Vom Umgang mit Boshaftigkeiten

Auch wenn wir uns es oft anders wünschen würden, sind leider nicht alle Menschen um uns herum fair, ehrlich und gutherzig. Fast jeder von uns trifft mehr oder weniger häufig auf Mitmenschen, deren Denken und Handeln von perfider Boshaftigkeit geprägt ist. Sei es nun der Kollege, der einem freundlich ins Gesicht grinst und einem hinter’m Rücken kaltlächelnd seine Fehler in die Schuhe schiebt, neue Ideen dreist und ohne mit der Wimper zu zucken als die eigenen ausgibt und beim Chef mit Inbrunst stichelt und intrigiert. Oder die vermeintliche Freundin, die zwar höchstgerne und zu jeder Gelegenheit unsere Hilfe, Zeit und Zuspruch in Anspruch nimmt, aber ansonsten gerne ihre Zeit damit verbringt, aufs Fieseste über uns herzuziehen, abzulästern und hinterhältige Lügen zu verbreiten.

Wenn nun dieses charakterlose Treiben ans Tageslicht kommt, ist unser erster Gedanke zumeist: “Warum tut er/sie mir das an, was zur Hölle habe ich falsch gemacht und womit in Dreiteufelsnamen hab’ ich das verdient?!”

Gottseidank ist mir Derartiges in den letzten Jahren immer seltener passiert, weil ich mir meinen Freundeskreis und mein Umfeld immer sorgfältiger aussuche, “faule Äpfel” regelmässig aussortiere oder mich gar nicht erst näher mit ihnen einlasse – das Leben ist einfach zu kurz, um negative und boshafte Menschen mitmischen zu lassen und sich von deren Gift verschmuddeln zu lassen. Aber gerade kürzlich gab es wieder so einen Fall, in dem ich ganz plötzlich und überraschend erfahren habe, wie vollkommen hinterhältig, schädlich und bösartig eine vermeintliche “Mitstreiterin” hinter meinem Rücken agiert hat. Nachdem ich erstmal vollkommen fassungslos mit Schmackes aus allen Wolken geplumpst bin, begann sogleich der Denkapparat zu rattern und zauberte eine riesengroße “What-the-FUCK?!”-Blase über meinem Schädel. Zutiefst verletzt grübelte ich darüber nach, wie es dazu kommen konnte, dass diese Person so boshaft gegen mich operiert und an welcher Stelle unseres gemeinsamen Weges ich irgendeinen Anlass dazu geboten haben könnte, derart viel Groll und Feinschaft zu verursachen. Nachdem der erste Schreck verdaut  ist, komme ich – wie bei 99,9% solcher Fälle – recht fix zur Erkenntnis:
“Es hat nix mit mir zu tun!”

Es gibt bedauerlicherweise Menschen, denen Neid, negatives Denken, Missgunst und Bösartigkeit schlicht und einfach im Blut liegt. Manche sind zu feige und rückgratlos, um für ihren selbstfabrizierten Mist geradezustehen und schieben ihre Fehler hinterrücks anderen Leuten in die Schuhe, andere Exemplare wiederum können es nicht ertragen, wenn irgendeiner ihrer Mitmenschen erfolgreicher oder beliebter ist, oder schöner, jünger, reicher, fröhlicher, oder auch einfach nur schlichtweg mal Glück hat – oder intrigieren aus reiner Arglist und Lust an der Boshaftigkeit, weil ihnen die Nase ihres Gegenübers nicht passt.

Das alles bedeutet aber nicht, dass ich in irgendeiner Weise mitschuld bin und irgendeine Veranlassung dazu geboten habe, eimerweise Gift über mir auszukübeln – sondern es bedeutet nur, dass diese Sorte Mensch ‘nen Scheißcharakter hat, der mich halt dummerweise gerade mit voller Breitseite getroffen hat. Ich stand’ halt einfach nur gerade im Weg. Dumm gelaufen.

Diese Erkenntnis ist dann auch quasi die erste Soforthilfe-Massnahme – da es nichts mit mir zu tun hat, gibt es für mich auch keinen Grund, mich schuldig oder schlecht zu fühlen.
Allerdings lässt sich leider meist eine anfängliche Wut und Empörung bei meinem strubbeligen Naturell nicht vermeiden, wenn ich absichtlich verletzt wurde. Ungerechtigkeit empört mich, und grundlose Attacken erst recht, da bin ich ganz Sternzeichen “Springindieluft”. Aber ich versuche, diese negativen Gefühle möglichst schnell abzuhandeln und wieder loszuwerden,  und mich vor allem gar nicht erst innerlich auf  Rachegedanken einzulassen. Denn wenn ich erstmal anfange, mir detailliert auszumalen, wie ich es dieser Person jetzt nun adäquat heimzahlen könnte, und wie weh ihr das tun könnte und wie sehr ich ihr schaden könnte, dann begebe ich mich in den gleichen Sumpf aus Groll und Verbitterung – und da will ich nicht sein. Da ist es ganz sicher ziemlich düster und trostlos, da darf derjenige herzlich gerne ganz alleine drin rumdümpeln und in Ruhe vor sich hinhassen.

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich keiner dieser kuchenguten Mustercharaktere bin, die freundlich lächelnd auch noch duldsam die rechte Seite hinhalten, wenn ihnen gerade jemand mit Schmackes eins auf die linke Wange gekloppt hat. Im Gegensatz – wenn mich jemand absichtlich verletzt, ist mein erster Reflex umgehend feste zurückzuschlagen, zu beißen und demjenigen aber mal mindestens genauso weh zu tun. Wenn nicht noch MINDESTENS 3x mehr. Arschmakrele, blöde.
Aber gerade in der letzten Zeit habe ich gelernt, dass es sich mehr als lohnt, diesem Impuls nicht nachzugeben und sich aktiv dagegen zu wehren. Hass und Wut sind kein guter Begleiter und bringen niemanden glücklich durch den Tag.

