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[ökomohr] DIY-Waschmittel

Nachdem ich bereits Badreiniger und Scheuermilch aufgebraucht und “in grün” ersetzt habe, war nun das Waschmittel an der Reihe. Wir benutzen schon Jahr und Tag Waschmittel und Weichspüler von Frosch und da gab’s auch nie ‘nen Grund zum Meckern – aber selbst die Nachfüllpackungen dieser Öko-Waschmittelvariante verursachen ja dennoch nicht gerade wenig Plastikmüll – das muss auch besser gehen. Bei meiner Suche nach “Rezepten” bin ich ratzfatz auf diese Anleitung gestoßen und wuppdich! stand ich schon am Herd und hab’ Waschmittel gekocht. (Und dabei unablässig “Waschsalon” von BAP vor mich hingesummt – dieser Arbeitsschritt ist aber optional und verbessert keineswegs die Waschkraft des selbstgebrauten Mittelchens…)

Da ich bekanntermassen die Neigung habe, (zu) viele Worte zu machen, kommt jetzt für alle Interessierten zuerst mal die schnörkellose

Anleitung zum Easy-Peasy-DIY-Waschmittel-Selbermachen:

Zutaten:
30 g Kernseife
4 EL (75 g) Waschsoda
ca. 2 Liter Wasser
optional: 1 paar Tröpfchen ätherisches Öl

Und los geht das:
Zuerst einmal wird die Kernseife geraspelt oder mit einem Messer in kleine Stücke geschnitten und zusammen mit dem Waschsoda in einen großen Topf gegeben (der sollte WIRKLICH groß sein, weil das Zeugs zwischendurch mal ganz schön schäumt). Diese Mischung wird nun mit 700 ml kochendem Wasser übergossen und so lange (mit einem Schneebesen) verrührt, bis sich die Kernseife ganz aufgelöst hat. Je nach Größe der Seifenstückchen kann das ein wenig dauern und schäumt mächtig.

Dann lässt man die Brühe ca. 1 Stunde stehen (summt zwischenzeitlich noch ein wenig “Ich jonn so unwahrscheinlich jähn mit dir in da Waschsalon”…), gibt nochmal 700 ml Wasser in den Pott und lässt die Mischung unter Rühren aufkochen. Jetzt kann es nochmal kräftig schäumen – also unbedingt aufpassen, dass das Waschmittel nicht über den Topfrand herauswabert.

wischwaschNach einer Weile lässt die wilde Schäumerei nach, und der Pott darf nun noch mal eine Weile ruhen. Nach dem Abkühlen wird das “Waschmittel in spe” etwas fester bis hin zu gelee-artig – jetzt werden nochmal 600 ml kochendes Wasser in den Pott gegeben und alles nochmal kräftigst verrührt, bis es eine homogene Substanz in “joghurtähnlicher Konistenz” ergibt. Darf ich bekanntmachen: Euer neues Waschmittel! Tach auch! (“Wisch, wasch…wihiiisch, wasch!”)

Ich fülle das Zeugs immer mittels Trichter in leere 1-Liter-Glasflaschen. Die Flaschen dabei aber möglichst nicht bis zum Anschlag füllen, weil sich bei dem Mittelchen nach einer Weile ein wenig Wasser absetzt und man vor dem Waschen immer einmal kräftig durchschütteln sollte. Und zum Schütteln braucht’s ja ein wenig Raum.

Und jetzt? Jetzt wird gewaschen!

(“Dazo kann ich nur saare: “Frau, dat hätt Format, ich benn perplex!”)

