Archiv für den Monat: Januar 2016

[ökomohr] DIY-Scheuerpulver mit “Zisch-Aaaaah!”-Faktor

Nachdem ich meinen Badreiniger ziemlich erfolgreich durch eine grüne Variante ersetzt habe, neigte sich bei “Fähnrich Scheuermilch”, einem weiteren Soldaten meiner Putzmittel-Armee, der Flascheninhalt. Bei Jasmin von “Schwatzkatz” (deren Blog auf jeden Fall einen ausgiebigen Besuch wert ist, alleine – aber nicht nur – wegen der Mieze) fand ich einen Tip für ein Scheuerpulver, dass schneller hergestellt ist, als man “SCHEUER-MIR-EINE!” sagen kann, wenig kostet und kaum Müll hinterlässt.

Zutaten:
1 Tütchen Kaisernatron (á 50 g)
1 EL Zitronensäure (Pulver)
1 TL Speisestärke

Kaisernatron gibt’s von der Fa. Holste in grünen Papiertütchen, meistens bei den Backzutaten in der Nähe des Backpulvers, Zitronensäure von der Fa. Heitmann gibt’s in allen Drogerie- und Supermärkten bei den Putzmitteln, meistens da wo Entkalker stehen.
Beide Produkte sind in Papier, bzw. Pappe verpackt.
Plastikflaschen adé.

Und los geht’s:
Zutaten in ein Glas geben,  mischen und…”SCHEUER-MIR-EINE!”…seht ihr? So schnell geht das. Bevor man’s ausgesprochen hat, ist das Scheuerpulver fertig.

Ich hab’ das Pülverchen in ein leeres Schraubglas gegeben und mir vom Herzmann ein paar Löcher in den Schraubdeckel bohren lassen. Damit lässt sich das gute Zeugs super auf die zu scheuernde Stelle aufstreuen, wo es dann einfach mit einem nassen Tuch verrieben und abgewaschen werden kann. Zur Aufbewahrung tausche ich das durchlöcherte Deckelteil durch ein gleich großes, undurchlöchertes Pendant aus, dann bleibt alles schön trocken.

Und mit diesem Ratzfatzpülverchen kann man sogar ganz prima Eingebranntes vom Ceranfeld oder dem Backofenboden entfernen, und damit muss ich mir um einen potentiellen Nachfolger von Backofenspray und Glaskeramik-Reiniger bereits jetzt keine Gedanken mehr machen.

Und eine spannende Zisch-Blubber-Sprotz-Kirmes gibt es sogar gratis dazu. Einfach ein wenig Scheuerpulver auf die verkrustete oder eingebrannte Stelle streuen (der Herd oder Ofen kann auch noch warm sein), mit “Zirosia” ansprühen und und “Aaaaah!” sagen. Die Mischung von Natron und Essig löst nämlich eine chemische Reaktion aus, bei der Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird. Das blubbert sicht- und hörbar und löst den Schmodder. Ein bisschen einwirken lassen und mit einem Mikrofasertuch oder einem Schwamm abwischen und feddisch, ähm…SAUBER ist die Laube.

Vielleicht ist diese Mischung nicht ganz so kraftvoll wie herkömmliche Backofen- oder Ceranfeldreiniger, man muss also ggf. ein wenig mehr rubbeln oder die Prozedur wiederholen. Aber dafür ist es voll grün und schont Umwelt und Geldbeutel. Gut? Gut.

Die Blubberzischmischung aus Zirosia und Scheuerpulver ist auch prima zur Reinigung der Kloschüssel, der Katzenklos und für angebrannte Topfböden.

Kleiner Hinweis: Bei empfindlicher Oberfläche lieber erst an der berühmten “unsichtbaren Stelle” (wo immer die sein mag, ich hab’ die noch nicht gefunden. Ist wohl..ähm..unsichtbar.) vorsichtig testen, ob sie die Zitronensäure verkraftet. Bei den Oberflächen im Casa Mohr hat bisher alles problemlos geklappt, geschäumt, gesäubert und ge-“aaaht!”

Sicherheitshalber habe ich auch noch meinen Lieblingsfachmann Christian Gaide zum Einsatz des Scheuerpulvers als Ceranfeld- und Backofenreiniger befragt – und er hat keinerlei Einwände.
Volle Scheuerkraft voraus. Scheuerpulver

Weitere ökomohr-getestete DIY-Reinigungsmittel:
Zirosia (Badreiniger/Kalkentferner mit Essig, Rosmarin und Zitronenschalen)

Check this out, nämlich!


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[mohrmiezen] Miezcast Nr. 3 – “Die Schuldfrage”

Passend zur aktuellen Wetterlage (bei der man bekanntermassen keinen Hund vor die Tür jagt, geschweige denn eine edle Miezekatze) gibt es eine neue Folge aus der Miezcast-Reihe.
Diesmal – “Die Schuldfrage

Ich bin ja – wie immer – total begeistert, vor allem wie grandios Frau Becker das mürrische “Meeeooouw!” der Schmitzekatze hingekriegt hat. Gelernt ist halt gelernt.

Weitere Miezcast-Folgen gibt es HIER!

Und jetzt alle – “Meeeoooouuuw!”frauschmitz

Für meine eigene Vorlese-Premiere habt ihr euch ja gemeinerweise “The walking dead im Westerwald” ausgesucht. Frau Becker und ich haben auch schon fleißig “Entnuscheln” und “Laaaaangsamer!” geübt. Dauert aber noch was bis zur Erstausstrahlung. Good things come slow, bekanntermassen.


