Archiv der Kategorie: mohrkochen

Glühendes Gewürz-Malzbier

Auf Amelies “Mix-dich-glücklich”-Blog bin ich vor kurzem auf ein Rezept für “Glühbier” gestossen, und da ich ein großer Fan von Bier an sich und winterlichen Gewürzen als solche bin, hat mein Herzchen gleich begeistert aufgejuchzt. Allerdings ist die Kombination von warmem Alkohol und Zucker für mich keine besonders gute, da so ein Gebräu mir meist im Nullkommanix in den Schädel säuselt. “Aber”, so dachte mein innerlicher Schlaufuchs “das funzt bestimmt auch mit Malzbier!”
Gesagt, getan, gemixt – leicht abgewandelt mit Orangen- statt Kirschsaft und leichten Abweichungen der Gewürze landete ratzfatz ein ziemlich köstliches, dampfendes Winter-Gebräu in meiner Tasse, dass sich ganz wunderbar für kuschelige Couchabende vor dem prasselnden Kamin eignet. Ich kann mir auch vorstellen, das Glühbierchen in eine Thermoskanne umzusiedeln und als Bauch- und Seelenwärmer zu einer Winterwanderung mitzuschleifen.
Impossible is nothing.
Nämlich.

Zutaten:

0,33 Liter Malzbier
300 ml Orangensaft
1 EL Ingwersaft
½ TL Zimt
Orangenschalenabrieb von 1/2 Bio-Orange
1 Päckchen Bourbonvanillenzucker
3 angedrückte Kardamomkapseln

Zubereitung im Terrormix:

Alle Zutaten in den Mixtopf schubsen und 10 Minuten auf 70°C auf Stufe 1 erhitzen/verrühren.

Zubereitung im Kochpott:

Alle Zutaten in den Pott schubsen, auf kleiner Flamme sanft erhitzen und 10 Minuten sieden lassen.

Im Gegensatz zu seinem alkoholhaltigen Bruder, den man nicht kochen darf, weil sonst der Allohol die Biege macht, schadet es dem malzigen Glühbier nicht, wenn mal ein Kochbläschen aufblubbert. Man kann das Gebräu auch noch dem Erhitzen noch ein wenig ziehen lassen, damit die Gewürze noch besser aufblühen.

Danach durch ein Sieb gießen, schlürfen und sich freuen.
Die o.g. Menge ergibt 2 Trinkportionen.


Du willst “mehr Mohr”? Dann melde dich zum Newsletter an – kost’ nix und ist jederzeit kündbar!

Gefüllte Stollenstücke

Diese Ministollen sind eine köstliche Möglichkeit, um in der Vorratskammer aufzuräumen. Ich habe eine Füllung aus Mohn und Pflaumenmus gemacht, sie schmecken aber auch mit Marzipan gefüllt genauso wie mit Apfelstücken, Nüssen, Rosinen oder einer anderen Marmelade – ach, eigentlich kann man so ziemlich alles in den Teig einwickeln, was noch angebrochen rumsteht. Im Gegensatz zu „richtigem“ Stollen müssen diese kleinen Päckchen nicht erst noch tage- bis wochenlang ruhen, bis man sie genießen darf – sie schmecken sofort am nächsten Tag.

Zutaten:

Für die Stollenstücke

100 g Margarine (am besten Alsan)
70 g Bio-Rübenzucker (oder Rohrzucker, wenn man seinen Augenmerk nicht so auf heimische Produkte legt)
1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
90 g Rosinen
2 EL Amaretto
150 g Soja“quark“ *)
300 g Mehl Typ 550
2 Teel. Weinsteinbackpulver
1 TL Christstollengewürz (oder Spekulatius- oder Lebkuchengewürz. Bloss nicht noch extra ein zusätzliches Tütchen kaufen, falls mein kein Christstollengewürz im Schrank hat!)

*) Dazu 1 großen Becher Sojajoghurt natur (500 g) über Nacht auf ein mit Küchentuch ausgeschlagenes Sieb geben und abtropfen lassen – so entsteht ein quarkähnliche Masse. Davon 150 g abnehmen – der Rest schmeckt im Müsli oder zu Obst.

Für die Mohnfüllung

100 g Mohn
1 EL Pflaumenmus
1 EL Bio-Rübenzucker (oder…ach, siehe oben…)
125 ml Sojamilch

So geht’s im Terrormix:

Margarine in Stücke schneiden, zusammen mit dem Zucker in den Mixtopf geben und 1 Minute / 37 Grad / Stufe 3,5 verrühren. Dann zuerst den Joghurt zugeben, dann Mehl, Backpulver, Gewürze, Rosinen und Amaretto zugeben und 2 Minuten im „Teigmodus“ zu einem geschmeidigen Teig verkneten lassen. Umfüllen und kurz im Kühlschrank parken.

Den Mohn in den Mixtopf geben und 20 Sekunden auf Stufe 8 mahlen. Und dann…hört, hört…in einen TOPF umfüllen und mit dem Zucker, Pflaumenmus und Sojamilch auf dem Herd langsam erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Abkühlen lassen.

