Archiv für den Monat: Dezember 2015

[mohrkochen] “Cash me if you can!” – Cashewmus/-milch

Befänden wir uns uns noch im Zeitalter der Steckbriefbücher, die zu Teeniezeiten zu Dutzenden unter Freundinnen herumgereicht wurden, und gäbe es dort zwischen “Lieblingslied” und “Lieblingsfarbe” auch noch das Feld “Lieblings-Pflanzenmilch”, dann würde ich da sofort mit Schönschrift “Cashewmilch” eintragen. Und noch’n Herzchen dahintermalen.

Cashewmilch lässt sich nämlich nicht nur aus selbstgemachtem Cashewmus kinderleicht und fix produzieren (vorausgesetzt, man verfügt über den gleichen High-Tech-Küchenhelfer-Fuhrpark wie ich), sondern kommt auch noch ohne jede zusätzliche Süße oder sonstige Zutat aus. Einfach nur Cashews und Wasser und feddisch ist die Pflanzenmilchlaube.
Hurra? HURRA!

Sowohl Cashewmus wie auch die -milch werden bei der Herstellung im Vitamix feiner – aber leichter, einfacher und vor allem leiser geht’s mit der Terrortrulla aus dem Hause Vorwerk (alias “Thermi”).  Bei der Herstellung im Vitamix braucht’s schon ein bisschen Muskelkraft und Lärmtoleranz – der Geräuschpegel dümpelt da schon nahe an “Marke Hauswanddurchbruch” und deswegen mache ich das nur, wenn ich die Nachbarn in Urlaub weiß oder finde, der Herzmann hat eine Strafe in Form von “morgendlichem Aus-Dem-Schlaf-Lärmen” verdient. Beides kommt eher selten vor.

Cashewmus
Für das Cashewmus braucht es 500 g Cashewkerne (am besten in Bioqualität, wenn der Geldbeutel das zulässt). Cashews in den Mixtopf geben und 8 Sekunden auf Stufe 10 zerschreddern. Das so entstandene Nussmehl mit dem Spatel oder einem Löffel zusammenschieben und nochmal 8 Sekunde auf Stufe 10 zerschreddern und ggf. von den Wänden runterschieben. 

Nun bekommt das Cashewmehl eine längere Freifahrt über ca. 10 Minuten auf Stufe 4 – dabei immer mal wieder zusammenschieben, falls nötig – und die Temperaturanzeige im Auge behalten. Wenn die Temperatur 40 Grad überschreitet, lasse ich die Masse immer nochmal ein wenig abkühlen, denn wenn das Mus zu heiß wird, machen sich die Nährstoffe auf Weltreise und die Qualität des Muses leidet ein wenig. (Ist aber nicht exorbitant wichtig, das kann jeder halten, wie er will.)

Nach 10 Minuten Terrormix-Karussellfahrt sollte aus den Cashews ein weitestgehend cremiges, geschmeidiges Nuss-Mus entstanden sein. Dieses kann nun in ein Schraubglas umgefüllt und bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank geparkt werden.

Das Cashewmus schmeckt auf Brot und gibt Soßen und Suppen einen rahmigen, sämigen Charakter. Und – man kann flottikarotti Ratzfatz-Cashewmilch daraus machen.

Cashewmilch
Ich mische die Milch immer im Verhältnis ca. 10 g Mus auf 100 ml Wasser – kommt ein bisschen darauf an, wie “rahmig” man seine Pflanzenmilch haben möchte, am besten einfach ausprobieren. Zum Milchmixen nehme ich meistens doch den Vitamix, weil die Milch so cremiger wird – im Terrormix wird’s ein klitzekleines bisschen “krümeliger” – lecker sind aber beide Varianten.

Also – Wasser und Cashewmus in gewünschter Menge in den Mixtopf oder den Vitamix geben und ca. 1 Minuten lang auf höchster Stufe zu einer schaumigen Milch verrödeln. Die Milch schmeckt zumindest mir ganz ohne weitere Süße allerbestens, aber wer mag, kann natürlich noch Agavendicksaft , Ahornsirup oder auch Vanillepulver und/oder Zimt zugeben. Ist ja schließlich eure eigene Milch – damit könnt ihr machen, was ihr wollt. Horrido.

Ich bereite immer nur kleinere Mengen (1/2 Liter) Cashewmilch zu und bewahre sie in einer Glasflasche im Kühlschrank auf. Wichtig – vor Gebrauch mmer so richtig dolle mit Schmackes aufschütteln, weil sich ziemlich flott ein fester Bodensatz bildet.

Die Cashewmilch taugt natürlich nicht nur im Kaffee, sondern man kann allerbestens Kuchen, Waffeln und Pfannkuchen damit backen oder Milchreis, Grießbrei und Puddings kochen. Herzhaften Soßen gibt ein Schluck Cashewmilch eine schicke Farbe und kann statt Sahne eingerührt werden.

Und jetzt – an die Mixer, fertig, los!

Cashewmilch


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[mohrgedanken] Von Lästereien und Rückgrat

Dieser Text dümpelt schon länger auf meiner Festplatte herum und staubt vor sich hin. Aber er ist ja total zeitlos – und zu schade, um von den Daten-Motten zerknabbert zu werden.


Vor gar nicht allzu langer Zeit in einem absolut nicht fernen Land begab es sich, dass ich mir mit einer Freundin plaudernderweise den Feierabend auf einer gemütlichen Bank in der Sonne vertrieb. Plötzlich wird der Blick meiner Banknachbarin ernster und senkt sich zu Boden.
“Du, ich hab’ mich ja gestern mit ein paar Leuten zum Essen getroffen, und da war auch die XY dabei…”

“Hmpf!” brumme ich in die Botanik, denn Frau XY gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsmenschen. Vorsichtig ausgedrückt.

