Scharfer Gemüsesalat – zum Einheizen und Anbraten

Die dunkle Jahreszeit macht aus mir gerne schon mal das, was der Rheinländer leicht abfällig “Frierhutsch” nennt – denn trotz dicker Pullis und Mehrfach-Besockung fröstele und bibbere ich, wo ich nur gehe und stehe. Zusätzlich zum Dauerbibbern gesellt sich eine gewisse Trägheit und statt lange in der Küche zu stehen, um mir eine vollwertig-frische Mahlzeit zu erkochen, lungere ich lieber in Wolldecke gehüllt mit Kater auf dem Schoss vor dem Ofen und schlürfe heißen Kakao mit Sahne.

Diesem FF-(Faule-Frierhutsch!)-Naturell kommen derzeit Gerichte sehr entgegen, die sich in größeren Mengen gut vorbereiten lassen, schnell und vielseitig zuzubereiten sind und meinem inneren Gefrierschrank mit scharfen Gewürzen ordentlich einheizen – so wie dieser einfache Gemüsesalat, der – sonntags vorgeschnippelt – die ersten Tage der Arbeitswoche lecker und schnell abfüttert:

Zutaten:
2 mittelgroße Zucchini
4 große Tomaten
3-4 Paprika (farblich bunt gemischt, der Optik wegen)
1 große Gemüsezwiebel
2-3 Zweige Rosmarin
1-2 Knoblauchzehen
1-2 frische Chilischoten je nach persönlichem Scharf-O-Meter, auch gerne mehr wer’s verträgt und mag
ca. 150 gr. getrocknete Tomaten (die mit den Kräutern)
ca. 50-60gr. Olivenöl
Salz, Pfeffer, Paprika
wer auf bizarr anmutende Kombinationen steht (wie ich) darf/sollte noch eine großzügige Prise Zimt zugeben.

Und jetzt wird geschnibbelt in der Teufelsküche – Tomaten und Paprika vom Kerngehäuse befreien und in Streifen schneiden, Zucchini der Länge nach vierteln und in Scheiben schneiden und Zwiebel nackisch machen und würfeln. Den Knobi via Knoblauchpresse zerdrücken und zusammen mit den getrockneten Tomaten, den Chilis und dem Öl in einem hohen Gefäß zu einer öligen Paste pürieren. (Wer keinen Bock zum Püriergemansche hat, kann die Trocken-Tomaten auch einfach fein hacken und am Ende mit dem Salat vermischen.) Rosmarinnadeln abzupfen und grob hacken und mit dem Gemüse und der Tomatenpaste gründlich in einer Schüssel vermischen. Mit den Gewürzen abschmecken, gut durchmischen, zudeckeln und im Kühlschrank parken. Den Knoblauch kann man natürlich weglassen wenn man soziale Ausgrenzung fürchtet.

gemuesesalatHätten wir nun Sommer, könnte man die komplette Schüssel einfach zur nächstgelegenen Grillfeier schleppen und mit dem Inhalt eine mehrköpfige Partygesellschaft abfüttern.

Aber auch ohne Gartenparty kann man den Gemüsesalat einfach so pur futtern, wenn er eine Weile durchgezogen ist. Desweiteren kann man nach einem langen Arbeitstag eine Portion abzwacken, in einer Pfanne anbraten und hat ratzfatz eine wärmende, würzige Mahlzeit auf dem Teller. Das angebratene Gemüse passt prima zu Nudeln oder Bratkartoffeln und schmeckt auch eingetuppert im Büro als Mittagessen  (spart je nach Schärfegrad der Chilis Heizkosten im Büro und sorgt durch den Knoblauch für ungestörtes Arbeiten).

Wenn ich diesen Gemüsemix schon samstags vorbereite, darf er sich sonntags wenn ich vom obligatorischen Morgen-Waldlauf zurückkomme, auf (ggf. tiefgekühlten) Hefeteig ausbreiten und wird zu einer schnellen und lecker-scharfen Veggie-Pizza – was mich natürlich nicht davon abhält, mich nicht trotzdem nebst Kater auf die Couch zu kuscheln…spart aber die Wolldecke und das zweite Paar Socken 😉

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