Hochmut kommt vor dem Fall – 7-Hill-Thrill (30 km)

Nur schon mal vorab fürs Protokoll für alle, die erst nach der Werbepause zugeschaltet haben – ich bin meines Zeichens ein legendäres und unbesiegbares Ausdauerfrolleinwunder, um nicht zu sagen “The fuckin’ princess of endurance” (ok, um das verpasst zu haben, muss man allerdings SEHR spät zugeschaltet haben, aber dennoch – manche Sachen kann man auch ruhig mal zwei- bis dreimal wiederholen, die werden dadurch ja nicht schlecht). Und weil dem so ist, kann ich selbstverständlich gerade mal eine Woche nach meinem 50 km-Sololauf absolut locker beim Thr33ky-7-Hill-Thrill irgendwas um die 30 km mit ca. 453.385 Höhenmetern durchs Siebengebirge hageln. Weil – siehe oben. Das macht mir nämlich gar nix, macht mir das. Eat my dust, meine Damen und Herren.

Nun, die Floskel des Tages lautet: Hochmut kommt vor dem Fall. Und als ich mit wild wummernder Pumpe nach einem uneleganten Von-Null-auf-100-Kickstart dem maximalcolorierten Läuferwurm hinterherhechte (der bedauerlicherweise durch Navigationsprobleme meinerseits schon 20 Minuten mit den Trailschuhen scharren musste) kriecht recht schnell die japsende Erkenntnis heran, dass dieses Dings hier heute möglicherweise doch kein Kindergeburtstag werde könnte.Obwohl – wahrscheinlich doch. War halt bloss ein etwas zu stürmischer Start, aber das kann doch einen Seemann nicht erschüttern. Und so ‘ne Ausdauergottheit wie mich erst recht nicht. Da lach’ ich doch drüber. Ha!

Zum Drüberlachen fehlt mir allerdings recht bald die Puste, aber das Teil heisst ja nun auch Hill-Thrill und nicht “Wandertag des Teckelzüchtervereins” und da darf dann auch mal nach Herzenslust geschwitzt und geschnauft werden (und von beidem mache ich ausgiebigst Gebrauch). Meine narzisstische Selbstbewunderung gerät zwar ein wenig ins Wanken, als links und rechts von mir die gesamte Trailrunnerschaft scheinbar schwerelos sämtliche Berge und Downhillpassagen hoch- und runterdonnert, aber die Verzückung über die grandiose Strecke, die gewohnt wunderbar liebenswert-verrückten Menschen und die Erkenntnis, dass ich nur deshalb keine Downhill-Passagen runterknallen kann, weil Mutter Natur bei mir  unverschämterweise am Vorfuss gespart hat, erstickt aufkommende “Verdammte-Scheisse-bin-ich-im-Arsch!”-Gedanken meist zugleich im Keim.

Nach einer Weile und gefühlten 78,6 Anstiegen bin ich allerdings im Arsch. Verdammte Scheisse. Ausdauergottheit, my ass. Und als es mich auf einer Matschrutschbahn dann noch mit Schmackes ziemlich ungraziös auf den Hinterkopf haut und jener für den Rest der Strecke ziemlich unangenehm vor sich hin pocht, bin ich letztlich dann doch arg froh, endlich das innerliche Zielbanner zu sichten.

Nun gut, dann bin ich heute halt doch nicht unbesiegbar. Morgen dann wieder. Dafür war’s ein toller Tag mit tollen Leuten, und das ist ja manchmal mehr als genug zum Glücklichsein.

(28.04.13)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*