht. Meist braucht er:  Kippen, neues Smartphone, superduper Fernseher, Netflix-Abo, angesagte Sneaker.  Eigentlich könnte Horst auch locker den ein oder anderen Taler an Bedürftigere abgeben, aber das sieht er aber sowatt von ü-ber-haupt nicht ein, weil es ja nun echt Leute gibt, die deutlich mehr Geld haben als er. Also sollen DIE bitteschön stattdessen was spenden. Und weil es auch Leute gibt, die VIEL mehr Zeit haben als er, engagiert er sich auch für nix und nottisch. Sollen erstmal die Anderen machen.

Stattdessen verbringt er seine Zeit gerne kettenrauchend am PC und in sozialen Netzwerken, meckert hier und da über vermeintliche Ungerechtigkeiten (weil ja ALLE mehr bekommen als er, wovon auch immer). Die Leute, mit denen Horst sich umgibt, sind vermutlich ähnlich gestrickt, weil „gleich und gleich“ sich ja bekanntlich „gerne gesellt.“

Und nun kommt’s – Wenn nun unser Horst nun „Alle Menschen sind egoistisch und mir hilft ja NIE jemand“ jammert, dann ist das keine selektive Wahrnehmung oder Einbildung, sondern trifft in dem Fall tatsächlich zu. Weil die guten Dinge eben schlicht und einfach nicht dort passieren, wo der miesepetrige Horst rumhängt. In Horstworld trifft man keine tollen Menschen.
So einfach ist das.

Ein griesgrämiger Stiesepimpel, der ausschließlich in seiner Bude hockt, Scripted-Reality-Dokus anglotzt und sich in den sozialen Netzwerken darüber austauscht, wie scheiße die Welt und wie schlecht die Menschen sind, hat in seiner Welt mit dieser Einstellung leider total recht. Und sollte ihm doch trotz allem mal jemand ohne Gegenleistung unters Ärmchen greifen, wird er sich vermutlich eher noch beschweren, dass ihm nicht NOCH mehr geholfen wird.

„Be the change you wish to see in the world!“
Dieser oft überstrapazierte Satz von Gandhi könnte zutreffender nicht sein. Meiner Erfahrung nach kann man sich ganz leicht die (eigene) Welt schöner, bunter und herzlicher gestalten, indem man sich einfach selbst ein wenig um diese Welt kümmert. Hier und da was von seinem Geld abgibt, um Menschen oder Tieren zu helfen, ab und an ein wenig Zeit investiert um Spenden zu sammeln oder anderweitig Gutes zu tun. Denn dann bemerkt man in kürzester Zeit zwei Dinge:

1.) Es macht so richtig, richtig doll viel Freude, wenn man tatsächlich irgendwo wirklich Hilfe leisten und einen Mitmenschen aus einer Notlage rausmanövrieren kann oder ihm etwas schenkt, dass er sich nie leisten könnte. Oder einem Tier, das nie eine Chance gehabt hätte, ein Zuhause schenkt oder eben dabei hilft, dieses Zuhause zu finden. „Geben ist seliger denn nehmen“ ist zwar eine absolut ausgelutschte Floskel, aber tatsächlich ist es so, dass Geben und Helfen einem selbst oft viel mehr gibt und wirklich nachhaltig beglückt. Also schafft man sich SELBST Glücksgefühle und Zufriedenheit, wenn man sich einsetzt, engagiert und auch mal was abgibt. Coole Sache, oder? Wenn das der Horst wüsste…

Man trifft ganz schnell viele großartig, großzügige, herzliche Menschen, die man nie kennengelernt hätte, wenn man – wie Horst – daheim in der Bude hocken und seine schlechte Laune pflegen würde. Und diese grandiosen Menschen tun grandiose Dinge, von denen man nie erfahren würde, wenn man Horst wäre. In den letzten Jahren habe ich durch ehrenamtliche „Arbeit“ (höhö) im Tierschutz und meine Spenden-Aktionen die allergroßartigsten Menschen getroffen, die man sich nur vorstellen kann. Und wir unterstützen und helfen uns gegenseitig bei unseren Herzensprojekten – und das nicht immer „nur“ finanziell, sondern oft mit Rat und Tat und Zuspruch, und das ist mindestens genauso viel wert wie Kohle.

Tatsächlich trifft für mich und meine Welt kaum ein Satz weniger zu als „Die Welt und die Menschen sind alle scheiße und egoistisch.“ Ich kenn‘ das anders. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die ratzfatz ohne lange zu fackeln ihre Talerchen zusammenwerfen, um einer verzweifelten alleinerziehenden Mama vor Weihnachten eine neue Waschmaschine zu kaufen, weil sie das selbst gerade nicht kann. Die Stunden um Stunden ihrer Freizeit investieren, um Flüchtlingskindern Deutsch beizubringen. Die Katzenklos im Tierheim schrubben, sich von verstörten Tierchen kratzen und beißen lassen und kranke Kätzchen zum Doc chauffieren. Die in Windeseile zusammenströmen und ihre Münzen in einen großen Topf werfen, um neue Hütten und Futter für Hunde in Not zu kaufen. Und noch viel, viel mehr. Hab‘ ich alles mit eigenen Augen gesehen.

Horst sieht sowas nicht in seiner verqualmten Bude. Horst sieht Flüchtlinge, die anderen braven Bürgern die Arbeitsplätze wegnehmen oder Millionäre, die unverschämt viel Geld haben und sich Dinge leisten, von denen er zeitlebens nur träumen kann. Er sieht Gewaltverbrechen, Taschendiebe, Tierquäler, Kinderschänder, Terror und Polizeigewalt, und all das bestätigt ihn darin, dass die Welt scheiße ist und Mitgefühl und Empathie Mangelware sind.

Und dabei leben Horst und ich auf der gleichen Erde. So unterschiedlich kann das sein.

„Gibste was, dann kriegste was!“
Ich glaube nicht an Karma oder irgendwelchen Esobimbam wie das „Gesetz der Anziehung. Und es ist auch keine „Fügung“, das man in den allermeisten Fällen auch dann selbst Hilfe erfährt, wenn man auch mal Anderen hilft. Das liegt schlichtweg daran, dass man durch uneigennützige (das eigene Glücksgefühl mal außen vor gelassen) Taten und Aktivitäten nun mal mit Leuten in Kontakt kommt, in deren Natur es liegt, ihre Mitmenschen nicht im Regen stehen zu lassen, wenn Not am Mann oder an der Frau ist. Wäre ich Horst und würde ich tagein tagaus selbstmitleid jammernd und neidisch zeternd in meiner Bude oder Eckkneipe hocken, hätte ich beispielsweise niemals im Leben die ganzen Menschen getroffen, die mich nun bei der Versorgung von meiner Heidi Herrlich so wunderbar unterstützen, finanziell, moralisch und auch tatkräftig. Dann würde ich vielleicht auch rumwinseln, dass mir nie-hiiiemand niemals nicht hilft. und dass ich deshalb auch niemandem was abgebe. Und würde tagaus tagein mit sauertöpfischer Miene rumsitzen und auf die kaltherzige ungerechte Welt schimpfen.

Und die Moral von der Geschicht?
Sei kein Horst.
Denn dann ist deine Welt miesepetrig und kalt.
Und das wäre schade drum – für die Welt und für dich.

Epilog
Klar ist mir bewußt, das es „nicht immer so einfach“ ist
Aber manchmal und in manchen Bereichen halt eben DOCH.
Wer gibt, bekommt.
Nicht immer.
Aber oft.


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