Archiv für den Monat: November 2019

Kaffee-Nougat-Gelée

Die allerbesten Rezept-Ideen kommen mir eigentlich immer, wenn mir irgendwas in den Füßen rumsteht, das halt irgendwie wegmuss, wie auch diesmal.
Ich hatte mir eine große Kanne Kaffee zum Wandern gekocht, aber vergessen, das Gebräu in eine Thermoskanne zu füllen – und nun stand da ein Riesenpott kalter Kaffee in der Gegend und drehte mir ‘ne lange Nase.
Da ich ja ohnehin momentan im Gelée-Kochrausch bin und im Kühlschrank noch eine Packung Nuss-Nougat auf ihre endgültige Bestimmung wartete, habe ich das Ganze einfach mal todesmutig zu einem Kaffee-Nougat-Gelée zusammengekocht.

Auch wenn diese Zusammenstellung anfangs ein wenig eigentümlich anmutet und vielleicht beim ersten Probieren etwas “speziell” am Gaumen kitzelt, hat dieses Gelée inzwischen eine Riesenfangemeinde in meinem Dunstkreis.

Ganz besonders köstlich auf frischem, soften Brioche mit einer dünnen Unterlage aus Pflanzenbutter zum Frühstück.

(Und bei einer eventuellen Verspachtelung zum Abendbrot immer bedenken: It’s coffee inside! Es soll ja Menschen geben, die nach ausgiebigem Kaffeegelée-Brötchen-Genuß am Abend mit tellergroßen Augen im Bett gelegen haben und nicht einschlafen konnten. Munkelt man. Ähem….)

Zutaten:

850 ml starker Kaffee (falls man Instantkaffee verwendet: 7-8 TL auf 850 ml Wasser)
500 g Gelierzucker 2:1
1 Prise Salz
½ TL Zimt
100 g Nussnougat

Und so wird’s gemacht:

Das Nougat in den warmen Kaffee einrühren, bis es sich halbwegs aufgelöst hat. Dann Gelierzucker und Gewürze zugeben und alles zusammen in einem Topf unter Rühren aufkochen.

Ungefähr 5 Minuten leicht sprudelnd kochen lassen, sicherheitshalber eine Gelierprobe machen (ein paar Tropfen auf einen kalten Teller geben und schauen, ob es fest wird – falls nicht, noch 1-2 Minuten köcheln lassen), in saubere Gläser füllen und abkühlen lassen.

Die o.g. Menge füllt ca. 6 mittelgroße Gläser. Und viele glückliche Mägen.

(Bitte die Gläser nicht auf den Kopf stellen zum Abkühlen. Diese Herangehensweise wird zwar immer mal wieder in Kochbüchern empfohlen und hält sich als “Tipp” irgendwie ganz hartnäckig, hat aber keinen Vorteil – und sorgt nur dafür, dass sich evtl. vorhandener Weichmacher in den Deckeln löst und am Ende im Gelée landet.)


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Marziretto-Taler

Diese unfassbar schlichten, aber unfassbar guten Plätzchen sind der Inbegriff der “Weihnachtsbäckerei ohne Gedöns”, denn sie sind superschnell aus ganz wenigen Zutaten zusammengeknetet, haben aber durch Marzipan und Amaretto trotzdem ein feines Extra. Ich habe das Rezept nun lange wie meinen Augapfel gehütet, weil ich ja seit Jahren schon “ganz bald, bestimmt!” ein Backbuch zusammenkritzeln wollte, aber nun nähert sich Weihnachten erneut, ohne dass ich beim Buch auch nur ein Schrittchen weitergekommen bin – und jetzt dürfen die Marziretto-Taler dann doch endlich mal auf die Bühne.
Denn Weihnachten ohne Marziretto-Taler ist möglich, aber sinnlos.

Diese mürben Kekstaler sind im Nullkomma-Fix hergestellt und schmecken auch außerhalb der Weihnachtszeit als Teegebäck oder bei ‘ner heißen Tasse Schokolade auf der Couch.

Einer der vielen Gründe, warum ich ein Riesen-Fan von Mürbteig bin (“Mürbteig! Go, go, go!”) ist die Tatsache, dass er so wunderbar vorbereitet werden. Man kann den fertigen Teig gut und gerne bis zu einer Woche im Kühlschrank parken bis zur finalen Verbackung – oder gar einfrieren und erst bei einem akuten Anfall von Backwahn wieder auftauen.
So könnte man beispielsweise unter der Woche täglich einen neuen Teig produzieren, kühl stellen und am Wochenende backen, bis der Ofen glüht.

Zutaten

180 g Weizenmehl Type 550 (ok, das ist ein altes Rezept…inzwischen nehme ich Dinkelmehl Typ 630)
50 g Rohrzucker (inzwischen nehme ich Bio-Rübenzucker, des “Buylocal”-Gedankens wegen)
2 Päckchen Bourbonvanillezucker
100 g kalte Margarine (bevorzugt Alsan, fresh from the kühlschrank)
80 g Marzipanrohmasse *)
4 EL Amaretto

*) es soll Marzipanfans geben, die bis zu 110 g der süßen Masse verbacken haben. Möglich isses wohl.

So geht’s im Terrormix

Mehl und (Vanille)-Zucker in den Mixtopf geben, die Margarine in Stückchen darüber verteilen und 10 Sekunden auf Stufe 4 rödeln lassen.

Dann die Marzipanrohmasse drüberbröseln, den Amaretto zugeben und weitere 10 Sekunden auf Stufe 4 rattern lassen.

So geht’s im Handbetrieb

Hier kann man “Handbetrieb” durchaus wörtlich nehmen, denn eigentlich braucht man für Mürbteig noch nicht mal ‘nen Knethaken…nur ein bisschen Zeit:
Alle trockenen Zutaten vermischen, dann Margarine und Marzipan in Würfelchen schneiden und über das Mehl-Zuckergemisch geben.
Mit sauberen und leicht feuchten Händen in die Schüssel tauchen und die Zutaten miteinander verreiben (ein bisschen als würde man sich die Hände waschen).
Wenn der Teig beginnt, ein Teig zu werden, den Amaretto zugeben und unterkneten.

Kurz verkneten (alle „Butter“flöckchen müssen verarbeitet sein) und dann ist unser Mürbeteig bereit für den nächsten Schritt.

Und so geht’s weiter

Den Teig zu 2 Rollen mit ca. 3 cm Durchmesser formen und ca. 1-2 Stunden (oder über Nacht) abgedeckt (Klarsichtfolie, Tupperdose oder eine ähnliche luftdichte Verpackung) im Kühlschrank parken.

Backofen auf 190 Grad vorheizen.

Die Rollen mit einem scharfen Messer in Scheiben schneiden (ca. 1-1,5 cm dick, je nach Gusto), ein Backblech mit -folie auslegen oder einfetten und die Scheiben darauf verteilen. Wer mag, kann noch mit einer Gabel oder einem Keks-Stempel lustige Formen in die Teigtaler drücken – und dann geht’s für ca. 15 Minuten ab in den Ofen. (Die Kekse sollten an den Rändern leicht gebräunt sein. Bitte im Auge behalten – es hat ja jeder Ofen so seine eigenen Vorstellungen von 190 Grad oder 15 Minuten.)

Abkühlen lassen und in eine Dose zur weiteren Aufbewahrung umsiedeln. Man könnte die Kekse zwar noch mit Zartbitterkuvertüre oder sonstigem Schnickschnack aufpolieren, aber eigentlich schmecken sie gerade so wie sie sind ziemlich lecker.


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