Porreekuchen mit Bärlauch

Gar nicht so einfach, einen Namen für ein Gericht zu finden, dass sowohl Lauch wie auch Bärlauch enthält….da ist die Gefahr schnell groß, dass man sich anhört wie ein angeschickerter Biergartenbesucher. “Gibbste mir ma watt vonner Bärlauchlauchtorte?”
Aber Namen sind ja bekanntermassen Schall und Rauch, also nennt es einfach wie ihr wollt. Dem Magen ist es wurscht.

Das Lauchlauchbackwerk schmeckt heiß, lauwarm und kalt ganz allerbestens – und wenn man daraus gleichgroße Recht- oder Vierecke schneidet, diese mit dem “Gesicht” aufeinanderlegt und in eine fettabweisende Papiertüte packt,wird ein würziger Wanderproviant draus.

Außerhalb der Bärlauchsaison lässt sich selbiger sicher prima durch eine Zehe Knoblauch ersetzen und somit wird ‘ne Knoblauchlauchtorte draus. So oder so – gelauch-la-lallt wird immer.

Als Unterlage braucht der Lauchlauch einen Hefeteig, den ich faulpelzigerweise am liebsten in meinem Brotbackautomaten mache. Der hat das Zusammenkneten und Aufgehenlassen nämlich ganz prima im Griff und ich hab’ die Hände frei, um die Welt zu retten.
Ist ja auch wichtig.

Hefeteig für Faulpelze im Brotbackautomaten:

Zutaten

300 ml. lauwarmes Wasser
1 Eßl. Olivenöl
1 Teel. Zucker
2 Teel. Salz
500 gr. Mehl (Dinkel, Type 1050)
1 Päckchen Trockenhefe

Ob die Reihenfolge, in der die Zutaten in die Rührschüssel des Brotbackautomaten (kurz und lässig: BBA) eingefüllt werden, wirklich wichtig ist, kann ich gar nicht sagen…aber ich mach’s immer so herum:

Erst Wasser, dann Öl, dann Gewürze, dann Mehl und ganz obendrauf die Hefe streuen – dann den Be-Be-Aaaaah! auf “Teig” stellen und nach 1,5 Stunden ganz fabelhaften, fluffigen Hefeteig aus dem Zauberkasten holen.

Ohne Brotbackautomat geht’s dann (hoffentlich…ähem….wenn es also jemand ausprobiert hat, wäre ich für Feedback dankbar) so:

Trockenhefe mit dem Mehl vermischen, restliche Zutaten dazugeben und etwa 5 Minuten mit dem Handrührer (oder der Hand, ha!) durchkneten, bis alles gut vermischt ist und nicht mehr klebt. Anschließend den Teig etwa 30 Minuten gehen lassen.

Egal, wie man den Teig auch zubereitet – am Ende wird er auf ein Blech ausgerollt und mit einer Bärlauchlaubhaube (bitte 3x hintereinander laut aufsagen!) belegt, dafür braucht man folgende

Zutaten

500 Sojajoghurt natur, ungesüßt
2 Eßl Würzhefeflocken
2 mittelgroße Stangen Lauch/Porree
1 Bündel Bärlauch (ca. 30 gr. – wer mag, kann gerne mehr nehmen)
2 Eßl. Olivenöl
2 Teel. Salz
schwarzer Pfeffer und ein wenig Muskat nach Gusto
100 gr. Räuchertofu
1 Eßl. Sojasoße

Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Dann geht’s mal los!

Den Räuchertofu würfeln und mit der Sojasoße marinieren.
Joghurt mit den Hefeflocken, dem Öl und den Gewürzen vermischen. Den Lauch putzen, waschen und in Streifen schneiden, den Bärlauch hacken und zusammen mit den Porreestreifen (Lauch, Lauch, Lauch…jetzt wo ich es so oft geschrieben habe, klingt’s echt albern. Was für ein komisches Wort. Lauuuuch!) in die Joghurtmischung einrühren. Das Ganze wird nun gleichmässig auf dem ausgerollten Hefeteig ausgebreitet, mit dem Räuchertofu bestreut und für ca. 25 Minuten im Ofen gebacken.

Für alle, die Tofu für ein widerliches Werk des Vegetarierteufels halten und so etwas Gruseliges nie und nimmer essen würden – ihr könnt aufatmen, es geht auch ohne. Einfach weglassen. Bäm!

Noch ein Hinweis in eigener Sache – mein Backofen ist mit seiner 45cm-Innenbreite eher ein “Schmalhans Küchenmeister”…bei deutlich breiteren Öfen sollte der geneigte Bäcker evtl. mehr Teig oder einen Backrahmen verwenden, damit der Kuchen nicht allzu flach wird. Versuch macht kluch.

