Stullenstreich “Leberwurst-taste-a-like”

“Hömma, sich mit fremden Federn schmücken ist aber nicht vegan!”

Ja, ja, schon gut – bevor morgen früh die Veganpolizei an meiner Tür klingelt, gestehe ich lieber gleich, dass dieses Rezept ausnahmsweise mal nicht auf meinem (bio-veganen) Mist gewachsen ist, sondern in ähnlichster Ausführung gefühlt 1000fach durchs Netz geistert. Allerdings finde ich dieses proteinreiche Streichzeugs so lecker und einfach, dass ich es nun unbedingt auch noch unters Volk streuen, bzw. streichen möchte.  Hoch die Stullen!leberwurst

Witzigerweise hat der Aufstrich durch den frischen Majoran geschmacklich wirklich einen täuschend echten “Leberwurstcharakter”, ist aber im Gegensatz zum tierischen Pendant aus dem Supermarkt, das ja zumeist irgendwelche dubiosen Zutaten und E-Nummerngedöns enthält, supergesund und eiweißreich. Wichtig ist aber, wirklich frischen Majoran zu verwenden – mit getrocknetem schmeckt’s nur halb so gut bis gar nicht. Und weil das Kräutchen nicht immer überall zu bekommen ist, habe ich mir gleich ein kleines Majoran-Beet im Garten angelegt – da steht den würzigen Klappstullen mit “Leberwurst”, Senf und Gürkchen nix mehr im Wege.

Zutaten
1 große Zwiebel (ich mag am liebsten die roten)
ca. 3 Eßl. Olivenöl
200 gr. Räuchertofu
1 Dose Kidneybohnen (400 gr. – Abtropfgewicht 265 gr.)
1 Handvoll frischer Majoran
1 Teel. Salz
schwarzer Pfeffer nach Gusto

Zubereitung im Terrormix
Zwiebel schälen und vierteln, den Tofublock in große Stücke schneiden, zusammen mit den Zwiebeln in den Mixtopf werfen und 5 Sekunden auf Stufe 5 zerhäckseln. 2 EL Olivenöl zugeben und 5 Minuten bei 100 Grad auf Stufe 2 andünsten.

Wenn der Terrormix Vollzug meldet, Deckel öffnen und die Zwiebeltofumasse kurz “ausdampfen” lassen, dann die Bohnen, den Majoran, noch ein wenig Öl, Salz und Pfeffer zugeben und 5-6 Sekunden auf Stufe 4 zu einer streichfähigen Paste zusammenrattern lassen. (Wer es feiner möchte, lässt den Wunderkessel einfach noch ein wenig länger rödeln und gibt ggf. noch 1 EL Öl zusätzlich zur Paste.)

Zubereitung in Pfanne und Schüssel
DIe Zwiebel schälen, würfeln und im Olivenöl in einer Pfanne andünsten (wer mag, kann den Tofu auch gleich mit anbrutzeln). Kidneybohnen gründlich abspülen, Majoran hacken, Tofu würfeln,  alles zusammen mit dem Salz und dem Pfeffer in einem hohen Gefäss mittels Pürierstab zu einem cremigen Aufstrich verarbeiten.

Nun kann die Paste in ein oder zwei schicke Gläser umziehen und auf seine Bestimmung als Stullenstreich warten. Im Kühlschrank hält sich das Leberwurst-Bodydouble ungefähr eine Woche, lässt sich aber auch prima in kleinen Portiönchen einfrieren.

Wenn man so überhaupt keine Lust und Zeit hat, um Zwiebeln und Tofu vorher anzubraten, kann man auch einfach alles roh ineinanderhäckseln, das schmeckt beinahe genauso gut. Aber…nur beinahe.

Und auch wenn sich die Kombination “Bohnen” und “Tofu” vielleicht für Skeptiker ein wenig merkwürdig anhören mag, die “Woscht” hat bisher jeden Testesser überzeugt und stillt jeden Gusto auf eine herzhaft-würzige Brotzeit im Handumdrehen.

Hoch die Stullen!

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5 Gedanken zu „Stullenstreich “Leberwurst-taste-a-like”

    1. mohrblog Beitragsautor

      Puh..schwierig zu sagen 😉 Ich finde, man schmeckt weder Soja noch Tofu heraus, aber ich da ich beides ohnehin sehr gerne mag und mich auch schon an den Sojageschmack über die Jahre gewöhnt.
      Ich würd’s einfach mal probieren – und wenn dir den Aufstrich dann doch nicht schmeckt, kannst du ja einfach einem (tofu-)lieben(den) Menschen ein Adventsgeschenk machen 😉

      Antworten
      1. Carmen

        Alles klar, danke für deine schnelle Antwort. Leider kenne ich keinen Menschen der Veganer ist.
        Bevor ich es dann entsorgen muss, lasse ich es lieber.
        Dann muss ich wohl doch irgendwann selbst experimentieren. 🙂
        LG

        Antworten
  1. Ruth

    … das geniale Zeuch habe ich ja von Dir. Auf der Piste gab es das Rezept aber immer so “pie mal Daumen”. Ich brate den Tofu mit an und kippe am Ende auch noch kurz 50% des Majoran dazu. Noch besser falls das geht. Konnte selbst meinen sehr unveganen Vater überzeugen :-). Merci, Frau Mohr.

    Antworten

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