Man ist nur dann ein Superheld…

….wenn man sich selbst für super hält!

Nachdem ich beinahe den kompletten Ostersonntag damit zugebracht habe, mich selbst in narzisstischer Selbstverliebtheit unglaublich grossartig zu finden (einzig unterbrochen durch Kaffee & Kuchen in familia, aber selbst dabei habe ich mir selbst in unbeobachteten Momenten mehrmals heimlich anerkennend auf die Schulter geklopft), steht für heute ein kleines Entspannungsjöggelchen von 15 oder 16 km auf der feiertäglichen Tagesordnung. Ich überlege kurz, ob so ein schnöder Kurzstreckenfurz meinem Heldinnenstatus überhaupt würdig ist, aber auf der anderen Seite hat es noch keiner Gottheit geschadet, hin und wieder ihr Olymp zu verlassen und sich unters gemeine Fussvolk zu gesellen. Das erdet und hält den Geist hübsch bescheiden.

(Und auch der Hausherr wird vermutlich froh sein, eine kurze Gehörpause von meinem permanten “Mensch, ey, fuffzisch Kilometer und fast keinen Muskelkater! Ich bin SOWATT von ‘ne hammercoole Sau!”-Geplärre geschenkt zu bekommen.)

Nach dem fiesen Schneestürmchen von gestern liegt die Sonne heute erfreulicherweise wieder in Lachkrämpfen auf dem Boden und schon beim ersten Schritt auf dem halbangetauten Waldboden platze ich innerlich erneut vor unverblümter Eigenbewunderung. Grundsätzlich habe ich meiner Begeisterung in den letzten 24 Stunden vermutlich mehr als nur Genüge getan, aber verdammisch nochmal, ich bin auf diesen beiden mirakulösen Beinen unfuckingfassbare 50 km gelaufen und kann jetzt, hier und heute mit schwereloser Leichtigkeit und muskelmiezenfrei durch den Forst pflügen. Ich find’ mich famos. Un-ein-ge-schränkt famos.

Eins, zwei, drei, im Sauseschritt sausen die Kilometer und ich sause mit, bis zur Halskrause vollgestopft mit Endorphinen und zugedröhnt mit Sonnenlicht. Ich nutze die morgendliche Waldeinsamkeit für ein paar alberne Gesangs- und Tanzeinlagen, verschrecke mit meinem Getröte einen älteren Herrn, der spazierenderweise unerwartet hinter einer unübersichtlichen Kurve auftaucht und rutsche die läppischen 16 km lockerflockig auf einer Heldinnenarschbacke ab. Pah.

I am the fuckin’ princess of endurance!

Damit das mal klar ist.

(01.04.13)

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