Immer noch nicht satt?! Dann schau’ doch in den MOHRTOPF – das ist für jeden Hunger was dabei. Vegan und ohne Gedöns!


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15 Gedanken zu „Porreekuchen mit Bärlauch

  1. Ingrid Henningsen

    Dickes DANKE für dieses Rezept Ich hab es schon ein paar Male gemacht und bin begeistert.
    Inzwischen ersetze ich einen Teil des Sojajoghurt durch deinen Casheesio ( der übrigen sowas von genial ist ) Eine Variante, die sich allemal lohnt, auszuprobieren.
    Liebe Grüße Ingrid

    Antworten
    1. mohrblog Beitragsautor

      Ha – super! Den Casheesio wollte ich ohnehin demnächst nochmal neu fotografieren, dann kann ich das gleich in einem Abwasch mal testen!
      Danke für den Tip 😉

      Antworten
  2. Petra

    Lecker! Rezept fand sich umgehend in der Rezeptdatenbank wieder, lieben Dank. 🙂
    Ich mach Hefeteig übrigens immer im Terrormix:
    Wasser, Öl, Zucker, Salz in den Rührtopf geben und 2 min/37 Grad/Stufe 2 vermischen. Die Hefe dazu und 1 min/37 Grad/ Stufe 1, Mehl hinzugeben 5 min/Deckel zu/Knetstufe. Zum Gehenlassen Messbecher draufsetzen und den Topf IM Terrormix lassen (30-40 min). Raus bekommt man das Ganze dann ganz einfach, indem man den Boden abschraubt und das Messer aus dem Teig friemelt.
    Für alle mit Terrormix aber ohne BBA 😉

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  3. Anja

    Klingt lecker. Da ich in der veganen Küche nicht so bewandert bin… was sind Würzhefeflocken? Und wofür braucht man die bzw. könnte man sie ersetzen? Liebe Grüße

    Antworten
    1. mohrblog Beitragsautor

      Hallo Anja,

      Würzhefeflocken bestehen aus inaktiver, getrockneter Hefe und geben Gerichten einen würzig-salzigen Geschmack, der leicht an Käse erinnert. Das gute Zeugs gibt es mittlerweile sogar in größeren Supermärkten, aber auf jeden Fall in Reformhäusern und Bioläden. Schmeckt auch prima in Salatsoßen oder Dips und man kann daraus eine würzige Soße zum Überbacken von Aufläufen basteln. Für eine unveganöse Variante könntest Du wohl auch einfach ein wenig geriebenen Parmesan in die Soße rühren 😉

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  4. Kartoffelsalat

    Bei uns im Schwabenland heißt dieses Gericht Dinnete. Gibts auf Märkten mit verschiedenen Belägen. Kartoffel ist z.B. recht beliebt.

    Ich mag das ganz gerne mit Sojananda statt Joghurt.

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  5. Marlene

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    Das liest sich lecker und ist auch etwas fürs Büro am nächsten Tag 🙂

    Ich bin immer auf der Suche nach Gerichten fürs Büro 🙂

    LG
    Marlene

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  6. Fräulein Bummelei

    Klingt nach einem handfesten, deppensicheren (also, sprich, sicher für mich) Rezept, dass ich bäldigst ausprobieren werd! Wenn man beim Bärlauchpflücken im Wald im Hinterkopf hat, dass man den Kuchen für eine unliebsame Person macht, muss man aufpassen, dass man nicht paar Maiglöckchen reinwandern lässt oO
    Ich dachte übrigens nach, ob man den Kuchen einfach LaLaKuchen nennen kann: nein, kann man nicht. Sonst fangen Kindern beim Erwähnen zu weinen an, wenn man einfach Teletubbies einbäckt. Traumatisierungsgefahr 😉

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  7. ulex

    danke für das feine rezept… da muß ich morgen glatt nochmal zum pflücken… lang machter wohl nicht mehr… der bärlauch in unseren gefilden.
    by the way – was den ungesüßten sojajoghurt betrifft… hab den filialleiter unseres stammsupermarktes so lange in den ohren gelegen, bis er welchen ins sortiment genommen hat…
    man muß den leuten manchmal nur etwas auf die sprünge helfen… ;o)

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    1. mohrblog Beitragsautor

      Hach, ich beneide ich ja ein bißchen – bei uns gibt’s Bärlauch nur im Gemüseladen, und dabei würde ich gerne im Wald pflücken – das ist immer so schön hippiemässig 😉

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  8. Vanessa

    Hi!
    Ich bin mir sicher ich werde das Rezept im Verlauf des Sommers noch ausprobieren, hört sich nämlich echt lecker an 🙂
    Übrigens: Wunderbarer Schriebstil ! Macht Spaß deinen Blog zu lesen!

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