Archiv der Kategorie: mohrviecher

[mohrmiezen] Mein Leben als Tatortreiniger

Wenn man, so wie ich, mit einer äußerst geschickten und mitunter fast schon hyperaktiven Serienkillerin zusammenlebt, gleicht das Heimkommen in die eigenen 4 Wände oft dem Eintreffen an einen Tatort. Nicht selten hat Frollen Fritzi gleich im Eingangsbereich einen gleichmäßigen Teppich aus Vogelfedern verlegt und mitunter findet sich dann in der Küche oder unter dem Eßtisch noch der ein oder andere abegetrennte Kopf oder ein Bein, passend zum Federkleid. Der Wohnzimmerteppich ist mit unbefinierbarem Gedärm oder Mäuseresten dekoriert und auch der Gang ins Bad ist nicht selten mit Mordopfern gepflastert.
Trotz der inzwischen gut 2 Jahre, in der meine vierbeinige Mrs. Manson hier ihr Unwesen trebt, ist noch kein Gewöhnungseffekt an diese sinnlose Grausamkeit eingetreffen. Jedes einzelne Mal drohe ich ihr UM!-GE!-HEND! mit der Übersiedlung ins Tierheim, aber dann reißt die Killerkatz‘ ihre Kulleräuglein auf Untertellergröße auf, maunzt mit zartester Kleinmädchenstimme, streicht mir ums Unterbein und putzt sich allerliebst ihre kleinen Mörderpfötchen. Und ich denke – immer wieder: „Na gut, das eine mal noch! Aber beim nächsten Mal packste die Koffer, Frollein. Verstanden?“ „Maaauz!“ Na, geht doch.

Auch heute nach dem Morgengassi mit Heidi scanne ich – wie immer – erstmal misstrauisch die Böden nach potenziellen Tatortspuren. Ok….der Flur sieht soweit sauber aus (also im Rahmen meiner chaotisch-schmuddeligen Möglichkeiten, sprich: wenn man von den Fellwechselwollmäusen und den herumfliegenden Schuhen absieht), im Eßzimmer ist nix…ah – ein schwarzer, auf den ersten Blick undefinierbarer Puschel in der Küche. Igitt. Könnte das ein Amselpopo sein? Wie garstig. Arschfritzi, arschige.

Bänglich stupse ich das Objekt mit der Schuhspitze an – keine Regung. Egal, was es ist – es ist tot. Damit ist mir schon mal die grauselige Bürde der Sterbehilfe abgenommen, da kann man ja erstmal aufatmen. Mit spitzem Finger zupfe ich an der äußersten Ecke des Korpus delicti…fühlt sich irgendwie wollig an. Nicht nach Federn. Puh.

Beim Hochnehmen entpuppt sich der schwarze Puschel dann recht flott als ein Überrest einer schwarzen Wollquaste, die eigentlich meine FUNKELNAGELNEUE und noch NIE getragene Bluse zieren sollte, die nach der ersten Wäsche zum Trocknen über einem Stuhl hing und mit ihren flatternden Bömmelkes wohl den Jagdinstinkt von Frollein Fritzi aktiviert hat. Ich atme auf.
So ist das. Wenn man mit ’nem Serienkiller lebt, freut man sich am Ende sogar drüber, das die Katzenviecher statt einem unschuldigen Tierchen das Leben auszuhauchen einfach nur meine teure (!) und neue (!) Klamotte zerlegt und somit untragbar gemacht haben.
Die muss man wenigstens nicht beerdigen.

Aber – wir sprechen uns noch, Frollein Fritzi! Noch EINMAL…dann…du weißt schon.


