“Spiel nicht mit den Schmuddelkindern”

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“Iiiih…Küsschen von der verrückten Katzenfrau!”

Huch, tempus fugit, my ass!
Ein maximalerschrockener Blick auf den Kalender zeigte eben deutlich, dass es nun nur noch weniger als 30 Tage bis zum Startschuss des 24-Stundenlaufs am Seilersee sind, den ich auch in diesem Jahr wieder als Spendenlauf für Fellnasen in Not abspulen möchte. Letztes Jahr beim Debüt sind durch die siegreiche Kombi “Viele Unterstützer/Viele Kilometer” über 2000 Euro in die stets hungernden Kassen der Katzenhilfe Neuwied geflossen und wir konnten damit unzähligen Miezen in Not aus selbiger heraushelfen.

Auch in diesem Jahr freue ich mich wieder über die vielen großzügigen Fellnasenmeilenpaten, die sich schon angemeldet haben (und die, die noch kommen mögen!)

Bei der Katzenhilfe Neuwied liegen mir zwei außergewöhnlich gebeutelte und dennoch so tapfere und fröhliche Schützlinge besonders am Herzen – das schwarze Katzenmädchen Tonks und der rotblonde Kater Ruby.

Tonks kam als winziges Katzenbaby zusammen mit ihren Geschwistern in unsere Obhut und litt leider von Anfang an unter chronischem Durchfall und damit verbundener Schwäche-Anfälle und Wachstumschwierigkeiten. Leider konnte bis heute keiner der zahlreichen konsultierten Tierärzte und Heilpraktiker die Gesundheitsprobleme der süßen Maus lösen – und mehr als einmal hab’ ich mich schon flennend von Tonks verabschiedet, weil es so aussah, als würde sie die nächste Nacht nicht mehr überstehen. Aber das kleine Kämpferchen ist dem Katzen-Sensemann immer wieder ganz frech von der Schippe gehüpft und mittlerweile trotz leider immer noch unverändertem Durchfall fröhlich und weitestgehend stabil.

IMG-20140425-WA0047Kater Ruby wurde in einer stürmischen Nacht in einem ganz und gar erbärmlichen Zustand vor unserem Katzenwohnheim ausgesetzt – der blauäugige Katzenmann war abgemagert und verwahrlost, komplett verdreckt und stank zum Steinerweichen. Aber trotz seines wirklich gruseligen Zustands war er ziemlich flott wieder munter und aufmerksam und plärrte lautstark durch sein Gittertürchen, weil er gestreichelt und beachtet werden wollte. Unser Doc fand heraus, das Ruby u.a. unter einer Auto-Immunkrankheit leidet, die man leider nicht heilen, sondern nur “erträglicher” machen kann. Nach wie vor ist Ruby eine kleine Sabberschnute, der sich durch die Bakterien in seinem Speichel regelmässig bei dem Versuch der Körperpflege von der Öhrchen- bis zur Fußspitze komplett einschmuddelt und immer aussieht wie ein kleiner Schornsteinfeger, dem die blauen Äuglein aus dem rußigen Gesicht blitzen.

Derzeit sieht es leider nicht so aus, als würde eins unserer beiden Sorgenfellchen jemals wieder richtig gesund werden und könnte in ein richtiges Zuhause umziehen – daher freut es mich ganz besonders, dass unsere Pflegestellenleiterin die beiden Drecksspätzchen so sehr ins Herz geschlossen hat, dass die Beiden bis zum hoffentlich noch in ganz weiter Ferne liegenden Lebensende bei ihr auf der Pflegestelle bleiben dürfen. Ich finde es sowas von bewundernswert, dass man bzw. frau diese ganzen persönlichen Einschränkungen und die Arbeit auf sich nimmt, um zwei Sorgenkätzchen ein zumindest ansatzweise artgerechtes, glückliches Katzenleben zu schenken. Und so ist Ingrid trotz Vollzeitjob ständig damit beschäftigt, mit dem Putzlappen hinter den beiden Ferkelchen herzulaufen, sämtliche Möbel abzudecken und täglich riesige Ladungen voller eingeschmuddelter Handtücher und Laken durch die Waschmaschine zu jagen. Ein Scheißjob – im wahrsten Sinne des Wortes.

Aber ich bin sicher, die zwei Schmuddels könnten nirgendwo auf der Welt so sehr geliebt werden – sofern sie “anderswo” überhaupt noch am Leben wären.

IMG-20140425-WA0019Tonks und Ruby danken diesen großherzigen Einsatz allerdings auch mit ganz viel Lebensfreude und Fröhlichkeit und scheinen sich selbst am allerwenigsten um ihre gesundheitlichen Einschränkungen zu scheren. Im Sommer dürfen die Beiden auch im Außengehege toben oder mit Besuchern an der Leine im Garten spazierengehen und ist so wunderschön und rührend, dem schwarzen kleinen Teufelchen und dem rotblonden Schelm bei ihrem Schabernack zuzugucken.

