Archiv der Kategorie: mohrkochen

[mohrkochen] Mandelkuchen mit Birnen

“Gesetz ist die Regel, nach der das Dasein der Dinge bestimmbar ist.”
(Immanuel Kant)

Und im Casa Mohr gilt das Gesetz “Sonntag gibt’s Kuchen!”.
Und Kuchen wird ja auch immer irgendwie durch das “Dasein der Dinge” bestimmt, dieses Mal zum Beispiel durch das Dasein von knackigen Birnen in meiner Ökokiste. Ebenso frönten gehackte Mandeln ihr Dasein, die ich irgendwann mal gekauft und für irgendwas ganz dringend benötigt habe. Aber dass es dazu wohl nie gekommen ist, beweist der Umstand, dass die Tüte immer noch unangebrochen in meinem Vorratsschrank liegt. Also können die Mändelchen auch fix in den Kuchenteig wandern, dann sind sie schon mal gut untergebracht.

Zutaten:
300 g Dinkelmehl Typ 630
130 g Rohrzucker
100 g gehackte Mandeln (wenn man die Mandeln vorher leicht ohne Fett in einer Pfanne anröstet, schmecken sie noch aromatischer – ich war allerdings diesmal zu faul beschäftigt dazu)
1 Päckchen Weinsteinbackpulver
1 Prise Salz
1 TL Zimt
260 g Sojamilch (oder andere Pflanzenmilch nach Gusto)
60 g geschmacksneutrales Pflanzenöl

3 Birnen (am besten eine feste, leicht säuerliche Sorte, in meinem Fall war’s die “Gräfin von Paris”)

Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

So geht’s im Terrormix:
Die trockenen Zutaten zuerst in den Mixtopf geben, dann Sojamilch und Öl zugießen und dem Ganzen eine Freifahrt von 1 Minute im Teigmodus spendieren.

So geht’s im Handbetrieb:
Die trockenen Zutaten vermischen, dann Öl und Milch hinzugeben und mit dem Handmixer (oder gar einem großen Löffeln, wenn man über entsprechende Muskelkraft und Ausdauer verfügt) gründlich zu einem geschmeidigen Teig verrühren.

Und weiter geht’s!
Eine 26 cm-große Springform mit Backpapier bekleiden oder einfetten und den Teig einfüllen. Die Birnen schälen, vierteln und vom Kerngehäuse befreien. Nun die Birnenviertel mit einem scharfen Messer in Streifen schneiden, möglichst dekorativ angeordnet auf den Teig setzen und ein wenig “runterdrücken”. Dann darf sich der birnige Mandelkuchen für ca. 35 Minuten im heißen Ofen aufwärmen – die bewährte Stäbchenprobe sagt Bescheid, wenn das Backwerk fertig ist.

Danach sollte der Kuchen noch ein wenig auskühlen und darf dann mit Puderzuckergestöber garniert die sonntägliche Kaffeetafel zieren.
Gesetz ist schließlich Gesetz!

Varianten:
Statt Birnen schmecken auch Äpfel im Kuchen und statt Mandeln können (geröstete) Haselnüsse oder Walnüsse verbacken werden.


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[mohrkochen] Machmichgesund-Suppe mit Rote Bete und Sauerkraut

Wie man bereits HIER! [“How to be good” – Mutter Teresa in Ausbildung] in aller Schandbreite nachlesen kann, ist bei mir in Sachen uneigennützige Hilfsbereitschaft noch deutlich Luft nach oben – vor allem und im Besonderen, wenn dabei Essen mit im Spiel ist.

Als mir kürzlich eine sehr liebe Freundin schrieb, dass sie wohl abends nicht mit zur Gassirunde kommen kann, weil ihr eine garstige Erkältung im Nacken sitzt und sie zudem mitsamt Erkältung noch bis 20.00 Uhr arbeiten muss, kam mir der Gedanke an einen neuen Versuch in Sachen “Gutmenschigkeit”. Schwerstmotiviert durchforstete ich meine Vorratskammer, fand eine relativ frische Knolle Rote Bete und einige Kartoffeln, die durchaus noch brauch- und verkochbar waren. Ein Topf Sauerkraut wartete ohnehin im Kühlschrank auf seinen finalen Auftritt, und ein Möhrchen rief “Iss’ mich!” aus dem Gemüsefach. Daraus würde ich nun einen Topf kräftespendender und erkältungsvirenvernichtender Suppe kochen und meiner kranken Freundin vor die Tür stellen, damit sie nach Feierabend nur noch matt auf die Couch sinken und heiße Suppe löffeln darf. Hach. Ich Gute, ich.

Rote Bete ist ja ein wahres Vitaminbömbchen und hat reichlich Vitamin C und auch B-Vitamine und Mineralstoffe im roten Sack, und auch Sauerkraut sollte eigentlich “Powerkraut” heißen. Aus diesem kongenialen Gemüseduo lässt sich trefflich ein wunderbar köstlicher Bäuchleinwärmer und Virenkiller köcheln.