Bisher habe ich pro Waschladung immer eine Dosierkugel mit dem Selbstgebrauten gefüllt und gleich mit in die Maschine gegeben.
Beim ersten Waschtest waren der Hausherr und ich gleichermaßen aufgeregt und haben die routierende Wäsche in der Trommel hochkonzentriert beobachtet. Als die Maschine dann e-heeeendlich mit einem erlösenden “Pling!” signalisiert hat, dass der Vorgang beendet ist, konnten wir es kaum erwarten, die Wäsche aus ihrem Gefängnis zu zerren – und sind vor Begeisterung darüber, dass sie “total sauber” war und “auch sauber gerochen” hat, fast in den Handstand gesprungen. Mittlerweile führe ich zwar nicht mehr bei jeder Wäsche Freudentänze auf, bin aber noch wie vor total begeistert von diesem tollen Waschzeugs. Wisch, wasch, wiiiisch, wasch. Und ich sach’ noch….

Für weiße Wäsche kann man wohl noch 1 TL Natron mit in die Maschine geben, das soll den berüchtigen Grauschleier verhindern. Aber…isch ‘abe gar keine weiße Wäsche, Signorina. Demzufolge auch keinen Grauschleier. Höchstens auf’m Kopp, und da hilft auch kein Natron.

Tierische Fasern  (Wolle und Seide) sollte man übrigens nicht mit diesem Mittelchen waschen, da die Fasern wohl durch das Soda aufquellen. Aber in meinem Kleiderschrank findet man ohnehin außer Katzenhaaren nix Tierisches, von daher – mir woscht!

Ein (ähem..oder mehrere) Wort(e) zu den Ingredienzien:

Für meinen allerersten Selbermach-Test habe ich ganz “normale” Kernseife aus dem Supermarkt verwendet, die ich aber mittlerweile wieder durch eine grüne Bio-Schwester ersetzt habe.
Zum einen wird die konventionelle Kernseife in Plastik verpackt und zum anderen habe ich irgendwo mal etwas von “verseiftem Rinderfett” als Zutat gelesen und konnte auf Anhieb nicht sicher rausfinden, ob das nun in “meiner” Kernseife enthalten ist oder nicht.

Außerdem enthält klassische Kernseife u. A. einen Stoff namens EDTA, der leider kein wirkliches Freudenfest für Umwelt und Abwässer darstellt. Das Zeugs ist auch in Kläranlagen kaum abbaubar und gelangt so wieder in die Gewässer. Als sog. “Komplexbildner” nimmt das EDTA dabei wie ein Taxi alle möglichen Schwermetalle auf und chauffiert sie in die Nahrungskette. Wegen dieser “Bindungsfreudigkeit” ist EDTA auch in der Naturkosmetik verboten, weil es auch sämtlichem unerwünschtem Giftzeugs und Schadstoffen hilft, die Hautbarriere zu durchdringen und in unsere Körper zu gelangen. Von wegen “Du kommst hier nicht rein!” – EDTA kommt wohl so ziemlich überall durch und hat dabei unerwünschte Gäste im Rucksack.

Nun gut – nachdem ich das nun aber weiß, kommt EDTA eben in mein Waschmittel auch nicht mehr rein! Ich hab’ mich gefreut, in unserem Reformhaus eine Bio-Kernseife zu finden, die kein EDTA enthält und in einer Pappschachtel daherkommt statt in Plastik. Und das gute Stückchen trägt auch noch das Veganblümchen. Alles ziemlich klare Pluspunkte, und auch wenn die ökologische Variante ein bisschen mehr kostet, wird das Waschmittel am Ende immer noch total preiswert und man hat nie mehr Plastikmüll. Das Reststeifenstück bewahre ich bis zur nächsten Waschmittelproduktion in einem stinknormalen Schraubglas auf.

Und noch ein Wort zur zweiten Zutat “Waschsoda” – Waschsoda besteht schlicht und einfach aus Natriumcarbonat. (Zugegeben, das klingt jetzt ein wenig arrogant…ehrlich gesagt habe/hatte ich so gar keine Ahnung, was “Natriumcarbonat” ist. Aber Herr Google ist ja wie immer total auskunftsfreudig in dieser Hinsicht.)
“Natriumcarbonat ist ein Salz der Kohlensäure und bildet, mit Wasser gemischt, eine starke Lauge. Laugen sind besonders starke Fettlöser: Sie verbinden sich chemisch mit dem Fett und lösen es von jeglichen Untergründen ab. Chemisch nennt man diesen Prozess “verseifen”.” Peng! Jetzt wisst ihr Bescheid. So ist das mit dem Waschsoda.