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[mohrlaufen] Der Schlüssel zum Glück

„Das größte Glück und das höchste Unglück sind nur kleine Abweichungen von dem Gewöhnlichen.“
(Johann Wolfgang von Goethe)


Vermutlich kennt jeder solche Tage, an denen sich scheinbar das gesamte Universum gegen einen verschworen hat und alles schiefläuft – und dann gibt es Tage, an denen man mal so einfach richtig dolle Glück hat und die sind eigentlich viel erwähnens- und feiernswerter, denn Pech ist öde und bringt schlechte Laune. Glück dagegen ist…ach, wem sag’ ich das.

Als ich gestern meine Blechkutsche am Waldparkplatz abstelle und meine müden Mauken (und den ganzen Rest, der da so dranhängt) in den Forst schiebe, habe ich eigentlich noch das Gefühl, einen gebrauchten Tag erwischt zu haben, der nur stotternd und ächzend in Gang gekommen ist und so einige Fehlzündungen in Form von Nervige-Kopfschmerzen / Verdammt-kein-Brokkoli-mehr-da-im-Gemüseladen / Matschige-Katzenpfötchen-auf-dem-Teppich im Gepäck hatte.

Aber bekanntermassen hilft Laufen ja fast immer gegen Miesepeterei, und die volle Wald-Dröhnung zeigt auch dieses Mal flott ihre Wirkung. Zartglitzernde Puderzuckerflöckchen in der Botanik, vorbeihuschende Rehlein, alles Wölkchen. Das Leben ist schön. (Bzw. “Ausverkaufter Brokkoli ist kein Drama, dann gibt’s halt stattdessen Blumenkohl, jetzt reiß’ dich mal zusammen, Frollein!”)

Gegen Ende der Waldlauferei bemerken meine tastenden Finger im Gesäßtaschenbereich eine gähnende Leere an der Stelle, wo eigentlich der Autoschlüssel hätte stecken sollen. WATT?! MEIN SCHLÜSSEL IST WEG!! Hektisch befummele ich mein komplettes Laufoutfit, aber nüscht…das Teil bleibt verschwunden. Ich tue das, was ich am allerbesten von allen Dingen auf der ganzen Welt kann: Erstmal kräftig fluchen! Verfickte Kackscheiße!
Mein erster Impuls lässt mich beinahe auf dem Fuß umdrehen, um die komplette Runde wieder zurückzulaufen und das gute Stück zu suchen. Aber mein Verstand tippt mir zaghaft auf die Schulter und schlägt vor, erstmal zum Auto zurückzutraben. Die Wahrscheinlichkeit, dass mir der Schlüssel auf den ersten Metern beim hampeligen “Schört-inne-Bux-Stopfen” oder “Schuhe-Zufriemeln” aus der Tasche gehüpft ist, ist doch höher als die, dass er während des Laufs bei meinem gemächlichen Trimmtrab ohne nennenswerte Bocksprünge oder sonstige außerschlurfschrittmäßige Bewegungen rausgerutscht sein könnte. Ich pflichte meinem Verstand bei. Das ergibt Sinn. Und in Panik verfallen kann ich dann ja immer noch.

Wie immer zeigt sich, dass Zeit äußerst dehnbar ist – denn auch auf dem winzigknappen letzten Kilometer zum Auto können einem gut zwölfzigtausend Gedanken durch den Kopf rauschen. Denn der Umstand, dass sowohl mein Geldbeutel wie auch mein Smartphone IM Auto liegen, welches mitten im menschenleeren Wald parkt, bringt doch einige Denksportaufgaben mit sich. Ohne Telefon keine Hilferufe Richtung Herzmann, ohne Geld kein Taxi, ohne nix kein Garnix. Schöner Mist. Und kein einziger Spaziergänger weit und breit. Ist ja mal wieder typisch – wenn man EINMAL einen hilfsbereiten Passanten brauchen könnte, liegen alle mit ihrem faulen Popo daheim auf der Couch. Hätte ich doch bloss den Laufgürtel genommen, da wäre nix rausgerutscht. Hätte ich bloß mein Smartphone eingesteckt, so wie es mir meine Freundin Ruth immer predigt.
Hätte, hätte, Fahrradkette, am Arsch. Nützt ja jetzt auch nix.

SchluesselDie Überlegung, dass am Ende ein nicht-ganz-so-guter Mensch den Schlüssel gefunden und fröhlich mit dem dazugehörigen Auto von dannen gebraust sein könnte, begeistert mich ebensowenig wie die Aussicht, jetzt noch stundenlang im nassgeschwitzten Funktionsgewand durch den einsetzten Schneeregen im Forst herumkrabbeln und das doofe Dings suchen zu müssen. Als mein Auto sich in Sichtweite drängt, beginnt mein Herz nun doch ein wenig hysterisch auf- und aufzuspringen und ich überlege, wann nun der richtige Zeitpunkt wäre, um in kopflose Panik auszubrechen. Doch kurz vor dem Startschuß zum kindischen Tobsuchtsanfall sehe ich etwas im Matsch in der Sonne glitzern und…ach, da liegt er! Schlüsselhorrido! Brav und artig schlummert der schwarze Plastikbrocken direkt vor meinem Kofferraum, ungeklaut und unversehrt.

Das hätte ins Auge gehen können, Frollein Mohr! Jetzt aber mal hoch die Mundwinkel, hier!
Und die Moral von der Geschicht? Lauf niemals ohne Einen-Klitzekleinen-Notgroschen (und einem Zettelchen mit der Handynummer des Herzmanns) nicht, pass’ auf dass der Reißverschluß der Popotasche ordentlich verschlossen ist.
Und wichtigsten: Freu’ dich, dass du echt mal so richtig dolle Schwein gehabt hast.

Ist gut – das mach’ ich!


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