Archiv der Kategorie: mohrkochen

Tuffeldinger! – oder hochdeutsch: “Kartoffelplätzchen”

Die sozialen Netzwerke sind ja immer ein bisschen Fluch und Segen zugleich. Wenn man aber in den Weiten des Internetzes eine zeitweilig verschollene vegane Mitstreiterin wiederfindet, die einem dann auch sogleich eine Inspiration für eine einfache und köstliche Rest-Kartoffelverwertung kredenzt, DANN ist das ein sehr leckerer, uneingeschränkter Segen.
This one goes out to Lucy van Pelt. Danke für die Tuffele!

(‘Tuffele’ = rheinisch für “Kartoffeln”. Je nach Region sagt man auch “Grumpere”, aber nicht da, wo ich herkomme.

Wer mal wieder zuviele Kartoffeln gekocht hat oder dem schnöden Kartoffelpürre oder Salzkartoffeln als Beilage überdrüssig ist, dem seien diese fixen und wandlungsfähigen Kartoffelplätzchen ans Herz und auf die Gabel gelegt.
Ratzfatz gemacht – Knet-Spaß inklusive.

Zutaten

400 g gekochte Kartoffeln
60 g Margarine, zimmerwarm
ca. 3/4 TL Salz
schwarzer Pfeffer und Kreuzkümmel nach Gusto
80 g Dinkelmehl Typ 630
3 EL gehackte Petersilie, frisch, gefroren oder getrocknet, je nach Verfügbarkeit
(oder für Orient-Freaks wie mich: Koriander!)
Rapsöl zum Braten

Und jetzt wird losgetuffelt!

Die geschälten (kalten) Kartoffeln zusammen mit der (möglichst warmen) Margarine und den Gewürzen in eine Schüssel geben und mittels Kartoffelstampfer zu einem Brei zerdrücken.

Das Mehl am besten einsieben und ab hier gerne mit den Händen weiterkneten, bis man einen geschmeidigen Teig erhält. Wenn die Kartoffelmasse zu sehr klebt, kann ein weiterer Schwupps Mehl helfen.

Zum Schluß die Petersilie (oder den Koriander) unterkneten, Plätzchen formen und im Rapsöl in der Pfanne von beiden Seiten knusprig-braun braten. Die Tuffeldinger passen vorzüglich zu jeder Art von Wintergemüse oder Feldsalat und schmecken kalt und warm.
So einfach, so gut.

Natürlich kann man mit Gewürzen variieren, die Tuffeldinger vor dem Braten in diverse Körner oder gemahlene Nüsse tunken oder ihnen eine Füllung angedeien. Somit kann man sie zu nahezu jeder Gemüsebeilage passend machen. Somit sind sie sowas wie ‘das kleine Schwarze’ unter den Bratlingen. Nämlich.

P.S. – Wer der Meinung ist, dass die Tuffeldinger auf dem Foto einen Hauch zu lange in der Pfanne waren und es mit der Bräune ein wenig übertrieben haben, der…ähm, hat Recht.
Also – Augen auf beim Tuffeldingerbraten!

Variante mit Pasta – aka “Nuddeldinger”

Kennt ihr das, wenn die gekochte Nudelmenge bis auf das letzte kleine Nüdelchen auf die Portionsgrößen abgestimmt sind und nach der Mahlzeit kein einziger Nudelkrümel übrig ist?
Ähm.
Ich auch nicht.

Ich koche immer, immer, IMMER viel zu viele Nudeln und habe immer, immer, IMMER einen ganzen Pastaberg übrig. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich die Nudeln sogar im Abtropfsieb vermehren. Also dachte ich mir, dass ich einen Teil der übrigen Nudeln einfach mal in die Kartoffelplätzchen verstecken könnte, und tatsächlich war das ganz schön lecker.

Statt 400 g Kartoffeln habe ich nur 200 g gestampft und stattdessen 200 g Rest-Nudeln gründlich zerhäckselt und zusammen mit 50 g Margarine, Mehl und Gewürzen zu einem nicht-mehr-klebrigen Teig verwurstet. Daraus habe ich eine Rolle geformt, in Paniermehl gewälzt, das Ganze in ca. 1,5 cm dicke Scheiben geschnitten, Vorder- und Rückseite ebenfalls in Paniermehl getunkt und die Plätzchen in Öl knusprig gebraten.

Die Teile schmecken warm und kalt – und wären nun ein Grund, NOCH mehr Nudeln zu kochen, damit auch bloß was übrigbleibt


Mohr-Tipp:
‘Herr Wirsing im Leckerland’ mit Möhren und Cashews wäre zum Beispiel ein äußerst charmanter Begleiter für die Tuffeldinger. Und wem das zu ausgefallen klingt, der sei beruhigt: Letzlich ist es nix Anderes als ‘Kartoffeln mit Gemüse.’



