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[mohrbacken] Sirup-Frühstückskuchen

Wer die cellophanverpackten rechteckigen Frühstückskuchen aus dem Supermarkt mag, der wird auch ein Herz für dieses süßklebrige, würzige Backwerk haben. Konsistenz und Kruste sind zwar etwas anders als beim Industrie-Pendant, aber nicht minder lecker – und man weiß, was drin ist.

Beim Backen dachte ich mir ganz  kurz „Hey, der Kuchen ist ja sogar fettfrei!“ und war schon gewillt, das gute Stück in den gängigen Läufergruppen als „süßes Sportlerbrot“ anzupreisen – nur um den Kuchen dann nach kurzem Nachdenken und Blick auf die Zuckermenge fix wieder vom gesunden Vollwerkost-Pferd zu heben. Aber nun. Wir sind ja hier schließlich auch in der Weihnachtsbäckerei und nicht im Athleten-Camp.

Wer die Kandis-Knöpfchen aus dem letzten Rezept schon getestet hat, hat sicher noch ein paar Krümelkandis-Reste übrig, die hier den Sirupkuchen belagern dürfen. Alternativ tut’s aber auch schnöder Hagelzucker.

Zutaten:
150 g Zuckerrübensirup
100 g Rohrohrzucker
360 g Dinkelmehl Typ 630
10 g Weinsteinbackpulver

2 TL Gewürz (Gemisch aus Zimt, Kardamom, Koriander, Ingwer, Nelken…was man halt so gerade da hat)
1 Prise Salz
200 ml Hafermilch
2 TL Krümelkandis

Und los geht’s!
Backofen auf 160 Grad vorheizen, eine 25 cm Kastenform einfetten und mit Paniermehl oder gemahlenen Nüssen ausstreuen.

So geht’s im Thermomix:
Zuckerrübensirup und Zucker in den Mixtopf geben und 2 Min. bei 37 Grad auf Stufe 3,5 cremig rühren. Mehl, Backpulver, Gewürze und Milch zufügen 1,5 Minuten im Teigmodus zu einem Teig kneten.

So geht’s im Handbetrieb:
Mehl, Backpulver, Gewürze, Salz sieben, Zucker zufügen und miteinander vermischen. Mit einem Löffel die Milch und den Sirup unterziehen.

Und so geht’s weiter:
Den recht klebrig-zähen Teig in die Kastenform füllen, glattstreichen, mit dem Krümelkandis bestreuen und für ca. 60-70 Minuten in den Ofen schicken.

Ca. 30 Minuten in der Form auskühlen lassen, dann rausnehmen und auf einem Gitterrost komplett abkühlen lassen.

Am besten schmeckt der Kuchen, wenn man ihn mindestens 1 Tag in Papier oder Alufolie eingewickelt ruhen lässt, 2 Tage ist sogar noch besser. Ungeduldige Schleckermäuler können natürlich auch direkt losfuttern.

Von der Beschaffenheit ist das Backwerk irgendwo zwischen Kuchen und Brot angesiedelt und von ziemlich fester Konsistenz. Es taugt zum Frühstück mit Marmelade genauso gut wie pur als Verpflegung bei einer langen Winterwanderung.


Das Rezept zum Runterladen und Ausdrucken gibt’s im Mohrbrief. Also – registrieren! Kost‘ nix!

[mohrbacken] Kandis-Knöpfchen

Advent, Advent, der Ofen brennt!
Da die lahmarschigen Götter mir trotz mehrfacher Aufforderung immer noch keinen 48-Stunden-Tag genehmigt haben, gibt es leider in diesem Jahr keinen Adventsmohr – aber ein paar Rezepte waren ja schon fertig und die sollen nicht in der Schublade vermodern. Darum gibt es heute Kandis-Knöpfchen für alle – und dafür heißen wir gleich eine neue Zutat in meinem Backprogramm willkommen:

„Hallo Krümelkandis!“

Die knusprigen Zuckerklümpchen kennt man vermutlich eher zum Süßen von Tee, aber hier geben sie den Plätzchen eine süße, krokantige Knuspernote.

Übrigens kannten die alten Araber Kandis bereits im 9. Jahrhundert und das süße Zeugs wurde von Augen-Ärzten als Heilmittel eingesetzt. In unseren Backwerken hat der Krümelkandis allerdings keine medizinische Funktion, seine Aufgabe ist „Leckersein!“

Und das erfüllt er mit Bravour. Knusper, knusper, Knäuschen…wir haben Kandis in unserem Häuschen…

Zutaten:

180 g Dinkelmehl Typ 630
20 g Speisestärke
100 g Zucker
180 g Margarine
2 EL Rum
½ TL Zimt
¼ TL Muskat
200 g gehackte Mandeln
150 g Krümelkandis

Zartbitterkuvertüre zum Anhübschen

So geht’s im Thermomix:

Mehl, Speisestärke, Zucker und Gewürze in den Mixtopf geben, Margarine in Stückchen dazugeben und alles 10 Sekunden auf Stufe 4 verrödeln. Dann Mandeln und Kandis dazu gesellen und alles nochmal 15 Sekunden auf Stufe 4 im Linkslauf zusammendängeln.

Den Teig ggf. nochmal kurz mit der Hand durchkneten, einfach weil sich die Kandisklümpchen so lustig und rauh anfühlen in der Hand.

So geht’s im Handbetrieb:

Mehl, Speisestärke, Zucker und Gewürze in eine Schüssel sieben, die Margarine in kleinen Flöckchen darüber verteilen und entweder mit dem Knethaken des Handmixers oder gleich stromlos mit den Händen zu einem Teig verkneten. Wenn die Masse anfängt, sich zu einem Teig zu verbinden, Mandeln und Kandis zugeben und gut unterkneten.

