Archiv der Kategorie: mohrviecher

[mohrviecher] Hund und Zeck’?…bloss weg!

Zum Thema “Zeckenabwehr bei Hunden” gilt der stets gerne zitierte Satz von Karl Valentin: “Es wurde bereits alles gesagt, nur nicht von jedem.” Und um diesem Mißstand Abhilfe zu schaffen, löffele ich heute dann auch noch MEINEN Senf auf die Zeckenviecher.

Ich finde zwar angesichts der Krankheiten, die diese Mistviecher auf unsere pelzigen Freunde übertragen können, dass auch nur eine einzige Zecke in der Hundehaut genau eine Zecke zuviel ist – aber bei dem Gedanken, ein Nervengift aufs Hundetier zu träufeln oder gar via Tablette in den Blutkreislauf zu bringen, schaudert es mich zutiefst. Natürlich kann das jeder halten, wie er will. Und ganz ehrlich, die ganzen hämischen, bösartigen Diskussion über Bravecto und seine ganzen giftigen Brüder, die sich ganz schnell meilenweit unter der Niveaugrenze abspielen, finde ich fast noch widerlicher als die Zeckentiere selbst.

Ich selbst habe meine Hundefreundin vergangenes Jahr während meines allerersten Sommers als Hundehalterin meist großflächig mit Kokosöl eingefettet. Aber zum einen sah Heidi so ständig aus wie ein schmieriger italienischer Kellner mit Pomadenfrisur, zum anderen habe ich trotzdem regelmässig schwarze Krabbelviecher aus der Hundehaut gezupft…ob es ohne Öl mehr gewesen wären? Möglich.

Weg mit der Zeck!

In der aktuellen Zeckensaison 2018 habe ich zuerst einen Versuch mit dem Abwehrkonzentrat von CdVet gestartet, Der Schutz soll aber wohl erst nach 3-4 Wochen täglicher Anwendung aufgebaut worden sein, und entweder war ich einfach zu spät oder das Zeugs wirkt bei Heidi nicht. Nachdem ich die ersten Zecken aus dem Hundekopf gepflückt habe, habe ich diesbezügliche Experimente eingestellt.

Aber den Wirkstoff “Geraniol”, den dieses Abwehrkonzentrat enthält, fand ich dann doch spannend. Dieses Zeugs soll nämlich nicht nur “eher so generell und im allgemeinen” abwehrend auf Zecken, Flöhen und Milben wirken, sondern auch den Chitinpanzer angreifen und die Tracheen-Atmungsorgane dieser Mistviecher verkleben. Und zudem gut verträglich für Mensch und Tier sein.  Weil ich ohnehin ein großer Fan nahezu aller Produkte aus dem Hause “PerNaturam” bin und mir die netten Mitarbeiter auch in der Zeit nach Heidis Krankheit sehr gut und kompetent weitergeholfen haben, habe ich mir also mal ganz neugierig ein Spray mit Namen “AkaFree” geordert und getestet.

Seit ich dieses Spray in Kombination mit dem pflanzlichen Spot-On “Amigard” verwende, habe ich bislang exakt eine einzige Zecke von meinem Hund gepflückt. Und auch wenn diese Zecke auch eine Zecke zviel war, ist eines dieser Viecher pro Monat immer noch besser als 10/Woche.

Und so läuft’s:
Zuerst habe ich das Spot-On aufgetragen und ein wenig einmassiert, dieses Repellent soll ca. 3-4 Wochen Schutz bieten. Bevor wir in den Forst latschen, sprühe ich das Hundetier immer noch gründlich mit “AkaFree” ein, besonders Bauch und Beine. Und die Zecken? Die finden’s doof und bleiben uns bislang fern. Und das darf auch von mir aus so bleiben.

Disclaimer:
Natürlich können auch natürliche Stoffe wie das Niembaumöl in Amigard oder das Geraniol in AkaFree reizend wirken, und bestimmt gibt es auch Tiere, die diese Präparate nicht vertragen. Wenn das Hundetier also anfängt, sich wie jäck zu kratzen oder gar kahle oder rote Stellen bekommt, ist eine Dusche angesagt und man sollte etwas anderes ausprobieren.
Ich sach’ ja nur.


