Erdnussmilch

Ein Sonntagmorgen ist ein ziemlich blöder Zeitpunkt, um festzustellen, dass keine Pflanzenmilch mehr im Haus ist – denn anderes als ihr tierisches Pendant bekommt man veganöse Milch (noch) nicht mal zu den üblichen Wucherpreisen an der Not-Tankstelle.


Man könnte nun wahlweise bockig gucken, seinen Kuchen mit Wasser backen oder den Kaffee schwarz trinken..oder sich einfach aus

  • 50 g Erdnussmus und
  • 500 ml Wasser

in einem leistungsfähigen Mixer (Terror- und Vitamix ahoi) in knapp 30 Sekunden eine schaumige Pflanzenmilch zusammenrödeln. Die hält sich im Kühlschrank locker ein paar Tage, eignet sich phantastisch zum Kuchenbacken und ist auch im Kaffee köstlich. Wer “crunchy” Erdnussmus mit Stückchen vermixt und keine Krümelchen im Kaffee möchte, kann die Milch auch noch durch ein Tuch gießen.
(Dieses Prozedere funktionert natürlich auch mit Cashew- Mandel- oder Haselnusmus. Dann wirds halt nur keine Erdnussmilch. Aber irgendwas ist ja immer.)


In einem fluffig-fixen Bananenbrot beispielsweise sorgt die Erdnussmilch für eine köstliche Nussnote. Und wenn man das Ganze am Ende noch mit Erdnussbutter bestreicht, schließt sich der leckere Kreis.

Immer noch nicht satt?! Dann schau’ doch in den MOHRTOPF – das ist für jeden Hunger was dabei. Vegan und ohne Gedöns!

Du willst “mehr Mohr”? Dann melde dich zum Newsletter an – kost’ nix und ist jederzeit kündbar!

Tatzelwurmjagd an der Mosel – Halali!

Wenn der FREI-tag mal wieder seinem Namen alle Ehre macht und zudem noch der Frühling angekündigt hat, sein blaues Band heute mal mächtig durch die Lüfte flattern lassen zu wollen, dann ist der perfekte Tag zum Wandern. Der ‘Tatzelwurmweg‘ rund um Kobern-Gondorf steht schon länger auf meiner To-Wander-Liste und Rundkurs mit knapp 8 km Länge und 200 Höhenmeterchen passt er ganz perfekt in einen gemütlichen freien Sonnentag.

Seinen Namen verdankt dieses Wegelchen dem – wer hätte es gedacht! – sagenumwobenen Fabelwesen ‘Tatzelwurm’, dass angeblich zu “Es-war-einmal”-Zeiten als ziemlich schräge Mischung aus Löwe und Lindwurm in den dortigen Höhlen sein Unwesen getrieben haben soll.

Das Hundetier findet die Aussicht, sich zur Abwechslung mal in waschechter Tatzelwurmkacke wälzen zu können, ziemlich inspirierend und springt vorfreudig mit Kniegas auf den Rücksitz. Ist ja auch mal was anderes als sich immer nur gewöhnliche Fuchs- und Marderexkremente in den Pelz zu massieren.
Tatzelwurmweg ahoi!

Nachdem ich meine Blechkutsche an der örtlichen Kirche in der Burgstraße abgestellt habe, führt uns die Route erstmal über schmale Bürgersteige durch den Ort. Während das Hundetier fröhlich voranstapft, seine Neugiernase durch jedes Tor steckt und einigen dösenden Hofhunden forsche Beleidigungen entgegenbrüllt, muffele ich leise vor mich hin.
Durchn-Ort-Latschen mag ich ja überhaupt nicht.
Muff, muff, muff.
Nach einer Weile windet sich der Weg aus dem Wohngebiet heraus Richtung Weinberge, bleibt aber breit und asphaltiert.
Muff, muff, muff.
Breite Asphaltwege mag ich ja überhaupt nicht.
Ein paar hundert Meter weiter ist aber schon jedwedes Muffeln vergessen, denn da saugt uns von rechts der Wald auf und schmeißt uns ein wunderbar moosiges, steiles Pfädchen vor Fuß und Pfote. Hach. SOWAS mag ich. Und wie!

Meine Lunge läuft sich warm, erste zarte Schweißrinnsale sammeln sich im Nacken, die Sonne prickelt auf der Nasenspitze, das Hundetier schnüffelt und flitzt – und ich bin in meinem Element. Volle Wanderlust voraus. Hier bin ich Wandersfrau, hier darf ich’s sein.