Und so geht’s danach weiter:

Teig zu einer Kugel oder Rollen formen und abgedeckt im Kühlschrank parken – mindestens über Nacht, gut und gerne auch länger.

Backofen auf 180°C vorheizen.

Aus dem Teig kleine Bällchen formen, aufs Blech setzen, für ca. 14-15 Minuten in den Ofen schicken und herausnehmen, wenn sie eine leichte Bräunung angenommen haben. Die Bällchen sollten nach dem Backen unbedingt eine Weile auf dem Blech abkühlen lassen, bevor man sie herunternimmt, frisch aus’m Ofen sind die Bällchen noch sehr bröselig und brauchen ’nen Moment, um einen  kühlen Kopf zu bekommen und über eine feste Bindung nachzudenken.

Wenn die Knöpfchen ausgekühlt sind, bekommen sie noch aus Zartbitterkuvertüre und dürfen nach in einer gut schließenden Blechdose schlummern und auf Weihnachten warten.

Das Rezept zum Runterladen und Ausdrucken für die Sammlung gibt’s im nächsten Mohrbrief – wer also noch kein Abo hat, sollte sich fix für den kostenlosen Newsletter anmelden!

[mohrbacken] Matcha-Knöpfchen

matchaschrippenIch bin von Natur aus ein Anti-Hipster – bei allem, was irgendwie und irgendwo neu auf dem Markt ist und als absolutes „Must-try“ gehyped wird, brummele ich stiesepimpelig vor mich hin und behaupte, dass Zeugs noch NIE gebraucht zu haben und überhaupt ist so ein Blödsinnstrend total überwertet. Böse Zungen unterstellen wir daher gelegentlich eine „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht“-Mentalität, die ich natürlich aufs Schärfste von mir weise.

Aber bei fast jeder Neuheit kommt dann bei mir irgendwann der Punkt, wo es dann wirklich JEDER hat und JEDER schwärmt und irgendwann stelle ich mich dann doch als allerletzter Nachzügler in die Trend-Reihe und mache/kaufe/probiere es eben doch. (Und stelle in den allermeisten Fällen hinterher fest, dass ich das mal besser doch gelassen hätte, weil es nicht schmeckt/wirkt/nützlich ist. Aber das steht dann wieder auf einem anderen Blatt…)

Vor ein paar Jahren war dank Hilde Attilamann ein fast schon unmoralisch überteuertes grünes Pulver namens Matcha in aller Munde und in allen Teetassen, und dem Hip-Gebräu wurden die wundersamsten Dinge nachgesagt. Nicht nur dass man dank des grünen Zeugs fortan ausschließlicher voller Energie und Motivation durch den Tag flattern werde, es ist auch noch unfassbar gesund und verjüngt den folgsamen Teetrinker innerhalb kürzester Zeit um JahrZEHNTE! Mindestens. „So ein Blödsinn, hab‘ ich noch nie gebraucht und wird total überbewertet…“ Und natürlich habe ich mir dann irgendwann eben doch ein Döschen Matcha gekauft, und erwartungsgemäß festgestellt, dass es mir nicht schmeckt, und ich weder fliegen kann noch aussehe wie 12.

Zum Wegwerfen oder Rumstehen-Lassen ist das Zeugs nun auch wieder zu schade, also habe ich das Pulver in süßen Plätzchen versteckt.

Zutaten:
150 g Dinkelmehl Typ 630
30 g Rohrohrzucker
1 Prise Salz
2 TL Matchapulver
100 g Margarine

1 EL Rohrzucker + 1 TL Zimt zum Wälzen

– ergibt ca. 30 Knöpfchen –

So geht’s im Terrormix:
Mehl, Zucker, Matcha und Salz in den Mixtopf geben. Die Margarine in Stücke schneiden, zu den trockenen Zutaten geben und 25 Sekunden auf Stufe 4 durchrödeln lassen.

So geht’s im Handbetrieb:
Margarine und Zucker schaumig rühren, Salz und Matcha und nochmals gut verrühren. Zum Schluss das Mehl zugeben und alles zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten.

Und so geht’s weiter:
Den Teig zu einer großen Kugel formen, abdecken und mindestens 1 Tag im Kühlschrank parken.

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Rohrohrzucker und Zimt in einer kleinen Schüssel mischen. Backblech einfetten oder mit bevorzugtem Anti-Haft-Material auslegen.

Von der Teigkugel mit einem Löffel kleine Portiönchen (ca. 10 g Teig) abstechen, zu kleinen Kugeln formen und im Zimtzucker wälzen. Aufs Blech setzen und mit einem Messerrücken 2 Kerben eindrücken, das gibt ein charmantes Muster.

Nun geht’s für ca. 15 Minuten in den Ofen. Die fertigen Kekse sind im heißen Zustand ziemlich brüchig – also erstmal ein wenig auskühlen lassen, bevor sie umgeparkt werden.

Allzu übereifrige Naschkatzen sollten sich zumindest einen Tag gedulden, dann sind die Kekse ein wenig durchgezogen.

Tja – und jetzt?
Sagen wir’s mal so – um die Kekse zu mögen, sollte man Matcha mögen. Ich finde, sie schmecken „ok“, aber eher wie frisch gemähtes Gras – matchaliebende Testmampfer hingegen waren begeistert. Ich für meinen Teil habe deswegen sowohl das Backwerk wie auch den restlichen Matcha verschenkt. Somit waren dann am Ende alle glücklich 😉

adventsmohrhd

Garantiert köstlich, einfach und gelingsicher sind hingegen die 24 Rezepte im Adventsmohr, dem „Adventkalender zum Selberbacken“, die vom 01.-24.12. in dein Postfach flattern könnten. Wie es geht , steht HIER!


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