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[mohrmiezen] Mein Leben als Tatortreiniger

Wenn man, so wie ich, mit einer äußerst geschickten und mitunter fast schon hyperaktiven Serienkillerin zusammenlebt, gleicht das Heimkommen in die eigenen 4 Wände oft dem Eintreffen an einen Tatort. Nicht selten hat Frollen Fritzi gleich im Eingangsbereich einen gleichmäßigen Teppich aus Vogelfedern verlegt und mitunter findet sich dann in der Küche oder unter dem Eßtisch noch der ein oder andere abegetrennte Kopf oder ein Bein, passend zum Federkleid. Der Wohnzimmerteppich ist mit unbefinierbarem Gedärm oder Mäuseresten dekoriert und auch der Gang ins Bad ist nicht selten mit Mordopfern gepflastert.
Trotz der inzwischen gut 2 Jahre, in der meine vierbeinige Mrs. Manson hier ihr Unwesen trebt, ist noch kein Gewöhnungseffekt an diese sinnlose Grausamkeit eingetreffen. Jedes einzelne Mal drohe ich ihr UM!-GE!-HEND! mit der Übersiedlung ins Tierheim, aber dann reißt die Killerkatz’ ihre Kulleräuglein auf Untertellergröße auf, maunzt mit zartester Kleinmädchenstimme, streicht mir ums Unterbein und putzt sich allerliebst ihre kleinen Mörderpfötchen. Und ich denke – immer wieder: “Na gut, das eine mal noch! Aber beim nächsten Mal packste die Koffer, Frollein. Verstanden?” “Maaauz!” Na, geht doch.

Auch heute nach dem Morgengassi mit Heidi scanne ich – wie immer – erstmal misstrauisch die Böden nach potenziellen Tatortspuren. Ok….der Flur sieht soweit sauber aus (also im Rahmen meiner chaotisch-schmuddeligen Möglichkeiten, sprich: wenn man von den Fellwechselwollmäusen und den herumfliegenden Schuhen absieht), im Eßzimmer ist nix…ah – ein schwarzer, auf den ersten Blick undefinierbarer Puschel in der Küche. Igitt. Könnte das ein Amselpopo sein? Wie garstig. Arschfritzi, arschige.

Bänglich stupse ich das Objekt mit der Schuhspitze an – keine Regung. Egal, was es ist – es ist tot. Damit ist mir schon mal die grauselige Bürde der Sterbehilfe abgenommen, da kann man ja erstmal aufatmen. Mit spitzem Finger zupfe ich an der äußersten Ecke des Korpus delicti…fühlt sich irgendwie wollig an. Nicht nach Federn. Puh.

Beim Hochnehmen entpuppt sich der schwarze Puschel dann recht flott als ein Überrest einer schwarzen Wollquaste, die eigentlich meine FUNKELNAGELNEUE und noch NIE getragene Bluse zieren sollte, die nach der ersten Wäsche zum Trocknen über einem Stuhl hing und mit ihren flatternden Bömmelkes wohl den Jagdinstinkt von Frollein Fritzi aktiviert hat. Ich atme auf.
So ist das. Wenn man mit ‘nem Serienkiller lebt, freut man sich am Ende sogar drüber, das die Katzenviecher statt einem unschuldigen Tierchen das Leben auszuhauchen einfach nur meine teure (!) und neue (!) Klamotte zerlegt und somit untragbar gemacht haben.
Die muss man wenigstens nicht beerdigen.

Aber – wir sprechen uns noch, Frollein Fritzi! Noch EINMAL…dann…du weißt schon.


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[mohrmiezen] Von draus’ vom Walde komm’ ich her…

Jeder, der sich mit Herzblut als mieziges Servicepersonal verdingt, kennt vermutlich diese kleinen fiesen Momente, in denen man sich schlagartig als die mieseste und unachtsamste Katzenmama der Welt fühlt. Wenn einem zum Beispiel vergisst, das kätzische Lieblingsfutter zu kaufen und die bemitleidenswerte Miezenschaft mit langen Zähnen vom “absolut widerlichen” Biofutter mit Frischfleisch fressen muss, statt die geliebte “Billig-Presspampe in Dscheleeeh” genießen zu dürfen. Oder man staunend vor dem felinen Mega-Erlebnispark aus diversen Kletterburgen, Hängebrücken und Abenteuertunnel steht, den ein Freund seinen Stubentigern aus eigener Hände Kraft ins Wohnzimmer gebaut hat. Und man selbst an den kümmerlichen Kratzbaum und die abgewetzten Spielmäuse denkt, mit der sich die eigenen bedauernswerten Katzentiere verlustieren müssen.
Miese Katzenmama. Ganz, ganz mies.

Bei mir schlug ein solcher Moment vor einiger Zeit zu, als ich zum Feierabendplausch bei einer Bekannten auf der Terrasse saß und wir bei einem Kaltgetränk so über dies und das plauderten. Gemütlich schlenderte einer der Kater des Hauses und schnupperte genußvoll an einer großen Tonscherbe, die dekorativ am Boden drapiert war.  “Die Scherbe hab’ ich den Katzen von meiner letzten Wanderung mitgebracht” schmunzelte die Hausherrin beiläufig. Mein Hirn zuckt irritiert. Hö? Wie meinen?
“Ja, ich bring’ den Katzen immer irgendwas aus dem Wald mit. Tannenzapfen oder Steine oder mal ein Farnblatt. Die kennen ja nur hier die Gerüche rund ums Haus, die finden es immer total spannend, wenn sie mal was Neues schnuppern können.”

