[mohrkochen] Rosmarinrisotto mit Birnen und Walnüssen

Es hat schon einen unschätzbaren Vorteil, das ich das allererste Risotto meines nicht-mehr-ganz-so-jungen Lebens erst vor ein paar Wochen gegessen habe – so habe ich nämlich bei dieser veganösen Variante nix zum Vergleichen. Ich weiß nicht, wie  ein “richtiges Risotto” mit Butter und Parmesan gefälligst zu schmecken hat und konnte deswegen auch von der tierfreien Variante nicht enttäuscht werden.

Meine eher zufällige Risotto-Premiere fand kürzlich bei einer Freundin statt. Das mir dort kredenzte Rote-Bete-Oliven-Reisgericht war ganz schön lecker und schrie nach “Sowas mach’ ich auch mal!” Und da ich momentan weder Zeit noch Lust habe, um daheim ewig am Herd zu stehen und Reiskörnern beim Brühe-Aufsaugen zuzugucken, habe ich einfach mal kurzerhand eine Variante im Terrormix ausprobiert. Rühren kann der Wunderkessel ja ganz gut, bekanntermassen.

Schon  allein die pure Erwähnung dieser Vorgehensweise rief leises Entsetzen bei meinem italophilen Freund Oli hervor. “Risotto im Thermomix! Das ist wie ein Quickie hinter der Garage! Die Liebe beginnt doch bei einem guten Risotto schon beim Kochen, wenn du neben dem Topf stehst und immer wieder ein bisschen Brühe zum Reis gibst, sanft rührst bis sie verkocht ist, dann wieder, und dann wieder – das ist fast schon eine Meditation.”

Ja, ja…mag ja alles sein und Entschleunigung und Meditation befürworte ich grundsätzlich, aber….Gell? Weil! Darum! Nämlich, hier. (Wer mag, darf das hier näher beschriebene Gericht natürlich auch ganz klassisch im Topf zubereiten. Mit Rühren und Liebe und allem Zipp und Zapp.)RosmarinrisottoZutaten:
200 g Risottoreis
1 Schalotte
(ggf. 1 Knoblauchzehe – ist aber noch ungetestet)
2 EL Olivenöl
100 ml Weisswein
2-3 Zweige Rosmarin (oder ca. ¾ TL getrockneter Rosmarin
600 ml Gemüsebouillon
1 EL Würzhefeflocken
1 EL Rapsöl mit Buttergeschmack (oder Margarine, wer mag.)

1 Birne
ca. 50 g Walnüsse
Alba- oder Olivenöl zum Anbraten 1 TL Agavendicksaft

Zubereitung im (blasphemischen) Terrormix:
1.) Die Schalotte in den Mixtopf geben und in 3 Sekunden auf Stufe 5 zerhäckseln. Das Olivenöl zugeben und das Schalöttchen 3 Min./100°/Stufe 1 dünsten.

2.) Reis in den Mixtopf geben und 3 Minuten bei 100 Grad auf Stufe 1 mit Linkslauf dünsten. (In Originalrezepten steht jetzt immer was von “Bis der Reis zu knistern beginnt”…das hat bei meinem Erst-Risotto in Anjas Wohnmobil zu albernen Lachkrämpfen geführt und wir haben “Das Knistern des Reises” mit einer veganösen Variante des Filmklassikers “Das Schweigen der Lämmer” verglichen. “Und, hat der Reis aufgehört zu knistern. Agentin Starling?” Unter dezentem Rotweineinfluß ist man halt leicht zu erheitern.)

In der Zwischenzeit die Birne vierteln, Kerngehäuse entfernen und in Würfel (oder Form nach Wahl) schneiden. Die Walnüsse mit einem scharfen Messer grob hacken.

3.) Jetzt kommt im Mixtopf der Punkt “Mit Weißwein ablöschen”…klingt auch so hübsch verklärt und kochromantisch. Ich kippe den Wein halt einfach dazu und lasse den Terrormix das Ganze ein paar Sekunden auf Stufe 2 verrühren. Ist auch schön.

4. Die Rosmarinnadeln vom Ästchen zupfen, kleinhacken und ins Risotto in spe geben. (Getrockneten Rosmarin muss man natürlich nur aus der Dose ins Risotto löffeln.)

5. Heiße Gemüsebrühe zugeben, 22 Min./100°/ Sanftrührstufe mit Linkslauf einstellen (Meßbecher nicht aufsetzen)  und – einfach weggehen. Die Welt retten, Buntwäsche machen, den Kater kraulen…was auch immer. Jedenfalls NICHT meditativ am Herd stehen und rühren bis zur Sehnenscheidenentzündung.

Ca. 10 Minuten vor Ende der Reiskochzeit ein wenig Alba- oder Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Birnenwürfel und die Walnüsse darin anbraten. Wenn die Birnen ein bisschen braun geworden sind, 1 TL Agavendicksaft über die Birnen-Nuss-Mischung geben und unter Rühren (hier muss man halt doch selber ran, nützt ja nix) karamellisieren lassen.