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[werbung] Trinkschokolade “Mon Cheri” – oder “One for the night”

‘Werbung” steht da oben natürlich nur, weil’s wegen der Produktnennung Pflicht ist. Weder will ich euch anhalten, diese Dinger zu kaufen noch bekomme ich in irgendeiner Form ‘ne Vergütung für dieses Product-Placement. Iss’ klar, ne?

Hin und wieder bekommt man ja von netten Menschen nette Geschenke, die nicht so ganz 100% den eigenen Geschmack treffen, wie z.B. die berühmt-berüchtigen “Mon Cheri”-Pralinchen mit klebrigsüßer Likör- und Kirschenfüllung. Ein oder zwei der Dinger kann ich durchaus auch genußvoll im Magen versenken, aber ‘ne ganze Schachtel würde dann doch eher ewig halten. SO lecker sind die Teile dann auch wieder nicht.

Aber Hilfe bei der Mon-Cheri-Vernichtung naht….man kann aus den Pralinen nämlich eine ziemlich leckere Trinkschokolade mit Schwips mixen, die ratzfatz feddisch ist und tatsächlich ganz köstlich schmeckt. Und wenn man – so wie ich – so gut wie nie Alkohol trinkt und ihn so gar nicht verträgt, sinkt man nach so einem Tässchen durchaus auch mal dezent angesäuselt in die Kissen und in tiefen Schlaf.

Zutaten:

200 ml Pflanzenmilch
5 ‘Mon Cheri’-Pralinen

Ab in den Terrormix!

Milch und Pralinchen in den Mixtopf schubsen und 5 Minuten auf 85 Grad erhitzen.

Ab in den Kochpott!

Milch und Pralinchen unter Rühren in einem Topf auf kleiner Flamme erhitzen, bis sich die Schokolade vollständig aufgelöst hat.

Und dann…in eine Tasse füllen und genußvoll schlürfen.

Und was ist mit den ‘Piemont-Kirschen’?

Wer mag, kann die angewärmten hüllenlos-herumdümpelnden Glibber-Kirschen zwar auffuttern, aber ich finde die Teile ohne ihr Schoko- und Likörmäntelchen ziemlich überflüssig , fische sie raus und bette sie zur ewigen Ruhe in der Biomülltonne.

Man könnte die Trinkschokolade auch in eine heißausgespülte Glasflasche füllen (durch’n Sieb, der Kirschen wegen) und dann wieder an nette Menschen verschenken.
So schließt sich der Kreis.
Nämlich.

(Ich weiß, ich weiß, ich weiß…’Ferrero’ ist ein zu Recht umstrittener Konzern, die Schokolade ist nicht bio und weit davon entfernt, ‘fair’ zu sein – und konsequente Konsumkritiker würden die Schachtel ihrem Schenker vermutlich mit Schmackes um die Ohren dreschen, statt sie anzunehmen oder gar zu futtern. Aber ich halte das mit den Geschenken eben anders. Bitte. Danke.)


Mohr-Tipp:
Als leckerer, süßer Schlaftrunk für jeden Tag (bzw. Abend) wäre eine würzige goldene Milch natürlich einer überzuckerten Mon-Cheri-Plörre vorzuziehen. Selbstredend.



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Birniger Buchweizen, bitte!

(Wem der knurrende Magen keine Zeit für endlos langes Einleitungsgeschwafel lässt, der scrollt fix zum Textende. Da gibt’s das Rezept.)

Gewohnheiten sind Rudeltiere

Wenn sich eine Gewohnheit es erstmal so richtig gemütlich im eigenen Leben gemacht hat, bringt sie meistens früher oder später noch 2 bis 3 dicke fette Brüder mit, die dann ihrerseits auch Raum beanspruchen. Gewohnheiten sind Rudeltiere – und das ist Fluch und Segen zugleich.
Denn schlechte Gewohnheiten bringen schlechte Brüder mit, das ist ein Fluch.
Aber gute Gewohnheiten haben auch ganz viel nette Verwandschaft im Schlepptau, und das ist der Segen.

Nachdem ich in den letzten beiden Jahren so nach und nach aus Gründen der Woschtigkeit meine veganen Ideale über Bord geschmissen und immer häufiger Tiermilch- und Eierkram gefuttert habe, hat sich auch nach und nach die ganze buckelige Verwandschaft der Familie “Mir-doch-egal” an meinem inneren Küchentisch breitgemacht.

“Saisonales Futter aus der Region?” – Drauf gepfiffen, ich hab’ jetzt Bock auf Avocado und Kiwi.
“Fairgehandelte Schokolade und Kaffee?” – Alter, ich bin total pleite, ich hab’ kein Geld für sowas. Kindersklaven, my ass.
“Unnötiges Plastik vermeiden?” – Da soll sich mal jemand Anderes drum kümmern, ich hatte ‘nen Scheißtag und WILL jetzt das mehrfach verschweißte Industriefertigfutter aus’m Supermarkt.

