Archiv für den Monat: März 2015

“Oops, we did it again!” – 40 km-Geburtstagslauf

E20150320_100512s hat ja mittlerweile Tradition, dass ich an meinem Geburtstag die Jahreszahl auf meinem Buckel in Laufkilometer umsetze…und im gleichen Maß hat’s auch Tradition, dass ich zum Start meiner Laufvorhaben nicht mal anähernd so trainiert bin, wie ich es eigentlich im Vorfeld geplant hatte. So ist es auch heute eher fraglich, ob und wie ich die zu laufenden 40 Kilometer überstehen werde – aber gemäß dem Motto “Zu dritt ist man weniger allein” haben sich mit Inga und Verena noch zwei Mitstreiterinnen eingefunden, um mit mir gemeinsam das Wiegenfest zu erlaufen.

Mit maximalguter Laune starten wir in den Wald-juchhei!, um nach 300 Metern empört vor einer Sperrung wg. Holzfäller-Arbeiten zu stoppen. “Lebensgefahr!” ermahnt das flatternde Banner und so entscheiden wir uns folgsam zu einer Änderung des Wegeplanes. Keine von verspürt nämlich auch nur das leiseste Interesse, von einem herabstürzenden Baumstamm erschlagen zu werden. Schliesslich gibbet ja später noch Kuchen und Pizzaschnecken, und das wäre ja irgendwie schade um das leckere Zeug.

Trotz eindringlichster Warnungen, die für heute angekündigte Sonnenfinsternis niemals nicht und auf überhaupt gar keinen Fall ohne entsprechende Schutzbrille anzustarren, können Inga und ich es uns nicht verkneifen, “nur mal ganz kurz” ins Firmament zu blinzeln – nur um jedesmal mit einem empörten “Autsch, VERDAMMT!” geblendet zurückzuschrecken. Nachdem ich zum dritten Mal grelle Flackersterne sehe, verbieten wir uns jeglichen weiteren Blick in die halbierte Sonne. So spektakulär ist diese schlappgraue Sichel ja nun auch wieder nicht, als dass sie gegrillte Sehnerven wert wäre.  Und ich kenne den heimischen Forst auch nicht gut genug, als dass ich meine Gästinnen blind durchs Unterholz führen könnte.

Unter konsequenter Nutzung der Ansage “Am Berg wird gegangen!” laufschlendern wir gutgelaunt über die Waldautobahnen, während sich wieder mal deutlich beweist, dass von “nix” nun mal einfach “nix” kommt. Die guttrainierte Ultra-Inga steht wie immer bestens im Saft, während Verena und ich uns mehr schlecht als recht durchs Gehölz schleppen. Verena sitzt eine Resterkältung bremsend im Genick, während bei mir schlicht und einfach die fehlenden Trainingskilometer an Lunge und Tractus iliotibialis nagen. Aber dennoch sorgen die mittlerweile nicht mehr verdunkelte Sonne und die witzige Gesellschaft für alberne Heiterkeit. Schön iss’!

Nach knapp 23 km flattern wir wieder am Waldparkplatz ein und stärken uns erstmal allergründlichst mit dem mitgebrachten Kuchen und Verenas leckeren Pizzaschnecken. Mit massivst vollgestopftem Ranzen starten Inga und ich  dann alsbald zur Runde 2 – Verena entscheidet angesichts der akuten Röchelitis in den Lungenflügeln vernünftigerweise, sich die Zeit stattdessen gemütlich wandernd am sonnenlichtgarnierten See zu vertreiben.

Frei nach Goethes “Es wechselt Pein und Lust, genieße wenn du kanst und leide wenn du musst” trabe ich mit der vollkommen unanstrengten Ultragöttin durch die Botanik und schnaufe mich mehr schlecht als recht, aber dennoch bis dato fröhlich über die Kilometerchen. Das nervige Mistknie zerrt und ziept und auch ohne Erkältung in den Lungenflügeln fällt das Atmen ach!-so-schwer.

Mehrfach spiele ich Geburtstagskind-Karte aus und erkläre das ein oder andere flache Wegstück als “total alpin”, was einen Wechsel vom Lauf- in den Gehschritt und mir ein kurzes Verschnaufen erlaubt – denn so langsam schwinden die Kräfte in meinem schlappen Korpus Vierzigti merklich dahin und auch meine selbst im Normalzustand nicht besonders bemerkenswerte Hirnleistung scheint mit jedem weiteren Meter nachzulassen.

Inga ist immernoch im Vollbesitz von Puste und Lebensgeistern und plaudert munter trabend über dies und das. Sie besitzt sogar die Dreistigkeit, mich ins Gespräch mit einbeziehen zu wollen – aber mehr als gelegentlich ein kurzatmiges “Ja!” oder “Nein!” zu bellen, ist nicht mehr drin. The Birthdayqueen is not amused, sondern sowatt von im Eimer. “Iss noch weit bis 40?” japse ich mehrfach quengelnd.

