Archiv der Kategorie: mohrkochen

Ein Knuspermüsli für alle Fälle!

Der heutige Rezeptartikel beginnt gleich mit ‘nem Geständnis: Ich habe mitunter ziemlich doofe und ungesunde Essgewohnheiten, denn unter Stress und Druck esse ich entweder gar nix oder nur Schrott. Vor etwas mehr als einer Woche ist mein Hundetierchen wieder ziemlich schwer erkrankt, und Sorge, Angst und Hilflosigkeit hatten mich ziemlich fest im Schwitzkasten. Irgendwann, nach ein paar schlaflosen Nächten und hektischen Tagen, fiel mir abends auf, dass ich den ganzen Tag noch nix gegessen und mir gerade mal 2 Tassen Kaffee in den Flüssigkeitshaushalt gegossen hatte. Da musste ich mich dann wohl über meine zittrigen Fingerchen, die Kopfschmerzen und die Übelkeit nicht weiter wundern. Am Vortag hatte ich bloß gegen Mittag eine Tüte Chips im Stehen/Rennen eingeschmissen…auch nicht gerade das beste Öl, um den Motor am Laufen zu halten.
Das ist alles in allem schon ziemlich blöde, denn gerade in stressigen Zeiten braucht der Körper natürlich besonders “gute” Energie, und das Nervenkostümchen muss mit Mineralstoffen wie Magnesium & Co. bei Laune gehalten werden.
Gut ist dann, wenn man zumindest schon mal ein leckeres “Grundfrühstück” griffbereit hat – und deswegen habe ich mir auch gleich eine neue Fuhre Knuspermüsli in den Ofen geschmissen.
Zwar ist das Tierchen nun wieder gesund (puh!) und mein Gesamtzustand stabiler, aber erfahrungsgemäß lassen schwierige Zeiten ja leider selten allzu lange auf sich warten. Aber von mir aus sollen’se kommen – ich bin gewappnet. Und gefüttert! So, nämlich!

Zutaten

100 g Erdnussmus
80 g Kokosöl
100 g Apfeldicksaft
200 g Haferflocken (ich mag am liebsten die kernigen, aber letztlich geht alles an Flocken, was gerade griffbereit ist)
50 g Sonnenblumenkerne
50 g Sesam
40 g Leinsamen, geschrotet

Zubereitung im Terrormix

Erdnussmus und Kokosöl in den Mixtopf geben und 3 Minuten bei 40 Grad auf Stufe 1,5 verrühren. Alle weiteren Zutaten in den Topf schubsen und 1 Minuten auf Stufe 2 mit Linkslauf vermischen.

Zubereitung im Kochpott

Erdnussmus und Kokosöl in einen Topf geben und unter Rühren auf kleiner Flamme flüssig werden lassen. Alle weiteren Zutaten in den Topf schubsen und gründlich mit einem großen Löffel vermischen.

Und dann – ab in den Ofen!

Eigentlich käme jetzt der Arbeitsschritt “Backofen auf 180 Grad vorheizen”…aber da das Müsli ja nur maximal 15 Minuten backen muss, fände ich es schon ziemlich energieverschwenderisch, dafür extra den Ofen anzuwerfen. Ich backe das Müsli ausschließlich im Anschluß an andere Backwerke (wie z.B. das saftig-fruchtige “Wanderbrot mit Äpfeln und Beeren”).

Also…da wir ja keine stromverschleudernden Umweltwutzis sind und der Ofen also schon heiß ist, wird die körnige Masse nun einfach auf ein Backblech gestrichen, ein bisschen angedrückt und ca. 15 Minuten braun gebacken. Danach auskühlen lassen, in Stücke bröseln und in einem großen Glas zur Aufbewahrung parken.

Und wenn man sich nun für ein Frühstück ca. 50 g Müsli mit etwas Joghurt und/oder Milch und beispielsweise 100 g Blaubeeren vermixt, hat man nicht nur lecker gegessen, sondern mit ca. 350 kcal schon eine gute Energie-Basis für den Tag im Wanst. Magnesium und B-Vitamine tröten dazu noch “Nervenstärke ahoi”, Eisen und Zink sind auch an Bord – und die Aminosäure “Tryptopan” sitzt auch noch in einer der vorderen Reihen. Sie ist der Baustein für die Ausschüttung des Glückshormons “Serotonin”. Je mehr man davon futtert, umso höher ist der Serotoninspiegel und desto besser die Stimmung.
Und dann kann man sich wieder beherzt den Stürmen des Alltags entgegenstellen.