Weitere wichtige Eigenschaften: Soda ist (zumindest nach meinen “Recherchen”) biologisch abbaubar und versaut demnach die Abwässer nicht, ist total preiswert – und wenn man das Soda der Marke “Holste” kauft, auch in einer schnöden Papiertüte verpackt.

Eine kurze Rechnung:

100 g “meiner” Kernseife der Marke AlmaWin kosten € 0,99 und 500 g Waschsoda von Holste gibt’s ebenfalls für € 0,99 – somit kosten mich gut 2 Liter DIY-Waschmittel noch nicht mal fuffzisch Cent (Wasser, Strom und Arbeitszeit mal nicht mit eingerechnet). Da kann man doch gleich nochmal aus vollster Kraft singen: “Ich jonn su unwahrscheinlich jähn met dir enn der Waschsalon…”
Tolle Sache? Tolle Sache!

Von meine Seite aus gibt es bisher nicht den geringsten Kritikpunkt – die Wäsche ist perfekt sauber, fühlt sich gut an und auch meine komplett verschlammten Wanderklamotten werden tippi-toppi sauber. Ich hatte auch auf schwarzer Wäsche nicht den Hauch von Schlieren oder Rückständen. Alles Wölkchen. Der Hausherr hingegen hatte bisher ein einziges Mal ein paar Schlieren auf seinen dunklen T-Shirts, was aber wohl eher daran liegt, dass er die Waschmaschine immer bis zum Anschlag vollknallt und nach Möglichkeit noch mit dem Schuhlöffel versucht, in irgendeine Lücke nur noch “ein kleines Shirt” reinzustopfen.

Allerdings führen wir auch ein weitestgehend wäscheschonendes Leben – wir schaffen es doch meistens, unsere Nahrung zu uns nehmen, ohne uns komplett mit Tomatensoße oder Rotwein einzuwutzen und die vierbeinigen Mitbewohner machen auch nicht viel Dreck. Getragene Klamotten ohne “richtige” Flecken, benutzte Handtücher und verschlafene Bettwäsche machen eigentlich den Löwenanteil unserer Alltagswäsche aus. Ob das DIY-Waschmittel nun in einem Haushalt mit vielen Kindern oder Tieren und entsprechend schmutziger Wäsche auch so gut taugt, muss man halt einfach ausprobieren.

Dem Geruchshärtetest wurde das DIY-Mittelchen bisher auch nicht unterzogen, weil weder die Außentemperaturen noch meine derzeitige Lauf-Ausdauer bisher für komplett durchgeschwitzte Müffel-Funktionsklamotten gesorgt haben. Aber sowohl der “normale” Sportlermüff wie auch Zigarettenqualmodeur oder gelegentlicher Frittenbudenduft verschwand bisher auf Nimmerwiederriechen. Den Rest wird dann wohl der sommerliche Langzeittest zeigen.

Wie schon eingangs erwähnt, setzt sich nach einer Weile ein wenig Wasser ab und das Waschmittel “flockt” ein bisschen – das bekommt man aber durch kräftiges Schütteln piff-paff-ratz-fatz in den Griff und schon flutscht das weiße Waschzeugs wieder wie ‘ne Eins in die Dosierkugel.

Fazit: Ich kann nicht meckern. Aber echt sowas von total überhaupt nicht.

