Frischen Fußes durch den Forst – oder “Gehwol! Yeah!”

Eigentlich sollte mein Blog ja grundsätzlich ohne Produktplazierung und Werbe-Einblendungen auskommen – aber uneigentlich quält mich der Gedanke, dass es eventuell da draußen Menschen geben könnte, die nicht wissen, wie unfassbar wohltuend die Gehwol Fusskrem ist.
Demnach ist der folgende Beitrag keine Werbung, sondern Lebenshilfe.
Sozusagen.

Und nur zur Klarstellung – ich werd’ für diesen Artikel nicht bezahlt. Die Fa. Gerlachs weiß vermutlich noch nicht mal, dass es mich und meinen Blog überhaupt gibt.


Bei unserem Wildnistrail-Trip im letzten Jahr konnte ich meine Mitstreiterin jeden Morgen dabei beobachten, wie sie eine merkwürdig-müffelnde Paste ziemlich dick auf ihre Wandersfrauen-Füße rieb und diese dann mitsamt dem fettglänzenden, weißen Cremefilm in ihre Socken verpackte. Mir kam dieses Prozedere zwar ein wenig spanisch, bzw. schwäbisch vor – aber Fritzi beteuerte, dass dieses ominöse “Gehwol” die malträtierten Mauken spitzenmässig pflegen und Blasen vorbeugen würde. Nun ja – ich verfüge ja über ein tolerantes Gemüt und jeder darf sich (selbst in meinem Beisein) einbalsamieren womit immer er möchte. Ich selbst vertraute dann doch eher zeitgemäss auf die Kraft von modernen Blasenpflaster und Tapes.

Wie im dazugehörigen Bericht schon ausgiebigst bejammert, haben sich bei meiner 24-Stundenwanderung Anfang Mai nun allerdings sogar unter besagten ach!-so-bewährten Pflastern aus dem Hause Comp**ed riesige Blasen gebildet – ebenso wie an den Kanten der Pflaster und an den Zehenspitzen, der Ferse, den Fuß-Außenseiten..ach, einfach überall, wo noch Haut am Fuß war. Auch nach der Abheilung blieben reichlich Krater und Sollbruchstellen an meinen Wanderwerkzeugen zurück – und da mein Vertrauen in Blasenpflaster erstmal massiv getrübt war, wollte ich auf dem Lieserpfad dann doch mal dieser merkwürdigen Paste aus Fritzis Rucksack eine Chance geben, sich zu beweisen. Schlimmer konnte es ja nicht werden.

Das weiße Zeugs hat eine ziemlich zähe Konsistenz und der Geruch erinnert an einen Eintopf aus ungelüfteter Schulturnhalle, feuchtem Lappen und Tannennadeln – ist also wahrhaftig kein Nasenschmaus. Dennoch verschmierte ich die Paste artig auf meiner Fußhaut zu einem möglichst dicken Schutzfilm und schlüpfte nach etwas Überwindung tapfer in die Socken.
Das  erste Gefühl, auf einer fettigen Sohle herumzurutschen, ist anfänglich stark gewöhnungsbedürftig bis hin zu “bäääh!”, aber ett nützt ja nix. Schmerzende Blasen sind ja schließlich auch kein sensitiver Hochgenuß, also ab dafür.

Die erste Wander-Etappe war zwar mit 5 Stunden und knapp 15 km eher moderat, aber angesicht des wirklich desolaten Zustandes meiner Mauken könnte man das durchaus als “Härtetest unter erschwerten Bedingungen bezeichnen” – und was soll ich sagen? Das schmierige Zeug aus der Alutube war der Hammer! Zwar stellte sich bei der abendlichen Exremitäten-Inspektion heraus, das sich an einer besonders tiefen Sollbruchstellen-Kerbe in der Ferse zwei winzige Minibläschen gebildet hatten, aber der zähe Cremefilm hat die Haut so geschmeidig gehalten, dass die Böllerchen beim Marschieren absolut nicht spürbar waren und am nächsten Tag keine Sekunde lang weh getan haben.

Und auch das “Fußsohlengefühl als solches” am Abend nach der ersten Wanderung war schier fabulös – meine Fundamente fühlten sich trotz mehrstündigem Aufenthalt in warmen Socken beinahe frisch an und verströmten statt dem sonst nach so einem Wandertag durchaus üblichen “Mördermuff out of hell” nur einen dezenten Schulturnhallengeruch. Damit kann man leben, echt jetzt.