Es gibt ja den netten Spruch “Gut zu leben ist die beste Rache” – meiner Meinung nach ist die beste Rache, erst gar keine Rachegefühle zu haben. Menschen, die hinterhältig und bösartig mit Anderen umgehen, begegnet man doch eigentlich am besten, indem man ihnen weder im Herzen noch in Gedanken oder Gespräche irgendeine Bühne bietet. Nicht hinhören. Nicht drüber reden. Nicht drüber nachdenken. Raus damit aus meinem Kopf.
Letztlich müssen diese Kackbratzen sich den ganzen Tag selbst ertragen und sich ihre negativen, feindseligen Gedanken anhören, jeden Morgen in ihr eigenes brummeliges Motzgesicht gucken – damit will ich nix zu tun haben. Die dürfen ihren schlechten Charakter herzlich gerne einfach für sich behalten.

Ganz gerne mag ich da einen Auszug aus einem buddisthischen Text zum Thema “Wut”:
“Ganz einfach, mein Freund. Du kommst zu mir und machst mir ein Geschenk: Deine Wut.
Ich möchte sie aber nicht, ich weise sie zurück. Sie gehört immer noch dir.”

Wenn einem also jemand seinen Hass, seinen Groll und seine Feindseligkeit schenken will, man dieses düstere Präsent aber zurückweist – bleibt er selbst drauf sitzen.

Gerne mit Schleife drum.

Oli

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8 Gedanken zu „Vom Umgang mit Boshaftigkeiten

  1. Carmen

    Sehr gut auf den Punkt gebracht! Was jedoch macht man oder Frau wenn das Schandmaul in der eigenen Familie sitzt?
    Mir so passiert
    Lieben Gruß

    Antworten
  2. Frau Fröhlich

    Gefahr erkannt, Gefahr gebannt bzw. richtig erkannt und korrekter Umgang damit. 🙂
    Eigentlich müsste ich solche Leute auch ignorieren, aber das verbietet mir meine direkte Art *ggg*. So spreche ich Leute, die den Mund zu voll genommen haben, sehr gerne direkt und persönlich darauf an. Oooh, das ist den Leuten ja immer sowas von “angenehm” *ggg*. Die erzählen nie wieder was und wenn dann bekomm ich es nicht mehr mit, denn die waren die längste Zeit in meinem Dunstkreis. 😉 Und da ich schon seit langer Zeit so handele und sich solch Dreistigkeit meinerseits herumspricht, wollen auch Gott sei Dank meist nur noch die richtigen Menschen mit mir zu tun haben. 🙂

    Antworten
  3. Blumenmond

    Grmpf… gerade schreibe ich was über Gelassenheit und da hakt mich das Captcha-Ding wieder aus. Blödes Scheiß-Captcha.. ich gönne dir die Pest an den Hals.

    Was ich aber eigentlich sagen wollte… absolut Deiner Meinung. Hatte zwar mehr geschrieben aber das ist jetzt mit dem Captcha an die ewigen Bloggründe eingegangen.

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  4. Reginili

    Ein nettes Thema hast Du Dir da für einen Montag ausgesucht!
    finde mich sehr darin wieder und werde mir die guten Tipps im Umgang mit den profilierungssüchtigen Neidern auf jeden Fall mal zu Herzen nehmen!
    Da ich selbst vollkommen neidfrei bin, fällt es mir oft schwer, diese hinterlistigen Menschen überhaupt zu verstehen.
    Aber eins ist klar, je älter ich werde, desto mehr sortiere ich aus, auch wenn ich mir fast sicher bin, dass nicht jeder das verdient hat. Aber das kommt halt dabei rum, wenn man schon zu vielen Arsch begegnet ist.

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  5. wortgestoeber

    Hallo Daniela,
    da hast Du recht aussortieren, und auch mit dem Gedanken ,sich nicht auf die Ebene des Boshaften zu begeben stimme ich Dir zu. Nur eine Gedanke kommt mir da , was macht man , wenn man diesen Boshaften nicht aus dem Weg gehen kann und man an die Boshaftigkeit, weil man einen massiven Schaden erlitt, immer wieder erinnert wird?
    Oder wenn man nun , durch diese Boshaftigkeit des des anderen bedingt, ständig Angst hat?
    Mir geht es wenn jemand so boshaft ist anders als Dir, ich verfalle dann in Sprach und Hilflosigkeit, bin wie erstarrt…Mich wenn auch nur innerlich wehren da muss ich mich zu zwingen und meist sind dann die Boshaftigkeiten bereits geschehen und es würde negativ ausgelegt, wenn ich mich nach der Schockstarrezeit” dann endlich mal wehren würde.
    LG Wortgestoeber

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  6. Fellindianer

    … dem ist nichts mehr hinzuzufügen! Sehr schön ge- oder beschrieben!!!

    Nicht immer ganz leicht … und das Aussortieren dauert manchmal ein bisschen länger, doch es lohnt sich.
    Wenn Rachegedanken einen überkommen hilft mir der Satz “Jeder bekommt das was er verdient, die einen früher, die anderen später!” und davon bin ich überzeugt 🙂
    Einen schönen Wochenanfang
    liebe Grüße, Michaela mit den Fellindianern

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