Sonntags-Cashew-Fruchttorte

Als bekennende Spiesserin gehört bei mir zum Sonntagnachmittag selbstredend Kaffee und Kuchen. Gerne auch auf dem Erbporzellan der Schwiegeroma serviert.

Da ich aber keine 5-köpfige Familie zu füttern habe, sondern bloss den Herzmann und mich, stellt so ein ganzer Kuchen uns schon mal vor ein Problem: Am Sonntag freuen wir uns noch drauf und verspachteln gerne 1-2 Stückchen zum Nachmittagskäffchen, gegen Abend dann auch noch ein Stück, Montag dann fast schon notgedrungen ein weiteres Stück Kuchen im Büro und dann hängt er uns schon an den Ohren raus – ist aber immer noch nicht leer.

Eine Lösung für diesen Fall – Rock’n Roh, Baby! Da man für ‘nen Rohkostkuchen nicht extra den Backofen anschmeissen muss, kann man auch ohne schlechtes Ökogewissen bloss einen kleinen 2-Mann-Kuchen basteln und muss nicht bis Mitte der Woche übriggebliebene Sonntagstorte futtern. Diese nussige Cashew-Obst-Tarte ist eigentlich relativ einfach zu machen, benötigt aber ein bißchen Vorlaufzeit. Die angegebene Menge füllt eine 22 cm-Durchmesser-Springform und reicht für 2 Fress-Säcke, mit etwas gutem Willen kann man aber auch noch 2 zusätzliche Besucher mit abfüttern.

Für den Boden benötigen wir
80 gr. Mandeln
80 gr. Walnüsse
60 gr. Datteln
1 Eßl. Kakao
1 großzügige Prise Zimt

Die Nüsse und die Datteln werden ca. 1-2 Stunden in Wasser eingeweicht, dann kurz abgespült und zusammen mit dem Kakao in dem Zimt in der Küchenmaschine zu einer noch etwas stückigen Paste verrödelt. Ich benutze dazu den Hackmesser-Einsatz.
Die Springform entweder mit Klarsichtfolie auskleiden oder mit etwas Kokosöl einfetten, dann mit Kokosraspeln ausstreuen und die Nussmasse als Tortenboden in die Form drücken. Wer mag, zieht an der Seite einen Rand hoch – wer lieber einen dickeren Boden haben möchte, der..ähm…lässt die Sache mit dem Rand eben bleiben.

Man kann den Tortenboden jetzt für eine Weile (mehrere Stunden sind nötig) im Kühlschrank parken, dann bleibt er saftiger – oder im Dehydrator oder der Sonne trocknen, dann wird er fester. Ich hab’ beides ausprobiert und finde eigentlich beides gut.

Am besten bereitet man den Boden am Vorabend zu, dann er über Nacht kühlen/trocknen.

Für die Tortenfüllung werden 250 gr. Cashews zusammen mit ein paar Datteln (bei Medjool cashewreichen 3 Stück, andere Sorten ca. 5 Stück) in reichlich Wasser eingeweicht, abgespült und im Vitamix (oder einem anderen leistungsstarken Food-Prozessor) zusammen mit 90 gr. Kokosöl (im Wasserbad erwärmen, dann wird es flüssig), dem Saft 1 Zitrone (wer mag, gibt das Fruchtfleisch und die Schale noch dazu), ca. 25 gr. Agavendicksaft und optional ein wenig Vanille zu einer homogenen Creme vermixt. Diese Creme gibt man in die mit Nussmasse ausgekleidete Springform, streicht sie glatt und – wer hätte es geahnt – parkt sie für einige Stunden im Kühlschrank. Danach belegt man sie mit Obst nach Wahl – es sollten allerdings säuerliche Früchte wie Himbeeren oder Kiwis sein, sonst schmeckt die Torte für meinen Gusto zu “mastig”. Dann stellt man den Kuchen nochmal kurz kalt, schneidet ihn Stücke und futtert ihn auf.

In meinem Fall ist die beschriebene nussige Fruchttarte übrigens keine “richtige” rohe Torte, weil ich keine Rohkostcashews verwende. Die Schale der Cashewnuss enthält ein giftiges Öl namens “Cardol”, das stark ätzend und reizend auf die Haut wirkt. Um dieses Öl für den Schälvorgang zu entfernen, werden die Kerne bei der “konventionellen Ernte” mitsamt Schale kurz erhitzt oder geröstet, und dann ist Essig mit der Rohkost. Als solche werden ja nur Lebensmittel bezeichnet, die unter 41 Grad verarbeitet wurden.

Es gibt allerdings bei entsprechenden Anbietern auch Cashews in “Rohkostqualität”, die nach der Ernte zuerst mit Wasser gewaschen und dann nur ganz kurz mit Wasserdampf eingenebelt werden. Damit wird das Cardol wohl auch zuverlässig beseitigt, das Ganze macht die Kerne dann aber eben auch entsprechend teurer.
Meine Tarte ist strenggenommen also keine “richtige” Rohkosttorte, sondern wohl einfach bloss’ ungebackener Kuchen. Sei’s drum, ich bin da ja nicht so fundamentalistisch veranlagt.

Einkaufsliste:
80 gr. Mandeln
80 gr. Walnüsse
60 gr. Datteln
Kakao
Zimt
250 gr. Cashews
1 Zitrone
Agavendicksaft
Kokosöl
(Vanillepulver oder -schote)

Zumindest im Neuwieder Umland bekommt man alle Zutaten mittlerweile im “gutsortierten Supermarkt” – Kokosöl und Agavendicksaft aber auf jeden Fall im dm-Drogeriemarkt und im Bioladen.

7 Gedanken zu „Sonntags-Cashew-Fruchttorte

  1. Marlene

    Ich liebe fruchtelige Kuchen *yummi*

    Muss mir nur bei deinem Foto die Kiwis nun weg denken, denn die mag ich nicht. Warum weiß ich selber nicht. Da mir kein ernsthafter Grund einfällt schiebe ich es mal auf die Kindheit 😀

    Werde ich mal nach tüddeln 🙂

    LG
    Marlene

  2. Anna

    Oh, der Kuchen sieht richtig lecker aus und ist auch für mich (mit Glutenunverträglichkeit) eine super alternative – zudem hat sich genau die richtige Größe!! 🙂
    Danke für den Tipp!!

  3. Fräulein Bummelei

    Ich gestehe: Ich hab mich noch nie an (fast 😉 )richtige Rohkostrezepte getraut, weil man da öfters, für Otto-Normalmampfer, ganz abstruse und wunderliche Zutaten braucht… Aber ich bin derzeit so auf Cashews, dass ich dieses Torterl probieren muss! Aussehen tut sie sehr hübsch auf deinen Bildern! (Wenn du zu viel Süßes hast, nächsten Sonntag.. ich hätt da ne Wiener Adresse zum Liefern… ;D)

  4. Juja

    Verrückt, kennst du so wenig Leute? Ich schaff ja trotz meines angeborenen Talents zur Süßspeisenvernichtung auch keinen ganzen großen Kuchen, aber die Reste ließen sich bis jetzt immer problemlos an Freunde, Kollegen oder Laufgruppe verfüttern (Pro-Tipp: steigert gleich noch die eigenen Beliebtheitswerte) 😉

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