Aber man soll den Fusskrem-Tag ja bekanntlich nicht vor dem Lieserpfad-Abend loben, also wollte ich vor dem ekstatischen Absingen von Gehwol-Lobeshymnen erstmal den zweiten Wandertag abwarten. Aber auch der zweite Test brachte ein positives Ergebnis – Gehwol rockt! Aber sowatt von.
Zweimal habe ich unterwegs an besonders sensiblen Stellen ein wenig “nachgeschmiert”, aber ansonsten habe ich weder meine Füße als solche noch die alten Kriegsverletzungen in irgendeiner Weise gespürt. Keine brennenden Fußsohlen, keine Druck- oder Reibestellen, keine Blasen. Nix außer heiterer Turnhallen-Lappen-Tannennadel-Seligkeit im Schuh. Ruckediguh.

GehwolSeit dem ersten Test auf dem Lieserpfad war ich noch ein weiteres Mal wandernderweise mit der Gehwol-Fusskrem unterwegs und bin seitdem so Fan, wie man halt eben Fan von einer müffelnden Paste sein kann (sprich: Ich stehe kurz davor, mir das Logo auf die Wade tätowieren zu lassen! Gehwol! Yeah!) Auch vor dem Laufen tupfe ich inzwischen ein bißchen von der Creme auf besonders anfällige Stellen und alles ist wölkchen. Blasenpflaster und Tapes adé!

Vor längerer Wandertätigkeit ist es allerdings wirklich wichtig, das Zeugs richtig dick aufzutragen – aber wenn man sich erstmal an die Schmiere in der Socke gewöhnt hat, darf man sich als Belohnung (zumindest in meinem Fall, vermutlich reagiert nicht jede Haut und jeder Fuß gleich) einer vollkommenen Schmerzfreiheit am Fuß und kuschelweichen Marschiermauken erfreuen. *)
Gehwol.
Yeah.

Einziger Wehmutstropfen – laut Herstellerangaben enthält die Fusskrem “Stoffe vom Lebendtier” (Wollwachs) und ist somit für konsequente Veganer leider nicht geeignet.

*) Zudem empfiehlt es sich, bei langen Wander-Touren zwei Socken übereinander zu tragen – ein paar dünne Söckchen ohne Nähte zuerst, darüber ein paar dickere Strümpfe.


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20 Gedanken zu „Frischen Fußes durch den Forst – oder “Gehwol! Yeah!”

  1. angela

    hey…ich freu mich so, auf deinem blog gelandet zu sein… dein gehwohl-artikel ist wunderbar… !! und demnaechst werde ich berichten, ob das zeug bei mir auch funktioniert, hab’s jedenfalls heute in der apotheke bestellt und werde es ab samstag im aspromonte ausprobieren. danke fuer lesegenuss und empfehlung! angela.

  2. nido00

    Ich kenne einige Läufer die schwören darauf, um vor langen Läufen eine Woche lang jeden Abend die Füsse mit Vaseline einzuschmieren und dann mit Socken zu schlafen. Zum Glück sind Blasen nicht so mein Problemgebiet (wundscheuern an anderen Stellen schon aber ich schlafe nicht mit z. B. Armlingen), so dass ich noch nicht in die Versuchung kam das auszuprobieren. Also wenn du es weiter ausbauen willst – kannst du auch mit dem Turnhallengeruch schlafen 😉

    1. mohrblog Beitragsautor

      Ganz im Gegenteil – ich bin den Schwaben äußerst zugetan 😉
      Und die Frage zur Veganität der Salbe könntest du selbst beantworten wenn du denn bis zum Ende gelesen hättest. Ha.

  3. Volker

    Werbepost inklusive Verlosung, Du ziehst aber auch alle Marketing-Register. Aber wenn es das Zeug verdient hat, ist es ja auch ok.

    Ich werde mich hoffentlich dieser Salbe erinnern, wenn sich an meinen Sohlen mal Ungemach breit machen sollte 🙂

    LG Volker

    1. mohrblog Beitragsautor

      Jawohl – catch as catch can, wie der Rheinländer sagt. In Wirklichkeit ist das ja bloss der billige Versuch, Newsletter-Abonnenten zu rekrutieren. Da muss man halt schon mal zu reißerischen Maßnahmen greifen 😉

  4. Blumenmond

    Rabäh… Kommentar weg.