Zutaten:
1 große Knolle Rote Bete (ca. 250 g, mit Schale gewogen)
1 große Kartoffel (ca. 150-200g, mit Schale gewogen – mehlig- oder vorwiegend festkochend
1 mittelgroße Möhre (ca. 100g, mit Schale gewogen)
1 kleine rote Zwiebel
2 EL Olivenöl
1 Sternanis, 1 Lorbeerblatt
500 ml Wasser
1 EL Gemüsebrühe
150 g Sauerkraut
1 EL Ahorn- oder Dattelsirup
1 EL gehackte frische Petersilie

– wer mag: 2-3 EL Pflanzensahne oder vegane Creme fraiche –

Und los geht’s!
Als Erstes wird alles, was an Gemüse für diese Suppe bereitliegt, am Schlafittchen gepackt und geschält. Die Möhren werden halbiert und in Scheiben geschnitten, das Restgemüse gewürfelt. Das Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln und Möhren darin andünsten, Wenn die Zwiebelchen eine leichte Bräunung angenommen habe, das Wasser aufgießen, die Gemüsebrühe einrühren, Sternanis und Lorbeerblatt zugeben und kurz aufköcheln lassen. Dann dürfen die Kartoffel- und Betewürfel ebenfalls ins die heiße Badewanne hopsen und alles wird in ca. 20  Minuten bissfest-weichgekocht.

An dieser Station dürfen nun Sternanis und Lorbeerblatt austeigen, dafür steigen das Sauerkraut (gerne vorher hacken, das erleichtert später das Suppelöffeln) und der Sirup zu. Alles gut verrühren und kurz köcheln lassen. Wer gerade ein wenig Sahne oder Creme fraiche griffbereit hat, kann davon etwas unterrühren, das macht eine hübschere Farbe und rundet alles noch leicht ab. Danach die Petersilie einrühren, in einem großen Topf füllen und der kranken Freundin bringen, erstmal den Löffel eintunken und probieren, begeistert “Aaaaah!” rufen und sich selbst eine große Schüssel der Suppe kredenzen.
Den Rest dann zur kranken Freundin bringen.
Man  muss es ja mit der Gutherzigkeit nicht gleich übertreiben.


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[mohrkochen] Tomatige Bohnen

Auch wenn dieses Gericht nur durch das fixe Zusammenschmeißen weniger Zutaten besteht, hat es trotzdem (oder gerade deswegen) seine Berechtigung für einen großen Aufritt auf der Mohrblog-Bühne. Denn diese tomatigen Böhnchen sind der leckere Beweis dafür, dass die so oft fälschlicherweise als “aufwändig” titulierte vegane Küche immer nur so kompliziert ist, wie man sie sich selber macht. Diese flotte Mahlzeit zum Beispiel ist fix aus wenigen preiswerten Zutaten zusammengekocht, schmeckt phantastisch und ist zudem ein wahrer Restetraum.


Als mir gestern aus meiner wöchentlichen Ökokiste ein Bund knackiggrüner Buschbohnen entgegengestrahlt hat, fiel mir das Rezept für “Orientalische grüne Bohnen” wieder ein, dass ich im Frühling entdeckt und seitdem schon öfter nachgeköchelt habe. Nun sind zwar Buschbohnen keine Stangenbohnen, aber das war meinem Hunger schnurzpiepegal.

Tomatige Buschbohnen

Zutaten
ca. 400 g grüne Buschbohnen
1 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe (ich habe gerade ein paar Tage frei und kann somit nach Herzenslust herumstinken. Wer “unter Menschen” sein muss, kann den Knoblauch natürlich auch weglassen)
ca. 4 EL Olivenöl
1 Dose Tomaten, stückig
1 EL Tomatenmark
Salz, schwarzer Pfeffer, Kreuzkümmel

ggf. etwas Wasser

Und los geht’s!
Das einzige, was bei dieser Mahlzeit ein wenig Arbeit macht, ist das “Bohnenputzen”, sprich: die holzigen Enden mit einem scharfen Messer abschneiden. Danach die Böhnchen in kleine Stück schneiden. Der Rest geht dann superfix:
Die Zwiebel würfeln, Knoblauch pressen und beides in reichlich Olivenöl in einem Topf andünsten, das Tomatenmark zugegeben und kurz mitschwitzen lassen. Die geschnittenen Bohnen mit in den Topf schubsen, Tomaten zugeben und alles gut verrühren. Wem das Ganze zu “dick” ist, der kann gerne noch die Tomatendose mit etwas Wasser ausspülen und das Wasser mit ins Töpfchen kippen.

Nun die tomatigen Bohnen auf kleiner Flamme ca. 10-15 Minuten weichkochen, würzen (nicht am Kreuzkümmel sparen!) und nach Gusto noch etwas Olivenöl unterrühren. Fertig ist die Bohnenlaube!

An die Teller, fertig, los!
Die Bohnen schmecken frisch und heiß aus dem Topf mit ein paar Brat- oder Pellkartoffeln ganz phantastisch. Ich habe aber auch schon Nudeln und Reis dazu gegessen (schmeckt besser als es klingt, versprochen!)  Auch am nächsten Tag auf “Zimmertemperatur” sind die Bohnen super, eignen sich also wunderbar als Begleiter für die Büromittagspause, vielleicht in Begleitung eines Vollkornbrötchens oder im Salat. Es lohnt sich also durchaus, gleich die doppelte Menge zu kochen.


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