[mohrbacken] Matcha-Knöpfchen

matchaschrippenIch bin von Natur aus ein Anti-Hipster – bei allem, was irgendwie und irgendwo neu auf dem Markt ist und als absolutes “Must-try” gehyped wird, brummele ich stiesepimpelig vor mich hin und behaupte, dass Zeugs noch NIE gebraucht zu haben und überhaupt ist so ein Blödsinnstrend total überwertet. Böse Zungen unterstellen wir daher gelegentlich eine “Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht”-Mentalität, die ich natürlich aufs Schärfste von mir weise.

Aber bei fast jeder Neuheit kommt dann bei mir irgendwann der Punkt, wo es dann wirklich JEDER hat und JEDER schwärmt und irgendwann stelle ich mich dann doch als allerletzter Nachzügler in die Trend-Reihe und mache/kaufe/probiere es eben doch. (Und stelle in den allermeisten Fällen hinterher fest, dass ich das mal besser doch gelassen hätte, weil es nicht schmeckt/wirkt/nützlich ist. Aber das steht dann wieder auf einem anderen Blatt…)

Vor ein paar Jahren war dank Hilde Attilamann ein fast schon unmoralisch überteuertes grünes Pulver namens Matcha in aller Munde und in allen Teetassen, und dem Hip-Gebräu wurden die wundersamsten Dinge nachgesagt. Nicht nur dass man dank des grünen Zeugs fortan ausschließlicher voller Energie und Motivation durch den Tag flattern werde, es ist auch noch unfassbar gesund und verjüngt den folgsamen Teetrinker innerhalb kürzester Zeit um JahrZEHNTE! Mindestens. “So ein Blödsinn, hab’ ich noch nie gebraucht und wird total überbewertet…” Und natürlich habe ich mir dann irgendwann eben doch ein Döschen Matcha gekauft, und erwartungsgemäß festgestellt, dass es mir nicht schmeckt, und ich weder fliegen kann noch aussehe wie 12.

Zum Wegwerfen oder Rumstehen-Lassen ist das Zeugs nun auch wieder zu schade, also habe ich das Pulver in süßen Plätzchen versteckt.

Zutaten:
150 g Dinkelmehl Typ 630
30 g Rohrohrzucker
1 Prise Salz
2 TL Matchapulver
100 g Margarine

1 EL Rohrzucker + 1 TL Zimt zum Wälzen

– ergibt ca. 30 Knöpfchen –

So geht’s im Terrormix:
Mehl, Zucker, Matcha und Salz in den Mixtopf geben. Die Margarine in Stücke schneiden, zu den trockenen Zutaten geben und 25 Sekunden auf Stufe 4 durchrödeln lassen.

So geht’s im Handbetrieb:
Margarine und Zucker schaumig rühren, Salz und Matcha und nochmals gut verrühren. Zum Schluss das Mehl zugeben und alles zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten.

Und so geht’s weiter:
Den Teig zu einer großen Kugel formen, abdecken und mindestens 1 Tag im Kühlschrank parken.

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Rohrohrzucker und Zimt in einer kleinen Schüssel mischen. Backblech einfetten oder mit bevorzugtem Anti-Haft-Material auslegen.

Von der Teigkugel mit einem Löffel kleine Portiönchen (ca. 10 g Teig) abstechen, zu kleinen Kugeln formen und im Zimtzucker wälzen. Aufs Blech setzen und mit einem Messerrücken 2 Kerben eindrücken, das gibt ein charmantes Muster.

Nun geht’s für ca. 15 Minuten in den Ofen. Die fertigen Kekse sind im heißen Zustand ziemlich brüchig – also erstmal ein wenig auskühlen lassen, bevor sie umgeparkt werden.

Allzu übereifrige Naschkatzen sollten sich zumindest einen Tag gedulden, dann sind die Kekse ein wenig durchgezogen.

Tja – und jetzt?
Sagen wir’s mal so – um die Kekse zu mögen, sollte man Matcha mögen. Ich finde, sie schmecken “ok”, aber eher wie frisch gemähtes Gras – matchaliebende Testmampfer hingegen waren begeistert. Ich für meinen Teil habe deswegen sowohl das Backwerk wie auch den restlichen Matcha verschenkt. Somit waren dann am Ende alle glücklich 😉

adventsmohrhd

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3 Gedanken zu „[mohrbacken] Matcha-Knöpfchen

  1. Michaela

    Na guuuut, auch ich habe ein Tütchen Matcha erworben und es in alles mögliche zu pfuschen versucht. Is nich. Tatsächlich trinkt mein Herzmann das Zeug mit heißem Wasser aufgerührt ab und an ganz gern. Ich werde trotzdem mal die Knöpfe backen, auf deinen Warnhinweis hin aber mit einer ordentlichen Portion Aroma von irgendwas. Was passt zu Heu? 😀 Mal schauen. Immerhin ist die Farbe interessant. Kennst du den Film “Soylent Green” von 1973? ^^ Da ging es auch um grüne Kekse … und traurigerweise verliert der nicht an Aktualität.

    Antworten
  2. mohrblog Beitragsautor

    Na siehst du – du bist wenigstens konsequent 😉 Ich kauf’ das Zeugs ja meist am Ende doch und bin eigentlich immer enttäuscht, weil meist NIX dran ist an der vermeindlichen Wunderwirkung 😉

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  3. Tabea

    Hach, da haben wir ja echt was gemeinsam. Mit Trends ist das bei mir nämlich genauso, weswegen ich bis jetzt auch weder Chiasamen, noch Matcha, Smoothies, oder Quinoa in meiner Ernährung habe 😉

    Schade, dass das Pulver für dich nur Geldverschwendung war… Aber immerhin konntest du damit noch jemandem eine Freude machen!

    Liebe Grüße

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