Schlagwort-Archive: Sport statt Psychopharmaka

[mohrgedanken] Kopfsalat und Psychobimbam

Photo by Kristina Flour on Unsplash

„Wer seine Haut zu Markte trägt, muss damit rechnen, dass sie gegerbt wird.“


Meine nervige Psychokirmes alias „Agent Depression“ hält mich nach wie vor mal mehr, mal weniger fest im Schwitzkasten – und da ich nun mal eine tippfreudige Schreibmaschine bin, hätte ich natürlich auch hier nicht selten das Bedürfnis, so frank und frei darüber zu schreiben wie auch von meinen Fellkindern, den Wanderungen oder anderen absolut schwerstintellektuellen Themen. Schließlich ist ja Schreiben auch therapeutisch, auf ne Art.

Allerdings graust es mich bei so einem persönlichen Thema dann doch ein wenig vor der unkontrollierten Öffentlichkeit und deshalb bekommen nun alle Beiträge zum Thema „Kopfsalat & Psychobimbam“ erstmal bis auf weiteres ein Passwort.
Jeder, der bei diesem Thema mitschmökern möchte, bekommt das elektronische Schlüsselchen selbstredend ratzfatz per Mail, PN oder sonstigem Wege – schreibt mich einfach an, ich freu‘ mich über jeden Leser. Nur mag ich meine Haut eben nicht so ganz nackig zum Gerben freigeben – ist bei diesem Wetter auch einfach zu kühl.


Was bisher geschah…
„Und sie bewegt sich doch!“ – KLICK!
„Herr Boykott und Frollein Redlich“ – KLICK!
„Sich regen bringt Segen“ – KLICK!


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[mohrlaufen] Und täglich grüßt das „Nochmalvonvorne“-Tier

Photo by Smart on Unsplash


Courage does not always roar.
Sometimes courage is the quiet voice at the end of the day saying „I will try again tomorrow“

                                                                                (Mary Anne Radmacher)

Mein glorreicher Plan, wieder regelmäßig die Laufschuhe zu schnüren und damit mein zermürbendes Kopfkarussell in Schach zu halten und die Laune zu heben, war/ist im Grunde ein verdammt guter.
Blöde nur, dass ich ihn nicht eingehalten habe.

Obwohl sich durch das Sporteln an der frischen Luft tatsächlich sowas wie ein Hauch von Zuversicht in meine Hirnstube eingeschlichen hat, machten mir nach nur 4 Laufeinheiten dramatische, unüberwindbare Katastrophen wie „kein Kaffee mehr im Haus!“, blödes Wetter, doofe Haare oder ein volles Katzenklo die Fortführung meiner Lauftherapie ab!-so!-lut! unmöglich. „Ich kann heute beim besten Willen nicht laufen, ich muss schließlich noch Katzen füttern, Olivenöl kaufen und den Briefkasten leeren. Und zwei E-Mails schreiben. Von der Buntwäsche mal ganz zu schweigen. Und dann muss ich ja auch noch heulen, Trübsal blasen und im Elend versinken. Wann soll ich denn bei so einem vollen Programm bitteschön noch für eine GANZE halbe Stunde an die frische Luft gehen können? 30 ganze lange Minuten lang?
Ausgeschlossen.“

Und so plätscherten die lauflosen Wochen nur so dahin, und antiproportional zu jedem einzelnen Nichtläufchen (und dem zusätzlichen Schleifenlassen meiner anderen Maßnahmen – also wenn schon antriebslos, dann richtig!) schraubte sich auch die Stimmung täglich immer noch ein winziges Schrittchen tiefer in den Keller.

Eine der zahlreichen, mehr oder weniger bahnbrechenden Erkenntnisse im zähen Ringelpiez mit der Psychokirmes lautet also: „Wenn man etwas tut, wird’s nicht immer schlagartig besser. Aber – wenn man GAR NIX tut, wird es auf jeden Fall SCHLIMMER.“

Und da sich so langsam nun doch die Furcht davor breitmacht, so tief in den Launesumpf abzurutschen, dass am Ende überhaupt kein Emporkommen mehr möglich ist (oder nur unter Zuhilfenahme der mir schon mehrfach aufgedrängten und immer wieder abgelehnten Psychopharmaka – „Nein, meine Pharmasuppe ess‘ ich nicht!“), wird ab sofort wieder gelaufen.

Vielleicht kann die Zeit ja tatsächlich Wunden heilen (behauptet man ja zumindest), aber ziemlich sicher heilt die Zeit keine kaputten Hirnstuben. Zumindest meine nicht. Da muss man der Zeit wohl doch das ein oder andere Hilfsmittel an die Hand geben. Und dranbleiben, auch wenn es nicht sofort Wirkung zeigt. Horrido! Ist ja nicht so, dass ich im „Anfangen“ keine Routine hätte.
Hoch das Bein.

Eine nette Blogleserin schrieb mir in einer zauberhaften Mail „Ja. Es kostet Kraft, aber es scheint auch den Depris die Kraft zu nehmen.“ Bitte sehr. Ich bin dabei. Und so stehen nun am Nachmittag trotz „Wetter“ und „Buntwäsche“ und „doofer Haare“ nun endlich wieder 30 verschwitzte, verschnaufte Minuten auf der Uhr, ich fühle mich zumindest nicht schlechter als vorher und am Ende des Tages resümiere ich:
„Hab‘ heute nur zweimal geheult, bin nur einmal ganz kurz verzweifelt und wollte mich den ganzen Tag über kein einziges Mal umbringen.“
Läuft.


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