Immerhin ist was im Magen.

Selbstredend kann man auch alternativ andere Flocken und Saaten (Hanfsamen, Kürbiskerne, Chia etc.) oder auch mal gehackte Nüsse ins Knuspermüsli mischen. Erlaubt ist…was im Schrank rumsteht und schmeckt.

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Tuffeldinger! – oder hochdeutsch: “Kartoffelplätzchen”

Die sozialen Netzwerke sind ja immer ein bisschen Fluch und Segen zugleich. Wenn man aber in den Weiten des Internetzes eine zeitweilig verschollene vegane Mitstreiterin wiederfindet, die einem dann auch sogleich eine Inspiration für eine einfache und köstliche Rest-Kartoffelverwertung kredenzt, DANN ist das ein sehr leckerer, uneingeschränkter Segen.
This one goes out to Lucy van Pelt. Danke für die Tuffele!

(‘Tuffele’ = rheinisch für “Kartoffeln”. Je nach Region sagt man auch “Grumpere”, aber nicht da, wo ich herkomme.

Wer mal wieder zuviele Kartoffeln gekocht hat oder dem schnöden Kartoffelpürre oder Salzkartoffeln als Beilage überdrüssig ist, dem seien diese fixen und wandlungsfähigen Kartoffelplätzchen ans Herz und auf die Gabel gelegt.
Ratzfatz gemacht – Knet-Spaß inklusive.

Zutaten

400 g gekochte Kartoffeln
60 g Margarine, zimmerwarm
ca. 3/4 TL Salz
schwarzer Pfeffer und Kreuzkümmel nach Gusto
80 g Dinkelmehl Typ 630
3 EL gehackte Petersilie, frisch, gefroren oder getrocknet, je nach Verfügbarkeit
(oder für Orient-Freaks wie mich: Koriander!)
Rapsöl zum Braten

Und jetzt wird losgetuffelt!

Die geschälten (kalten) Kartoffeln zusammen mit der (möglichst warmen) Margarine und den Gewürzen in eine Schüssel geben und mittels Kartoffelstampfer zu einem Brei zerdrücken.

Das Mehl am besten einsieben und ab hier gerne mit den Händen weiterkneten, bis man einen geschmeidigen Teig erhält. Wenn die Kartoffelmasse zu sehr klebt, kann ein weiterer Schwupps Mehl helfen.

Zum Schluß die Petersilie (oder den Koriander) unterkneten, Plätzchen formen und im Rapsöl in der Pfanne von beiden Seiten knusprig-braun braten. Die Tuffeldinger passen vorzüglich zu jeder Art von Wintergemüse oder Feldsalat und schmecken kalt und warm.
So einfach, so gut.

Natürlich kann man mit Gewürzen variieren, die Tuffeldinger vor dem Braten in diverse Körner oder gemahlene Nüsse tunken oder ihnen eine Füllung angedeien. Somit kann man sie zu nahezu jeder Gemüsebeilage passend machen. Somit sind sie sowas wie ‘das kleine Schwarze’ unter den Bratlingen. Nämlich.

P.S. – Wer der Meinung ist, dass die Tuffeldinger auf dem Foto einen Hauch zu lange in der Pfanne waren und es mit der Bräune ein wenig übertrieben haben, der…ähm, hat Recht.
Also – Augen auf beim Tuffeldingerbraten!

Variante mit Pasta – aka “Nuddeldinger”

Kennt ihr das, wenn die gekochte Nudelmenge bis auf das letzte kleine Nüdelchen auf die Portionsgrößen abgestimmt sind und nach der Mahlzeit kein einziger Nudelkrümel übrig ist?
Ähm.
Ich auch nicht.

Ich koche immer, immer, IMMER viel zu viele Nudeln und habe immer, immer, IMMER einen ganzen Pastaberg übrig. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich die Nudeln sogar im Abtropfsieb vermehren. Also dachte ich mir, dass ich einen Teil der übrigen Nudeln einfach mal in die Kartoffelplätzchen verstecken könnte, und tatsächlich war das ganz schön lecker.