Du willst mehr „Mohr“? Das gibt’s in meinem kostenlosen Newsletter – HIER registrieren!
Du willst NOCH mehr Mohr? Kein Problem, Frau Mohr ist käuflich. Rent-A-Mohr. Mehr Infos? HIER

[mohrmiezen] Von draus‘ vom Walde komm‘ ich her…

Jeder, der sich mit Herzblut als mieziges Servicepersonal verdingt, kennt vermutlich diese kleinen fiesen Momente, in denen man sich schlagartig als die mieseste und unachtsamste Katzenmama der Welt fühlt. Wenn einem zum Beispiel vergisst, das kätzische Lieblingsfutter zu kaufen und die bemitleidenswerte Miezenschaft mit langen Zähnen vom „absolut widerlichen“ Biofutter mit Frischfleisch fressen muss, statt die geliebte „Billig-Presspampe in Dscheleeeh“ genießen zu dürfen. Oder man staunend vor dem felinen Mega-Erlebnispark aus diversen Kletterburgen, Hängebrücken und Abenteuertunnel steht, den ein Freund seinen Stubentigern aus eigener Hände Kraft ins Wohnzimmer gebaut hat. Und man selbst an den kümmerlichen Kratzbaum und die abgewetzten Spielmäuse denkt, mit der sich die eigenen bedauernswerten Katzentiere verlustieren müssen.
Miese Katzenmama. Ganz, ganz mies.

Bei mir schlug ein solcher Moment vor einiger Zeit zu, als ich zum Feierabendplausch bei einer Bekannten auf der Terrasse saß und wir bei einem Kaltgetränk so über dies und das plauderten. Gemütlich schlenderte einer der Kater des Hauses und schnupperte genußvoll an einer großen Tonscherbe, die dekorativ am Boden drapiert war.  „Die Scherbe hab‘ ich den Katzen von meiner letzten Wanderung mitgebracht“ schmunzelte die Hausherrin beiläufig. Mein Hirn zuckt irritiert. Hö? Wie meinen?
„Ja, ich bring‘ den Katzen immer irgendwas aus dem Wald mit. Tannenzapfen oder Steine oder mal ein Farnblatt. Die kennen ja nur hier die Gerüche rund ums Haus, die finden es immer total spannend, wenn sie mal was Neues schnuppern können.“

Und da war er! – Klingeling! Mieser Katzenmama-Moment!

Ich ignorante, unaufmerksame Katzen-Vernachlässigerin habe bisher niemals auch nur im Traum daran gedacht, der Miezenschaft mal eine Schnupperpostkarte aus dem Forst mitzubringen. Stattdessen latsche ich täglich munter mehrfach mit dem (zum Glück wieder fast gesunden) Hundetier durchs Umland, wo es stundenlang schnuppern, stöbern und abenteuern darf – und die daheimgebliebenen Katzentiere bekommen nix und nottich davon ab. Und dabei prahle ich doch allerorts ständig mit meiner ach!-so extraordinären Kreativität und der übergroßen Fürsorge für meine Miezekätzchen. Wie unaufmerksam von mir. Ich rufe mir ins Gedächtnis, wie eifrig und aufgeregt die Miezenschaft oft mit ihren Nasen meine Schuhe und Hosenbeine abscannt, wenn ich in der Stadt oder halt eben auch im Wald war. Aufregend – der Duft der großen weiten Welt. Ist vermutlich wie ein Nasenurlaub am Strand, wenn man wochenlang im Büro gehockt hat. Notiz an mich: Ab sofort gilt „Hört, ihr MIezen, gebt fein acht, ich hab‘ euch etwas mitgebracht.“

Am Ende des nächsten Spaziergangs mit Menschen- und Hundefreundin scanne ich nun also das Unterholz nach miezigen Mitbringseln, während Heidi Herrlich interessiert an Pferdeäpfeln schnüffelt. „Was suchste denn da?“ will meine zweibeinige Wanderfreundin wissen.  „Ach, ich will den Katzen was mitbringen, Holz oder irgendwas Spannendes zum Schnuppern. Die riechen doch tagein-tagaus immer nur das Gleiche rund ums Haus.“ Den Blick, den sie mir zuwirft, erkenne ich sofort – sie hat gerade einen „Mieser-Katzenmama-Moment“ und denkt an ihren vernachlässigten Kater, der zuhause wartet und NIE ein Mitbringsel bekommt. Tja, so ist das eben, wenn man so unachtsam ist. Ätsch.
Kann ja nicht jeder so fürsorglich sein wie ich.