    Also, ich werd das Zeug mal ausprobieren. Hatte zwar Dank Hokas und Dealers Wundersocken gestern bei dem Marsch keine Blasen. Aber brennende Füße und leicht beleidigte Zehen schon. Das geht sicher besser.

    Und in den Veganhimmel komm ich ja eh nicht.

  5. Andrea

    hallo frau mohr,

    ich bin durch irgendeinen zufall auf deinem blog gelandet und finde gleich deine Schwärmerei für die Fußcreme. in Vorbereitung auf meine erste hüttentour in diesem sommer suche ich derzeit genau nach so einer wie von dir angepriesenen wundercreme, die mich dann quasi auf Wölkchen über die Hügelchen tragen wird (so mein frommer wunsch).

    LG Andrea

    1. mohrblog Beitragsautor

      Hallo Andrea,
      das wäre dann natürlich der ultimative Härtetest für die müffelnde Wunderpaste 😉 Ich drücke die Daumen und hoffe auf positive Rückmeldung nach der Hüttentour!

      Mit freundlichen Füßen,
      Frau Mohr

  6. Ariana

    Das hört sich richtig gut an – ich habe superempfindliche Haut und überall Druckstellen oder aufgescheuerte Haut nach dem Sport /Wandern (sogar an den Armen von den T-Shirt Rändern). Da muss ich mich wohl mal komplett damit einschmieren 🙂
    Liebe Grüsse
    Ariana

    1. mohrblog Beitragsautor

      Naja, es soll ja auch Leute geben, die das Stinkzeugs auf den Oberschenkeln gegen den gefürchteten Wolf einsetzen…warum also nicht auch an den Ärmchen? 😉
      Der einzige Nachteil – es ist näher an der Nase 😉

      1. Martin Schmitz

        unter den Armen empfehle ich zunächst Vaseline einzusetzen (am Po auch) Sollte dennoch irgenetwas wundreiben dann auf jeden Fall auch Gewohl drauf. Tut dann kurz höllisch weh. Aber dann ist es gleich viel besser! Ich weiß wovon ich spreche und habe bei langen Märschen immer ein kleines Filmdöschen abefüllt mit Vaseline dabei und gerne auch eine halbvolle Tube vom guten Gewohl. Und original ist die silberne Tube das sollte noch erwähnt werden. Es gibt auch wärmende Salbe usw. Nur das Original ist aber das Original!

    1. mohrblog Beitragsautor

      Ich wasche die Socken auf 40 Grad und bilde mir zumindest ein, dass sie danach gehwolrückstandsfrei sind 😉 In den Schuhen konnte ich noch keine Spuren entdecken.
      Aber mittlerweile bin ich wohl auch so an den Geruch gewöhnt, dass ich das wohl eh nicht mehr riechen würde.

  7. Martin Schmitz

    Na prima Frau Mohr wandert nicht nur sie schmiet auch.
    Der wer gut schmiert der auch gut fährt bzw geht….

    Ich nutze die Creme schon sehr lange (seit mehr als 20 Jahren)
    Sie hilft auch an anderen empfindlichen Stellen und gegen Wölfe!
    Sie ist bewährt seit dem Feldzug 1870/71 (steht nicht mehr auf den Tuben drauf) und war ein Erleichterung für vikel Soldaten der letzten beiden Weltgriege. Daher nicht nur für Hardcoreveganer sonder auch für Hardcorepazifisten dann nix. Aber dennoch sehr gut.
    Noch ein Tip. NICHT gleich mit den fett eingeschmierten Mauken in die Socken. Erste richtig lange an der Luft ohne Kontakt zu Socken, Bettlaken, Sofa oder Straßendrecke trocken lassen (wie es auch beschrieben ist) und dann….

    Weiterhin gutes schmieren und wandern wünscht

    Martin

    1. mohrblog Beitragsautor

      Ich mag’ das Wort “Hardcoreveganer” nicht – eigentlich ist es doch toll, wenn jemand konsequent ist 😉
      Und jawohl – Zeit zum Trocknen muss sein!

  8. Das Pulsmesser

    Unseren Teeschrank bewohnt seit dem letzten Winter ein Kräutlein namens “Halswohl”, was zu munteren Ausrufen der Kinder wie “Du hals’ wohl ‘ne Macke!” Anlass bot. Nun also auch “Gehwohl”. Wieviel Körperteil-Wohl gibt es da noch? “Beinwohl” habe ich schon ergoogelt. Der Treffer für “Armwohl” lautete allerdings “Darmwohl”. An der Stelle habe ich lieber aufgehört!

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