Nachdem der erste zauberhafte lange Anstieg mit Aussicht und allem Zipp und Zapp bezwungen ist, bin ich zum ersten Mal froh, dass ich mein GPS-Kästle in der Tasche habe. Als der Wald uns wieder ausspuckt, hätten wir nun die Möglichkeit, entweder links oder rechts weiter zu stapfen…aber leider winkt uns kein Tatzelwurmbildchen in die richtige Richtung. Entweder ist die Wegweiserdichte hier noch verbesserungswürdig, oder aber Vandalen waren am Werk und haben vorhandere Markierungen abgerissen. Da bliebe im Zweifelsfall nur Trial & Error. Blöd.

Aber nicht für mich, die lila Linie auf dem Display lotst mich zweifelsfrei nach links, wo sich nach dem steilen, waldigen Pfädchen ein kuscheliger Feldweg in die Gräser schmiegt. Heidi testet sogleich die derzeit noch brachliegenden Felder auf ihre Gülledichte und windet sich fröhlich strampelnd auf dem Rücken durch die Furchen.
Stinkt zum Steinerweichen.
Wunderbar. Mssion geglückt.
Und schon rennt das Tier zufrieden weiter voran und ich hinterher. Zum Glück steht der Wind günstig und weht das Odeur des Gülletiers in die andere Richtung.

Der Tatzelwurmweg zeigt sich auch weiterhin wunderhübsch, einsam, menschenleer und wunderbar abwechslungsreich. Doch an mindestens 2-3 weiteren Stellen und Abzweigungen gibt es entweder keine Schilder oder die Führung ist uneindeutig. Da würde man wohl als GPS- oder kartenloser Wandervogel mitunter doof aus der Wäsche gucken. Hier sollte zum einen der zuständige Wegewart nochmal zeitnah eine Nachbesserung der Beschilderung durchführen und zum anderen der Wandervogel als solcher sicherheitshalber ‘ne Karte einstecken.

Am Sauerbrunnen gönnen wir uns eine Rast in der Sonne, und während das Tier den Bach leersüffelt und ich meine Stulle mümmele, klopfe ich mir selbst auf Schulter für den Entschluß, den heutigen Tag nicht auf Couch oder mit der Nase am PC-Bildschirm zu verbringen.

Auf der Heimfahrt, während das Hundetier selig und stinkend auf der Rückbank schnarcht, fällt mir auf, dass wir wohl vor lauter Glotzen und Wälzen an der berühmten Tatzelwurmhöhle vorbeigelatscht sein müssen. Aber nun ja – zum Einen haben wir dennoch absolut nichts vermisst, und zum Anderen, ganz unter uns geflüstert – ich glaub’, diesen komischen Tatzelwurm, den gibt’s in Wirklichkeit gar nicht.

Aber pssst.

Tatzelwurmweg-Fakten:
Start: Kobern-Gondorf / Burg- oder Lennigstraße
Länge: ca. 8 km
GPS-Track: HIER!
Hundewandertauglichkeit: Absolut vorhanden! Allerdings nicht unbedingt im Hochsommer, da der Weg teilweise über offenes Feld ohne Schatten führt. Und – Wasser mitnehmen!

Fotos gibt’s heute mal eher spärlich, weil ‘keinen Bock dauernd zu knipsen’. Wer wissen will, wie es dort aussieht, muss halt selbst loswandern.


Du willst “mehr Mohr”? Dann melde dich zum Newsletter an – kost’ nix und ist jederzeit kündbar!

Frau Mohr ahoi! Das Veganschiff bleibt auf Kurs…

Mein hehrer Plan, mich im Januar ausschließlich und ausnahmslos veganös zu verköstigen, lief bis auf minimalste Schwierigkeiten (siehe ‘Latte Macchiato‘) derart mühelos, dass ich auf die schelmische Frage meiner Freundin “Und? Gibt’s jetzt auch noch ‘nen veganen Februar?” ohne zu zögern mit “Klaro!” beantwortete.

Auch wenn ich ja in den letzten beiden Jahren faulheits- und antriebsbedingt sehr stark vom Pflanzenfresser-Kurs abgewichen bin und mir mitunter recht wahllos alles Vegetarische in die Futterluke geschaufelt habe, was sich mir in den Weg geschmissen hat, war und bin ich ja im tiefsten Herzen immer noch fest davon überzeugt, dass es schlichtweg falsch ist, Tiere einzuknasten und auszubeuten, nur damit ICH mir Nudeln mit Gorgonzola, Rührei oder Kaffee mit Milchschaum unter der Nase reinschaufeln kann.
Und man kann es drehen und wenden, wie man will – wenn man ständig etwas tut, von dem man tief drinnen weiß, dass es scheiße ist, dann fühlt sich das auch scheiße an.
Auch wenn man den Gedanken möglichst weit zur Seite schiebt.