Ich entscheide mich zum Einstieg ins feline Nasenkino für 2 Tannenzapfen, ein Stück leicht angemodertes Holz und einen ausgewaschenen Ast.
Das riecht bestimmt nach fernen Ländern, Freiheit und Abenteuern.
Die Katzen werden vor Begeisterung und Dankbarkeit in den Pfötchenstand springen – ga!-ran!-tiert!

Zuhause angekommen, breite ich die Beute in Erwartung eines miezschen Freudentaumels auf der Terrasse aus. Frau Schmitz kommt sogleich neugierig herangerast, wirft den Geschenken en passant einen mäßig interessierten Blick zu und umgarnt lautstark schnurrend das Hundetier. Schließlich war Heidi Herrlich mindestens 100 Jahre 30 Minuten weg und wurde schmerzlich vermisst. Ich selbst ernte einen ebenso beiläufigen Blick wie meine Forst-Mitbringel und schon wirft sich die Schmitzekatze wieder unter den Rosenbusch zum Weiterschlummern. Na toll. Das läuft ja.

Auch Frollein Fritzi kommt vorbeigerast, findet aber den fröhlich flatternden Schmetterling deutlich spannender als meine Holzstücke. Sie pustet kurz in ihr Jagdhorn und saust dem Falter in mörderischer Absicht hinterher. Ja. Tschüss dann.

„Herr Tiger, guck‘ mal was ich dir mitgebracht habe“ versuche ich nun dem Kater meine Aufmerksamkeit schmackhaft zu machen. Zum Glück ist der Herr deutlich freundlicher als seine 2 Mitbewohnerinnen und schnuppert zumindest mal höflich an den Gaben. „Gell, das riecht TOLL, oder?“ begeistere ich mich über meine eigene kreative Tat. Der Kater hält nochmal kurz die Nase an die Zapfen, verzieht gelangweilt das Gesicht und latscht in die Küche. Heidi Herrlich gesellt sich zu Frau Schmitz zum Mittagsschläfchen und ich glotze debil auf Zapfen und Hölzer.

Nun ja, in Sachen Dankbarkeit und überschäumener Begeisterung ist da in allen 3 Katzen- F(ä/e)llen wohl noch deutlich Luft nach oben. Ich muss mich halt einfach mehr anstrengen. Ich miese Katzenmama.
Echt jetzt mal.

Mehr Geschichten von Hund, Katz und Frau Mohr gibts HIER!


Du willst mehr „Mohr“? Das gibt’s in meinem kostenlosen Newsletter – HIER registrieren!
Du willst NOCH mehr Mohr? Kein Problem, Frau Mohr ist käuflich. Rent-A-Mohr. Mehr Infos? HIER

Möhrchensuppe gegen hündischen Magenmist – Nicht verzagen, Herrn Moro fragen!

3 Tage war die Heidi krank, nun kotzt sie nimmer, Gottseidank!


Wenn ein Tag damit beginnt, dass sich das Hundetier ächzend aus dem Bettchen erhebt, in den Flur stakst und dort unter einem krächzenden „Puärks“ die Dielenritzen des Holzbodens mit seinem Mageninhalt verfüllt, dann ist die morgendliche Mohrlaune eher verhalten. Wenn das Hundetier dieses Verhalten für die Dauer des kommendes Tages fortsetzt, auch der hintere Output eher Kompottkonsistenz hat und das Tier zusätzlich auch seinen Napf nur mit gerümpfter Nase anguckt statt ihn wie üblich leerzuschlabbern, setzt das recht schnell den Sorgenmutti-Modus in meiner Hirnstube in Gang.
Zu Hülf, das Kind ist krank!

