Der Februar im Zeichen der Zeit – oder “Neue Challenge, neues Glück”

“Wenn du merkst, das du ein totes Pferd reitest, dann steig ab!”

Diese Weisheit wird den Dakota-Indianern zugesprochen, ich finde sie aber immer wieder
äußerst passend in vielen Bereichen des Lebens. Meine “Kuschelkurs-Challenge” hat sich in
der Praxis recht schnell als “totes Pferd” entpuppt – als nix wie runter vom Gaul.

Dass es fürs Seelenheil recht wenig Erleichterung bringt, sich seiner rasenden Wut nicht durch Fluch-Tiraden Luft zu machen und es nicht wirklich funktioniert, Ärger einfach fröhlich wegzuatmen, hätte mir eigentlich von Anfang an klar sein müssen, wenn ich mich einfach mal von einer anderen Seite an die Sache herangegrübelt hätte…aber hinterher hat man’s ja immer schon vorher gewußt.

Aber dennoch war der Kuschelkurs nicht vergebens – ich habe (auch mit Hilfe von Challenge-Kollegine Silke) viel über meine Verhaltensweisen an und für sich (und überhaupt und so, nech?) nachgedacht und bin zum vorläufigen Schluß gekommen, dass ich vielleicht zuerst mal für eine deutlich zen-likere Grundstimmung bei mir sorgen sollte.

Ständig wie ein schwelender Vulkan herumzueiern und versuchen, sich nicht uffzuregen, ist
so als würde man in einem Haus mit einer Gießkanne unablässig kleine Brände löschen,die
alle Naselang an anderen Stellen auflodern…..statt einfach mal den Keller aufzuräumen und die trockenen Strohballen zu entsorgen, die direkt neben dem Gasfeuerzeug liegen und beim kleinsten Fünkchen Feuer fangen. Zugegeben, der Vergleich hinkt nicht nur, der geht sogar am Stock – aber meine überaus schlauen Leser werden sicher verstehen, was ich meine.

Ich merke immer wieder, dass ich dem Chaos und den Widrigkeiten des Alltags deutlich
lässiger entgegentreten kann, wenn ich ausgeglichen und relaxt bin. (“Oh, WAS für eine
vollkommen neue Erkenntnis! Das ist ja BAHN!-BRECH!-END!”…”Ruhe in den letzten
Reihen!”)

Und eine Sache, die mich ständig vom Chillen-in-der-inneren-Mitte abhält, ist das Gefühl,
keine Zeit zu haben. Wenn ich abgehetzt und gestresst bin und ständig die Uhr im Blick haben muss, weil gefühlte 246 Dinge noch “mal eben schnell” gemacht werden müssen, kann mich schon eine simple rote Ampel aus dem Konzept bringen. Also gilt es, diesen Hetz-Zustand abzustellen, Klingt einfach, eh?

Somit steht der Februar im Zeichen einer “Time-Challenge”….ich habe mir einige Dinge
überlegt, die mein Leben deutlich entschleunigen könnten (z.B. Reduzierung der Online-Zeit,
bessere Tages- und Wochenplanung und Hinterfragen von Sinnhaftigkeit so einiger sicherlich deutlich effizienter abzuhandelnder Tätigkeiten).

Eine weitere Sache, die mich oft massivst zur Weißglut bringt, ist das Gefühl, ständig von allen Seiten mit Bitten, Wünschen, Fragen und Kannste-mal-ebens belagert zu werden…an Tagen, wo mein Handy nicht stillsteht und ich zudem noch auf allen nur erdenklichen Kanälen mit sozialem-Gemenschel überflutet werde, schlägt mein Aggr-O-Meter spätestens gegen Abend gerne mal massivst aus.

Lösungsansatz: Die Erkenntnis, dass ich doch gar nicht 24 Stunden auf allen Kanälen
“Bereitschaft” haben muss…dass mein Handy auch locker mal ‘nen Tag oder länger
ausgeschaltet unter’m Autositz liegen darf ohne dass die Welt untergeht. Das Mails auch
einfach mal NICHT oder zumindest nicht sofort beantwortet werden müssen. Das ich nicht
auf alles und jeden reagieren und auch nicht bei jedem “Kannste-mal-gerade” aufmerken
muss.

Und vor allem – das sich auch im privaten und sozialen Bereich viele Dinge effizienter
abhandeln lassen, wenn man nicht alles ständig bis ins kleinste Detail ausdiskutieren und
wiederkäuen muss – klingt komisch, ist aber so.

Geheime Feldbeobachtungen haben ergeben, dass ich wirklich und traurigerweise in den letzten Tagen und Wochen so richtig viel Zeit damit verbracht habe, Dinge und Vorgänge, die im Prinzip mit 2 oder 3 Sätzen oder Gedanken abgehandelt und erledigt wären, immer wieder aufs Neue durchzukauen, bis die Nerven blankgescheuert sind…hier ist der Vorsatz, deutlich früher den Ausknopf zu finden und den auch konsequent zu benutzen. Denn auch in diesem Bereich gibt’s reichlich tote Pferde, die sich auch durch penetrantes In-die-Flanke-treten nicht mehr zum Weiterreiten bewegen lassen und statt Möhren bloß Zeit fressen.

Natürlich geht das nur privaten Bereich – im Büro würde ein abgestelltes Telefon und ein “Nö, das Angebot schreib’ ich nicht und die Anfrage bearbeite ich auch nicht, keinen Bock. Ich mach’ Challenge, weißte?” wohl nicht so richtig auf Begeisterung stoßen.

Zum Ablauf dieser Challenge und der damit hoffentlich verbundenen Zeit-Ersparnis habe ich ziemlich konkrete Pläne (die aber erstmal ‘ne Sache zwischen mir und Silke bleiben) – und bin mal gespannt, was das mit mir und auch mit meinem Umfeld macht. Vielleicht finden mich zum Monatsende alle Freunde und Bekannte doof, unsozial und nicht verlässlich….vielleicht passiert aber auch einfach überhaupt nix, die Welt dreht sich weiter und mir kommt die Erkenntnis, dass ich gar nicht so wichtig und unabkömmlich bin, wie ich immer dachte.

Wer weiß, vielleicht tut es meinem Umfeld sogar am Ende noch gut, mich nicht dauernd um sich haben zu müssen – denn Diskussionen sind ja bekanntermassen keine Einbahnstraße,  Durch mehr Effizienz spare demnach gegebenenfalls nicht nur ICH Zeit und Nerven.

Und wenn ich dann am Ende tatsächlich mehr Zeit übrig habe und entspannter bin, dann könnte ich in der März-Challenge nämlich…ach, Moment. Immer eins nach dem Anderen, Frollein!

Der “Time-Challenge”-Februar-Plan steht, also – ab aufs Pferdchen und Richtung
Glückseligkeit geritten. Horrido!

5 Gedanken zu „Der Februar im Zeichen der Zeit – oder “Neue Challenge, neues Glück”

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  5. Eddy

    Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Entschleunigen und beim Optimieren! Und ich danke Dir für einen kurzweiligen Bericht dazu mit vielen herrlichen Metaphern: made my day!

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