Archiv für den Monat: August 2016

[mohrkochen] Ode an die Graupe! (und ein Rezept)

Von der Graupe zum Schmetterling

40 Jahre lang war das Wort “Graupen” für mich gleichbedeutend mit “Grauen”, denn ich kannte die polierten Gerstenkörner nur aus dem Graupen-Eintopf meiner Oma. Dieser Eintopf war ziemlich pampig und enthielt neben besagten (leicht schleimigen) Graupen meistens Kartoffeln, zerkochtes Suppenfleisch und undefinierbares Grünzeug – also alles in allem kein wirklicher Gaumenschmaus und nicht unbedingt das, was Kinder unter Lieblingsessen verstehen. Dermassen graupentraumatisiert fanden die weißen Körnchen Zeit meines Lebens natürlich nie einen Weg in meine Kochtöpfe, bis ich mal in einem Restaurant ein “Graupotto”, also Graupen nach Risottoart, gegessen habe und das wirklich großartig fand. Großherzig wie ich nun mal bin, beschloss ich, den Grusel-Graupen eine zweite Chance zu geben und mich mal näher mit ihnen zu befassen – die können ja schließlich auch nix dafür, dass ihnen der Eintopf von Omma so ein mieses Image verpasst hat.
Und siehe da, nur wenige Wochen und viele Kochexperimente später bin total Fan dieser
kleinen Kerlchen und freu’ mich riesig über die Chance, heute mal eine Lanze für Graupen
brechen zu dürfen. Volle Graupenkraft voraus!

Graupen? Was ist das denn überhaupt?

Bevor wir aber nun alle an die Pötte stürmen, klären wir am besten zuerst einmal die Frage:
“Was sind’n Graupen überhaupt?” Es handelt sich hierbei um Gerstenkörner (meistens
jedenfalls, es gibt auch Weizen- oder Dinkelgraupen), die zuerst geschält und dann poliert und rundgeschliffen werden, dadurch bekommen sie ihre kugelige Form. Durch das Schälen
verlieren die Körnchen zwar einen Teil ihrer Nährstoffe, was den Vollwertköstler als solchen
vermutlich nicht gerade vor Freude aufjauchzen lässt, aber ein paar Vitaminchen und
Mineralstoffe bleiben trotzdem erhalten. Mit einem Eisengehalt von 2-2,8 mg können Graupen zumindest mit so manchem Grünzeugs wie Kresse und Feldsalat mithalten und müssen sich hinter Schweine- oder Geflügelfleisch schon mal überhaupt nicht verstecken. Auch Magnesium, Kalzium und B-Vitamine haben die Graupen im Gepäck.
Was ich persönlich aber ganz besonders bombig finde: Graupen kommen aus Deutschland, und werden nicht wie Reis oder Quinoa erst einmal um die halbe Erdkugel gekarrt.  Außerdem sind sie ziemlich preisgünstig, 250 g Graupen kosten im Supermarkt je nach Marke gerade mal 60-70 Cent. Da kann man schon mal großzügig über die paar weggeschälten Nährstoffe hinwegsehen, finde ich.
Es gibt sie in verschiedenen Größen, nämlich fein, mittel und grob. Ich persönlich mag die
groben Körnchen am liebsten, die haben am meisten Biss.
Fassen wir nochmal zusammen, was wir in dieser Stunde gelernt haben, liebe Kinder – Graupen sind lecker, bekömmlich, gesund, total preiswert und deutsch. Ich finde, damit haben sie sich nun wirklich einen „Besser geht’s nicht!“-Orden verdient.

Und was macht man nun damit?

Nach diesem ganzen Vorabgeschwätz wird es aber nun Zeit für das Wichtigste: Wie bereitet
man diese Graupen denn nun lecker zu? Am allereinfachsten und schnellsten kocht man die
Körnchen einfach mit etwas Salz in Wasser und isst sie als Beilage zu Gemüse, Currys und
Salaten wie Reis oder Nudeln.
Durch die Stärkereste auf den Körnern werden Graupen beim Kochen oft ein wenig schlotzig
(der Graupenhasser an sich spricht hier auch gerne von “schleimig” und guckt dabei angeekelt in die Luft) – bei einem Graupotto ist das zwar durchaus erwünscht, aber als normale Beilage kann man auch herzlich gerne auf die Schlotzigkeit verzichten. Ich übergieße die Graupen daher vorab mit kochendem Wasser und spüle sie ab, um die Stärke runterzuwaschen.