Statt 400 g Kartoffeln habe ich nur 200 g gestampft und stattdessen 200 g Rest-Nudeln gründlich zerhäckselt und zusammen mit 50 g Margarine, Mehl und Gewürzen zu einem nicht-mehr-klebrigen Teig verwurstet. Daraus habe ich eine Rolle geformt, in Paniermehl gewälzt, das Ganze in ca. 1,5 cm dicke Scheiben geschnitten, Vorder- und Rückseite ebenfalls in Paniermehl getunkt und die Plätzchen in Öl knusprig gebraten.

Die Teile schmecken warm und kalt – und wären nun ein Grund, NOCH mehr Nudeln zu kochen, damit auch bloß was übrigbleibt


Mohr-Tipp:
‘Herr Wirsing im Leckerland’ mit Möhren und Cashews wäre zum Beispiel ein äußerst charmanter Begleiter für die Tuffeldinger. Und wem das zu ausgefallen klingt, der sei beruhigt: Letzlich ist es nix Anderes als ‘Kartoffeln mit Gemüse.’



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[werbung] Trinkschokolade “Mon Cheri” – oder “One for the night”

‘Werbung” steht da oben natürlich nur, weil’s wegen der Produktnennung Pflicht ist. Weder will ich euch anhalten, diese Dinger zu kaufen noch bekomme ich in irgendeiner Form ‘ne Vergütung für dieses Product-Placement. Iss’ klar, ne?

Hin und wieder bekommt man ja von netten Menschen nette Geschenke, die nicht so ganz 100% den eigenen Geschmack treffen, wie z.B. die berühmt-berüchtigen “Mon Cheri”-Pralinchen mit klebrigsüßer Likör- und Kirschenfüllung. Ein oder zwei der Dinger kann ich durchaus auch genußvoll im Magen versenken, aber ‘ne ganze Schachtel würde dann doch eher ewig halten. SO lecker sind die Teile dann auch wieder nicht.

Aber Hilfe bei der Mon-Cheri-Vernichtung naht….man kann aus den Pralinen nämlich eine ziemlich leckere Trinkschokolade mit Schwips mixen, die ratzfatz feddisch ist und tatsächlich ganz köstlich schmeckt. Und wenn man – so wie ich – so gut wie nie Alkohol trinkt und ihn so gar nicht verträgt, sinkt man nach so einem Tässchen durchaus auch mal dezent angesäuselt in die Kissen und in tiefen Schlaf.

Zutaten:

200 ml Pflanzenmilch
5 ‘Mon Cheri’-Pralinen

Ab in den Terrormix!

Milch und Pralinchen in den Mixtopf schubsen und 5 Minuten auf 85 Grad erhitzen.

Ab in den Kochpott!

Milch und Pralinchen unter Rühren in einem Topf auf kleiner Flamme erhitzen, bis sich die Schokolade vollständig aufgelöst hat.

Und dann…in eine Tasse füllen und genußvoll schlürfen.

Und was ist mit den ‘Piemont-Kirschen’?

Wer mag, kann die angewärmten hüllenlos-herumdümpelnden Glibber-Kirschen zwar auffuttern, aber ich finde die Teile ohne ihr Schoko- und Likörmäntelchen ziemlich überflüssig , fische sie raus und bette sie zur ewigen Ruhe in der Biomülltonne.

Man könnte die Trinkschokolade auch in eine heißausgespülte Glasflasche füllen (durch’n Sieb, der Kirschen wegen) und dann wieder an nette Menschen verschenken.
So schließt sich der Kreis.
Nämlich.

(Ich weiß, ich weiß, ich weiß…’Ferrero’ ist ein zu Recht umstrittener Konzern, die Schokolade ist nicht bio und weit davon entfernt, ‘fair’ zu sein – und konsequente Konsumkritiker würden die Schachtel ihrem Schenker vermutlich mit Schmackes um die Ohren dreschen, statt sie anzunehmen oder gar zu futtern. Aber ich halte das mit den Geschenken eben anders. Bitte. Danke.)


Mohr-Tipp:
Als leckerer, süßer Schlaftrunk für jeden Tag (bzw. Abend) wäre eine würzige goldene Milch natürlich einer überzuckerten Mon-Cheri-Plörre vorzuziehen. Selbstredend.



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