Marziretto-Taler

Diese unfassbar schlichten, aber unfassbar guten Plätzchen sind der Inbegriff der “Weihnachtsbäckerei ohne Gedöns”, denn sie sind superschnell aus ganz wenigen Zutaten zusammengeknetet, haben aber durch Marzipan und Amaretto trotzdem ein feines Extra. Ich habe das Rezept nun lange wie meinen Augapfel gehütet, weil ich ja seit Jahren schon “ganz bald, bestimmt!” ein Backbuch zusammenkritzeln wollte, aber nun nähert sich Weihnachten erneut, ohne dass ich beim Buch auch nur ein Schrittchen weitergekommen bin – und jetzt dürfen die Marziretto-Taler dann doch endlich mal auf die Bühne.
Denn Weihnachten ohne Marziretto-Taler ist möglich, aber sinnlos.

Diese mürben Kekstaler sind im Nullkomma-Fix hergestellt und schmecken auch außerhalb der Weihnachtszeit als Teegebäck oder bei ‘ner heißen Tasse Schokolade auf der Couch.

Einer der vielen Gründe, warum ich ein Riesen-Fan von Mürbteig bin (“Mürbteig! Go, go, go!”) ist die Tatsache, dass er so wunderbar vorbereitet werden. Man kann den fertigen Teig gut und gerne bis zu einer Woche im Kühlschrank parken bis zur finalen Verbackung – oder gar einfrieren und erst bei einem akuten Anfall von Backwahn wieder auftauen.
So könnte man beispielsweise unter der Woche täglich einen neuen Teig produzieren, kühl stellen und am Wochenende backen, bis der Ofen glüht.

Zutaten

180 g Weizenmehl Type 550 (ok, das ist ein altes Rezept…inzwischen nehme ich Dinkelmehl Typ 630)
50 g Rohrzucker (inzwischen nehme ich Bio-Rübenzucker, des “Buylocal”-Gedankens wegen)
2 Päckchen Bourbonvanillezucker
100 g kalte Margarine (bevorzugt Alsan, fresh from the kühlschrank)
80 g Marzipanrohmasse *)
4 EL Amaretto

*) es soll Marzipanfans geben, die bis zu 110 g der süßen Masse verbacken haben. Möglich isses wohl.

So geht’s im Terrormix

Mehl und (Vanille)-Zucker in den Mixtopf geben, die Margarine in Stückchen darüber verteilen und 10 Sekunden auf Stufe 4 rödeln lassen.

Dann die Marzipanrohmasse drüberbröseln, den Amaretto zugeben und weitere 10 Sekunden auf Stufe 4 rattern lassen.

So geht’s im Handbetrieb

Hier kann man “Handbetrieb” durchaus wörtlich nehmen, denn eigentlich braucht man für Mürbteig noch nicht mal ‘nen Knethaken…nur ein bisschen Zeit:
Alle trockenen Zutaten vermischen, dann Margarine und Marzipan in Würfelchen schneiden und über das Mehl-Zuckergemisch geben.
Mit sauberen und leicht feuchten Händen in die Schüssel tauchen und die Zutaten miteinander verreiben (ein bisschen als würde man sich die Hände waschen).
Wenn der Teig beginnt, ein Teig zu werden, den Amaretto zugeben und unterkneten.

Kurz verkneten (alle „Butter“flöckchen müssen verarbeitet sein) und dann ist unser Mürbeteig bereit für den nächsten Schritt.

Und so geht’s weiter

Den Teig zu 2 Rollen mit ca. 3 cm Durchmesser formen und ca. 1-2 Stunden (oder über Nacht) abgedeckt (Klarsichtfolie, Tupperdose oder eine ähnliche luftdichte Verpackung) im Kühlschrank parken.

Backofen auf 190 Grad vorheizen.

Die Rollen mit einem scharfen Messer in Scheiben schneiden (ca. 1-1,5 cm dick, je nach Gusto), ein Backblech mit -folie auslegen oder einfetten und die Scheiben darauf verteilen. Wer mag, kann noch mit einer Gabel oder einem Keks-Stempel lustige Formen in die Teigtaler drücken – und dann geht’s für ca. 15 Minuten ab in den Ofen. (Die Kekse sollten an den Rändern leicht gebräunt sein. Bitte im Auge behalten – es hat ja jeder Ofen so seine eigenen Vorstellungen von 190 Grad oder 15 Minuten.)

Abkühlen lassen und in eine Dose zur weiteren Aufbewahrung umsiedeln. Man könnte die Kekse zwar noch mit Zartbitterkuvertüre oder sonstigem Schnickschnack aufpolieren, aber eigentlich schmecken sie gerade so wie sie sind ziemlich lecker.


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