[mohrwandern] It never rains in Neuwiedropolis…

Wenn meine Freundin Fritzi und ich auf Schusters Rappen unterwegs sind, ist uns traditionell das Wetter auch nach grauseligsten Prognosen immer und ausschließlich hold und auch auf mehrtägigen Touren wie dem Trip auf dem Wildnistrail in der Eifel oder der Lieserpfad-Bewanderung hat uns bisher nicht auch nur ein einziges Tröpfchen Regen getroffen.

Ziemlich sicher liegt das daran, dass wir halt eben Engel sind, bei deren Reisen sich ja bekanntermassen der Himmel immer scheckig lacht – und dass wir immer brav unsere Teller leeressen, trägt sicher auch einen Teil zur Schönwetterregelmäßigkeit bei.

(Zugegeben, für diese Engel-Sache ist eher Fritzi zuständig und das Teller-Leer-Essen fällt in meinen Kompetenzbereich – aber in einem guten Team übernimmt halt jeder die Aufgaben, die er am besten kann. )
woistderregen
Da wir aber in diesem Jahr noch so einiges vorhaben und nächstes Jahr vielleicht sogar eine längere Zeit durch ein Regengebiet wandern wollen, brennen wir mittlerweile förmlich darauf, unsere eigenes zu diesem Zwecke ershoppte Regenbekleidung nun auch endlich mal dem Härte-, bzw. Nässetest zu unterziehen. Nix gegen Sonne – aber ob die Regenjuppe dicht hält und sich angenehm trägen lässt, kann man halt nicht bei frühlingshaftem Sonnenschein ausprobieren.

Für den heutigen Wandersonntag zeigen sämtliche virtuellen Wetterfrösche unisono Wolken mit Bindfäden, zudem war es gestern noch arschkalt, spiegelglatt und windig – beste Voraussetzungen also für einen gründlichen Regenklamotten-Test unter Realbedingungen. Fröhlich pfeifend lege ich meinen jungfräulichen Regenparka in “Lodenopa-Karl”-Optik bereit, packe den jüngst erworbenen wasserfesten Regenhut in den Rucksack, ziehe die Rolladen hoch und…blicke in einen überraschend hellen Morgen unter einer zarten Wolkendecke, die scheinbar den größten Teil ihres nassen Inhalts bereits über Neuwied entleert hat und jetzt erstmal Frühstückspause macht. Von wegen Bindfäden und Eisblümchen, da ist noch nicht mal ein futzeliger Nieselregen in der Luft. Was’n das wieder für’n Driss? Das bringt ja meine ganze hochorganisierte Klamottenplanung durcheinander.

Während ich mein Frühstück in mich reinschaufele, reißt die kümmerliche Wolkendecke sogar auf und entlässt ein paar zaghafte Sonnenstrahlen in die Landschaft. Schuldbewußt blicke ich auf meinen Teller…leergegessen. Verflixt, das geht aber auch immer so schnell!

Schnell neste ich eine Plan B-Bekleidung aus dem Schrank und brause durch eine inzwischen fast schon strahlende Morgensonne zum vereinbarten Treffpunkt. Lodenopa Karl zieht einen Schmollmund und muss daheim bleiben, stattdessen habe ich ein leichtes Alibi-Regenjäckchen im Gepäck. Just in case. Schließlich waren Dauer-Bindfäden gemeldet.

Während Fritzi und ich uns fröhlich durch das Umland wandern, zeigt sich der oh-du-schöne-Westerwald von seiner sonnigsten Seite und kitzelt unsere blassen Winternasen mit vorwitzigen Sonnenstrahlen. 19 maximalentspannte Kilometer später kommen wir zur Erkenntnis, dass wir wohl schlicht und einfach Sonnenkinder sind und von den Wettergöttern geliebt werden. Da kann man halt nix machen.
sonne
Und während ich diese Zeilen hier in die Tastatur hacke, tropft von draußen der Regen an die Scheibe.  Sonnenkinder. Ich sag’s ja.


Mehr Mohr“ gibt’s übrigens in meinem Newsletter – dem MOHRBRIEF!
Kost‘ nix und kann jederzeit mit einem Mausklick abbestellt werden.

 

mohrblog

Related Posts

Wiedtaler Höhenpfad – “Heile mit Weile!”

Wiedtaler Höhenpfad – “Heile mit Weile!”

Traumpfädchen Minimoselträumchen – 3,4 km sind manchmal genau richtig

Tatzelwurmjagd an der Mosel – Halali!

[mohrwandern] Exorzismus auf dem Nette-Schieferpfad

5 Comments

  1. *lol* ihr werdet eure Regenklamotten irgendwann schon noch testen können. Ihr solltet euch nicht vorher verabreden, sondern, wenn es morgens beim Aufwachen regnet, eine Spontanverabredung schließen. 😉 Dann hat der Wettergott keine Zeit mehr zum Umplanen. 🙂

    LG Frauke

  2. Das ist ja ärgerlich, ich hätte heute Vormittag so gern Sonnenschein gehabt – aber es goss wie aus Eimern.
    Ich ließ mich nicht aufhalten und fuhr trotzdem Fahrrad, allerdings ohne brauchbare Regenkleidung, denn sowas besitze ich nicht. Fazit: völlig nass und dreckig, aber immerhin bewegt und glücklich.

    Ich wünsche dir noch weiterhin schönes Wetter bei deinen Ausflügen, aber vielleicht demnächst auch einen Regentag – nur um die Ausrüstung zu testen 😉

    Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Mehr MOHR? Abonniere meinen kostenlosen Newsletter!

Meta