[mohrlaufen] Und täglich grüßt das „Nochmalvonvorne“-Tier

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Courage does not always roar.
Sometimes courage is the quiet voice at the end of the day saying „I will try again tomorrow“

                                                                                (Mary Anne Radmacher)

Mein glorreicher Plan, wieder regelmäßig die Laufschuhe zu schnüren und damit mein zermürbendes Kopfkarussell in Schach zu halten und die Laune zu heben, war/ist im Grunde ein verdammt guter.
Blöde nur, dass ich ihn nicht eingehalten habe.

Obwohl sich durch das Sporteln an der frischen Luft tatsächlich sowas wie ein Hauch von Zuversicht in meine Hirnstube eingeschlichen hat, machten mir nach nur 4 Laufeinheiten dramatische, unüberwindbare Katastrophen wie „kein Kaffee mehr im Haus!“, blödes Wetter, doofe Haare oder ein volles Katzenklo die Fortführung meiner Lauftherapie ab!-so!-lut! unmöglich. „Ich kann heute beim besten Willen nicht laufen, ich muss schließlich noch Katzen füttern, Olivenöl kaufen und den Briefkasten leeren. Und zwei E-Mails schreiben. Von der Buntwäsche mal ganz zu schweigen. Und dann muss ich ja auch noch heulen, Trübsal blasen und im Elend versinken. Wann soll ich denn bei so einem vollen Programm bitteschön noch für eine GANZE halbe Stunde an die frische Luft gehen können? 30 ganze lange Minuten lang?
Ausgeschlossen.“

Und so plätscherten die lauflosen Wochen nur so dahin, und antiproportional zu jedem einzelnen Nichtläufchen (und dem zusätzlichen Schleifenlassen meiner anderen Maßnahmen – also wenn schon antriebslos, dann richtig!) schraubte sich auch die Stimmung täglich immer noch ein winziges Schrittchen tiefer in den Keller.

Eine der zahlreichen, mehr oder weniger bahnbrechenden Erkenntnisse im zähen Ringelpiez mit der Psychokirmes lautet also: „Wenn man etwas tut, wird’s nicht immer schlagartig besser. Aber – wenn man GAR NIX tut, wird es auf jeden Fall SCHLIMMER.“

Und da sich so langsam nun doch die Furcht davor breitmacht, so tief in den Launesumpf abzurutschen, dass am Ende überhaupt kein Emporkommen mehr möglich ist (oder nur unter Zuhilfenahme der mir schon mehrfach aufgedrängten und immer wieder abgelehnten Psychopharmaka – „Nein, meine Pharmasuppe ess‘ ich nicht!“), wird ab sofort wieder gelaufen.

Vielleicht kann die Zeit ja tatsächlich Wunden heilen (behauptet man ja zumindest), aber ziemlich sicher heilt die Zeit keine kaputten Hirnstuben. Zumindest meine nicht. Da muss man der Zeit wohl doch das ein oder andere Hilfsmittel an die Hand geben. Und dranbleiben, auch wenn es nicht sofort Wirkung zeigt. Horrido! Ist ja nicht so, dass ich im „Anfangen“ keine Routine hätte.
Hoch das Bein.

Eine nette Blogleserin schrieb mir in einer zauberhaften Mail „Ja. Es kostet Kraft, aber es scheint auch den Depris die Kraft zu nehmen.“ Bitte sehr. Ich bin dabei. Und so stehen nun am Nachmittag trotz „Wetter“ und „Buntwäsche“ und „doofer Haare“ nun endlich wieder 30 verschwitzte, verschnaufte Minuten auf der Uhr, ich fühle mich zumindest nicht schlechter als vorher und am Ende des Tages resümiere ich:
„Hab‘ heute nur zweimal geheult, bin nur einmal ganz kurz verzweifelt und wollte mich den ganzen Tag über kein einziges Mal umbringen.“
Läuft.


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Möhrchensuppe gegen hündischen Magenmist – Nicht verzagen, Herrn Moro fragen!