Und da war er! – Klingeling! Mieser Katzenmama-Moment!

Ich ignorante, unaufmerksame Katzen-Vernachlässigerin habe bisher niemals auch nur im Traum daran gedacht, der Miezenschaft mal eine Schnupperpostkarte aus dem Forst mitzubringen. Stattdessen latsche ich täglich munter mehrfach mit dem (zum Glück wieder fast gesunden) Hundetier durchs Umland, wo es stundenlang schnuppern, stöbern und abenteuern darf – und die daheimgebliebenen Katzentiere bekommen nix und nottich davon ab. Und dabei prahle ich doch allerorts ständig mit meiner ach!-so extraordinären Kreativität und der übergroßen Fürsorge für meine Miezekätzchen. Wie unaufmerksam von mir. Ich rufe mir ins Gedächtnis, wie eifrig und aufgeregt die Miezenschaft oft mit ihren Nasen meine Schuhe und Hosenbeine abscannt, wenn ich in der Stadt oder halt eben auch im Wald war. Aufregend – der Duft der großen weiten Welt. Ist vermutlich wie ein Nasenurlaub am Strand, wenn man wochenlang im Büro gehockt hat. Notiz an mich: Ab sofort gilt “Hört, ihr MIezen, gebt fein acht, ich hab’ euch etwas mitgebracht.”

Am Ende des nächsten Spaziergangs mit Menschen- und Hundefreundin scanne ich nun also das Unterholz nach miezigen Mitbringseln, während Heidi Herrlich interessiert an Pferdeäpfeln schnüffelt. “Was suchste denn da?” will meine zweibeinige Wanderfreundin wissen.  “Ach, ich will den Katzen was mitbringen, Holz oder irgendwas Spannendes zum Schnuppern. Die riechen doch tagein-tagaus immer nur das Gleiche rund ums Haus.” Den Blick, den sie mir zuwirft, erkenne ich sofort – sie hat gerade einen “Mieser-Katzenmama-Moment” und denkt an ihren vernachlässigten Kater, der zuhause wartet und NIE ein Mitbringsel bekommt. Tja, so ist das eben, wenn man so unachtsam ist. Ätsch.
Kann ja nicht jeder so fürsorglich sein wie ich.

Ich entscheide mich zum Einstieg ins feline Nasenkino für 2 Tannenzapfen, ein Stück leicht angemodertes Holz und einen ausgewaschenen Ast.
Das riecht bestimmt nach fernen Ländern, Freiheit und Abenteuern.
Die Katzen werden vor Begeisterung und Dankbarkeit in den Pfötchenstand springen – ga!-ran!-tiert!

Zuhause angekommen, breite ich die Beute in Erwartung eines miezschen Freudentaumels auf der Terrasse aus. Frau Schmitz kommt sogleich neugierig herangerast, wirft den Geschenken en passant einen mäßig interessierten Blick zu und umgarnt lautstark schnurrend das Hundetier. Schließlich war Heidi Herrlich mindestens 100 Jahre 30 Minuten weg und wurde schmerzlich vermisst. Ich selbst ernte einen ebenso beiläufigen Blick wie meine Forst-Mitbringel und schon wirft sich die Schmitzekatze wieder unter den Rosenbusch zum Weiterschlummern. Na toll. Das läuft ja.

Auch Frollein Fritzi kommt vorbeigerast, findet aber den fröhlich flatternden Schmetterling deutlich spannender als meine Holzstücke. Sie pustet kurz in ihr Jagdhorn und saust dem Falter in mörderischer Absicht hinterher. Ja. Tschüss dann.

“Herr Tiger, guck’ mal was ich dir mitgebracht habe” versuche ich nun dem Kater meine Aufmerksamkeit schmackhaft zu machen. Zum Glück ist der Herr deutlich freundlicher als seine 2 Mitbewohnerinnen und schnuppert zumindest mal höflich an den Gaben. “Gell, das riecht TOLL, oder?” begeistere ich mich über meine eigene kreative Tat. Der Kater hält nochmal kurz die Nase an die Zapfen, verzieht gelangweilt das Gesicht und latscht in die Küche. Heidi Herrlich gesellt sich zu Frau Schmitz zum Mittagsschläfchen und ich glotze debil auf Zapfen und Hölzer.

Nun ja, in Sachen Dankbarkeit und überschäumener Begeisterung ist da in allen 3 Katzen- F(ä/e)llen wohl noch deutlich Luft nach oben. Ich muss mich halt einfach mehr anstrengen. Ich miese Katzenmama.
Echt jetzt mal.

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