Mühsam nähert sich das Eichhörnchen

Ich habe schon länger die Vermutung, dass ich in Kondtionskreisen nicht gerade als angenehme Gesellschaft gelte – denn gerade meine eigene Fitness nutzt jede noch so kleine Laufmangelgelegenheit, um möglichst schnell möglichst weit von mir wegzukommen. Vielleicht verströme ich auch für Konditionsnasen einen widerlichen Geruch oder der Klang meiner Stimme verursacht Konditionszahnschmerzen, man weiß es nicht….Fakt ist: Sobald ich die regelmässige Herumlauferei auch nur ein klitzekleines bißchen schleifen lasse, ist meine Ausdauer ratzfatz unter der Couch verschwunden und lässt sich weder mit Leckerchen noch Schmeicheleien wieder hervorlocken.

Da ich zum einen für meinen zügig nahenden 39. Geburtstag einen 39 km-Lauf geplant habe und sich auch zm anderen ein 24-Stundenlauf nicht komplett ohne Training absolvieren lässt – und Körper und Geist ohnehin sehnlichst nach Ertüchtigung in Wald und Wiese lechzen – habe ich für den heutigen frühlingshaften Samstag einen Geburtstagslauf-Streckencheck geplant. Darüber, dass sich  der Ruppinator mitsamt Traildog Bonni als Begleitung erbötig gemacht haben, freue ich mir mehrere kinderkopfgrosse Löcher ins mittlerweile recht schwabbelige Bäuchlein und nach dem üblichen “Was haste zum Essen dabei? Meinste 34 Oatkings reichen?” geht’s auch schon los in den morgendlich frostigen Frühlingsnebel.

Die anvisierte Strecke soll ca. 32 km umfassen, was für meine schlappen Gräten alles andere als einen Kindergeburtstag darstellt…aber von nix kommt nix und von gar nix noch viel weniger.

“Brombeeren! Tihihihi!

Ein großer Teil des Weges ist uns noch vom Westerwaldlauf 2013 in lustiger Erinnerung, was allerdings nicht vor mehrfachem Verlaufen durch ungenaue Routenanzeige im Forerunner-Display schützt. Aber so jung wie heute kommen wir nicht mehr zusammen und genug zu essen haben wir auch im Sack, also trübt das ein- oder andere sinnlose Berghoch- und Wieder-Runterlaufen die allgemeine Laune kein Stückchen. Meine ungeübten Muskelfasern freuen sich über jeden Anstieg, denn..”am Berg wird gegangen!” Juppheidi, ich liebe diese Regelung, denn Gehen kann ich ganz gut. Gegen Ende der Route versuche ich müd und matt, unauffällig selbst minimalste Hügelchen als “knackige Anstiege” zu deklarieren, aber verständnislose Blicke seitens Hund und Herrchen zeigen, dass man sich flache Passagen nicht wirklich “alpin reden” kann. Und Laufen geht ja meistens doch irgendwie, wenngleich meine Beine doch so langsam das Gefühl von ausbetonierten Brückenpfeilern annehmen. But no one said it would be easy….und eigentlich hatte ich kräfte- und ausdauermässig sogar Schlimmeres erwartet. Am Ende stehen 31,9 km auf der Uhr und mir fällt wieder ein, was ich an Langstreckengeschlurfe im Forst so gerne mag…die totale Hirn-Entspannung und das angenehm schlappe Gefühl an Körper und Geist.

Und als ich maximalermattet, aber höchstzufrieden wieder wohlbehalten zuhause ankomme, sehe ich auf dem Weg zur Dusche aus den Augenwinkeln, wie meine Kondition neugierig unter der Couch hervorlugt. Tja, Verstecken nützt nix. Ich krieg’ dich schon wieder, du Biest.

(Und wenn man das Ganze in Miezenmeilen umrechnet, wären gestern knapp € 330,00 zusammengekommen – da lacht das Katzenherzchen!)

(09.03.14)

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