Von der Fütterung des Raubtiers

Seit Frau Schmitz bei uns eingezogen ist, lerne ich als “Katzenneuling” beinahe täglich dazu – über Katzen im Allgemeinen und über Frau Schmitz im Speziellen.

So habe ich zum Beispiel anfänglich durchaus überrascht festgestellt, dass Frau Schmitz  (im Gegensatz zu den Hunden, die ich kenne und die anstandslos alles fressen, was man ihnen kredenzt) ganz konkrete Futtervorlieben hat. Einige Futtersorten werden nur im schlimmsten Hungernotfall widerwillig in minimalsten Bröckchen mit langen Zähnen angelutscht und größtenteils unter Absingen empörtester Miau-Gesänge im Napf zurückgelassen. Manches Futter fällt wohl in die “Geht so!”-Kategorie und wird zwar leicht murrend, aber zumindest komplett gefuttert – und dann…dann gibt es noch das absolute Lieblingsfutter. Wenn ich den Dosendeckel zu dieser wunderbaren Köstlichkeit (aka “fieses Fleischgebröckel in Glibber”) auch nur einen Millimeter weit öffne, springt Frau Schmitz schon vor Vorfreude im Dreieck und gerne auch mal aus dem Stand bis auf die Küchenanrichte, um ihre plüschige Nase ungeduldig in die halbgeöffnete Dose zu drücken. Sie tippelt aufgeregt auf und ab, bis ich es ENDLICH! geschafft habe, ihre Portion im Napf anzurichten und zum Abfrass freizugeben. Dann taucht Frau Schmitz umgehend mit ihrem kompletten Kopf in die Futterschüssel und bewegt dort sich nicht eher weg, bis nicht unter lautestem Schmatzen das allerletzte Bröckchen im Miezenmagen verschwunden ist.

Und, wie ich kürzlich entdecken musste, ist so ein heissgeliebtes absolut weltbestes Lieblingsfutter nur exakt bis zu dem Zeitpunkt ein heissgeliebtes absolut weltbestes Lieblingsfutter, bei dem die Hausherrin im Internet ein sensationelles Sparangebot sichtet und sich sogleich mit einem kompletten Halbjahresbedarf an “heissgeliebtem absolut weltbestem Lieblingsfutter” eindeckt. Sobald sich nämlich die entsprechenden Futterdosen bis fast unter die Decke stapeln, beschliesst Frau Schmitz vorliebensflexibel, dass diese Futtersorte ja doch eigentlich gar nicht sooo toll ist, schnüffelt ein paarmal gelangweilt dran herum und verkündet mit vehementem “Miau!”, dass sie den Frass eigentlich sogar ziemlich widerlich findet und – aber dalli! – etwas Anderes in ihrem Napf vorfinden möchte.

Tja.
Wieder was gelernt.

Und falls jemand Appetit auf “Ente, Kaninchen und Rind” in Gelee hat…der sei herzlich eingeladen. Ist noch genug da.

(03.11.13)

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