Orangensenf – hausgemacht und fruchtig-gut

Orangensenf – hausgemacht und fruchtig-gut

Weil “Sich-mit-fremden-Federn-schmücken” ja nicht vegan ist, muss ich wohl gleich zu Anfang gestehen, dass dieses tolle Rezept nicht auf meinem Mist gewachsen ist, sondern irgendwann vor Jahren mal von mir im Netz aufgestöbert wurde. Und nachdem wir das geklärt hätten, kann es dann auch beherzt losgehen mit der Senferei!

Abgesehen von der Tatsache, dass dieser wunderbar fruchtige Senf ein großartiger Begleiter zu gegrilltem Tofu und Bratlingen aller Art ist, wäre er auch ein tolles kleines Weihnachtspräsent für nette Menschen. In dem Fall sollte man aber flott mit der Produktion. zur Tat schreiten, denn der Senf sollte eigentlich mindestens 4-8 Wochen ruhen, bevor er so richtig gut schmeckt.
Und ab da wird er eigentlich täglich besser.
Es kann also überhaupt kein Fehler sein, gleich die doppelte Menge zuzubereiten.



ZUTATEN

  • 3 Bio-Orangen
  • 200 g gelbe Senfkörner
  • 5 g Korianderkörner
  • 300 ml Apfelessig
  • 75 g Zucker (ich bevorzuge stets Bio-Rübenzucker)
  • 2 EL Apfeldicksaft
  • 1 Stück Ingwer, ca. 5 cm
  • 4 TL Salz

An die Senfpötte, fertig, los!

Als erste Senf-Amtshandlung werden nun die Orangen ausgepresst und vorsichtig geschält, danach den Saft ein einen Topf geben und auf kleiner Flamme so lange köcheln, bis nur noch 100 ml übrig sind.
Durch dieses “Einreduzieren” wir das Orangen-Aroma kräftiger und voller.
(Der Ehrlichkeit halber habe ich mir diesen Schritt aber auch schon mal gespart, einfach 100 ml Saft für den Senf verwendet und den Rest zum Frühstück geschlürft).
Die Senf- und Korianderkörner in einem Foodprozessor nach Wahl fein mahlen (bei mir durfte der Vitamix mal wieder ran, weil der Terrormix gerade anderweitig beschäftigt war), danach die anderen Zutaten (Essig, Saft, Schalen, Zucker, Ingwer und Salz) zugeben und alles gründlich vermixen, bis eine halbwegs homogene Masse entsteht.

Und nun gibt es EINE einzige Sache, die ihr auf gar keinen Fall tun dürft, nämlich beherzt einen Probierlöffel in diese ockergelbe Pampe tunken und im Mund versenken – denn im jetzigen Zustand ist der Senf höllenscharf, schmeckt ziemlich fürchterlich und brutzelt euch die Schleimhäute weg. Ich weiß das natürlich nicht aus eigener Erfahrung, sondern…ähm…also, das ist einem Freund von mir passiert. Ich wäre ja nie so döselig und würde irgendwelche Rezeptanweisungen missachten. Selbstredend.

Bevor er schmeckt, muss der Senf nämlich erstmal gründlich vor sich hinfermentieren. Dazu wird die Masse erstmal in eine Schüssel umgetopft und bei Raumtemperatur 24 Stunden offen stehen gelassen, dabei und ab und zu umrühren. Diese Zeit benötigt der Senf, um sein Aroma zu entwickeln. Anschließend in saubere Gläser füllen und verschließen. Nun sollte das gute Zeug einige Wochen reifen, das nimmt die Schärfe und macht ihn aromatisch.
Wenn man die Gläser später angebrochen hat, sollten sie im Kühlschrank aufbewahrt werden und sind so locker ein halbes Jahr haltbar. Ich muss gleich dazu sagen, dass ich seinerzeit bei meiner ersten Orangensenfproduktion ein einzelnes angefuttertes Glas im Kühlschrank vergessen hatte…und nach einem Jahr war der Senf immer noch grandios lecker.

Variante: Springkrautblütensenf

Mit dem obigen Rezept kann man sich auch mit anderen Zutaten nach Herzenslust austoben.
Im letzten Sommer, als ich im Springkrautrausch war und von meiner Gelée-Produktion noch jede Menge Blüten übrig hatte, habe ich mich an einer blumigen Variante versuchen, die auch ganz köstlich geworden ist.
Statt Orangenschale und -saft habe ich dann einfach ca. 90 g Springkrautblüten in den Senf geworfen und ansonsten alles wie oben produziert.

Hier kann man wirklich mal mutig sein und seiner Phantasie freien Lauf lassen.
Aber bei allen Zutaten gilt: 24 Stunden offen stehenlassen und abfüllen und nicht zu früh auffuttern.


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