Archiv für den Monat: September 2017

[mohrmiezen] Von draus’ vom Walde komm’ ich her…

Jeder, der sich mit Herzblut als mieziges Servicepersonal verdingt, kennt vermutlich diese kleinen fiesen Momente, in denen man sich schlagartig als die mieseste und unachtsamste Katzenmama der Welt fühlt. Wenn einem zum Beispiel vergisst, das kätzische Lieblingsfutter zu kaufen und die bemitleidenswerte Miezenschaft mit langen Zähnen vom “absolut widerlichen” Biofutter mit Frischfleisch fressen muss, statt die geliebte “Billig-Presspampe in Dscheleeeh” genießen zu dürfen. Oder man staunend vor dem felinen Mega-Erlebnispark aus diversen Kletterburgen, Hängebrücken und Abenteuertunnel steht, den ein Freund seinen Stubentigern aus eigener Hände Kraft ins Wohnzimmer gebaut hat. Und man selbst an den kümmerlichen Kratzbaum und die abgewetzten Spielmäuse denkt, mit der sich die eigenen bedauernswerten Katzentiere verlustieren müssen.
Miese Katzenmama. Ganz, ganz mies.

Bei mir schlug ein solcher Moment vor einiger Zeit zu, als ich zum Feierabendplausch bei einer Bekannten auf der Terrasse saß und wir bei einem Kaltgetränk so über dies und das plauderten. Gemütlich schlenderte einer der Kater des Hauses und schnupperte genußvoll an einer großen Tonscherbe, die dekorativ am Boden drapiert war.  “Die Scherbe hab’ ich den Katzen von meiner letzten Wanderung mitgebracht” schmunzelte die Hausherrin beiläufig. Mein Hirn zuckt irritiert. Hö? Wie meinen?
“Ja, ich bring’ den Katzen immer irgendwas aus dem Wald mit. Tannenzapfen oder Steine oder mal ein Farnblatt. Die kennen ja nur hier die Gerüche rund ums Haus, die finden es immer total spannend, wenn sie mal was Neues schnuppern können.”

Und da war er! – Klingeling! Mieser Katzenmama-Moment!

Ich ignorante, unaufmerksame Katzen-Vernachlässigerin habe bisher niemals auch nur im Traum daran gedacht, der Miezenschaft mal eine Schnupperpostkarte aus dem Forst mitzubringen. Stattdessen latsche ich täglich munter mehrfach mit dem (zum Glück wieder fast gesunden) Hundetier durchs Umland, wo es stundenlang schnuppern, stöbern und abenteuern darf – und die daheimgebliebenen Katzentiere bekommen nix und nottich davon ab. Und dabei prahle ich doch allerorts ständig mit meiner ach!-so extraordinären Kreativität und der übergroßen Fürsorge für meine Miezekätzchen. Wie unaufmerksam von mir. Ich rufe mir ins Gedächtnis, wie eifrig und aufgeregt die Miezenschaft oft mit ihren Nasen meine Schuhe und Hosenbeine abscannt, wenn ich in der Stadt oder halt eben auch im Wald war. Aufregend – der Duft der großen weiten Welt. Ist vermutlich wie ein Nasenurlaub am Strand, wenn man wochenlang im Büro gehockt hat. Notiz an mich: Ab sofort gilt “Hört, ihr MIezen, gebt fein acht, ich hab’ euch etwas mitgebracht.”

Am Ende des nächsten Spaziergangs mit Menschen- und Hundefreundin scanne ich nun also das Unterholz nach miezigen Mitbringseln, während Heidi Herrlich interessiert an Pferdeäpfeln schnüffelt. “Was suchste denn da?” will meine zweibeinige Wanderfreundin wissen.  “Ach, ich will den Katzen was mitbringen, Holz oder irgendwas Spannendes zum Schnuppern. Die riechen doch tagein-tagaus immer nur das Gleiche rund ums Haus.” Den Blick, den sie mir zuwirft, erkenne ich sofort – sie hat gerade einen “Mieser-Katzenmama-Moment” und denkt an ihren vernachlässigten Kater, der zuhause wartet und NIE ein Mitbringsel bekommt. Tja, so ist das eben, wenn man so unachtsam ist. Ätsch.
Kann ja nicht jeder so fürsorglich sein wie ich.

Ich entscheide mich zum Einstieg ins feline Nasenkino für 2 Tannenzapfen, ein Stück leicht angemodertes Holz und einen ausgewaschenen Ast.
Das riecht bestimmt nach fernen Ländern, Freiheit und Abenteuern.
Die Katzen werden vor Begeisterung und Dankbarkeit in den Pfötchenstand springen – ga!-ran!-tiert!

Zuhause angekommen, breite ich die Beute in Erwartung eines miezschen Freudentaumels auf der Terrasse aus. Frau Schmitz kommt sogleich neugierig herangerast, wirft den Geschenken en passant einen mäßig interessierten Blick zu und umgarnt lautstark schnurrend das Hundetier. Schließlich war Heidi Herrlich mindestens 100 Jahre 30 Minuten weg und wurde schmerzlich vermisst. Ich selbst ernte einen ebenso beiläufigen Blick wie meine Forst-Mitbringel und schon wirft sich die Schmitzekatze wieder unter den Rosenbusch zum Weiterschlummern. Na toll. Das läuft ja.

