Something for the pain

Hinterher hat man’s ja immer vorher schon gewusst. Und es wäre ja auch ein viel zu schönes Sommermärchen geworden, wenn mein Endorphin-Höhenflug tatsächlich auf unbestimmte Zeit angehalten hätte. Und überhaupt.
Nun ist es ja so, dass es in meinem maroden Knochenhaufen ständig irgendwo zwickt und sticht, da hör’ ich ja schon aus Prinzip gar nicht erst hin. Könnte ja jeder kommen. Da muss eine Verletzung schon laut und deutlich und konstant “Ey, Du dämliche Schnalle, ES TUT WEH, ich glaub’ es hackt hier!” pärren und mich wie wild am Rockzipfel zupfen um sich Gehör zu verschaffen. Dann besteht zumindest die leise Chance auf eine Audienz in meinem Hirnkasten.

Meine linke rechte (also..das andere “links”) Wade raunt mir zwar schon seit einer Weile leise weise Worte zu wie “Alles was man übertreibt verwandelt sich in Traurigkeit”, bislang wurde sie aber immer von den anderen zahlreichen Stimmen in meinem Kopf und dem leisen Gedudel der Star-Trek-Titelmelodie übertönt. Seit Sonntag jedoch hat sich das Biest wie ein tollwütiges Klammeräffchen in meinen Rockzipfel verkeilt und brüllt bei jedem Schritt “Ich bin da-haaaaaa! BEACHTE MICH!”

Während ich weiterhin dazu neige, das Schmerz-Äffchen angesichts des heiss ersehnten Bärenfelslaufs am Samstag vehement zu ignorieren und meinen grazilen Humpelgang zu perfektionieren, weht der Wind plötzlich Blätter ins Zimmer, auf denen in Schönschrift “Muskelfaserriss” steht – und mir wird ganz bänglich zumute. Ich atme tief durch, nehme einen Stift, streiche das gruselige Wort durch und schreibe “Laufpause” drüber.

Und darunter “Schokolade kaufen!”.
(12.07.12)

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