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Möhrchensuppe gegen hündischen Magenmist – Nicht verzagen, Herrn Moro fragen!

3 Tage war die Heidi krank, nun kotzt sie nimmer, Gottseidank!


Wenn ein Tag damit beginnt, dass sich das Hundetier ächzend aus dem Bettchen erhebt, in den Flur stakst und dort unter einem krächzenden „Puärks“ die Dielenritzen des Holzbodens mit seinem Mageninhalt verfüllt, dann ist die morgendliche Mohrlaune eher verhalten. Wenn das Hundetier dieses Verhalten für die Dauer des kommendes Tages fortsetzt, auch der hintere Output eher Kompottkonsistenz hat und das Tier zusätzlich auch seinen Napf nur mit gerümpfter Nase anguckt statt ihn wie üblich leerzuschlabbern, setzt das recht schnell den Sorgenmutti-Modus in meiner Hirnstube in Gang.
Zu Hülf, das Kind ist krank!

Zusätzlich zu einem um!-ge!-henden Transport in die örtliche Tierklinik zur Magentransplantation und Kunstdarm-Einpflanzung fällt mir wieder ein, dass ich – seinerzeit noch hundelos – bei meiner geschätzten Bloggerkollega Heidi Schmitt mal was von einer wundersamen Möhrensuppe gelesen habe, die fiesen caninen Darmbakterien schonend, aber schnell den Garaus machen soll (wer das auch mal lesen möchte – hier, bitte: „Die Wunderwelt des Möhrchens“)

Da ich das Futter für Heidi selbst koche („Kein Wunder, dass der Hund kotzen muss!“ – „Ruhe in den hinteren Reihen!“), habe ich ohnehin immer einen Beutel Biomöhrchen im Kühlschrank. Und so werden die orangen Stängelchen heute dann halt mal stuuuundenlang gekocht statt wie sonst einfach nur gedämpft und püriert. Denn gerade die lange Kochzeit ist wohl das Geheimnis. Dadurch werden in den Möhrchen sog. „Oligogalakturonsäuren“ freigesetzt, und diese ominösen Dinger verhindern, dass die hundedarmquälenden Bakterien an dessen Darmwand kleben bleiben. Und wer sich nicht an der Darmwand festkrallen kann, der wird beim nächsten Abwasch ins Freie gespült und kann keinen Schaden mehr anrichten. Klingt komisch, ist aber so. Kurz: Alles raus, was keine Miete zahlt.

Mit Mr. Terrormix kann man das Süppchen auch ganz unkompliziert köcheln, weil nix überläuft, anbrennt oder sonstwie Nervkram verursacht. Selbstredend geht’s aber auch im normalen Kochpott.

Zutaten
500 g Bio-Möhren (geschält gewogen)
1100 g Wasser
1/2 Teelöffel Salz

Und los geht’s – Möhrchensuppe ahoi!

Zubereitung
Die Möhren in Stücke schneiden und in den Mixtopf schnipsen, dann mit Wasser aufgießen und auf 80 Minuten/100 Grad/Stufe 2 stellen. Den Messbecher nehme ich ab und stelle das Garkörbchen als Spritzschutz auf den Deckel. Ich bilde mir ein, dass das Wasser so besser verkocht. Kann man machen, muss man aber nicht.

In den meisten Rezepten wird weniger Wasser verwendet, die Möhren am Ende püriert und wieder mit Wasser auf insgesamt 1 Liter aufgegossen. So richtig hat sich mir der Sinn dieses Prozederes aber nicht erschlossen. Wenn ich die Möhren so wie o. a. koche, ergibt das am Ende eine kompottähnliche Pampe, die noch Salz gewürzt wird. Wer mag, kann die Magenmöhrchen ggf. noch kurz auf Stufe 6 oder 7 weiter vermusen oder gleich so verfüttern.

Selbstverständlich funktioniert das Ganze auch im Kochtopf, dann eben die Möhrchen mit dem Wasser 80 Minuten kochen und hinterher mit dem Pürierstab bearbeiten.

Pur serviert rümpfte mein pelziger Suppenkasper allerdings die Nase angesichts dieser drögen Mahlzeit, also habe ich die Möhrchen mit ein wenig Kartoffelstampf, gekochtem Hühnchen und einem TL Hüttenkäse kredenzt – und siehe da, nach 2 Tagen war die Magen- und Darmpest Geschichte.

Seitdem habe ich immer eine Ladung Möhrchensuppe in Eiswürfelformen eingefroren und Heidi bekommt bei jeder Mahlzeit einen dieser Oligogalakturonsäurenquader ins Futter. Sollte sich nochmal ein Bakterium ins Hundegedärm schleichen, bekommt es dadurch hoffentlich gleich den Ausgang gezeigt. Und wenn es nicht hilft, dann schadet es zumindest nicht.
Sind ja schließlich nur Möhrchen.

Ach ja – was nicht unerwähnt bleiben sollte…selbstredend wirken die Magenmöhrchen auch bei kranken Zweibeinern allerbestens und sollten zumindest mal versucht werden, bevor man mit der Pharmakeule zuschlägt.

Und wenn die Katzenviecher nicht so wären, wie sie nun mal sind („Igitt! Den Scheiß kannste selber fressen!“ Man kennt das), könnte die Möhrchensuppe auch bei maladen Katzen zum Einsatz kommen.
Theoretisch.


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