Noch ein (jetzt nun aber wirklich FAST allerletztes) Wort zu Duft und Weichspüler:

Im Gegensatz zu herkömmlichen Waschmitteln sind in dieser selbstgekochen Variante keine Duftstoffe oder Parfüm enthalten – und somit riecht die frischgewaschene Wäsche auch irgendwie “nach nüscht”. Mir gefällt das eigentlich ganz gut so, aber wer zwingend irgendeinen Duft in den Handtüchern oder Socken braucht, kann das Waschmittel auch mit ein paar Tropfen ätherischem Öl aufmüffeln.

Statt Weichspüler gebe ich seit einer Weile einfach 1 TL Zitronensäure (Pulverform – die gleiche, die auch fürs Scheuerpulver gebraucht wird) ins Weichspülerfach –
dadurch werden Kalkreste aus der Wäsche ausgeschwemmt und die Klamotten fühlen sich ein bisschen weicher an. Zudem schützt die Zitronensäure vor Verkalkung der Heizstäbe in der Waschmaschine.

“Richtiger” Weichspüler legt sich allerdings in die Fasern und hat zudem noch duftige Parfüms im Gepäck – das kann die Zitronensäure natürlich nicht. Aber für meine Duft- und Weichheitsbedürfnisse reicht das vollkommen aus.

Jetzt aber WIRKLICH ein allerletztes Wort….

von meinem Lieblingsfachmann Christian Gaide:
Im klassischen Waschpulver ist Bleiche enthalten, die antibakteriell wirkt und somit die Bakterien in der Maschine  (und auch der Wäsche) abtötet. In modernen Flüssigwaschmitteln (und eben auch in dieser DIY-Variante) ist diese Bleiche nicht enthalten, deswegen sollte man (gerade wenn man die energiesparenden Niedrigtemperaturprogramme moderner Waschmaschine nutzt) in regelmässigen Abständen durchaus mal eine Waschladung mit 60°c durch die Maschine jagen. Sonst fängt ggf. irgendwann die Maschine an zu müffeln und man hat am Ende Bakterien und Pilze auch in der Kleidung. Das gilt im Übrigen nicht nur für diese Öko-Waschmittel-Variante, sondern bei allen Flüssigwaschmitteln.

In “normalen” Haushalten reicht das 1-2x im Monat (je nach Wäscheaufkommen und Häufigkeit der Waschmaschinenbenutzung).

Disclaimerchen:

Ich bin ja alles andere als ein Experte und kann das Waschmittel nur nach bestem Wissen empfehlen – bei mir klappt’s, bei mir wird alles sauber und ich bin total zufrieden. Was das gute Zeugs mit Wäsche und Waschmaschine anderer Leute anrichten kann und wie es sich auf empfindliche Fasern und Farben auswirkt, kann ich also leider nicht sagen und hier kann ich für nix und niemanden garantieren.

Weitere ökomohr-getestete DIY-Reinigungsmittel:

  • Zirosia (Badreiniger/Kalkentferner mit Essig, Rosmarin und Zitronenschalen)
  • Scheuerpulver (simpel aus 3 einfachen Zutaten gemixt)

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Power to the people! – Akkutausch beim Forerunner 305

garminaSo gerne ich die Geräte von Garmin auch nutze und mag, so genervt bin ich inzwischen von der leider recht kurzen Lebensdauer dieser elektronischen Outdoor-Begleiter. Vermutlich kennt mittlerweile jeder Forerunnerbesitzer das (ganz und gar nicht unerklärliche) Phänomen, dass die Garminskys oft ganz kurz nach Ablauf der Garantiezeit wie von Zauberhand die Flügel strecken und der Akku schlappmacht. Tauschen kann man die Biester nicht, da sie fest im Gehäuse verbastelt und wie in einem Tresor verriegelt und verrammelt sind.

