Archiv für den Monat: Juni 2018

[mohrviecher] Herz ist Trumpf!

Wenn das Leben einem ein Geschenk macht, dass bis dato so utopisch schien, dass man sich selbst im allerstillsten Kämmerlein nicht mal ansatzweise getraut hätte, auch nur eine einzige Sekunde davon zu träumen, dann ist das schon ein “Horrido!” und “Leckofatz!” wert.

Dieses Geschenk habe ich vor knapp zwei Wochen im Sprechzimmer der Kardiologin der Tierklinik Hofheim bekommen. Nachdem mein Hundetier letzten Sommer wegen einer Endokarditis nur haarscharf dem Sensenmann von der gierigen Schippe gehopst ist, hat das tapfere Heidi-Herzchen leider eine undichte Herzklappe zurückbehalten, die dort regelmässig geschallt werden muss. Diese Kontrolltermine bereiten mir (und meinem Geldbeutel) immer arge Bauchschmerzen, weil durchaus zu befürchten ist, dass sich das Klappen-Leck im Laufe der Zeit verschlimmern könnte. Schließlich war es ‘ne schwere Krankheit und schließlich ist Heidi schon ein älteres Semester. Aber die Hundeschicksalsgötter haben wohl ein Faible für kühne Köter und ihre Frauchendinger – und so verkündete mir die Ärztin (selbst erstaunt) dass sich das Gewebe der Herzklappe seit dem letzten Ultraschall so gut regeneriert hat, dass einem “Kardiologe, der die Vorgeschichte nicht kennt, vermutlich nichts auffallen würde.”

Fassungslos starre ich die Medizinerin an und ringe mir ein atemloses und schwerst geistreiches “Echt jetzt?!” ab.
“Echt jetzt!” bestätigt die Medizinerin lächelnd. “Ich habe die Bilder sogar noch einer Kollegin gezeigt, weil ich es selbst kaum fassen konnte.”
Meine sprachliche Eloquenz setzt sich in einem intelligenten “Näh, oder?!” fort. Und danach fange ich erstmal an zu heulen vor Freude.
“Sind sie sicher?”
“Ganz sicher!”
“Echt? Kein Zweifel?”
“Frau Mohr, ich mache das nicht erst seit gestern, sie können mir ruhig glauben!”
Scheiß die Wand an!
Was für’n unfuckingfassbares Wunder.

Nachdem ich meine Tränendrüsen gründlich leergeflennt, das leicht verwirrte Hundetier nach Strich und Faden durchgeknuddelt und -gerubbelt und ein paar Freunden unverständliche Wortfetzen ins Telefon geblökt habe, fahre ich wie in Trance gen Heimat.
Die Herzdoktorin ist sogar so überzeugt vom tip-toppigen Zustand der hündischen Mitralklappe, dass sie den Versuch starten möchte, die Herztabletten runterzudosieren und versuchsweise ganz abzusetzen, und dann 4 Wochen später nochmal einen Kontrolletti-Ultraschall zu machen. (Allerdings entscheide ich mich ein paar Tage später, diesen Versuch auf den Herbst zu verschieben – beim Gedanken, dass das Hundeherz ausgerechnet im brüllheißen Hochsommer ohne die bis dato bewährte Pharma-Unterstützung seine Arbeit tun soll, ist mir nicht wohl. Und eins habe ich gerade in Bezug auf Heidis Krankheitsgeschichte gelernt: Bauchgefühl ist King!)

Diese wunderbare, unglaubliche Neuigkeit gilt es gebührend zu feiern, und so ziehe ich dem Hundetier und mir einen imaginären Partyhut auf, fasse mir ein Herz  und traue mich etwas, mit dem ich eigentlich nach der Diagnose “Herzklappenundichtigkeit” eigentlich längst komplett abgeschlossen hatte: Eine richtig lange Wanderung über Stock und Stein.

Auf der knapp 16 km langen Nordschleife meiner allerliebsten Lieblingswällertour “Iserbachschleife” zeigt das Hundetier deutlich, dass es mir in Sachen Ausdauer und Elan so einiges voraus hat….Heidi flitzt, schnüffelt, tobt, schlägt Haken, schreckt Wildschweinfrischlinge auf (was mich nicht nur aus Gründen der fehlenden Kondition ins Schwitzen bringt. Zum Glück ist die Wildschweinmama unaufdringlich.) und hält wacker bis zum Ende durch.
Und ich fühle mich vom Schicksal unfuckingfassbar beschenkt.
Da geht noch was. Zukunft und Wanderwege liegen uns zu Füßen.
Wanderlust ahoi! Wir kommen!