6. Wenn der Terrormix “Vollzug” schreit, das Alba-Öl und die Hefeflocken zum Risotto im Mixtopf zugeben, kurz durchrühren (gerne mit dem Spatel, den braucht man ja jetzt eh zum Risotto-Schöppen…oder eben ein paar Sekunden auf Stufe 2 (Linkslauflinkslauf!)

Den Italo-Reisbrei auf 2 Teller aufteilen und Birnen und Walnüsse gleichmässig drüberschaufeln. Einschlägiger Literatur zufolge sollte ein perfektes Risotto über den Teller fließen “wie flüssiges Lava” und auf gar keinen Fall zu flüssig (ganz schlecht! GANZ SCHLECHT!) oder zu fest (“Porca miseria!”) sein. Ob dieses Risotto nun diesen Ansprüchen genügt, vermag ich nicht zu beurteilen – Fakt ist: Mir schmeckt’s und ich finde es gut so, wie es ist. Aber ich weiß es ja auch nicht besser.

Sollte nun aber ein italienischer Starkoch Sturm laufen und bittere Tränen angesichts dieses unfassbaren Frevels meinerseits weinen, bin ich aber auch gerne bereit, dieses Gericht in “Reis mit Zeugs drin” umzutaufen, da bin ich ja nicht so.

Die o.g. Menge futtert 2 Personen satt.

Statt der Walnüsse habe ich auch schon Räuchertofu-Würfel mit angebrutzelt und über den Reis mit Zeugs drin gegeben, war lecker und weniger knackig.

Oder das separate Birnenbratgedöns seingelassen und 10 Minuten vor Ende der Risottokochzeit eine Handvoll getrockneter Tomaten und grüner Oliven grob gehackt und gemeinsam mit einem Teelöffel Kapern in den Topf geworfen.

Und zum gutem Schluß – für alle, die keinen Bock auf einen “Quickie hinter der Garage” haben und Zeit und Lust für Herdmeditationen haben, habe ich HIER! eine charmante Anleitung für ein Risotto im Kochpott gefunden.

So oder so – Licht und Liebe, ihr Säcke!

HIER gibt’s noch viele andere Rezepte aus dem Mohrtopf. Da ist für jeden Hunger was dabei.


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8 Gedanken zu „[mohrkochen] Rosmarinrisotto mit Birnen und Walnüssen

  1. Eddy

    Danke für das tolle Rezept – und die Verbindung vom Thermomix mit einem Quickie hinter der Garage… 😉 Werden wir gerne weiter empfehlen!

    Antworten
  2. Ruth

    Jetzt kann ich mal breitschitten.: Also, direkt aus italienischer, versierter Kochquelle kann ich berichten, dass das mit dem ständigen Umrühren eine Legende ist. Machen auch die Italiener nicht sondern hängen in der Zeit bunte Wäsche über die Gassen… der Reis kann auch ganz schön alleine vor sich herköcheln nachdem er mal geknistert hat.
    Ein Trost für alle, die von Hand kochen (müssen).

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  3. Magdalene Gezy

    Das werde ich auf jeden Fall ausprobieren… natürlich im “Terrormix”, ich stehe nämlich auch nicht so gern am Herd und rühre ewig.
    Du hast das übrigens wieder so klasse beschrieben… mir stehen immer noch dir Tränen in den Augen vor Lachen! Ich liebe deine Ausdrucksweise! Wenn du Bücher schreiben würdest, könntest du damit ganz sicher eine Menge Geld verdienen, die würden sich garantiert gut verkaufen und ich wäre eine der ersten, die eins kaufen würde. Vielen Dank dafür, dass du mir diesen (ohnehin sonnigen) Tag noch mehr erhellt hast!

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  4. Krisi von Excusemebut...

    Juhu Risotto, her damit ich will einen Teller;) Ich liebe Risotto! Ich habe keine Thermomix, aber ganz ehrlich, hätte ich einen würde ich es auch darin kochen. Ist ja wohl super für so faule Menschen wie mich;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

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  5. Andrea

    ich liebe RISOTTO!!
    es muss cremig sein und viel guten Parmesan beinhalten, der Rest ist dann reine Geschmackssache der Essser :-)))
    Mit Birne kenne ich es nicht, kann es mir aber gut vorstellen.

    LG
    Andrea

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  6. Tabea

    Also wenn es eine Möglichkeit gibt, sich Arbeitsaufwand abnehmen zu lassen von einer Maschine, dann sollte man das auch tun 😉 Ich finde es also gut, dass du deine Zeit sinnvoll nutzt.
    Risotto habe ich erst ein Mal gegessen, aber das mit Käse und so 😀 Es hat in mir aber kein Verlangen geweckt, das öfter haben zu wollen. Reis ist nämlich eh nicht so mein Fall, eine schöne Kartoffel schmeckt mir einfach besser.
    Ich wünsche dir jedoch noch viel Spaß dabei “Reis mit Zeugs drin” zu essen 😉
    Liebe Grüße

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