Opiode to go – “Los, wir werden Drogendealer!”

Opiode to go – “Los, wir werden Drogendealer!”

Je länger die Pandemie andauert, umso mehr habe ich das Gefühl, dass die meisten Menschen (mich eingeschlossen) schweigend und zugeknöpft durch die Welt stapfen – und leider lässt auch angesichts der derzeit eher durch Abwesenheit glänzenden Sonne gute Laune und Fröhlichkeit oft ganz schön auf sich warten. Dabei wäre es ja gerade jetzt in diesen wirren Zeiten wichtig, ein wenig Frohsinn in die Herzen rieseln zu lassen.

Aber es gibt ein ganz einfaches und kostenloses Hilfsmittel, um ganz schnell ein Lächeln in andere Gesichter zu zaubern und kühle Herzchen zu wärmen:

Komplimente! Lob! Nette Worte!

Wenn man einem Menschen ein Kompliment macht, dann schüttet dessen Körper meist umgehend sog. Opioide (Belohnungsstoffe) aus, die dafür sorgen, dass er sich gut fühlt und das Selbstbewusstsein gestärkt wird. Diese Opioide sind nahezu identisch mit der Wirkung von synthetischen Drogen, aber frei von Nebenwirkungen.

Komplimentemacher sind also sowas wie gute Drogendealer.
Das ist doch mal ein toller Job.

Man kann ja seiner Kollegin durchaus mal sagen, dass der neue Rock ihr hervorragend steht….oder der Bekannten, die ihre 3 Kinder alleine großzieht, dass sie einen phantastischen Job macht und man sie aus tiefstem Herzen dafür bewundert…oder dem Facebook-Freund, der öfter mal Videos seiner eigenen Gitarrenmusik hochlädt, dass man die Musik jedes Mal sehr genießt und großartig findet. Viele dieser Dinge denke zumindest ich oft nur so bei mir im Stillen – und dabei wäre es doch 1.000 schöner, wenn die jeweiligen Mitmenschen auch mal erfahren würden, dass man sie bewundert, toll oder schön findet.

Wir Deutschen sind ja grundsätzlich eher sparsam mit netten Worten, gerade gegenüber fremden Leuten. Bei meinem Urlaub in den USA vor vielen Jahren war ich deshalb anfänglich ziemlich befremdet, als mir ein wildfremder Kerl auf dem Venice Beach Boulevard ein fast beiläufiges “Oh Ma’am, your haircut is SO beautiful” entgegenschleuderte…watt will der? Hat der irgendwatt eingeschmissen? Später griff eine alte Dame einfach so nach meiner Hand, drückte beherzte zu und säuselte “Sweetie, your blue eyes are just like the ocean, so nice!” und tappelte weiter.
Ich war anfänglich überzeugt, dass “die da in Los Angeles” irgendwie alle high oder verrückt sind, aber irgendwie war es auch schön, so nette Dinge von wildfremden Leuten gesagt zu bekommen. Müssen die ja nicht machen, zwingt sie ja keiner zu.
Zurück in Deutschland war ich dann aber ratzfatz wieder auf dem Nettigkeitsboden der maulfaulen Tatsachen angelangt, hier gucken einem die Mitmenschen ja meist er verdrießlich ins Gesicht, statt den schicken Haarschnitt zu lobpreisen.

Selbst bei Bekannten oder Freunden sind wir ja meist eher zurückhaltend mit Lob, frei nach dem Motto: Nicht geschimpft ist gelobt genug!

3 Bohnen fürs Aschen…ähm…Opioide-Brödel

Und genau das kann doch einfach mal unsere Wochen-Übung werden: Wir stecken uns morgens 3 Bohnen (oder Perlen, oder Steine) in die rechte Hosentasche – die sind nun unsere Gedankenstütze, dass wir ab sofort täglich 3x einem Menschen etwas Nettes sagen. Das kann ein Wildfremder auf der Straße sein oder auch die Kollegin….und jedes Mal, wenn wir ein Kompliment gemacht oder jemanden gelobt haben, stecken wir uns eine Bohne von rechts in die linke Tasche (links ist die “Herzseite”, da gehören die guten Sachen hin. Nur als Eselsbrücke, damit man nicht durcheinanderkommt und ständig hin- und herräumt).

Und abends stecken dann im Idealfall 3 Bohnen in der linken Buxentäsch – .und 3 Menschen haben ein nettes Erlebnis gehabt und sind dann vielleicht im Gegenzug wiederum ein bisschen netter zu IHREN Mitmenschen.
Ein Bohnen-Love-Storm quasi.
Und schon ist die Welt ein klitzekleines bisschen wärmer.
Und es macht Spaß – ihr werdet schon sehen!

P.S. – Wer schon beim Erbsenzählen mitmacht und eh schon die Tasche voller Hülsenfrüchte hat, kann auch z.B. 3 schmale Armbändchen am rechten Arm tragen und bei erfolgreicher Opioid-Lieferung an den linken Arm wechseln. Daran soll’s ja mal nicht scheitern.

Photo by Third Serving on Unsplash



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