“Du weißt ja, dass die immer so übel über dich lästert und herzieht. Und gestern hat sie auch wieder kein gutes Haar an dir gelassen und über alles Mögliche geschimpft und gezetert…”

“Hmpf!” brumme ich erneut wenig abwechslungsreich. Aus unerfindlichen Gründen scheine ich der Dame tatsächlich ein maximalgroßer Dorn im Auge zu sein und sie lässt keine Gelegenheit aus, um die unwissende Welt darüber zu informieren, was für ein abgrundtief schlechter Mensch ich bin und wie schädlich meine Existenz doch ist. Und das alles, was ich tue (Atmen und Schlafen vermutlich eingeschlossen), nur dem einzigen Zweck, ihr ganz persönlich Schaden zuzufügen. Äußerst befremdlich, das.

“Also, normalerweise lasse ich die ja einfach labern oder halte dagegen…aber gestern habe ich mich irgendwie im Laufe des Abends mitreißen lassen und hab’ ihr dann irgendwann einfach zugestimmt, damit endlich Ruhe ist.”

“Hmpf?” Irritiert blicke ich auf. Meine Freundin hat tatsächlich mit Frau XY über mich gelästert?!
“Das tut mir auch total leid, das war totaler Mist. Irgendwie hab’ ich mich einfach mitziehen lassen. Die hat sich so empört, das hat überhaupt nicht aufgehört.”

Hmpf. Mein Egoteufelchen lässt geknickt die Flügel hängen und fühlt sich verraten und verkauft. Aber nachdem die erste Überraschung runtergeschluckt und verdaut ist, kommt mir der Gedanke, dass ich nur dann verraten worden wäre, wenn “hinterrücks” eben “hinterrücks” geblieben wäre – dadurch, dass sie mir davon erzählt hat, zeigt sie doch eine bemerkenswerte Loyalität und Ehrlichkeit. Zaghaft streckt mein Ego die Flügel und macht wieder erste Flugversuche.

Ich glaube, niemand von uns (und ich ganz bestimmt nicht) kann sich davon freisprechen, sich hin und wieder auf eine Lästerei hinter fremden Rücken einzulassen und auch im Eifer des Hetz-Gefechts nicht immer ganz akuraten Wert auf eine respektvolle Wortwahl zu legen.
Gerade ich bin ja nun bedauerlicherweise auch oft eine Lästerschwester wie sie im Arschkrampen-Buche steht und stichele (zwar immer selter, weil ich versuche, aktiv darauf zu achten..aber dennoch..) des öfteren mit spitzer Zunge auch gegen Mitmenschen, die ich im Grunde doch sehr gerne mag und achte. Aber auf den Gedanken, das meinem “Lästeropfer” zu erzählen und mich zu entschuldigen, bin ich bisher beschämenderweise noch kein einziges Mal gekommen. Also wäre ich wohl der Allerletzte, der das Recht hätte, jemandem wegen so einem Kram zu grollen oder böse zu sein.

“Hmpf!” Ich muss sagen, ich bin beeindruckt. Das hat Größe, zeugt von Rückgrat und Verantwortungsbewußtsein – und ist auf jeden Fall nachahmenswert. Vor allem angesichts der Tatsache, dass ich ohnehin niemals davon erfahren hätte, da erwähnte Frau XY ja nur über mich abzeckt und schimpft, sich aber niemals mit mir persönlich auseinandersetzt.
Hätte sie also überhaupt nicht erzählen müssen.
Die Gute.

“Schon blöde, gell?”
“Kann passieren!” winke ich ab und meine Freundin atmet erleichtert auf.

Ich nehme mir ganz feste vor, mir dieses Verhalten als Vorbild zu nehmen – wenn man die Verantwortung für das übernimmt, was man sagt und immer hinterher (metaphorisch gesehen) den Dreck wieder wegputzt, den man ausgekippt hat, führt das vielleicht am Ende gar dazu, dass man erst gar keinen Dreck mehr verschleudert und sich sowohl Worte wie auch Gesprächspartner noch sorgfältiger auswählt.

Und schon ist die Welt -und unser Herz –  wieder ein klitzekleines bisschen sauberer.


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[mohrbacken] Adventsmohr für ALLE! Nur heute – aber voll für umme!

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Heute morgen hat das 13. Türchen im Adventsmohr schokoladige Amarettokugeln enthüllt.
Weitere 11 Rezepte warten noch bis Heiligabend auf mittlerweile fast 200 (an dieser Stelle bitte einen TUSCH!, weil ich mich so über den regen Zuspruch freue!) Leckerbäcker und Süßschnäbel.
In den Supermärkten liegen die Rest-Adventskalender nun schon länger leicht abgegrabbelt rum und werden zu Ramschpreisen verschleudert – aber weil ich so ein unfassbar guter Mensch bin, gibt es heute meinen leckeren Adventskalender zum Selberbacken total für umme.

Wer mir bis heute abend (13.12.15) eine Mail mit dem Betreff “I want MOHR!” an adventsmohr(ät)mohrblog.de schickt, darf kostenlos auf den Rezeptezug aufspringen und bekommt bis zum 24.12. noch 11 weihnachtliche, rein pflanzliche Rezepte (mit Terrormix und “Handbetrieb”-Anleitung) in sein Postfach geschaufelt.

Aus technischen, organisatorischen und hassenichtgesehenigen Gründen gilt das fröhliche Verschenken nur heute (13.12.15) und die Mail sollte bis ca. 22 Uhr bei mir eingetrudelt sein.

Also – lasst uns froh, süß und bäckrig sein – auf das die Dosen voll werden! P1010212