Wenn man seinen kleinen GPS-Freund dann beim Kundendienst einschickt, kommt meist post- bzw. mailwendend die Antwort: “Reparatur/Akkutausch nicht mehr wirtschaftlich, Gerät zu alt, blablabla..bieten Ihnen aber gerne aus Kulanz das Nachfolgegerät zum Sonderpreis an”. Dieser megamässige Supersonderpreis liegt meist um die 80 Taler und ist natürlich wirklich ein Bomben-Schnäppchen – trotzdem ist es nervig, weil man durch diese Verkettung auf ewig an der Garmin-Nadel  hängen bleibt. Denn für 80 Schlappen bekommt man ja nun leider kein Neugerät einer anderen Marke- und so beisse ich (und zahlreiche Lauf- und Wanderkumpels) seit Jahren immer wieder in den Garmin-Apfel. Zumeist zähneknirschend.

Tja, nun war es dann bei mir mal wieder soweit – seit dem Spätsommer ging meiner 305er-Forerunnerin nach maximal 4 Stunden der Akkusaft aus (was so manch’ beschauliche Wanderung auf unbekanntem Terrain mehrfach zu einem Speed-Hiking-Event gemacht hat) und seit ein paar Wochen reichte eine volle Akkuladung gerade mal für 15-20 Minuten. Da es mich mittlerweile maximal anfuckt, dass ein ansonsten absolut intaktes Gerät nur wegen eines schwächelnden Akkus als Elektroschrott enden soll, habe ich unter wütendem Absingen von “Das muss doch auch anders gehen!”-Tiraden das Netz durchkämmt und bin auf der Seite Akku-wechsel.de gelandet. Diese Firma mit Sitz in Good-Old-Berlin bietet den Austausch von fest verbauten Akkus in ihrer hauseigenen Werkstatt an.

Jawollska! Das will ich!

Das Prozedere ist einfach – den gewünschten Akku auswählen, mit der Option “Mit Akku-Wechsel in unserer Werkstatt” (für insgesamt € 39,95) kaufen, bezahlen und das Gerät mit Angabe der Auftragsnummer auf die Reise in die Hauptstadt schicken.

Zugegebenermaßen war mir ein wenig bänglich zumute, mein kleines Garminchen so ganz alleine in die große weite Welt zu jagen, aber wenn das Gerät eh schon untauglich ist, hat man ja im Grunde nix zu verlieren. Und horrido! – nur 3 Tage später hatte ich Forerunnerin wieder in den Händen, unversehrt an Körper und Seele und mit funkelnagelneuem Akku.

Da ich ja momentan nicht so richtig ultramässig unterwegs bin, wurde die Akkuleistung zuerst einer Trockenübung in Form von “Einschalten und auf dem Schreibtisch-Liegenlassen” unterzogen – und nach über 12 Stunden hatte die Forerunnerin immer noch Saft und Kraft und hüstelte erst eine ganze Weile später “Batterie schwach.”
Fazit: Die Sache läuft.
“Nachfolgegerät-zum-Sonderpreis” – am Arsch!

Weiterer charmanter Pluspunkt – das Gerät kam in exakt der gleichen Verpackung wieder bei mir an, in der es auf die Reise gegangen ist – inkl. Stopfpapier. Mehrweg befürworte ich ja sehr. Da lacht der Ökomohr.

Danke nach Berlin. Aber echt jetzt mal.

Wer noch mehr Zeit und Geld sparen will und über ein wenig handwerkliches Geschick und Mut verfügt, kann sich auch selbst an den Akkutausch machen. Der Herr Pulsmesser hat’s vorgemacht – HIER geht’s zur Anleitung!

(Foto: http://www.readermemo.com/2011/07/garmin-forerunner-305.html)


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[ökomohr] DIY-Scheuerpulver mit “Zisch-Aaaaah!”-Faktor

Nachdem ich meinen Badreiniger ziemlich erfolgreich durch eine grüne Variante ersetzt habe, neigte sich bei “Fähnrich Scheuermilch”, einem weiteren Soldaten meiner Putzmittel-Armee, der Flascheninhalt. Bei Jasmin von “Schwatzkatz” (deren Blog auf jeden Fall einen ausgiebigen Besuch wert ist, alleine – aber nicht nur – wegen der Mieze) fand ich einen Tip für ein Scheuerpulver, dass schneller hergestellt ist, als man “SCHEUER-MIR-EINE!” sagen kann, wenig kostet und kaum Müll hinterlässt.