Auch Frollein Fritzi kommt vorbeigerast, findet aber den fröhlich flatternden Schmetterling deutlich spannender als meine Holzstücke. Sie pustet kurz in ihr Jagdhorn und saust dem Falter in mörderischer Absicht hinterher. Ja. Tschüss dann.

“Herr Tiger, guck’ mal was ich dir mitgebracht habe” versuche ich nun dem Kater meine Aufmerksamkeit schmackhaft zu machen. Zum Glück ist der Herr deutlich freundlicher als seine 2 Mitbewohnerinnen und schnuppert zumindest mal höflich an den Gaben. “Gell, das riecht TOLL, oder?” begeistere ich mich über meine eigene kreative Tat. Der Kater hält nochmal kurz die Nase an die Zapfen, verzieht gelangweilt das Gesicht und latscht in die Küche. Heidi Herrlich gesellt sich zu Frau Schmitz zum Mittagsschläfchen und ich glotze debil auf Zapfen und Hölzer.

Nun ja, in Sachen Dankbarkeit und überschäumener Begeisterung ist da in allen 3 Katzen- F(ä/e)llen wohl noch deutlich Luft nach oben. Ich muss mich halt einfach mehr anstrengen. Ich miese Katzenmama.
Echt jetzt mal.

Mehr Geschichten von Hund, Katz und Frau Mohr gibts HIER!


Du willst mehr „Mohr“? Das gibt’s in meinem kostenlosen Newsletter – HIER registrieren!
Du willst NOCH mehr Mohr? Kein Problem, Frau Mohr ist käuflich. Rent-A-Mohr. Mehr Infos? HIER

[mohrviecher] Kräuter-Köterkekse

Ich weiß,  ich weiß – “Köter” ist ein unfeines Wort und man sollte seinen pelzigen Freund eigentlich nicht derartig betiteln – aber ich ich konnte der Aliterationsverlockung einfach nicht widerstehen. Man darf die kleinen Backwerke aber auch “Kräuter-Hundekekse” nennen, wenn einem damit wohler ist. Dem Hundemagen ist’s wurscht.

Theoretisch könnte man sich diese kleinen Häppchen auch mit seinem Köter Hund teilen, denn alles was für den Hund drin ist, ist auch für Menschenmägen tauglich. Allerdings finde ich persönlich die Dinger so ganz ohne Zucker doch ein wenig fade und insgesamt auch recht trocken und stopfe mir nur im allerhöchsten Hungernotfall bei Wanderungen ein solches Teilchen zwischen die Kiemen.

Meine Heidi fand die Kekse beim ersten Beschnuppern auch ein wenig befremdlich und hat erstmal mit langen Zähnen skeptisch daran herumgekaut, mittlerweile liebt sie ihre Köterkekse aber sehr und bekommt jeden Abend einen als Betthupferl. Und auch mal zwischendurch, einfach dafür, dass sie so entzückend ist. Und dann noch einen dafür, dass sie endlich wieder fast gesund ist.

Kurkuma wirkt entzündungshemmend und ist gut für den Magen – bei Mensch wie auch beim Hund. Ich habe bei dieser Edition einen Eßlöffel “Enerchi Immun” von Naftie untergemischt, aber man kann auch ganz “normale” Küchenkräuter wie Thymian, Oregano verbacken.

Zutaten:
80 g Möhre
½ Banane, vollreif
100 g Dinkelvollkornmehl
50 g Haferflocken, fein (Dinkelflocken oder eine Mischung tun’s natürlich genauso gut)
30 g Kokosöl
1 TL Kurkuma
1 EL Kräuter nach Wahl

Den Backofen auf 180°C vorheizen.

So geht’s im Terrormix:
Die Möhre in den Mixtopf werfen und 5 Sekunden auf Stufe 6 zerschreddern. Die übrigen Zutaten zugeben und 10 Sekunden auf Stufe 5 zu einem Teig vermixen.

So geht’s im Handbetrieb:
Den Kürbis ganz fein reiben, die Banane mit einer Gabel zerdrücken und mit den übrigen Zutaten vermischen. Man könnte wohl auch mit ‘nem Pürierstab arbeiten, denke ich.

Und so geht’s weiter:
Kleine Bällchen formen (geht am besten mit nassen Händen), aufs Backblech setzen, mit einer Gabel flachdrücken und ca. 25 Minuten backen. Danach am besten im ausgeschalteten Backofen trocknen und abkühlen lassen.

Am besten lagert man die Kekse trocken und ein wenig „luftig“, damit sich kein Schimmel bildet. Theoretisch sollen sie wohl 3 Wochen haltbar sein – aber meistens hat Heidi Herrlich schon vorher alles ratzeputz aufgeknuspert.

Ich habe statt der Möhre auch schon mal Hokkaido-Kürbis und Zucchini verbacken. Beides fand ebenfalls reißenden Absatz in den Reißzähnen.


Du willst mehr „Mohr“? Das gibt’s in meinem kostenlosen Newsletter – HIER registrieren!
Du willst NOCH mehr Mohr? Kein Problem, Frau Mohr ist käuflich. Rent-A-Mohr. Mehr Infos? HIER