Graupen kochen – mit oder ohne Terrormix

Ich koche immer ganz gerne auf Vorrat, also an die Graupen, fertig, los:
250 g Graupen in einen Topf geben, mit kochendem Wasser übergießen, kurz stehen lassen,
danach durch- und abspülen. Nun geben wir ca. 600 ml frisches Wasser und eine Prise Salz in einen Kochtopf, kochen die Graupen auf und lassen sie auf kleiner Flamme weich- (aber bissfest) köcheln. Dann Graupen auf ein Sieb abgießen, mit einer Gabel auflockern und….losfuttern.

In dem beliebten Wundertopf aus dem Hause Vorwerk aka „The Terrormix“ geht es noch ein bisschen einfacher – einfach 250 g Graupen ins Garbkörbchen geben, ein wenig Salz drüberstreuen, 1200 g Wasser zugeben und 21 Minuten auf 100 Grad/Stufe 1 weichkochen.
Mit der Gabel auflocken und ausdampfen lassen. Fertig.

(Die o.g. Angaben beziehen sich auf „grobe“ Graupen, die am Ende noch ein wenig Biss haben. ) Reste lassen sich prima in einer Schüssel im Kühlschrank parken und halten sich dort mehrere Tage.
Man kann die Körnchen nun ganz einfach als Beilage essen, oder in Salate oder Gemüsepfanne mixen, in Buletten verbraten und in Aufläufen etränken. Mit ein bisschen Mut und Experimentierfreude kann man die Kerlchen fast überall einsetzen, ob süß oder salzig, gebacken, gekocht oder gebraten.
Und, wie schaut’s – Lust auf Graupen? Dann los!Graupenjoghurt

Fruchtige Joghurtgraupen

Mein derzeitiges Lieblingsfrühstück sind Graupen mit Joghurt und Früchten, weil’s flott und lecker ist. Aus der o.g. Menge gekochter Graupen bekommt man so ziemlich exakt 5 Frühstücksportionen, d.h. man köchelt Sonntags einmal vor und kann die ganze Arbeitswoche lang aus den Vollen schöpfen. Sozusagen.

Zutaten:
100 g gekochte Graupen
100 g Obst nach Wahl
100 g Joghurt oder Quark
ca. 1-2 EL Apfel- oder Agavendicksaft (oder andere Süße nach Gusto) – die Menge ist abhängig von der verwendeten Obstsorte und dem persönlichen Süß-O-Meter, einfach ausprobieren.

Man/Frau/Hundekatzemaus mischt nun einfach die Graupen mit dem Obst (ich nehme meistens eine TK-Beerenmischung oder TK-Mango, die ich – natürlich – vorher auftauen lasse. Mit der Mango kann man natürlich den Regional-Saisonalgedanken gleich wieder zu den Akten legen), dem Joghurt oder Quark (ich weiß, der „Neue“ aus dem Hause Alpro ist aus firmenpolitischen Gründen in Vegankreisen umstritten, aber lecker isser dennoch…) einem Süßungsmittel nach Gusto, rühre alles durch und freue mich über ein leichtes leckeres Frühstück, das nicht schwer im Magen liegt und auch vor sportlicher Betätigung (hmm..was war das nochmal? Sport, Sport…ich komm’ grad nicht drauf…) gefuttert werden kann.GraupenparadeEin paar weitere Graupenrezepte aus meinem Topf und meiner Feder gibt’s in der aktuellen Ausgabe vom Ox-Fanzine und der kommenden Ausgabe von Kochen ohne Knochen.


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[mohrgedanken] Mit Graupensuppe Leben retten….

“Man MUSS was tun.”
Diese schlichte Antwort erhielt ich vor Jahren von einem Bekannten, nachdem ich ihn ausgiebig und  wortreich für sein unablässiges soziales Engagement gelobt hatte, und ewig lange herumgefaselt habe, wieviel Respekt ich doch vor diesem Einsatz und dieser Tatkraft hätte und wie toll das alles ist, was er macht und….er hat nur kurz die Schultern gezuckt, mich angeguckt und geantwortet:
“Man MUSS was tun.”

