Alles Neu-wied macht der Mai..ähm….Juli!

“Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben.”
Wie ich vergangenen Donnersfreitag festgestellt habe, reicht es zum “Was-Erleben” manchmal sogar aus, wenn man nur ein wenig die Nasenspitze über den eigenen Tellerrand herausstreckt und sich minimalst von der eigenen Haustüre wegbewegt.

Als ich vor knapp 10 Jahren aus dem oh-du-schööö-hööönen-Westerwald nach Neuwiedropolis gezogen bin, waren meiner von landschaftlicher Schönheit und Idylle verwöhnten Netzhäute anfänglich ziemlich empört von dem eher rustikalen (und teilweise gut verstecktem) Charme der Deichstadt. Nach einer Weile entdeckte ich dann Rheinsteig & Co. als mein persönliches Lauf- und Wanderparadies und alles war Wölkchen, bzw. Wäldchen.

Das es zwar hier irgendwo auch ein paar  ganz nette Seen geben sollte, hatte ich zwar schon mehrfach vernommen – aber dass in fußläufiger Entfernung zu meiner Homebase tatsächlich zwei unfassbar entzückende Gewässer liegen,  hat mich dann schon ein klitzekleines bißchen vor Begeisterung aus den Flip-Flops gehauen.
Hätte ich Donnerstag also im Büro geschwitzt, statt mich als maximalfrüher Vogel mit Hund Baldur auf eine gemütliche Hunderunde zu begeben, würde ich diese tollen Seen mit verwinkelten Trampelpfaden und ganz viel Grünzoich drumherum immer noch nicht kennen.  Und das wäre nun wirklich schade drum.

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Vom Asia-Restaurant “Papa Umi” in der Innenstadt hatte ich zwar schon öfter nur Gutes gehört (und es sogar selbst schon mehrfach weiterempfohlen), aber selbst war ich noch nie dort – ich hab’ ja nie Zeit. Irgendwas ist ja immer. Aber heute, da bin ich ja vogelfrei und kann mich endlich mal durch die köstlich klingende Speisekarte fressen – und bin vom dem wirklich grandios-leckeren Mittagsmahl nebst frischer Getränke mal mindestens so begeistert wie von den 2 neuentdeckten Gewässern vor meiner Haustür. Was soll ich sagen? Off-Day. Yeah.papaumiAls besonders herzchen-erfreuendes Detail an diesem Tag entpuppt sich die schöne Dame am Nachbartisch, die erst wenig irritiert in meine Richtung guckt, sich aber nach einem nicht minder irritierten Blick meinerseits und einem überrascht-kreischenden “Patricia?!” – “Daniela?”! – “Nee, das GIBT’s doch nicht!” als ebenjene Katzenfreundin entpuppt, mit der ich schon seit fast einem Jahr eine supernette Brieffreundschaft pflege. Unser Kontakt ist aus einem Katzennotfall entstanden und wurde im Laufe der Zeit nach vielen Mails und Sprachnachrichten immer herzlicher und fröhlicher – aber irgendwie haben wir es bisher nie geschafft, uns endlich mal persönlich zu treffen. Wir haben ja nie Zeit. Aber heute haben die Götter das Ganze wohl selbst in die Hand genommen und die Weiberschaft mal zusammengeführt. Hätte ich im Büro geschwitzt, statt…also, da hätte ich ja NIE! Ja, ja, ich sag’s ja. Spitzenmässige Sache, das!

KaffeeNach getaner Mittagsfutterei, maximalzufriedenem Über-den-satten-Wanst-Streichen und exorbitanter Freude über diesen tollen Patricia-Zufall gibt es noch einen Kaffee in der Neuwieder Kaffeerösterei…das ich da noch nie war, muss ich wohl nicht mehr extra erwähnen? Weil..hab’ ja nie…gell? Heute dampft zu meiner großen Freude ein Latte-Macchiato mit Sojamilch (Bäm!) vor meiner Nase und auf der Tafel im Fenster prangt in Schönschrift die Info, dass hier auch bio-veganes Eis angeboten wird.
Mein innerer Begeisterungs-Springteufel hüpft ekstatisch aus seiner Box.
Gran!-di!-os!
Ein kreatives Schlemmer-Angebot für Pflanzenfresser scheint tatsächlich auch vor der drögen Deichstadt nicht halt zu machen. Im Büro hätte mir das wohl niemand gesagt. Schätze ich mal.

Später dann dümpele ich zutiefst entspannt im eigenen, wohlbekannten Garten herum, schmökere ein wenig vor mich und gucke den trägen Katzen beim pfannkuchenartigen, aber ausnehmend dekorativen Herumliegen unter Gartenstühlen oder schattigen Sträuchern zu. Dass ich am frühen Abend aus im Nachhinein vollkommen unerfindlichen Gründen auf den Gedanken komme, es könnte eine ganz großartige Idee sein, endlich mal mein chaotisches Arbeitszimmer aufzuräumen, um nur wenig später verschwitzt und verstaubt in unsortierten Papierberge herumzuwühlen, herumfliegende Klamotten auf Kleiderberge zu schichten und mehrfach “Watt ‘ne Scheiß-Unordnung!” zu brummen,  sorgt zwar für einen nicht ganz so harmonischen Tagesausklang – aber alles in allem war’s ein Bombentag.

“Wenn einer einen Off-Day tut, dann kann er was erleben!”
Zur Nachahmung ausdrücklich empfohlen- muss ja nicht unbedingt in Neuwied sein. Tellerränder gibt’s ja überall.

1 thought on “Alles Neu-wied macht der Mai..ähm….Juli!

  1. Blumenmond

    Ausnahmsweise find ich ja mal das Essen nicht das Interessanteste sondern den Herrn Baldur. Den würd ich ja auch gern mal persönlich kennen lernen… aber man hat ja keine Zeit und der Weg ist so weit. Trotzdem … moah.. sieht das lecker aus.

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