It’s my party, and I cry if I want to.
Weißte Bescheid.
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Aber da bekanntermassen kein Leiden ewig dauert, ist dann doch recht bald der idyllische Schwanenteich erneut erreicht, Wandersfrau Verena re-einkassiert und die 40 Kilometer sind voll. Ich mampfe gefühlte zwölfzig weitere Pizzaschnecken, bedanke mich dezent müffelnd bei meinen zauberhaften Gästinnen und nehme mir vor, nächstes Jahr für die anstehenden 41 km vielleicht mal ein bißchen mehr zu üben.

Aber bis dahin hab’ ich das ohnehin vermutlich ohnehin wieder vergessen.

 Ach ja – im “Ernstfall” hätten die 40 km schon satte € 700,00 in die Futternäpfe unsere vierbeinigen Schützlinge gespült – aber auch hier würde ich genau wie bei meiner Kondition mal behaupen – “Da geht noch noch watt!” 😉
(Will sagen: Ich würde mich weiterhin über tierliebe Unterstützer freuen. Ihr müsst doch nur spenden, versprochen….laufen tu’ ich dann selbst!)

 


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Schoko-Kirschkuchen

Wie auch die  Lebkuchen-Muffins ist auch dieser Schoko-Kirsch-Kuchen bloß eine Abwandlung der Rezeptes der Sauermachtlustig-Muffns – heute wird daraus allerdings ein schlichter Blechkuchen Marke “Der geht immer!”

Zutaten:
kirschkuchen540 gr. Dinkelmehl Type 630
200 gr. Rohrohrzucker
2 Eßl. Sojamehl
1 Tütchen Weinsteinbackpulver
500 ml. Pflanzenmilch
140 ml. geschmacksneutrales Pflanzenöl
1 Glas Sauerkirschen (680 gr. / Abtropfgewicht 370 gr.)
100 gr. Zartbitterschokolade (Schokojunkies können ruhig die doppelte Menge verbacken)

Und los geht das!
Sauerkirschen so lange wie möglich abtropfen lassen, im günstigsten Fall über Nacht.
Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Die trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und gründlichen mischen. Die Pflanzenmilch mit dem Öl verrühren, zu der Mehl-Zuckermischung geben und mit dem Handmixer gut verrühren. Die Schokolade hacken und mit dem Teig vermixen dem Teig vermixen.

Den Teig auf einem Backblech verteilen, mit den Kirschen belegen und für ca. 25 Minuten in den vorgeheizten Ofen schieben  – wenn die Stäbchenprobe *) “Kuchen iss feddisch!” verkündet, Backofen ausschalten, den Kuchen abkühlen lassen, in handliche Stücke schneiden und mit Stumpf und Stiel auffessen.

(Noch ein Hinweis – mein Backofen ist mit seiner 45cm-Innenbreite eher ein “Schmalhans Küchenmeister”…bei breiteren Öfen sollte der geneigte Bäcker evtl. mehr Teig oder einen Backrahmen verwenden, damit der Kuchen nicht allzu flach wird.)

Wer aus dem Teig keinen Blechkuchen, sondern 16 Muffins backen möchte, nimmt folgende Zutatenmengen zur Hand und legt los:

270 gr. Dinkelmehl Type 630
100g Rohrohrzucker
1 EL Sojamehl
10 gr. Weinsteinbackpulver
250ml Pflanzenmilch
70 ml  geschmacksneutrales Öl)
1 Glas Sauerkirschen (680 gr. / Abtropfgewicht 370 gr.)
(nicht wundern – die Kirschmenge ist die gleiche wie bei der o.a. doppelten Teigmenge – ich finde, die Muffins vertragen mehr Kirschen und werden dadurch saftiger, der dünnere Blechkuchen weicht schneller und kommt mit der Hälfte der Kirschen aus.)
100 gr. Zartbitterschokolade

Teigzubereitung funktioniert natürlich genauso wie beim Blechkuchen, die Masse wird halt bloss auf 16 Muffinförmchen statt aufs Backblech verteilt. Iss klar, ne?

Wer mag, kann natürlich sowohl den Blechkuchen wie auch die Muffins noch mit Kuvertüre oder Zuckerzeugs aufhübschen.

*) Mit der Stäbchenprobe wird geprüft, ob ein Kuchen gar ist. Dafür wird ein Holzstäbchen gerade in den Kuchen gesteckt (am besten in die Mitte) und langsam wieder herausgezogen. Bleibt kein Teig am Holz kleben, ist der Kuchen durchgebacken. Wisst ihr aber eh alle, gell?


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