Im Umkehrschluß fühlt es sich dann (zumindest für mich) mächtig gut und richtig an, wenn man wieder konsequent nach den eigenen moralischen Maßstäben lebt. Wie das mit der Pflanzenfresserei funktioniert und umsetzbar ist, weiß ich ja nun selbst am besten – und um dranzubleiben, gab es für mich im Januar ein winzige, aber wichtige Regel: “Keine Ausnahmen!”

Im letzten Jahr habe ich oft halbherzig beschlossen, jetzt aber wirklich mal wieder ein bisschen pflanziger zu futtern, aber dann haben mich die selbstgebackenen Kekse der Kollegen wieder so herzlich angelacht und ich dachte “Och komm, den einen Keks….” – und dann folgte ein zweiter und ein dritter und am Ende war die Tüte leer und der Bauch voll. “Aber…morgen dann..echt jetzt…”. Oder die Pommes mit der klebrigen Käsesoße vom Fastfoodbaron des Ortes. Oder die Veggie-Lasagne mit der Käsekruste. Oder….oder…irgendwas ist immer.

Im Januar gab es keinen einzigen Ausnahmekeks, kein Ausnahmekäsebrot, keine Ausnahmesahnesoße – und was für den ein oder Anderen vielleicht fürchterlich streng und freudlos klingen mag, hat für MICH die Sache unglaublich vereinfacht. Ich muss erst gar nicht mit mir selbst diskutieren, nachdenken oder hadern, ob ich dieses Rührei-Brötchen jetzt doch ausnahmsweise mal essen möchte, weil es doch gerade so lecker riecht…oder doch nicht, oder dann doch ab morgen vielleicht wieder veganer und überhaupt. Gibbet nicht. Keine Diskussion. Ende, Gelände.

Trotzdem bin ich selbstredend nicht verhungert oder an Futterschmacht verstorben, denn die tierfreien, leckeren Alternativen sind ja da. Nur halt nicht in jeder Plätzchenschüssel oder in jeder Schublade.

Weiterhin nicht zu unterschätzen in meinem persönlichen Fall ist das ziemlich befriedigende Gefühl. endlich mal wieder ‘ne Sache durchzuhalten, die ich mir vorgenommen habe. In den letzten Jahren war mein Treiben ja (gefühlt) grundsätzlich eher vom Nicht-auf-die-Reihe-kriegen geprägt, und als “Scheiter-Elli” war ich nicht wirklich zufrieden mit mir.

Jetzt aber – Veganer Januar geplant, veganen Januar geschafft.
Dieses scheinbar bedeutungsarme Schrittchen pustet den Hirnwindungen überraschenderweise doch wieder einen Hauch Selbstbewusstsein ein, und schürt leise Hoffnungen darauf, vielleicht auch noch andere Dinge endlich wieder auf die Kette zu kriegen. Regelmäßiges Laufen, beispielsweise. Oder eins der zahlreichen Buchprojekte fertigschreiben.

Das Foto oben übrigens stammt von einem Städtetrip nach Istanbul, vor gefühlten Jahrzehnten. Damals hätte ich noch Geld und Motivation zum Reisen. Aber wer weiß. Vielleicht schaffe ich das auch irgendwann wieder – jetzt wo ich die Vegansache geschafft habe. Horrido!

If I can make it there, I’ll make it everywhere. Nämlich. Da steht einem die Welt ja offen, nämlich.

Also: Ich bleibe auf dem Veganschiff.
Da gehöre ich hin.
Da fühle ich mich wohl.

(Und dann wäre da noch die Tatsache, dass die mitunter abartigen Kreislaufprobleme und Migräne-Attacken, die mich im letzten Jahr immer an den ‘Tagen vor den Tagen’ gepiesackt und gepeinigt haben und nur mit Kreislauftropfen und tagelangen Einwürfen von Kopfschmerztabletten erträglich waren (und die ich SO bis dato nicht kannte und eher aufs Älterwerden an sich geschoben habe), im Januar bis auf einen kurzen Schwindel und einen Hauch von Kopfschmerzen kaum spürbar waren.
Dass sich diese wirklich nervigen Probleme sich jetzt im ‘zweiten Durchlauf’ im Februar scheinbar komplett in Wohlgefallen aufgelöst haben, zeigen mir, dass ich mit meiner derzeitigen Ernährungsform nicht auf der falschen Fährte sein kann. Und dass ein übermässiger Verzehr von Milchgedöns vielleicht tatsächlich nicht jedem bekommt. Das nur mal so am Rande. Unverhofft eintretende Benefits nimmt man ja gerne mal mit.)


Du willst “mehr Mohr”? Dann melde dich zum Newsletter an – kost’ nix und ist jederzeit kündbar!