Aller süßen Dinge sind 3

Hätte man mir vor einem Jahr gesagt, dass zum heutigen Tage nicht nur eine, sondern gleich drei Miezekatzen unser Haus als ihren festen Wohnsitz angeben, hätte ich maximalamüsiert und ungläubig den Kopf geschüttelt. Aber zum einen kommt es im Leben halt oft anders als man denkt und zum anderen ist der Kopf bekanntermassen rund, damit das Denken die Richtung ändern kann und ich mich nicht um mein “Keine-Katze-niemals-nicht!”-Geschwätz von gestern kümmern muss.

Als Frau Schmitz hier Einzug gehalten hat, galt sie als “unverträglich mit Artgenossen”, was uns Zweibeinern sehr recht war – wollten wir ja ohnehin nur einer einzigen Samtpfote Obdach gewähren. Nachdem sich der Schmitzster aber mit diversen vierbeinigen Feriengästen sehr entspannt und beinahe gastfreundlich präsentiert hat und mein eigenes Herz mittlerweile voll und ganz im Vierpfötchentakt schlägt, kam es dann wie es vermutlich kommen musste – da war da dieser wunderhübsche Tigerkater, der schon ein ganzes Jahr in der Katzenhilfe wohnte und sich Menschen gegenüber bislang eher ängstlich bis uninteressiert gezeigt hat. Bei meinen Besuchen in seiner Pflegestelle haben wir uns nach und nach angefreundet und eines schönen kalten Wintertages liess sich Herr Tiger nicht nur von mir streicheln und das Bäuchlein kraulen, sondern leckte mir in einem Abwasch gleich noch die Nase ab. Damit war quasi der Mietvertrag unterschrieben und Herr Tiger durfte bei mir Einzug halten. Damit sich der gesellige Katzenmann mit Frau Schmitz als einziger Miezengesellschaft nicht einsam fühlte, durfte er eine kleine Freundin mitbringen – ein wunderhübsches scheues Wildlingsmädchen, das ebenfalls schon ein Jahr im Katzenhilfe-“Miezhaus” wohnte und bislang weder Menschenkontakt noch das Leben in einem Haushalt kennt. In Sachen “Herausforderung als Katzenanfänger” werden also keine halben Sachen gemacht, wir schöpfen aus den Vollen…Katzenzusammenführung und Wildlingszähmen in einem Rutsch.

Und so geschah es, dass vor knapp 1,5 Wochen 2 Transportkörbe mit zuckersüßem Inhalt in mein Haus getragen wurden – aus einem Korb streckte mir Herr Tiger schon seine kuschelweichen Pfötchen entgegen, aus dem anderen Korb schaute mich ein ängstliches bildschönes Augenpaar misstrauisch an.

Herr Tiger schubst die Box schon von innen mit der Nase an und begehrt die Freiheit, begrüsst mich kurz und realisiert dann “Huch! Hier war ich ja noch NIE! Das riecht aber komisch hier und wie das aussieht!” und verkrümelt sich sicherheitshalber in eine Höhle des Kratzbaumes. Sicher ist sicher.

Das bis dato namenlose Katzenmädchen bringt sich durch einen Sprung wie ein geölter Plüschblitz unters Bett in Sicherheit…und Frau Schmitz steckt umgehend ihre süße Neugiernase ins Zimmer, schnüffelt misstrauisch – und verliest den beiden neuen Mitbewohnern erstmal leise brummend die Hausordnung, damit erst gar keine Missverständnisse aufkommen, wer hier die Chefin ist. Sehr schlau, sowas klärt man immer am besten sofort.

Als die leeren Transportkörbe wieder hinausgetragen werden und sich die Haustüre schließt, schmunzele ich in mich rein – jetzt bin ich also die schrullige Tussi ohne Kinder mit 3 Katzen.

Nun ja. Könnte schlimmer kommen.

(21.02.14)

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