Ich finde es nämlich nervig, hinterher den klebrigem Pamps aus den Messer des Mixtopfes rauszukratzen und außerdem kann ich dann parallel den Teig im Terrormix zubereiten, während die Mohnfüllung auf dem Herd steht.

Aber natürlich darf man die Füllung auch im Mixtopf machen – dann einfach Zucker, Pflaumenmus und Sojamilch zum Mohn geben und ca. 10-15 Minuten bei 100 °C auf Stufe 2 kochen. Der Zucker sollte komplett aufgelöst sein.

So geht’s im Handbetrieb:

Den Mohn zermörsern (oder – wer nicht mörsern möchte – gleich gemahlenen Mohn verwenden. Mehl, Zimt und Backpulver in einer Schüssel gut vermischen und zur Seite stellen.

Margarine und Zucker in einer Schüssel schaumig rühren, dann den Sojajoghurt zugeben und kurz aber gründlich unterrühren. .

Nach und nach Mehl und Backpulver beigeben, zum Schluss Rosinen und Amaretto beifügen und noch einmal gründlich durchrühren. Im Idealfall ist der Teig nun weich, aber nicht klebrig und lässt sich gut verarbeiten.

Und so geht’s weiter!

Backofen auf 190 Grad vorheizen.

Den Teig möglichst gleichmäßig ca. 5 mm dick ausrollen. Mit einem scharfen Messer in Rechtecke (ca. 13 x 8 cm) schneiden. Die Rechtecke mit 1 TL Mohnfüllung bestreichen, dabei das untere Drittel freilassen. Die Teigstreifen vorsichtig zusammenrollen, die Enden festdrücken und aufs Backblech setzen. In den Backofen schieben und ca. 15 Minuten backen.

Wer möchte, kann die Stollenstücke mit zerlassener Margarine betreichen und mit Puderzucker bestreuen, oder alternativ aus Puderzucker, Wasser und einer Prise Zimt einen Zuckerguß anrühren und die Ministollen damit einstreichen.

Das Rezept ergibt 10 Stollenstücke.

Kaffee-Nougat-Gelée

Die allerbesten Rezept-Ideen kommen mir eigentlich immer, wenn mir irgendwas in den Füßen rumsteht, das halt irgendwie wegmuss, wie auch diesmal.
Ich hatte mir eine große Kanne Kaffee zum Wandern gekocht, aber vergessen, das Gebräu in eine Thermoskanne zu füllen – und nun stand da ein Riesenpott kalter Kaffee in der Gegend und drehte mir ‘ne lange Nase.
Da ich ja ohnehin momentan im Gelée-Kochrausch bin und im Kühlschrank noch eine Packung Nuss-Nougat auf ihre endgültige Bestimmung wartete, habe ich das Ganze einfach mal todesmutig zu einem Kaffee-Nougat-Gelée zusammengekocht.

Auch wenn diese Zusammenstellung anfangs ein wenig eigentümlich anmutet und vielleicht beim ersten Probieren etwas “speziell” am Gaumen kitzelt, hat dieses Gelée inzwischen eine Riesenfangemeinde in meinem Dunstkreis.

Ganz besonders köstlich auf frischem, soften Brioche mit einer dünnen Unterlage aus Pflanzenbutter zum Frühstück.

(Und bei einer eventuellen Verspachtelung zum Abendbrot immer bedenken: It’s coffee inside! Es soll ja Menschen geben, die nach ausgiebigem Kaffeegelée-Brötchen-Genuß am Abend mit tellergroßen Augen im Bett gelegen haben und nicht einschlafen konnten. Munkelt man. Ähem….)

Zutaten:

850 ml starker Kaffee (falls man Instantkaffee verwendet: 7-8 TL auf 850 ml Wasser)
500 g Gelierzucker 2:1
1 Prise Salz
½ TL Zimt
100 g Nussnougat

Und so wird’s gemacht:

Das Nougat in den warmen Kaffee einrühren, bis es sich halbwegs aufgelöst hat. Dann Gelierzucker und Gewürze zugeben und alles zusammen in einem Topf unter Rühren aufkochen.

Ungefähr 5 Minuten leicht sprudelnd kochen lassen, sicherheitshalber eine Gelierprobe machen (ein paar Tropfen auf einen kalten Teller geben und schauen, ob es fest wird – falls nicht, noch 1-2 Minuten köcheln lassen), in saubere Gläser füllen und abkühlen lassen.

Die o.g. Menge füllt ca. 6 mittelgroße Gläser. Und viele glückliche Mägen.

(Bitte die Gläser nicht auf den Kopf stellen zum Abkühlen. Diese Herangehensweise wird zwar immer mal wieder in Kochbüchern empfohlen und hält sich als “Tipp” irgendwie ganz hartnäckig, hat aber keinen Vorteil – und sorgt nur dafür, dass sich evtl. vorhandener Weichmacher in den Deckeln löst und am Ende im Gelée landet.)


Du willst “mehr Mohr”? Dann melde dich zum Newsletter an – kost’ nix und ist jederzeit kündbar!