Archiv der Kategorie: mohrmiezen

[mohrmiezen] Mal am Rande erwähnt….

Ich finde ja, der Alltag als solcher enthält eindeutig viel zuviel Arbeit/Pflicht und viel zu wenig Pelz. Ich fordere eine tägliche Mindestkatzenanglotzzeit von 2 Stunden.
Minimum.
Und da ist die Zeit zum „Aaah!“ und „Oooch!“-Säuseln noch nicht eingerechnet. herrtiger frolleinfritziFrauschmitz


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[mohrmiezen] Lessons in love

Ein enges Zusammenleben unter mieziger Regentschaft sorgt nicht nur für ein „Mehr“ an Herzenswärme (und Putzarbeit), sondern kann auch durchaus lehrreich sein. Von den plüschigen Herzensdieben auf 4 Pfoten kann man sich mitunter so einiges abgucken. Eine Eigenschaft, die mich beispielsweise an meinem fröhlichen Tigerkasper fasziniert und anrührt, ist seine Bereitschaft zur bedingungslosen Freundschaft.

Vom Einzug der Jungspunde Herr Tiger und Frollein Fritzi zeigte sich unsere „alte Dame“ Frau Schmitz alles andere als begeistert, und dieser Unmut hält bis heute an. Kurz: Sie kann die beiden Jungmiezen ums Verrecken nicht ausstehen. Fauchidriooo! Der Killermarie (aka Frl. Fritzi)  ist die schmitzsche Antipathie vollkommen wumpe und sie scheint keinen Wert auf eine Freundschaft zur hauseigenen Alterspräsidentin zu legen –  aber der Tigermann hat Frau Schmitz trotz Gegenwehr tief in sein pelziges Herz geschlossen und beschlossen, dass sie Freunde sind. Und obwohl die Schmitzekatze das ganz anders sieht, hält er treu an dieser einseitigen Freundschaft fest, schleicht sich heimlich zu Schmitzi auf die Couch wenn sie tief und fest schläft, begrüßt sie fröhlich mit Nasenstupser obwohl der dafür gleich im Gegenzug eine Backpfeife mit der Schmitzpfote verpasst bekommt und überlässt ihr oft großherzig seine Lieblingsleckerchen. Zum Dank für seine Treue bekommt er – nix. Obwohl, so ganz stimmt das nicht –  hin und wieder, wenn Frau Schmitz ganz besonders milde gelaunt ist, bekommt er KEINE Ohrfeige im Vorbeigehen oder wird großherzigerweise NICHT angefaucht, wenn er sich nähert. Und manchmal darf er sogar neben ihr auf der Couch liegenbleiben. Das scheint ihm zu reichen.

Der Freigang der Miezenschaft ist tagsüber mittels mikrochipgesteuerter Katzenklappe im Mauerwerk geregelt, über die die Herrschaften das Haus verlassen und betreten können wie es ihnen beliebt. Wenn sie von ihren Spaziergängen zurückkehren und wieder ins Innere wollen, wird der Chip am Eingang ausgelesen, die Katzenklappe entriegelt sich und kann via Pfötchen aufgedrückt und geentert werden. Herr Tiger und Frollein Fritzi nutzen diese Möglichkeit ausgiebig und nach Herzenslust, einzig Frau Schmitz findet eine Katzenklappe, die man selbst (!) öffnen muss scheinbar vollkommen unwürdig. So sitzt sie lieber stu-huundenlang empört maunzend vor dem Fenster, statt ihren dicken Hintern durch die Klappe zu bewegen. Nach draußen geht sie übrigens auch nicht durch die Klappe, sondern öffnet die Haustür durch lauthalsigstes Geschrei, das meist umgehend einen der zweibeinigen Dienstboten herbeizitiert, der dann brav und folgsam die Türe öffnet. Es geht halt nix über zuverlässiges Personal.

Da unsere Fenster glücklicherweise weitestgehend schalldicht sind, kann es so nun schon mal ein Weilchen dauern, bis jemand vom Personal im Haus bemerkt, dass die Schmitzekatze von draußen Einlass begehrt – ein Umstand, der selbige verständlichweise aufs Höchste empört, vor allem bei Regen. Aber auch bei Sonne. Vermutlich fände sie es auch vollkommen unangemessen, ein paar Minuten warten zu müssen, wenn überhaupt kein Wetter wäre.

