“Ohne Mampf kein Kampf” – oder “Von gutem Essen in harten Zeiten”

“Ohne Mampf kein Kampf” – oder “Von gutem Essen in harten Zeiten”

Vermutlich haben die meisten von uns schon am eigenen Leib erfahren müssen, dass das Leben nicht immer nur ein nettes Lächeln und Blumensträuße in der Hand hält. Nicht selten hat das Schicksal Kummer, Schmerz und hinterhältige Krankheiten im Gepäck. Gerade wenn Mitmenschen, die einem am Herzen liegen, durch tiefe wie-auch-immer-geartetet Jammertäler marschieren müssen, steht man als Freund mitunter ziemlich hilflos daneben und glotzt blöd aus der Wäsche. Oft drückt man ein hilfloses und gut gemeintes „Melde dich, wenn du Hilfe brauchst, ich bin immer für dich da!“ ab, was man in den meisten Fällen aber auch gleich gepflegt in die Tonne treten könnte. Wenn einen Trauer oder eine fiese Krankheit so richtig aus den Schuhen gehauen hat, hat man ganz oft einfach nicht die Kraft, zum Telefonhörer zu greifen und sich „einfach zu melden“, auch wenn man dringend Unterstützung benötigen würde.
Da ist dann aktive Hilfe nötig.

Immer vorwärts, nie vergessen:
Am Ende geht’s doch nur um’s Essen!

Vor längerer Zeit habe ich mich mal mit einem Freund unterhalten, dem das Schicksal eine ganz besonders schreckliche Tragödie beschert hat, und habe ihn gefragt, was ihm in dieser Zeit am meisten geholfen hat – und er hat mir eine überraschende Antwort gegeben: „Unsere Nachbarin aus Italien hat uns in den ersten Tagen jeden Abend einen riesigen Topf Minestrone gekocht und vor die Tür gestellt. Du glaubst gar nicht, wie gut das getan hat – fürs Einkaufen oder Essen hat doch bei uns damals keiner ‘nen Kopf gehabt, und so hatten wir jeden Abend trotz allem etwas Gutes und Warmes zu futtern. Das hat uns so sehr geholfen, das war ganz großartig.“

An diese italienische Nachbarin denke ich ganz oft, wenn ich mich frage, was ich wohl diesem oder jenem Unglücksvogel Gutes tun kann. Und es ist einfach wie logisch: Wer mit einer Grippe darniederliegt, kann sich selbst meistens nichts kochen, wer von Problemen und Stress aufgerieben wird, dem fehlt die Zeit, um sich was Gutes zu brutzeln. Und wer von Trauer, Liebeskummer oder Depressionen heimgesucht wird, der hat keine Kraft zum Einkaufen oder Essenmachen. Und dabei ist es genau das, was wir alle ganz besonders in nerven- und kräftezehrenden Notsituationen brauchen:
Einen warmen Teller voll gutem Essen.
Etwas Leckeres und im besten Fall Gesundes, Nährstoffreiches, das uns bei Kräften hält, den Bauch wärmt und vielleicht ein klitzekleines bisschen tröstet.

Und tatsächlich ist es ja auch so, dass Trauer, Sorge und Verzweiflung nach kurzer Zeit auch körperlich anstrengen und dem Körper Energie aussaugen – von Krankheiten ganz zu schweigen. Da ist man ratzfatz platt wie eine Flunder und es ist umso wichtiger, dass man wieder ein bisschen guten Treibstoff in den Energietank einfüllt.

Ohne Mampf kein Kampf!

Es ist ja oft nicht einfach, herauszufinden, was ein Mensch nun in einer schweren Situation wohl am ehesten braucht oder wie ich da hilfreich sein kann – soll ich anrufen und nach dem Befinden fragen, soll ich meine mehr oder weniger hilfreichen Ratschläge oder Lebensweisheiten aufdrängen, soll ich versuchen, denjenigen aufzumuntern und zu irgendwelchen Unternehmungen drängen, soll ich finanzielle Hilfe anbieten? Das „Richtige“ herauszufinden, ist immer so schwierig und eben situativ grundverschieden. Und manchmal weiß der arme Tropf oft selbst gerade gar nicht, was er will oder braucht.

Bei einer Sache bin ich aber immer ganz sicher:

Jeder braucht in harten Zeiten etwas Gutes zu essen.

Zwei solcher “Feelgood”-Gerichte sind die Linsenbolognese und die Erbsensuppe aus meinem Blog, die ich euch nochmal näher an den Löffel legen möchte:

Manchmal wirkt aber auch schon eine kräftige Klappstulle oder ein Schüsselchen warmer Pudding kleine Wunder.



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