Ganz sachlich gesehen sind die beiden goldigen Strauchdiebe durch ihre ständigen Tierarztbesuche, das teure Spezialfutter und Dauermedikationen nun aber leider auch 2 Geldvernichtungsmaschinen auf 8 Pfoten, die mit ihren frechen Zähnchen oft ganz schön große Löcher in unsere Vereinskasse nagen. Daher möchte ich in diesem Jahr sämtliche Spenden für die Katzenhilfe Neuwied aus dem Fellnasenmeilen-Lauf einzig und ausschließlich für die Versorgung unserer 2 süßen Schmutzfinken stiften, so dass es dem Verein ein wenig leichter gemacht wird, für die beiden Sorgenfellchen ein schönes und hoffentlich sehr, sehr langes Leben auf ihrer Pflegestelle zu finanzieren….und vielleicht springt dabei ja noch ein ganz besonders schöner und möglichst gut abwaschbarer Kratzbaum für die schmuddelnasige Rasselbande raus, denn wie man sich sicher denken hat, sorgt so ein “Scheißerchen” wie Tonks für einen ziemlich regen Verschleiß an plüschigen Gebrauchsgegenständen.

Vielleicht mag es dem kaufmännischen Denken des ein oder anderen geneigten Unterstützers widerstreben, die hoffentlich zahlreich erlaufenen Talerchen “nur” für 2 einzelne Katzen zu verwenden – aber letztlich bleibt dadurch ja auch wiederum mehr Geld in der Vereinskasse übrig, dass dann wieder für Kastrationen, Tierarztbesuche und die Versorgung unserer vielen anderen Fellnasen ausgegeben werden kann.

Ganz besonders mag ich gerade in diesem Zusammenhang den kitschigen Spruch “Du kannst vielleicht nicht alle Tiere der Welt retten, aber die ganze Welt für ein Tier” – und deswegen rühre ich heute nochmal mit richtig viel Getöse und Krawall die Werbetrommel für meinen Spendenlauf.

Los, Leute – macht mit!
Für Tonks und Ruby!
Volle Schmuddelnasenkraft voraus!

Alle offenen Fragen sollten eigentlich hier beantwortet werden können – ich stehe aber bei Unklarheiten natürlich auch gerne per Mail Gewehr bei Fuß.


mohrblog

 

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7 thoughts on ““Spiel nicht mit den Schmuddelkindern”

  1. Marlene

    ICh habe auch immer Respekt vor den Pflegestellen.
    Ich selber wäre wohl so ein Pflegestellenversager, denn ich könnte bestimmt keine ziehen lassen. Auch wenn ich wüsste sie kämen in ein gutes Zuhause.

    Für die Beiden ist es bestimmt auch gut, aufgrund ihrer Erkrankung, dass sie dort Fuß ähhh Pfoten fassen können. Da fühlen sie sich sicher und geborgen, was für den gesundheitszustand sicherlich auch förderlich ist.

    Wir wünschen auf alle Fälle viel Erfolg für euren Spendenlauf und drücken alles was sich drücken lässt, dass ganz viel Taler zusammen kommen.

    LG
    Marlene

  2. ulex

    ist die kleine schonmal explizit auf giardien getestet worden?
    das hatte unser kleiner kater, als wir ihn aus dem tierheim geholt haben.
    unerklärlicher durchfall, der arme kleine kerl wurde immer dürrer
    und schwächer.
    er wurde lange falsch behandelt, weil die ärzte es nicht entdeckt haben.
    (dafür ist ein extra test notwendig… der normale test auf würmer
    reicht nicht!)
    erst in der tierklinik wurde es erkannt und es war eine langwierige
    behandlung mit panacur und metronidazol notwendig.

    hoffe, die süßen können ihr gutes zuhause noch so richtig lange genießen!
    ihr macht einen tollen job!!

    1. mohrblog Beitragsautor

      Ja, auf Giardien ist sie getestet worden. Ich glaube, es gibt leider so gar nix, was bei ihr nicht versucht und getestet wurde.
      Aber wer weiß, vielleicht kommt ja irgendwann eine ganz neue Erkenntnis ums Eck 😉

  3. Frau Fröhlich

    ja, Katzis gehen ganz schön ins Geld … vor allem beim Tierarzt. Toll, wenn sich dann gleichzeitig 5 mit irgendwas anstecken. Hatten wir in 2013 … ganz super und im Tierschutz ist das ja nochmal ne ganz andere Nummer *uff*

    Wäre super, wenn die Beiden mal ein Zuhause finden würden. Ich gehe davon aus, dass bei Tonks schon alles mögliche probiert worden ist in Richtung Futtermittelunverträglichkeit ?

    LG Frauke

    1. mohrblog Beitragsautor

      Ach, eigentlich haben die Zwei es auf der Pflegestelle schon recht gut getroffen…sie dürfen sogar rausgehen und sind Teil des Rudels und nehmen am Familienleben teil – ich glaube, die sind da schon sehr glücklich 😉 Ein “richtiges” Zuhause wäre natürlich schöner, aber ob das je möglich sein wird, steht noch in den Sternen.
      Ja, leider hat die arme Tonks wirklich schon alles durch, alle möglichen Allergie-Tests, Diätfutter, Cortison, Antibiotika, Heilpraktiker. Sie stellt die Ärzte vor ein Rätsel. Ist halt was ganz Besonderes, unsere kleine Maus 😉

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