Aber zu ihrem Glück hat Frau Schmitz ja ihren treuen Tigerfreund. Vor einer Weile wurde ich durch lautes „Klacklack!“ der Katzenklappe und anschließendem lautstarkem Tiger-Geschrei im Hausflur bei meinen schwerstwichtigen Denkaufgaben aufgeschreckt und raste mit wild pochendem Herzen die Treppe herunter, in Erwartung eines dem Gebrüll angemessenen Dramas. Sowas wie „Kater hatte einen Unfall und liegt nun blutend mit zerschmetterten Knochen im Hausflur und schreit um Hilfe“ oder „Futter ist alle.“ Stattdessen sitzt Herr Tiger mit vorwurfsvollem Blick im Hausflur und scheint beinahe mit der Pfote anklagend auf das Fenster zu zeigen, vor dem die Schmitzekatze im strömenden Regen sitzt und Einlass begehrt. „Mann, du taube Nuss! Hast du denn nicht gehört, dass meine Freundin rein will? Maunz!“ scheinen mir die tigerschen Kulleraugen mitteilen zu wollen und folgsam öffne ich das Fenster, um die klatschnasse Schmitzekatze ins Warme zu lassen. Seitdem fungiert Herr Tiger regelmässig als schmitzscher Türöffner – sobald er sieht, dass Madame nach drinnen möchte, kommt er angeflitzt und rennt so lange von meinem Schreibtisch bis zur Tür, bis ich den Schmitzer reinlasse. Wenn ich nicht sofort spure, wird dieser Wunsch auch gerne und ausgiebig durch infernalisches Geschrei untermalt.

Dankbarkeit über diesen Freundschaftsdienst kann Herr Tiger von unserem Brummelpummel allerdings nicht erwarten, ganz im Gegenteil – manchmal bekommt er gleich als erste Amtshandlung eins mit der schmitzschen Pfote hinter die Ohren, sobald er seine geliebte Frau Schmitz erfolgreich ins Warme und Trockene geplärrt hat. Das scheint der treuen Katerseele aber nicht das Geringste auszumachen, scheinbar ist es ihm einfach nur ein Anliegen, dass seine Freundin nicht im kalten Regen (oder der warmen Sonne. Oder – im Wetter!) hocken muss.IMG_9639

Und das wäre doch mal eine Eigenschaft, die wir ach!-so intelligenten Zweibeiner uns durchaus mal als Vorbild nehmen könnten: Wenn wir sehen, dass einer unserer Mitmenschen im Regen sitzt oder friert, sollten wir dafür sorgen, dass er schnellstens ins Warme kommt (metaphorisch gesehen. Versteht sich.). Oft helfen wir unseren Mitmenschen ja leider nur in einer Art Tauschgeschäft – entweder hat derjenige nun gefälligst vor lauter Dankbarkeit auf dem Boden zu kriechen, damit unser Ego auch so richtig schön gepauchpinselt wird und wir uns als tugendhafter Ritter fühlen dürfen, oder er hat verdammt nochmal! sofort in die Bresche zu springen, wenn bei uns mal Not am Mann ist. Weil „Ich hab‘ dir ja damals! Deswegen musst du mir auch!“ Viel schöner wäre es doch, wenn wir einfach mal ratzfatz zupacken würden, wenn wir sehen, dass ’ne Hand gebraucht wird. Auch wenn wir dafür weder Geld, noch Dank oder eine andere Gegenleistung bekommen, sondern einfach nur, weil es halt gerade vonnöten ist und jemand Hilfe braucht.

Zugegeben, der Vergleich mit meinem maunzenden Rudel hinkt ein klitzekleines bisschen – Frau Schmitz ist ja nun alles andere als ernsthaft in der Bredoille, sondern einfach bloss zu arrogant, um ihren Plüscharsch durch die Katzenklappe zu wuchten – aber es ist die tigersche Treue und die bedingungslose Freundschaft, die mich rührt. Und diese Bedingungslosigkeit versuche ich seitdem so gut es geht nachzuahmen:

Wenn ich sehe, dass jemand, der mir am Herzen liegt, im Regen hockt, dann versuche ich dafür zu sorgen, dass er ins Trockene kommen kann (metaphorisch gesehen) Ohne Gegenleistung. Allerdings mit einer kleinen Einschränkung: Es wäre nett, wenn mir danach nicht sofort die ausgefahrenen Krallen durchs Gesichts gezogen würden. Das könnte ich unter Umständen übelnehmen. Im Vergleich zu Herrn Tiger fehlt es mir in dieser Hinsicht noch ein wenig an Herzensgüte, Treue und Duldsamkeit.

Aber ich arbeite dran.


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[mohrgedanken] Weltfrieden leichtgemacht

peaceWenn man das Gefühl, dass sich beim Anblick einer schlafenden Katze in meiner Herzgegend ausbreitet, in Kanonkugeln packen und über der Welt abschießen könnte, wären alle Kriege augenblicklich zu Ende.
Ganz sicher.


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