Good day sunshine

Der Müßiggang als solcher erfreut sich ja eines eher schlechten Leumunds, steht er doch in dringendem Verdacht, für “aller Laster Anfang” verantwortlich zu sein. In besonderen Ausnahmefällen hat ausgiebige Trödelei aber auch etwas Gutes – da ich den kompletten Vormittag in der Blogosphäre verbummelt habe, hat der trübe Tag zu dem Zeitpunkt, als ich mich endlich vom Monitor weg Richtung Waldlauf losreißen kann, längst sein graues Trauer-Nebelkleid abgestreift und einen überraschend knackigen Sommerkörper enthüllt.

In Sekundenschnelle wechselt auch meine Stimmung von verhangener Herbstmelancholie zu spritziger Sommerfrische. Fro-ho-ho-gemut krame ich im Schrank nach der bereits zum Winterschlaf eingemotteten kurzen Funktions-Haute-Couture und freue mich, meine bereits angebleichte Epidermis durch ein (vielleicht letztes) Stelldichein mit Sonnestrahlen beglücken zu können.

Kurz: Titten raus, iss’ Sommer!

Hochsommerlich gewandet fröne ich dem Müßigkeit noch für die Zeitdauer einiger minimalster “Nur noch mal GANZ schnell da was einstellen. Und hier mal gucken. Und dort mal klicken” – und so neigt sich der Zeitmesser bereits stark Richtung Nachmittag, als ich Tanktop, Kurzbuxe, Sonnenbrille und den übrigen Rest von mir endlich in Bewegung setze.

Zugegeben, das nachmittägliche Sonnenlicht zeigt schon unterschwellig die heimelige Goldtönung des Herbstes, aber die Strahlen haben noch ordentlich Wumms und bestimmt lässt sich noch die ein oder andere Sommersprosse auf Nasenspitze rauskitzeln Gib’ Schub, Frollein UV!

Als Ursache für die gelbrötliche Laubdecke auf dem Waldboden schwindele ich mir ziemlich überzeugend “Sommerstürme” vor, und an die drohende frühe Dunkelheit mag ich noch nicht denken, solange sich die Sonne am blitzblauen Firmament so dermassen scheckig lacht und mir die Schweißtropfen auf der Netzhaut brennen.

Beim Sporteln gelingt mir zielsicher eine konsequente Beibehaltung des Tagestempos und so trödele ich mich im entspannten Müßiglauf durch den sonnendurchfluteten Forst. Am Ende der 14 km zähle ich zwei 2 Mückenstiche, 2,5 neue Sommersprossen und gefühlte zwölfzig Liter Schweissverlust. Und ignoriere die Gänsepelle unter der sparsamen Bekleidung. Wäre ja noch schöner.

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