[mohrviecher] Kacke-Karma is gonna get you!

Eine Geschichte über goldene Regeln, hohe Gräser – und Hundekacke.

Als ich vor knapp 1,5 Jahren mein Hundetier aus dem Tierheim freigekauft habe und dadurch zum “Hundehalter” geworden bin, war mein allererster und festester Vorsatz:  Stets, immer, überall und zu jeder Tages- und Nachtzeit die zum Hund gehörigen Hinterlassenschaften einpacken und mitnehmen, egal welche Konsistenz sie auch aufweisen mögen und wo auch immer das Tier seinen Output platziert. Viel zu lange und zu oft hatte ich mich selbst schon über rücksichtslose Sozial-Arschkrampen geärgert, die ihre vierbeinigen Freunde unbekümmert in jede Ecke kacken lassen und sich in allerfeinster “Nach-mir-die-Sintflut”-Manier einen Scheiß (höhö, Wortspiel!) drum scheren, wer da am Ende reinlatscht oder wer es wegmacht. Und im Gegensatz zu manch’ anderen Regeln, die ich mir im Laufe meines Lebens schon auferlegt habe, habe ich mich an diese Hundekacke-Entsorgungs-Regel stets gehalten. Mitunter klaube ich sogar die Haufen fremder Hunde auf, wenn sie allzu dreist auf Gehwegen oder Parkplätzen drapiert und liegengelassen wurden, weil es mich unsagbar nervt, dass wegen solcher (zweibeinigen) Schweine gleich alle Hundehalter in Sippenhaft genommen und kollektiv gehasst werden.

Auch an diesem sonnigen und äußerst frühen Vormittag habe ich wie immer zwei (unbenutzte! selbstredend!) Plastikkackebeutel in der Hosentasche, als ich mich mit dem Hundetier ins Feld-juchhe! mache. Das mehr als kniehohe, dichte Gras auf dem Weg macht deutlich, dass wir (und scheinbar auch niemand sonst) wohl hier schon länger nicht mehr herspaziert sind, beim letzten Mal ging der Bodenbewuchs nämlich maximal bis zum Fußknöchel. Tempus fugit.
Ich pflüge mir eine Schneise durch die Botanik und versuche dabei nicht allzu sehr an die vorherrschende Zeckenplage zu denken, während Heidis Strubbelrute wie ein schwarzer Pinsel zwischen den hohen Halmen hin- und herwogt. Die Sonne glitzert kristallig auf dem Morgentau, die Vöglein tschilpen sich ‘nen Wolf und ich genieße das Idyll, bis der wogende Pinselschwanz sich plötzlich senkt und das Tier sich mit gekrümmtem Rücken in Kackposition neigt. Missmutig ziehe ich einen Schmollmund. Soll ich tatsächlich jetzt hier im hohen Gras nach Heidis Haufen graben und ihn in ein – in diesem Fall vollkommen unnütz verbrauchtes – Stück Plastik verpacken? Ich entscheide mich nonchalant, meine eigene Regel zu brechen und stapfe hurtig und ein wenig schuldbewusst weiter im Text.
Aus den Augen, aus dem Sinn. Hier latscht ja ohnehin außer uns niemand rum. Niemals, nicht und zu keiner Zeit, nämlich.

Wenige Meter weiter lichtet sich der Grasdschungel und der Feldweg tut wieder das, was ein Feldweg tun muss, nämlich unzugewuchert zu meinen Füßen zu liegen und den Sohlen zu schmeicheln. Während der nächsten Stunde zieht mein Geist weite Kreise und die schwarze Hundenase kartographiert akribisch die örtlichen Hasen- und Wildwanderwege.

Auf dem Rückweg zum Auto schlagen wir uns erneut ins fast mannshohe Gewächs, als meine linke Fußsohle plötzlich mit einem widerlichen “Flotsch!” ins Rutschen gerät. Das wird doch nicht…..och nö!
Scheiße.
Im wahrsten Sinn des Wortes!

Heidis Hinterlassenschaft breitet sich großflächig ums Profil meiner Trailgalosche, und demütig leiste ich den Göttern Abbitte und gelobe Besserung.
Das Karma kriegt dich immer.
Wer seine eigenen Regeln bricht und anderen eine Kackegrube gräbt, fällt selbst hinein.

Ab sofort wird wieder eingesammelt.
Stets, immer, überall und zu jeder Tages- und Nachtzeit.

(Arschkarma! Echt jetzt mal.)


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