Zutaten:
1 Tütchen Kaisernatron (á 50 g)
1 EL Zitronensäure (Pulver)
1 TL Speisestärke

Kaisernatron gibt’s von der Fa. Holste in grünen Papiertütchen, meistens bei den Backzutaten in der Nähe des Backpulvers, Zitronensäure von der Fa. Heitmann gibt’s in allen Drogerie- und Supermärkten bei den Putzmitteln, meistens da wo Entkalker stehen.
Beide Produkte sind in Papier, bzw. Pappe verpackt.
Plastikflaschen adé.

Und los geht’s:
Zutaten in ein Glas geben,  mischen und…”SCHEUER-MIR-EINE!”…seht ihr? So schnell geht das. Bevor man’s ausgesprochen hat, ist das Scheuerpulver fertig.

Ich hab’ das Pülverchen in ein leeres Schraubglas gegeben und mir vom Herzmann ein paar Löcher in den Schraubdeckel bohren lassen. Damit lässt sich das gute Zeugs super auf die zu scheuernde Stelle aufstreuen, wo es dann einfach mit einem nassen Tuch verrieben und abgewaschen werden kann. Zur Aufbewahrung tausche ich das durchlöcherte Deckelteil durch ein gleich großes, undurchlöchertes Pendant aus, dann bleibt alles schön trocken.

Und mit diesem Ratzfatzpülverchen kann man sogar ganz prima Eingebranntes vom Ceranfeld oder dem Backofenboden entfernen, und damit muss ich mir um einen potentiellen Nachfolger von Backofenspray und Glaskeramik-Reiniger bereits jetzt keine Gedanken mehr machen.

Und eine spannende Zisch-Blubber-Sprotz-Kirmes gibt es sogar gratis dazu. Einfach ein wenig Scheuerpulver auf die verkrustete oder eingebrannte Stelle streuen (der Herd oder Ofen kann auch noch warm sein), mit “Zirosia” ansprühen und und “Aaaaah!” sagen. Die Mischung von Natron und Essig löst nämlich eine chemische Reaktion aus, bei der Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird. Das blubbert sicht- und hörbar und löst den Schmodder. Ein bisschen einwirken lassen und mit einem Mikrofasertuch oder einem Schwamm abwischen und feddisch, ähm…SAUBER ist die Laube.

Vielleicht ist diese Mischung nicht ganz so kraftvoll wie herkömmliche Backofen- oder Ceranfeldreiniger, man muss also ggf. ein wenig mehr rubbeln oder die Prozedur wiederholen. Aber dafür ist es voll grün und schont Umwelt und Geldbeutel. Gut? Gut.

Die Blubberzischmischung aus Zirosia und Scheuerpulver ist auch prima zur Reinigung der Kloschüssel, der Katzenklos und für angebrannte Topfböden.

Kleiner Hinweis: Bei empfindlicher Oberfläche lieber erst an der berühmten “unsichtbaren Stelle” (wo immer die sein mag, ich hab’ die noch nicht gefunden. Ist wohl..ähm..unsichtbar.) vorsichtig testen, ob sie die Zitronensäure verkraftet. Bei den Oberflächen im Casa Mohr hat bisher alles problemlos geklappt, geschäumt, gesäubert und ge-“aaaht!”

Sicherheitshalber habe ich auch noch meinen Lieblingsfachmann Christian Gaide zum Einsatz des Scheuerpulvers als Ceranfeld- und Backofenreiniger befragt – und er hat keinerlei Einwände.
Volle Scheuerkraft voraus. Scheuerpulver

Weitere ökomohr-getestete DIY-Reinigungsmittel:
Zirosia (Badreiniger/Kalkentferner mit Essig, Rosmarin und Zitronenschalen)

Check this out, nämlich!


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