3 Tage war die Heidi krank, nun kotzt sie nimmer, Gottseidank!


Wenn ein Tag damit beginnt, dass sich das Hundetier ächzend aus dem Bettchen erhebt, in den Flur stakst und dort unter einem krächzenden „Puärks“ die Dielenritzen des Holzbodens mit seinem Mageninhalt verfüllt, dann ist die morgendliche Mohrlaune eher verhalten. Wenn das Hundetier dieses Verhalten für die Dauer des kommendes Tages fortsetzt, auch der hintere Output eher Kompottkonsistenz hat und das Tier zusätzlich auch seinen Napf nur mit gerümpfter Nase anguckt statt ihn wie üblich leerzuschlabbern, setzt das recht schnell den Sorgenmutti-Modus in meiner Hirnstube in Gang.
Zu Hülf, das Kind ist krank!

Zusätzlich zu einem um!-ge!-henden Transport in die örtliche Tierklinik zur Magentransplantation und Kunstdarm-Einpflanzung fällt mir wieder ein, dass ich – seinerzeit noch hundelos – bei meiner geschätzten Bloggerkollega Heidi Schmitt mal was von einer wundersamen Möhrensuppe gelesen habe, die fiesen caninen Darmbakterien schonend, aber schnell den Garaus machen soll (wer das auch mal lesen möchte – hier, bitte: „Die Wunderwelt des Möhrchens“)

Da ich das Futter für Heidi selbst koche („Kein Wunder, dass der Hund kotzen muss!“ – „Ruhe in den hinteren Reihen!“), habe ich ohnehin immer einen Beutel Biomöhrchen im Kühlschrank. Und so werden die orangen Stängelchen heute dann halt mal stuuuundenlang gekocht statt wie sonst einfach nur gedämpft und püriert. Denn gerade die lange Kochzeit ist wohl das Geheimnis. Dadurch werden in den Möhrchen sog. „Oligogalakturonsäuren“ freigesetzt, und diese ominösen Dinger verhindern, dass die hundedarmquälenden Bakterien an dessen Darmwand kleben bleiben. Und wer sich nicht an der Darmwand festkrallen kann, der wird beim nächsten Abwasch ins Freie gespült und kann keinen Schaden mehr anrichten. Klingt komisch, ist aber so. Kurz: Alles raus, was keine Miete zahlt.

Mit Mr. Terrormix kann man das Süppchen auch ganz unkompliziert köcheln, weil nix überläuft, anbrennt oder sonstwie Nervkram verursacht. Selbstredend geht’s aber auch im normalen Kochpott.

Zutaten
500 g Bio-Möhren (geschält gewogen)
1100 g Wasser
1/2 Teelöffel Salz

Und los geht’s – Möhrchensuppe ahoi!

Zubereitung
Die Möhren in Stücke schneiden und in den Mixtopf schnipsen, dann mit Wasser aufgießen und auf 80 Minuten/100 Grad/Stufe 2 stellen. Den Messbecher nehme ich ab und stelle das Garkörbchen als Spritzschutz auf den Deckel. Ich bilde mir ein, dass das Wasser so besser verkocht. Kann man machen, muss man aber nicht.

In den meisten Rezepten wird weniger Wasser verwendet, die Möhren am Ende püriert und wieder mit Wasser auf insgesamt 1 Liter aufgegossen. So richtig hat sich mir der Sinn dieses Prozederes aber nicht erschlossen. Wenn ich die Möhren so wie o. a. koche, ergibt das am Ende eine kompottähnliche Pampe, die noch Salz gewürzt wird. Wer mag, kann die Magenmöhrchen ggf. noch kurz auf Stufe 6 oder 7 weiter vermusen oder gleich so verfüttern.

Selbstverständlich funktioniert das Ganze auch im Kochtopf, dann eben die Möhrchen mit dem Wasser 80 Minuten kochen und hinterher mit dem Pürierstab bearbeiten.

Pur serviert rümpfte mein pelziger Suppenkasper allerdings die Nase angesichts dieser drögen Mahlzeit, also habe ich die Möhrchen mit ein wenig Kartoffelstampf, gekochtem Hühnchen und einem TL Hüttenkäse kredenzt – und siehe da, nach 2 Tagen war die Magen- und Darmpest Geschichte.