Zusätzlich zu einem um!-ge!-henden Transport in die örtliche Tierklinik zur Magentransplantation und Kunstdarm-Einpflanzung fällt mir wieder ein, dass ich – seinerzeit noch hundelos – bei meiner geschätzten Bloggerkollega Heidi Schmitt mal was von einer wundersamen Möhrensuppe gelesen habe, die fiesen caninen Darmbakterien schonend, aber schnell den Garaus machen soll (wer das auch mal lesen möchte – hier, bitte: „Die Wunderwelt des Möhrchens“)

Da ich das Futter für Heidi selbst koche („Kein Wunder, dass der Hund kotzen muss!“ – „Ruhe in den hinteren Reihen!“), habe ich ohnehin immer einen Beutel Biomöhrchen im Kühlschrank. Und so werden die orangen Stängelchen heute dann halt mal stuuuundenlang gekocht statt wie sonst einfach nur gedämpft und püriert. Denn gerade die lange Kochzeit ist wohl das Geheimnis. Dadurch werden in den Möhrchen sog. „Oligogalakturonsäuren“ freigesetzt, und diese ominösen Dinger verhindern, dass die hundedarmquälenden Bakterien an dessen Darmwand kleben bleiben. Und wer sich nicht an der Darmwand festkrallen kann, der wird beim nächsten Abwasch ins Freie gespült und kann keinen Schaden mehr anrichten. Klingt komisch, ist aber so. Kurz: Alles raus, was keine Miete zahlt.

Mit Mr. Terrormix kann man das Süppchen auch ganz unkompliziert köcheln, weil nix überläuft, anbrennt oder sonstwie Nervkram verursacht. Selbstredend geht’s aber auch im normalen Kochpott.

Zutaten
500 g Bio-Möhren (geschält gewogen)
1100 g Wasser
1/2 Teelöffel Salz

Und los geht’s – Möhrchensuppe ahoi!

Zubereitung
Die Möhren in Stücke schneiden und in den Mixtopf schnipsen, dann mit Wasser aufgießen und auf 80 Minuten/100 Grad/Stufe 2 stellen. Den Messbecher nehme ich ab und stelle das Garkörbchen als Spritzschutz auf den Deckel. Ich bilde mir ein, dass das Wasser so besser verkocht. Kann man machen, muss man aber nicht.

In den meisten Rezepten wird weniger Wasser verwendet, die Möhren am Ende püriert und wieder mit Wasser auf insgesamt 1 Liter aufgegossen. So richtig hat sich mir der Sinn dieses Prozederes aber nicht erschlossen. Wenn ich die Möhren so wie o. a. koche, ergibt das am Ende eine kompottähnliche Pampe, die noch Salz gewürzt wird. Wer mag, kann die Magenmöhrchen ggf. noch kurz auf Stufe 6 oder 7 weiter vermusen oder gleich so verfüttern.

Selbstverständlich funktioniert das Ganze auch im Kochtopf, dann eben die Möhrchen mit dem Wasser 80 Minuten kochen und hinterher mit dem Pürierstab bearbeiten.

Pur serviert rümpfte mein pelziger Suppenkasper allerdings die Nase angesichts dieser drögen Mahlzeit, also habe ich die Möhrchen mit ein wenig Kartoffelstampf, gekochtem Hühnchen und einem TL Hüttenkäse kredenzt – und siehe da, nach 2 Tagen war die Magen- und Darmpest Geschichte.

Seitdem habe ich immer eine Ladung Möhrchensuppe in Eiswürfelformen eingefroren und Heidi bekommt bei jeder Mahlzeit einen dieser Oligogalakturonsäurenquader ins Futter. Sollte sich nochmal ein Bakterium ins Hundegedärm schleichen, bekommt es dadurch hoffentlich gleich den Ausgang gezeigt. Und wenn es nicht hilft, dann schadet es zumindest nicht.
Sind ja schließlich nur Möhrchen.

Ach ja – was nicht unerwähnt bleiben sollte…selbstredend wirken die Magenmöhrchen auch bei kranken Zweibeinern allerbestens und sollten zumindest mal versucht werden, bevor man mit der Pharmakeule zuschlägt.

Und wenn die Katzenviecher nicht so wären, wie sie nun mal sind („Igitt! Den Scheiß kannste selber fressen!“ Man kennt das), könnte die Möhrchensuppe auch bei maladen Katzen zum Einsatz kommen.
Theoretisch.


Du willst mehr „Mohr“? Das gibt’s in meinem kostenlosen Newsletter – HIER registrieren!
Du willst NOCH mehr Mohr? Kein Problem, Frau Mohr ist käuflich. Rent-A-Mohr. Mehr Infos? HIER