Diese 4 Worte haben sich seitdem ganz tief  in meine Hirnrinde gebrannt und blinken immer wieder auf, wenn Blick und Gedanken auf irgendeinen Notfall oder Misstand fallen, bei dem ich zumindest eine klitzekleine Möglichkeit hätte, zu helfen. Und das ich vergangenes Wochenende dabei sein durfte, wie ein kleines Bündelchen Leben (und ein ganzer Kerl) gerettet werden konnte/n, nur weil viele Menschen tatkräftig zusammehalten und nie aufgeben, hat der Leuchtschrift in meinem Hirnkasten nochmal eine neue Glühbirne reingeschraubt.
Man MUSS was tun.

Seit einiger Zeit sind “Ausreisetickets” und “Kastrationen” meine neue Währung – 150 Taler kostet eine Fahrkarte für einen Straßenhund in ein neues Leben, und 21 Taler kostet eine Kastration vor Ort in Rumänien, mit der die Aktivisten tatkräftig versuchen, die Population (und somit weiteres Elend) der Hunde auf den Straßen und in den Sheltern einzudämmen.

Zusätzlich zu den ganzen tollen Menschen, die sich dort und hier Hände (und oft auch Herzen und Seele) schmutzig machen, braucht es natürlich vor allem Geld. Und wie immer im Leben ist es ja meistens auch schön, wenn man für sein Geld zumindest eine klitzekleine Gegenleistung bekommt – abgesehen von der Gewissheit, Tierleben zu retten und überhaupt ein total kuchenguter Mensch zu sein. Deswegen bitte ich hier zwar nun einerseits um Spenden – aber ihr bekommt auch was dafür. So isses ja nun nicht.

Ich verscherbele im Mohrblog ab sofort nun also in (vermutlich eher un-)regelmässigen Abständen ein total exklusives veganöses Rezept oder eine unveröffentlichte Geschichte zum Schmunzeln gegen eine Spende von 5 Taler. Klingt komisch? Ist aber so.

Heute stehen zur Auswahl:
a) “Exotische Graupensuppe” – ein leckeres, einfaches, köstliches Rezept für eine Suppe, die mit Chili und Koriander Herz und Bauch gleichermassen wärmt und allerbestens zum aktuellen Herbstwetter passt
b) “Weg mit der Zeck’!” – eine strenggeheime Miezgeschichte mit Herrn Tiger als nichtsahnender Hauptakteurschnrachtiger

Und wie geht das nun?
Ganz einfach – du schickst mir 5 Euro und ich schicke dir per Mail das Rezept oder die Geschichte. Du freust dich, ich freue mich…und die rumänischen Straßenhunde freuen sich erst recht. Wenn nur 30 nette Menschen die Miezgeschichte lesen wollen, kann schon wieder ein Hund in ein neues Leben ausreisen, und wenn 5 Menschen Graupensuppe mampfen wollen, kann ein Hund kastriert werden. Das ist Win/Win in höchster Reinform.

Am besten geht’s natürlich wie immer per PayPal – einfach 5 Euro an meine Adresse spendentopf@mohrblog.de schicken, ins Mitteilungsfeld “Graupensuppe” oder “Miezgeschichte” tippen (und, falls die Mail an eine andere Adresse geschickt werden soll, bitte noch die Wunsch-Adresse angeben) gehen die Dinge ihren Gang. (Ich bemühe mich natürlich, die Dateien so schnell wie möglich rauszuschicken, aber tagsüber sitze ich oft länger im Büro rum als mir lieb ist…aber innerhalb von 24 Stunden hast du deine “Bestellung” im Postfach. Versprochen! Ich geb’ alles!)
Du kannst mir deine Spende natürlich auch an mein Konto überweisen – die Kontodaten schicke ich gerne per Mail. Oder du drückst mir einfach ein paar Münzen in bar in die Hand. Und dann läuft die Sache.

Und bei Fragen…FRAGEN!

Hinweis: Bei PayPal-Überweisungen schicke ich die Mail an die E-MailAdresse, die über PayPal übertragen wird. Falls nach 24 Stunden nix angekommen ist, bitte unbedingt melden 😉

P.S. – Natürlich ist mir bewußt, das kein Rezept dieser Welt 5 Euro wert ist, wo man doch für ‘nen Zehner gleich ein ganzes Kochbuch kaufen kann.
Aber darum geht’s auch gar nicht.