Auch wenn ich mitunter als “hysterische Helikoptermama” bespöttelt wurde und werde, habe ich nach dem Klinikaufenthalt einige Dinge ganz konsequent beibehalten:
Um das Herz nicht übermässig zu belasten, gab es es keine allzu wilden Tobereien (schon gar nicht in der prallen Sonne), dafür regelmässig jeden Tag mind. 1 Stunde Bewegung, gerne auch in strammem Tempo. Herzkreislaufsystem voraus!
Das die Herztabletten möglichst im Abstand von 12 Stunden eingenommen und mind. 1/2 Stunde Pause zu den Mahlzeiten eingehalten werden sollen, ist für mich nicht verhandelbar. Auch wenn’s nervt, dass auch an freien Tagen der Wecker um 6 klingelt.
Zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung wird das Hundekörperchen von mir mit “GladiatorPLUS” und Vitalpilzen aus der traditionellen chinesischen Medizin unterstützt (für keine dieser Empfehlungen werde ich übrigens bezahlt und habe alles ganz alleine gekauft.)
Ob irgendwas davon zur wundersamen Herzensheilung beigetragen hat oder ob Heidi einfach nur eine zähe, robuste Natur und einen starken Lebenswillen hat…wer weiß das schon.
Am Ende isses auch wurscht.

Heißer Erfrischungs-Tipp: Kaltgezogener Tee

Das mit dem Hirnkasten ist ja manchmal so ‘ne Sache – ich hätte schwören und mindestens Haus und Hof verwetten können, dass ich in meinem Blog schon mal über kalt gezogenen Tee geschrieben habe. Nachdem ich den Mohrblog nun aber bis zum allerhintersten Winkel durchsucht, dabei unzählige Wollmäuse aufgeschreckt und bloß eine alte Gürteltasche und ein kaputtes Sparschwein gefunden habe, musste ich nun vorerst zum Schluß kommen, dass mich mein Erinnerungsvermögen täuscht. Vielleicht hatte ich auch einfach nur geträumt, das Gebräu schriftlich präsentiert zu haben.

Auf der Suche nach dem Kaltgetränk

Eine treue (und vor allem ordentliche) Leserin, die alle bisherigen Newsletter säuberlich aufbewahrt, brachte mich endlich auf die Lösung – ich hatte in einem MOHRBRIEF über besagten Tee geschrieben, und zwar in der Ausgabe mit der Nr. 68 am 27.05.17. Also vor über einem Jahr. Na gut, am Ende war ich recht erleichtert, es mir dann doch nicht bloß eingebildet zu haben.

Aber weil der Tee viel zu lecker und vor allem viel zu unkompliziert ist, um ihn der Allgemeinheit vorzuenthalten, muss er nun endlich mal in den Blog, gerade an heißen und schweißtreibenden Tagen wie diesen.

Wie jetzt? Tee ohne heißes Wasser?

Otto Normalschlürfer brüht seinen Tee ja normalerweise mit heißem Wasser auf, lässt ihn ziehen und genießt ihn dann als dampfendes Heißgetränk, am besten in muckelige Wolldecken gewickelt auf der gemütlichen Couch. Wenn die Sonne glühend vom Firmament pratzelt, lässt man seinen heiß aufgebrühten Tee dann schon mal abkühlen und wirft ein paar Eiswürfel rein, um sich zu erfrischen.

Man kann seinen Tee aber auch gleich mit kaltem Wasser aufgießen und ziehen lassen – das dauert zwar etwas länger, spart aber Energie und die Aromen entfalten sich je nach Sorte noch intensiver durch die lange Zieh-Zeit. Da sich dadurch vermutlich auch sämtliche Pestizide besser entfalten können, bevorzuge ich die Bio-Variante der Teebeutelchen. Selbstverständlich kann man auch losen Tee oder Teeblätter kalt ziehen lassen.

Kaltgezogener Pfefferminztee

Ich selbst mag am liebsten die minzige Variante des kaltgezogenen Gebräus. Morgen befülle ich dazu zwei leere Glasflaschen (750 ml) mit je 1 Beutel Bio-Pfefferminztee und kaltem Wasser, parke die Pullen im Kühlschrank und habe ab Mittag einen leckeren, erfrischenden, kalten Aufguß. Das Ganze schmeckt auch prima mit Apfel- oder anderem Früchtetee. Es soll sogar Leute geben, die Grün- oder Schwarztee kalt aufsetzen, aber das schmeckt mir nicht so. Aber da ist wie überall “jeder Jäck anders” und der Geschmack verschieden.


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