Kurz: Mir doch woscht. Und zwar alles.
So weit, so blöd, so ignorant.

Eine gute Gewohnheit kommt selten allein….

Aber Polen ist nie und zu keiner Zeit verloren – denn jetzt, wo ich dabei bin, mir zumindest meine veganen Ideale zurückzuraffen, kommt auch so nach und nach der Reste der ehrenwerte Rasselbande wieder um die Ecke geschlichen. Ich höre schrittchenweise wieder auf, mich wie ‘ne Öko-Axt im Walde zu benehmen. Das ist zum einen natürlich gut für die Umwelt, aber auch für mich. Es fühlt sich nämlich einfach besser an.

Heute zum Frühstücke habe ich zum Beispiel Lust bekommen, mal wieder etwas zu verspachteln, das auf dem Weg zu meinem Tellerchen nicht erst um die halbe Erdkugel gereist ist und einen ökologischen Fußabdruck von der Größe eines Siebenmeilenstiefels hinterlassen hat – nämlich Buchweizen.

Buchweizen, Baby!

Buchweizen ist ein ziemlich köstliches (und glutenfreies, falls da jemand Wert drauf legen sollte) Pseudo-Getreide, enthält alle 9 essenziellen Aminosäuren und lässt sich herzhaft und süß zubereiten.

Zu meiner maximalen Empörung habe ich festgestellt, dass der Buchweizen aus dem Bio-Segment meiner Lieblingsdrogeriekette tatsächlich aus China (CHINA!) kommt. Aber sowohl in Supermärkten, Hofläden oder auch online (z.B. von Alnatura, Biozentrale/Edeka oder der Bohlsener Mühle) lässt sich meist recht mühelos Buchweizen aus Deutschland ershoppen, wenn auch zu einem etwas höheren Preis.

Noch ein weiterer Grund, sich öfter mal Buchweizen aus deutschen Landen auf den Teller zu schaufeln: Buchweizen blüht (je nach Zeitpunkt der Aussaat) bis in den September hinein, und ist somit für unsere Bienen gerade in dieser Zeit, wo sonst kaum noch ein Pflänzchen in Blüte steht, eine gern besuchte Futterquelle.
Mampfend die Welt und die Bienen retten – manchmal ist es so einfach.

Aber ohne Mampf kein Kampf, also ab an die Pötte und losgeköchelt.

Süßer Frühstücksbuchweizen mit Birne

Zutaten:

50 g Buchweizen
200 ml Pflanzenmilch (mein Favorit: Hafer!)
1 EL Apfel- oder Birnendicksaft
(Agavenkram oder Ahornzeugs ginge natürlich auch, aber hey…”regional, Baby!”)
1 mittelgroße Birne
etwas Zimt, wer mag

Den Buchweizen in eine Schüssel geben und entweder über Nacht in Wasser einweichen, oder – wenn einen erst morgens spontan der Hunger überfällt – mit kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten stehen lassen. In beiden Fällen die Körnchen später in ein Sieb geben und mit Wasser abspülen.

Die Birne vierteln, Kerngehäuse entfernen und in Würfel schneiden.

Zubereitung im Terrormix:

Buchweizen und Milch in den Mixtopf geben und 15 Minuten/98 Grad/Stufe 1 mit Linkslauf köcheln lassen (am besten ohne Meßbecher on top, denn nach ca. 5 Minuten steigt die Milch mal kurz über’n Deckel beim Aufkochen) – danach die gewürfelte Birne und den Dicksaft zugeben und weitere 5 Minuten bei 98 Grad/Stufe 1 mit Linkslauf garblubbern lassen.

Zubereitung im Kochpott:

Milch und Buchweizen in einen Topf geben und auf mittlerer Flamme aufköcheln. Unter gelegentlichem Rühren ca. 15 Minuten blubbern lassen, Birne und Dicksaft zugeben und weitere 5 Minuten köcheln.

Für die “Muggelischkeit im Bauch” kann man noch ein wenig Zimt zugeben.

Nun kann man den süßen Brei entweder sofort aus einer Schüssel löffeln oder in ein Schraubglas füllen und kalt im Büro verspeisen.

Alternative: Bananen-Erdnuss-Buchweizen

Auch sehr lecker (wenn auch ganz und gar nicht ‘regional’) ist ein süßer Bananen-Buchweizen mit Erdnussnötchen. Statt der Birne einfach nach 15 Minuten Kochzeit 1 mittelgroße, vollreife Banane in Stücke schneiden, zusammen mit 1 großem TL Erdnusmus ins Breichen rühren und ein paar Minuten köcheln lassen. Durch die Süße der Banane braucht’s auch keinen Dicksaft mehr.


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