P.P.S. – Nur der Vollständigkeit halber: Natürlich werd’ ich das gesamte Geld ohne Abzüge nach Rumänien schicken. Logisch, oder?
Wohin? Dahin: http://prodogromania.de/
Weil diese Leute Großartiges leisten und das Ganze auch noch mit jeder Menge Sachverstand und Verantwortungsbewußtsein.

P.P.P.S. – Jeder, der der Meinung ist, dass es nicht richtig ist, sich für Straßenhunde im Ausland einzusetzen, weil wir selbst in Deutschland doch auch so viele arme Tiere haben, oder es Kinder, alte Menschen, Kranke, Behinderte oder Flüchtlinge viel nötiger hätten, der soll sich stattdessen bitte unbedingt DORT engagieren.
Ich befürworte das.
Wenn jeder da hilft, wo er es für nötig hält, ist am Ende allen geholfen.
Nur – man muss was tun. Meckern reicht nicht.


Mehr Mohr“ gibt’s übrigens in meinem Newsletter – dem MOHRBRIEF!
Kost‘ nix und kann jederzeit mit einem Mausklick abbestellt werden.

[mohrkochen] Zitronen-Rosmarinkekse

RosmarinzitroneDiese frischfruchtigen Kekse standen schon mal bei meinem “Adventskalender zum Selberbacken” auf der Mohrbühne. Aber eigentlich sind sie viel zu schade für einen einmaligen Auftritt, sie taugen nämlich als jahreszeitunabhängiges Allwettergebäck und schmecken auch oder gerade im Sommer ganz allerbestens.

Der Teig kann prima vorbereitet werden und mehrere Tage bis zum Verbacken im Kühlschrank warten – je länger, desto mürber. Man kann die Teigrollen auch einfrieren und hat dann immer Keksmunition im Haus, um plötzliche Heißhungerattacken zu parieren.

Zutaten:
2-3 Zweige Rosmarin
140 g Puderzucker
1 Päckchen Bourbonvanillezucker
1 Prise Salz
1 EL Zitronensaft

300 g Dinkelmehl Typ 630
20 g Speisestärke
3 TL geriebene Zitronenschale (aus’m Tütchen, schwach gehäuft)
200 g Margarine
60 g Rohrohrzucker zum Bestreuen

So geht’s im Terrormix:

Rosmarin waschen, die Nadeln von den Stielen zupfen und fein hacken (für den TM ist die Menge zu gering, da passierte selbst auf Stufe 10 nicht viel).

Puderzucker- und Vanillezucker, Salz, Rosmarin, geriebene Zitronenschale, Zitronensaft, Mehl und Speisestärke in den Mixtopf geben, Margarine in Stücke schneiden und auf die trockenen Zutaten setzen und das Ganze 25 Sekunden auf Stufe 4 zu einem Teig verrödeln.

So geht’s mit dem Handmixer:

Rosmarin waschen, die Nadeln von den Stielen zupfen und fein hacken. Die Margarine mit dem Zucker schaumig schlagen, restl. Zutaten zugeben (inkl. Rosmarin, logisch, gell?) und rasch zu einem Teig verkneten.

Und so geht’s weiter:

Den Teig zu Rollen von ca. 2,5 cm Durchmesser formen und abgedeckt im Kühlschrank parken – mindestens mehrere Stunden, aber auch ganz gerne über Nacht oder länger.

Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Den Teig in ca. 1,5-2 cm dicke Scheiben schneiden, mit der Oberseite in Rohrohrzucker eintunken und auf ein gefettetes oder foliertes Backblech setzen. Alternativ die Scheiben zu kleinen Kugeln formen, die Oberseite in Zucker tunken, aufs Blech setzen und ganz leicht flachdrücken.

Nun geht’s ab für ca. 12-15 Minuten in den Ofen, bis die Kekse an den Rändern zart gebräunt sind (bitte im Auge behalten.) Kurz auskühlen lassen, bevor man sie vom Blech nimmt – ganz frisch aus dem Ofen sind sie noch weich und bröselig.
Entweder vor lauter Begeisterung komplett mit Stumpf und Stiel aufessen oder – die langfristigere Variante – in eine Blechdose packen und in kleinen Mengen genießen.

Tipp:
Bitte die Teigkugeln oder -scheiben wirklich nur mit der Oberseite in den Zucker tauchen. Auf der Unterseite mit direktem Kontakt zum heißen Blech karamellisiert der Zucker zuerst (gut!), wird dann aber schnell bitter (nicht gut!)


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