Seitdem habe ich immer eine Ladung Möhrchensuppe in Eiswürfelformen eingefroren und Heidi bekommt bei jeder Mahlzeit einen dieser Oligogalakturonsäurenquader ins Futter. Sollte sich nochmal ein Bakterium ins Hundegedärm schleichen, bekommt es dadurch hoffentlich gleich den Ausgang gezeigt. Und wenn es nicht hilft, dann schadet es zumindest nicht.
Sind ja schließlich nur Möhrchen.

Ach ja – was nicht unerwähnt bleiben sollte…selbstredend wirken die Magenmöhrchen auch bei kranken Zweibeinern allerbestens und sollten zumindest mal versucht werden, bevor man mit der Pharmakeule zuschlägt.

Und wenn die Katzenviecher nicht so wären, wie sie nun mal sind („Igitt! Den Scheiß kannste selber fressen!“ Man kennt das), könnte die Möhrchensuppe auch bei maladen Katzen zum Einsatz kommen.
Theoretisch.


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„Ein Hund namens Brötchen“ von Heidi Schmitt. Kaufbefehl!

„Artikel: Hund, weiblich, farblich sortiert
Alter: 2 Jahre
Zustand: Gebraucht, einige Gebrauchsspuren, leicht angestoßen
Kenntnisse: Italienisch (nicht in Wort und Schrift), Buddeln, Springen, Herzensbildung
Erziehungsberechtigte: s.o.“

Am 04.12.14 las ich bei Facebook die o.g. Statusmeldung, schaute mir dazu das Foto an und dachte äußerst tiefsinnig „Aha, Frau Schmitt hat also jetzt einen Hund.“
Einen ganz schön niedlichen Hund, mit riesigen Knopfaugen und lustigen Lappen-Ohren sogar. Kurze Zeit später erfuhr ich dann auch ihren Namen – „Panini“.
Ein Brötchen.
Wie lustig.

Nun ist es natürlich nicht schwierig, mein Herz zu erobern, wenn man a) ein Tier und b) niedlich, schrullig oder sonstwie besonders ist, aber im Laufe der nächsten Tage habe ich mich bereits in Panini verliebt. Über jede Neuigkeit dieses putzigen Brötchens habe ich mich gefreut wie ’ne Schneekönigin, und als Heidi dann (e-heeeendlich! jetzt mal hier) ihren Hundeblog „kommstdu-hierher“ gestartet hat, war ich lesefreudiger Fan der ersten Stunde. Leider waren die ersten Monate und Jahre mit Panini für Heidi oft nicht besonders spaßig wegen zahlreicher schwerwiegender Hunde-Malaisen und entsprechend ernst waren die Artikel mitunter, aber auch voller Liebe zu diesem italienischen Hundetier und „trotzdem“ mit ganz viel Witz –  und ich habe mitgelesen, mitgezittert und mitgeliebt.

Jetzt kommt endlich, endlich, endlich das schon längst (!) überfällige E-Book „Ein Hund namens Brötchen“ in die Welt, mit 30 zum Teil brandneuen Paninigeschichten für schmale € 2,99 – und ich hatte nicht nur die übergroße Ehre, das Coverfoto zu knipsen, sondern auch vorab schon mal reinzuschmökern. Ich kann euch daher absolut nicht empfehlen, das Buch zu kaufen…nein, vielmehr rate ich es euch DRINGEND, ja, wenn ich könnte, würde ich es sogar befehlen!

Die Anekdoten sind witzig, lehrreich, weise, philosophisch – und selbst die „Ich-hab-schon-50-Jahre-Hunde“-Fraktion wird garantiert noch einiges lernen können. Man lernt nebenher beim Schmökern so einiges über Dinge wie „Dödeln“ und Kriebelmücken, über das tägliche Miteinander mit so einem Hundetier, verrückten und herzlichen Begegnungen und anderen Abenteuern,
Und man lernt ganz viel über die Liebe.

„Ein Hund namens Brötchen“ von Heidi Schmitt. Kauft es. Echt jetzt mal.
Wo? HIER! – [Klick!]


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